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Aktien

Dropbox mit ersten Quartalszahlen seit Börsengang: Verlust explodiert

Claudio Kummerfeld

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Dropbox ging am 23. März an die Börse, und hat gestern seine ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen präsentiert. Das Verhältnis zwischen Headline-Gewinn zum tatsächlichem Verlust ist dramatisch.

Der Umsatz liegt bei 316,3 Millionen Dollar (Vorjahresquartal 247,9/erwartet 310).

Der Gewinn (bereinigt nach Non GAAP) liegt bei 0,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,02/erwartet 0,05).

Dramatisch dabei ist: Der tatsächliche nicht um „Sonderkosten“ bereinigte Verlust liegt bei 2,13 Dollar pro Aktie (465 Millionen Dollar). Vor einem Jahr waren es noch -0,17 Dollar pro Aktie. Der tatsächliche Verlust ist also explodiert. Als Erklärung dazu liefert Dropbox eine Sondervergütung an die Mitarbeiter in Aktien im Zuge des Börsengangs. Diese Bezahlung habe einen Umfang von 418,7 Millionen Dollar gehabt. Dadurch seien die Verluste in allen Einzelbereichen deutlich höher ausgefallen, weil man diese Kosten buchhalterisch den Mitarbeitern der einzelnen Segmente zurechnete. Gut, das ist eine logische Erklärung für die hohen Verluste. Aber bei 465 Millionen Dollar Verlust und einem Anteil von 418,7 Millionen Dollar für die einmalige Aktienvergütung bleibt immer noch ein satter Verlust von 46,3 Millionen Dollar – das ist immer noch viel Geld für ein Unternehmen mit nur 316 Millionen Dollar Umsatz.

Aber egal, die US-Medienlandschaft hat gestern Abend im Großen und Ganzen nur den Non GAAP-Gewinn von 8 Cents erwähnt. Aber so ganz glücklich ist der Börsianer dann wohl doch nicht, denn nachbörslich verlor die Aktie gestern Abend 4%.

Mag das daran liegen, dass Dropbox mit der Zahlen-Veröffentlichung auch erklärte, dass man plane im Jahr 2018 einen freien Cash Flow von 340-350 Millionen Dollar zu haben? Nicht gerade viel, wenn man nur im 1. Quartal des Jahres einen Verlust ohne Aktienvergütung von immer noch 46,3 Millionen Dollar gemacht hat!

Dropbox plant aktuell mit einem 2018-Jahresumsatz von 1,34-1,35 Milliarden Dollar, wobei das ziemlich genau die bisherigen Markterwartungen trifft.

Kann einem da Angst und Bange werden, bei den Verlustzahlen? Wie gesagt – die Aktie verlor gestern nach Veröffentlichung der Zahlen „nur“ 4%.

Zum Vergrößern bitte die Grafiken anklicken.

Dropbox

Dropbox

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Marcus

    11. Mai 2018 15:40 at 15:40

    Dropbox wurde im Jahr 2007 ! gegründet, und hat es bisher nicht geschafft auch nur ein einziges mal einen Gewinn auszuweisen. Mir gehen diese Ausreden in den Finanzberichten sowas von auf den Zeiger, egal ob Dropbox, Snap oder wie sie sonst noch so heißen.

    Wenn eine „Firma“ nach 10 Jahren immer noch nicht profitabel ist, bleibt als einzige Möglichkeit nur zusperren !

  2. Avatar

    Michael

    12. Mai 2018 03:22 at 03:22

    Mit der neuen EU-DSGVO wird es noch viel interessanter werden: Wer über Dropbox, WeTransfer und wie sie alle heißen, weiterhin Daten überträgt, steht mit einem Fuß im Fokus der Aufsichtsbehörden.
    Denn jeder muss sich die Frage stellen, ob die übertragenen Daten sog. personenbezogenen Daten beinhalten, was so gut wie immer der Fall sein dürfte. Spätestens beim Passus „an Drittländer“, was aus EU-Sicht logischerweise die USA ist.
    Viel Spaß beim Datentransfer ;)

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Aktien

Beschlossen: Dax mit 40 Aktien und neue Qualitätskriterien – hier die Details

Claudio Kummerfeld

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am

Der Wirecard-Skandal hat die deutsche Börsenlandschaft erschüttert. Ein Dax-Wert geht pleite und löst sich sang und klanglos als Luftnummer in Rauch auf. Die Vorstände sind in Haft oder auf der Flucht. Was für ein Debakel für die Deutsche Börse. Die Aufnahme- und Qualitätskriterien für die Indizes wie dem Dax waren wohl mangelhaft. Nach der Konsultation von Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse jetzt Änderungen beschlossen. Hier alle Details, im Wortlaut von der Deutschen Börse:

Ab September 2021 wird der Leitindex DAX um zehn Werte auf insgesamt 40 Werte erweitert. Damit wird er die größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland noch umfassender abbilden. Im Gegenzug verkleinert sich der MDAX-Index auf 50 statt bisher 60 Werte.

Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen DAX-Kandidaten vor Aufnahme ein positives EBITDA in den zwei letzten Finanzberichten aufweisen.

Ab März 2021 wird es Bestandteil der Indexmethodologie, dass zukünftig alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen. Nach einer 30-tägigen Warnfrist führt ein Verstoß gegen diese Anforderungen unmittelbar zum Indexausschluss.

Infolge dessen entfällt für alle Unternehmen in den DAX-Auswahlindizes die Pflicht zur Notierung im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse. Die Notierung im Regulierten Markt ist künftig ausreichend. Diese neue Regel wird eingeführt, um dem Indexanbieter zu ermöglichen, im Falle einer Regelverletzung unabhängig und schneller reagieren zu können.

Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur DAX-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist, um Kontinuität in der DAX-Familie zu bewahren; sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen.

Ab 2021 gibt es bei den DAX-Indizes zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung (März und September). Zurzeit gibt es eine derartige Überprüfung nur im September.

Um die Regeln zu vereinfachen, ohne jedoch auf Investierbarkeit zu verzichten, werden ab der Überprüfung im September 2021 Indexmitglieder nur noch nach Marktkapitalisierung bestimmt. Der Börsenumsatz wird bei der Rangliste nicht mehr berücksichtigt; stattdessen müssen Indexmitglieder eine Mindestliquidität aufweisen.

Nicht übernommen wird der Vorschlag zum Ausschluss von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen. Stephan Flägel: „Wir haben ein sehr heterogenes Meinungsbild zu den Themen Nachhaltigkeit und ESG außerhalb der Vorschläge, die wir zur Governance gemacht haben, bekommen. Es wird von vielen Seiten die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob diese Kriterien bei der Auswahl der DAX-Mitglieder eine Rolle spielen sollten. Deshalb werden wir den Austausch mit den Marktteilnehmern fortführen. Nachhaltiges Investieren ist und bleibt einer der wichtigsten Trends an den Finanzmärkten und wird das Investitionsverhalten in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Das Thema ESG hat für Qontigo sehr hohe Priorität. Im März haben wir bereits den DAX 50 ESG Index gestartet und wir verfügen seit Längerem über eine breite Palette an ESG-Indizes, die wir auch künftig weiter ausbauen werden.“

Dax und MDax werden von der Deutschen Börse ermittelt
Foto: Deutsche Börse AG

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Impfstoff-Montag 3.0

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Den dritten Montag in Folge veröffentlicht ein Pharmahersteller einen konkrete Impfstoff-Meldung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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SAP nach Kurssturz antizyklisch kaufen? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war nicht das Gelbe vom Ei, liebe SAP! Während die US-Konkurrenz in den Coronazeiten mit Cloud und anderen digitalen Anwendungen punktet, tritt die europäische Branchengröße auf der Stelle. Unter dem Strich sank der Umsatz um 4 %, während der operative Gewinn sogar um 12 % schrumpfte.

Offensichtlich sind die schwachen Quartalszahlen keine Eintagsfliege. So hat man die Umsatz- und Gewinnprognosen auch für die Jahre 2021 und 2022 gleich nach unten korrigiert. In der Folge erlebte die Aktie einen mächtigen Ausverkauf und verlor zeitweise über 20 % ihres ursprünglichen Wertes. Das kommt einem mittelprächtigen Erdbeben gleich.

Wo hakt es bei der SAP, warum kann das Unternehmen aus Walldorf zunächst nicht an die starken Wachstumsraten der vergangenen Jahre anknüpfen? Ich sehe drei Faktoren:

1)
Negative Währungseffekte: Die Dollarschwäche bzw. Eurostärke hat die Gewinnentwicklung spürbar belastet. Die US-Konkurrenz hingegen profitiert vom weichen Dollar.

2)
Das Covid-Virus: Die Software-Palette des Unternehmens ist nur eingeschränkt Corona-fest. Ein Beispiel: Mit der SAP-Software Concur planen die Unternehmenskunden der SAP Dienst- und Geschäftsreisen ihrer Mitarbeiter. Es bedarf keiner besonderen Erklärung: Diese Anwendung war in diesem Jahr kein Verkaufsknüller, sondern schlichtweg überflüssig.

3)
Schwächen in der Cloud: Aus der Branche hört man, dass SAP derzeit Defizite im Cloud-Geschäft hat. Die Kunden streben in die Cloud, allein SAP konnte nicht immer liefern. Hier gilt also: US-Konkurrenten wie Oracle und Salesforce haben hier die Nase vorne. Deshalb schwächelt das Neugeschäft der SAP.

Gleichwohl haben die Investoren – wie so oft – das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Der Kursrücksetzer war zwar notwendig, aber in seiner Dimension stark übertrieben. SAP verfügt über eine treue Kundenbasis. Rund 74 % des Umsatzes beruhen auf langfristigen Software-Verträgen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen wird auch künftig gut verdienen und verfügt über die Mittel, um den technologischen Rückstand im Cloud-Geschäft wettzumachen.

Trotzdem: Kurzfristig ist die SAP-Aktie sicherlich noch kein Kauf. Wie gesagt es wurde schon Porzellan zerschlagen und Vertrauen verloren. Das deutsche Software-Unternehmen muss sich also nun…..

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