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Dropbox mit ersten Quartalszahlen seit Börsengang: Verlust explodiert

Dropbox ging am 23. März an die Börse, und hat gestern seine ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen präsentiert. Das Verhältnis zwischen Headline-Gewinn zum tatsächlichem Verlust ist dramatisch.

Der Umsatz liegt bei 316,3 Millionen Dollar (Vorjahresquartal 247,9/erwartet 310).

Der Gewinn (bereinigt nach Non GAAP) liegt bei 0,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,02/erwartet 0,05).

Dramatisch dabei ist: Der tatsächliche nicht um „Sonderkosten“ bereinigte Verlust liegt bei 2,13 Dollar pro Aktie (465 Millionen Dollar). Vor einem Jahr waren es noch -0,17 Dollar pro Aktie. Der tatsächliche Verlust ist also explodiert. Als Erklärung dazu liefert Dropbox eine Sondervergütung an die Mitarbeiter in Aktien im Zuge des Börsengangs. Diese Bezahlung habe einen Umfang von 418,7 Millionen Dollar gehabt. Dadurch seien die Verluste in allen Einzelbereichen deutlich höher ausgefallen, weil man diese Kosten buchhalterisch den Mitarbeitern der einzelnen Segmente zurechnete. Gut, das ist eine logische Erklärung für die hohen Verluste. Aber bei 465 Millionen Dollar Verlust und einem Anteil von 418,7 Millionen Dollar für die einmalige Aktienvergütung bleibt immer noch ein satter Verlust von 46,3 Millionen Dollar – das ist immer noch viel Geld für ein Unternehmen mit nur 316 Millionen Dollar Umsatz.

Aber egal, die US-Medienlandschaft hat gestern Abend im Großen und Ganzen nur den Non GAAP-Gewinn von 8 Cents erwähnt. Aber so ganz glücklich ist der Börsianer dann wohl doch nicht, denn nachbörslich verlor die Aktie gestern Abend 4%.

Mag das daran liegen, dass Dropbox mit der Zahlen-Veröffentlichung auch erklärte, dass man plane im Jahr 2018 einen freien Cash Flow von 340-350 Millionen Dollar zu haben? Nicht gerade viel, wenn man nur im 1. Quartal des Jahres einen Verlust ohne Aktienvergütung von immer noch 46,3 Millionen Dollar gemacht hat!

Dropbox plant aktuell mit einem 2018-Jahresumsatz von 1,34-1,35 Milliarden Dollar, wobei das ziemlich genau die bisherigen Markterwartungen trifft.

Kann einem da Angst und Bange werden, bei den Verlustzahlen? Wie gesagt – die Aktie verlor gestern nach Veröffentlichung der Zahlen „nur“ 4%.

Zum Vergrößern bitte die Grafiken anklicken.

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2 Kommentare

  1. Dropbox wurde im Jahr 2007 ! gegründet, und hat es bisher nicht geschafft auch nur ein einziges mal einen Gewinn auszuweisen. Mir gehen diese Ausreden in den Finanzberichten sowas von auf den Zeiger, egal ob Dropbox, Snap oder wie sie sonst noch so heißen.

    Wenn eine „Firma“ nach 10 Jahren immer noch nicht profitabel ist, bleibt als einzige Möglichkeit nur zusperren !

  2. Mit der neuen EU-DSGVO wird es noch viel interessanter werden: Wer über Dropbox, WeTransfer und wie sie alle heißen, weiterhin Daten überträgt, steht mit einem Fuß im Fokus der Aufsichtsbehörden.
    Denn jeder muss sich die Frage stellen, ob die übertragenen Daten sog. personenbezogenen Daten beinhalten, was so gut wie immer der Fall sein dürfte. Spätestens beim Passus „an Drittländer“, was aus EU-Sicht logischerweise die USA ist.
    Viel Spaß beim Datentransfer ;)

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