Devisen

Draghi, du bist der Größte!

Mario Draghi ist ganz fraglos ein Genie. Er ist nicht nur der größte lebende Philosoph, wie wir an anderer Stelle bereits ausgeführt haben, sondern auch ein großartiger Komiker. Letzteres hat er gestern eindrucksvoll unter Beweis gestellt, als er im Kampf gegen die Euro-Aufwertung nun höchstselbst eingegriffen hat.

Erinnern wir uns: seit Anfang der Woche trat ein EZB-Mitglied nach dem anderen auf, und versuchte den Scherbenhaufen, den Draghi mit seinen Aussagen auf der Pressekonferenz nach der EZB-Sitzung letzten Donnerstag angerichtet hatte, wieder zu kitten. Erfolglos. Man habe „alle Instrumente“..blabla. Hat den Markt nicht interessiert, der Euro stieg einfach weiter.

Also musste der Großmeister selbst an die Front, nachdem das übrige EZB-Fußvolk so kläglich versagt hatte. Und siehe da: der Euro fiel wie ein Stein. Aber was hatte Draghi nur gesagt? Hier kommts:
„The real interest rate spread between the euro area and the rest of the world will probably fall…thus putting downward pressure on the exchange rate, everything else being equal.“

Das erinnert an den Sketch „Der tödliche Witz“ von Monthy Python. Vermutlich fiel der Euro auch gerade deshalb, weil die Devisenhändler aufgrund epileptischer Lachanfälle auf die Tastatur knallten. Denn übersetzt – bitte schnell anschnallen – heißt das folgendes: „Die Zinsdifferenz zwischen der Eurozone und dem Rest der Welt (holla, klingt amerikanisch!) wird wahrscheinlich fallen .. und das wird Abwärtsdruck auf die Währung (meint er den Euro?) ausüben – wenn alles andere gleich bleibt“.

Haha!! Lustig ist schon der Begriff „Zinsdifferenz“ – welche Zinsdifferenz? Soweit uns bekannt ist, besteht etwa zwischen den Zinssätzen in den USA, Großbritanniens und Japans und der Eurozone so gut wie keine Differenz. Was es nicht gibt, kann aber nur schlecht kleiner werden, oder? Und dann die kryptische Bemerkung: „wenn alles andere gleich bleibt“. Auch sehr gut! Denn wie wir von Draghi unlängst gehört haben (auf der vorletzten PK zur Ratssitzung), bleiben die Dinge gleich, werden schlechter oder besser. Jetzt also: wenn sie gleich bleiben. Wow Mario, das hat wirklich Witz!

Vulgäre Menschen hätten einfach gesagt: „wir wollen nicht, dass der Euro auf 1,40 steigt“. Aber das wäre überhaupt nicht komisch, und schon gar nicht philosophisch. Und deshalb eines Mario Draghi einfach unwürdig!



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1 Kommentar

  1. Ich glaube Draghi und seine Truppe wissen auch nicht was sie noch tun sollen. Augen zu und durch. Ab und an ein paar dumme Worte damit der Gehaltscheck gerechtfertigt ist. In gewissen Umfang hat sich das Finanzsystem doch bereits verselbstständigt.

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