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Autobauer müssen Leasingfirmen entschädigen E-Autobauer: Blutbad nach Tesla-Preissenkungen

Zweitrundenkosten für Autobauer

E-Autos mit Preisverfall - Tesla und Druck der Leasingfirmen

Der Preiskampf von Tesla bei E-Autos führt jetzt zu Zweitrundenkosten für die Autobauer: Wegen des Wertverlusts gebrauchter Stromer müssen die Hersteller Entschädigungen an Leasinggesellschaften zahlen. Das berichtet Bloomberg.

Blutbad für E-Autobauer nach Tesla-Preiskampf

Die Société-Générale-Tochter Ayvens, die größte Mehrmarken-Leasingfirma, hat laut eigenen Angaben in den letzten Wochen bereits Zahlungen erhalten. Die Leasingfirmen wollen von den Herstellern weiteres Entgegenkommen, etwa die Zusage, dass die Hersteller gebrauchte Fahrzeuge selbst zurückkaufen.

Der Preisverfall bei den Stromern hat weitreichende Folgen für den in den USA und Europa über eine Billion Euro schweren Gebrauchtwagenmarkt. Das wiederum ist ein Problem für Leasingfirmen wie SocGens Ayvens und Arval von BNP Paribas, die vor allem bei Firmenwagen aktiv sind — mit 60% Anteil am Autoabsatz in der EU ein entscheidender Markt für Autobauer im Allgemeinen und für Elektroautos im Besonderen.

Blutbad bei E-Autos: Audi and Tesla mit größtem Preisverfall

Typischerweise basieren Leasingverträge auf dem geschätzten Gebrauchtwert eines Fahrzeugs zum Zeitpunkt des Vertragsablaufs. Die Leasingzahlungen sollen unter anderem diesen Wertverlust abdecken. Fällt der Wert stärker als erwartet, wie es in letzter Zeit bei E-Autos der Fall war, dann verlieren die Leasingfirmen mit den Verträgen Geld.

Die entscheidende Rolle, die Leasingfirmen bei Firmenwagen und Elektroautos spielen, gibt ihnen Verhandlungsmacht gegenüber den Autobauern, die sie derzeit ausspielen können.

Firmenfahrzeuge dominieren den Absatz in Deutschland: Zwei Drittel der 2,8 Millionen verkauften Fahrzeuge im Jahr 2023 sind Firmenwagen

Marktmacht der Leasingfirmen verschäft Druck auf E-Autobauer

Ein Grund für die Marktmacht der Leasingfirmen ist dabei auch, dass es den Autoherstellern schwer fallen würde, ohne deren Nachfrage nach Elektroautos die immer strenger werdenden Emissionsgrenzwerte für die von ihnen produzierten Flotten einzuhalten. Gelingt ihnen das nicht, drohen Bußgelder.

Ohne stabile Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt rückt das Ziel der EU, den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor bis 2035 einzustellen, in weite Ferne.

“Ohne strukturierte und liquide Märkte, auf denen E-Autos aus zweiter und dritter Hand ihre Werte halten, wird es keinen Übergang zu E-Autos geben”, so Jefferies-Analyst Philippe Houchois. “Letztlich ist es die Differenz zwischen Neu- und Gebrauchtwagenpreis, die die wahren Kosten eines Autos bestimmt.”

Große Firmenkunden sind dabei, sich zurückzuziehen. SAP stellt seinen Mitarbeitern keine Teslas mehr zur Verfügung, weil die schwankenden Preise Planung und Risikomanagement erschweren. Der Autovermieter Hertz wirft 20.000 Elektroautos aus seiner Flotte, Sixt führt Tesla ebenfalls nicht mehr. Kein Wunder, dass es für die Tesla-Aktie nicht mehr rund läuft.

Alle Elektroautohersteller bieten Leasingfirmen inzwischen Rückkaufgarantien an, um weiter neue Batterieautos loszuwerden, sagt Ursula Weigl, Partnerin bei der Unternehmensberatung McKinsey. Das verschafft ihnen zwar eine Atempause, schiebt das Grundproblem aber lediglich auf. Nun lastet das Risiko auf den Autoherstellern selbst, die Gebrauchtwagen zu einem angemessenen Preis zu verkaufen oder Geld zu verlieren.

“Der Markt für Elektrofahrzeuge ist extrem verzerrt durch Subventionen auf der ganzen Welt”, sagt Weigl. Die Nachfrage werde “künstlich angeheizt und endet derzeit beim Gebrauchtmarkt.”

FMW/Bloomberg

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17 Kommentare

  1. Aus meiner Sicht sind die Elektroautos eh viel zu teuer…..eine Marktbereinigung mit erschwinglichen Preisen für die Verbraucher ist zwingend notwendig. Und die so hoch gesteckten Ziele der Politik sind eh nicht erreichbar.
    Subventionen helfen da nur bedingt, zumal man jetzt den Eindruck hat, dass alles vorher auf den Kaufpreis draufgeschlagen wurde und unrealistische uvP`s angegeben worden sind…..

  2. Aus meiner Sicht ein extremes Problem durch die Subventionen. Ob eBike, Wallbox oder eAuto nach dem die Subventionen ausgelaufen sind, sind recht zügig die Preise erheblich gesunken. Zudem sind alte Autos z.b. aufgrund des techn. Fortschrittes ihre Geld (sprich: Bewertung) nicht mehr wert. Schon total erstaunlich wie die großen Leasing-Unternehmen teilweise kalkuliert haben.
    Egal um welche Technologie es ging, die „early-Käufer“ haben immer viel Geld bezahlt – das individuelle Prestige war ihnen das wert. Doch in der „neuen“ Welt werden die Innovationzyklen immer schneller kürzer. Logisch, dass die Preise sinken müssen. Zudem schlagen auch die technischen Scaleneffekte immer schneller zu.
    @ Herr Fugmann: vor diesem Hintergrund verstehe ich Ihre KI-Argumentation überhaupt nicht.

    1. @Peter, ohne Subventionen bricht der Markt zusammen – das genau ist das Problem!

      1. Herr Fugmann, ich schätze Ihre Arbeit und Ihre Meinung sehr.

        Ich wollte Sie mit dem Zusatz zur KI nicht verärgern. Bei einer „Meta-Betrachtung“ wird die KI-Entwicklung und Implementierung strukturell gleich laufen, wie in 1970 Jahren als die Mikroelektronik z.B. die Uhrenindustrie kollabieren ließ. Entsprechendes gilt auch für Dotcom-Blase. Damals sind viele Geschäftsmodelle kollabiert (disruptiert). Neue entstanden erst zwei Generationen später. Ein gutes Beispiel ist der Schwarzwald: Uhren weg – zwei bist drei Jahrzehnte Not und Elend, bis dann die Spa-Welt für Zufriedenheit bei den Einwohnern sorgte.
        In der Tat, die Monetarisierung der KI ist ein Thema. Aber das war es auch in den oben genannten technischen Umwälzungen. Wir werden immer ein Time-lag zwischen Einsatz der neuen Technologie und den neuen Geschäftsmodellen für die disruptierten Modelle haben. Das wird sehr rau werden. Nicht weniger Uhrmacher im Schwarzwald haben sich damals das Leben genommen.
        Nach meiner Wahrnehmung, nutzen schon heute sehr viele kleinere oder sogar sehr kleine Software-Unternehmen die KI-Anwendungen und sparen jetzt schon Programmier-Personal ein.
        Da nicht jede KI den aller neuesten „Chip“ braucht, wird es bald zu einem extremen Preisverfall kommen. Es würde mich nicht wundern, wenn dann die Chinesen, Inder sich zunächst dieses Segment unter den Nagel reißen würden. Dann purzeln auch bei Microsoft und Co. die Preise.

        Aus einer Meta-Ebene betrachtet läuft es genauso wie in den 70er und 00er Jahren ab. Der brutale Unterschied zu damals liegt in der Geschwindigkeit. Die ist schon unfassbar hoch und beschleunigt sich immer schneller. Das macht mir Angst.

      2. Was soll ich sagen? Subventionen machen m.E. nur dann Sinn, wenn sie zeitlich begrenzbar sind. Sie also lediglich eine Anschubfinanzierung bedeuten. Aber nicht im Sinne einer Quer-Subventionierung Produkte künstlich teurer machen.
        Ich habe schon mal einen Artikel über ABL geschrieben. Subventionierung führte dort zu einem extrem schnellen Wachstum mit ebenso vielen Friktionen.

  3. Ach Quatsch das bildet ihr euch alles nur ein , das ist das neue Wirtschaftstranformationswunder 4.9 .
    E-Mobility ist super für den Durchschnittsbürger , schnell aufgetankt ,jede Mietwohnung hat doch jetzt ne Wallbox. Richtig Power ,läuft über 199 kmh
    auf der Bahn.Hohe Reichweite ,selbst bei Vollgas im Winter,super Wiederverkaufswert, billiger Neupreis ,das alles mit billigem grünen Strom aus Polen.Super Fahrgefühl ,weil die Dinger so leicht sind .Total umweltfreundlich ,weil die halten viel viel länger als Verbrenner und verbrauchen nur ein Bruchteil der Ressourcen und Rohstoffe…………ein technisches Wunder ..ich weiß garnicht was ihr habt ??

  4. Lieber Klempner, in der Tat, etwas Spaß muss sein.

    1. Das ist kein Spaß, das ist die pointierte Darstellung aller Nachteile und Rückschritte, die Akku-Fahrzeugen „technologie“-/konstruktionsbedingt immanent sind. Soviel staatsplanerische Hybris wäre nur noch durch einen Hybrid mit Holzgas(ausPellets)turbine, einen Stromer mit laaaangem Kabel (die Feder in der Trommel zieht das Fz. dann wieder nach Hause) oder Windradautos mit Solarpanel zu toppen. Wenn Infantile, Ideologen, Machthungrige und „Manager“ den Kurs bestimmen, fährt die Kiste „nachhaltigst“ an die Wand. VW und MB sind wandelnde Leichen – dank E-Mania.

  5. Ich denke die Ursachen sind ganz andere…
    1. mit jeder Verdopplung der Produktion sinken die Herstellpreise um 20%
    2. der Haupttreiber bzw. Kostenfaktor Batterie ist von ca. 1000$ auf 100$ pro kWh gefallen
    3. China drückt die E-Fahrzeuge in den Weltmarkt um Marktanteile zu gew. bzw. Konkurenten los zu werden
    4. Wir haben einen enormen Technologieschub in dem Bereich 400->800V, Motoreneffizienz, Zellchemie, Modultechnologie, BMS, Wärmepumpe, etc…etc… ->Abwarten der Verbraucher
    5. Vorzieheffekte durch Subventionsabbau
    6. Sättigung der Pioniere und Technik Freaks

    Das und vieles mehr wird richtig blutig in der Autoindustrie, Vermietung, Zulieferindustrie,… werden. Wir werden in den nächsten 36Monaten Preise sehen, da brauch keiner mehr an TCO oder Umwelt denken, da wird alleine der Anschaffungspreis alles wegfegen, was nicht auf Kurs ist. Ich schon lange nichts mehr geshortet, wenn ich was wählen müsste, würde ich auf Toyota setzen, den Größten, der seinen Vorsprung total verspielt hat und jetzt die Wasserstoff Karte als Ablenkung spielt um aufzuschließen. Früher hab ich 2,5h, dann 40min. und heute 18min. gewartet um weiter fahren zu können…das ist brutal bei durchschnittlicher Reichweitensteigerung von 7% per anno. Haltet euch fest, damit ihr nicht überrollt werdet ;-)

  6. Alles dank der Regierung Rot Grün, verstehe eh Ned wie die nach 2005 nochmal gewählt werden konnte, war damals schon planlos

  7. Nach Wegfall der Subventionen mussten die Verkaufspreise fallen, da die Subventionen zuvor bereits eingepreist waren. Dass die Firmen, welche mit hohen Verkaufspreisen gerechnet haben, da auf der Strecke bleiben, war vorherzusehen.
    Indes, für den Kunden ist dies in zweierlei Hinsicht vorteilhaft. Erstens reduzieren sich die Neuwagenpreise um einen Betrag, der höher ist als die vorherige Subvention und zweitens sinken die Preise für Gebrauchtwagen. Damit vergrößert sich die Anzahl potentieller Käufer.
    Abgeshen davon, sind die Elektrofahrzeuge grundsätzlich zu teuer. Der Verweis auf die extrem teure Batterie zieht auch nicht mehr, da die Preise in den letzten zwei Jahren extrem gesunken sind.

  8. Ja ist ja alles richtig ,so läuft das bei neuen Sachen ja immer. Soll es doch auch. Gaaanz früher kostete ein VHS Videorekorder Tausende und man stritt ,ob Betamax ,Video2000 oder VHS Formate sich durchsetzen.

    Ein Großteil der Autofahrer kaufen jedoch Gebrauchtwagen und nicht Neuwagen. Und genau da liegt das Problem ,sollte on long run sich EVs als Handys auf Rädern raustellen,dann wissen wir wie es um Nutzung und Weiterverkauf bestellt ist. Soviel Geld haben die Leute nicht ,um es zu verbrennen. Wenn nicht, ist ja alles klar.Wenn der Akku selbst unter katastrophalen Chargingbedingungen,trotzdem lange genug überlebt,genau dann kann man über Deadline Verbrennerverbote diskutieren. Weil ; für alle Politiker hier zum mitschreiben :

    Es gilt der Satz der Zitrone.
    und
    Es ist völlig egal was du selber denkst,der Markt entscheidet immer und hat damit immer Recht.

  9. Tesla braucht keine Subventionen. Diese Firma hier mit in den Topf zu werfen zeigt einen fundamentalen Mangel an Verständnis. Tesla braucht keine Leasingflotten und keine überfütterten Händlernetzwerke. Tesla braucht keinen Gebrauchtwagenmarkt. Ich Weiss gerade das letzte stösst jetzt auf Kopfschütteln. Wie ich sagte: Fundamentales Unverständnis.

  10. ich denke nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. die Gesetze des Marktes werden dann auch das Problem regeln, dass gebrauchte Elektroautos nichts wert zu sein scheinen.
    das einzige, was nämlich aktuell die Vorbehalte der Verbraucher gegenüber gebrauchten Elektroautos antreibt sind die Akkus!
    hilfreich sind natürlich wenig solche Berichte von Tesla Fahrern, die 23000 $ für einen neuen Akku zahlen mussten nach ca 11 Jahren Betrieb des Fahrzeugs.
    ich selbst fahre ein Elektroauto, welches tatsächlich nach 12 Jahren nur noch 60% Akku Gesundheit ich will es mal so umschreiben hat bin allerdings handwerklich ausgebildet, habe mich bereits auf Alibaba umgeschaut und dort gesehen, dass fast haargenau passende Zellen das Stück ca. 50 € Kosten. ich werde also den akku selbst für ca. 3000 Euro reparieren und sogar im speichervermögen um 30% aufstocken können. also so hoffe ich 30% mehr reichweite haben.
    ich rechne vielleicht noch mit ca zwei bis drei Jahren und es wird akku-fit oder retrofit Firmen geben, die die Akkus überholen. also man lässt dann quasi in einer Werkstatt den Akku ausbauen, die holen ihn mit einer Spedition ab, verschicken vielleicht sogar gleich den Austausch Akku und das Fahrzeug ist nach drei Tagen Werkstattaufenthalt wieder fahrtüchtig. und das auch wenn es eben älter als 10 Jahre ist.
    und die Firmen von denen ich rede, werden dann sicherlich die alte Akkus in homespeicher setzen und wiederum ebenfalls günstigst anbieten. ich halte das für eine spannende Zukunftsvision genauso spannend wie wenn man beispielsweise sich 2010 endlich einen traumhaften BMW 850i leisten konnte als jemand der nicht so viel Geld hatte. im gegansatz zum 850er kann am eauto wirklich nicht viel kaputt gehen.
    lange Rede kurzer Sinn, ich bin davon überzeugt dass der Markt wieder einmal seine Stärke zeigt und das in der Lage ist zu regulieren. nur eine Bitte: keine Panik verbreiten, und für die Politik bitte nicht einmischen!

    1. @Thorsten. Sehe das ähnlich wie Sie, nur keine Panik!
      Möchte nur noch ergänzen, dass die Sorge der Käufer nicht nur die Akkus sind, sondern auch die Ladeinfrastruktur und Ladezeiten.
      All das wird der Markt aber richten. E-Autos schlagen – die Akkus momentan mal außen vorgelassen – Verbrenner meilenweit, weil die Technologie äußerst primitiv ist. Wir sehen, wie schnell z.B. die chinesischen Hersteller mit guter Qualität auf dem Markt waren.
      Die erste Hype-Welle ist vorüber, der nächste Innovationsschub wird in einigen wenigen Jahren kommen und dann mit sehr günstigen Preisen die Verbrenner vom Markt fegen. Die Pioniere haben natürlich erstmal draufgelegt.

  11. Das größte aller Probleme ist, dass die modernen Fahrzeuge nur noch mit Lizenzen vollumfänglich genutzt werden können.
    Ein Eigentümer, wird dadurch nur noch zum Besitzer degradiert.
    Beispiele gab es dazu schon bei einem E-Bike Hersteller Van-Mof, derren Räder es im Raum stand, ob diese überhaupt nach Insolvenz nutzbar bleiben, wenn Server abgestellt werden.
    Genau das gleiche ist im Bereich von Streaming-Portalen zu finden.

    Also der Trend ist dahingehend beängstigend, wenn ich nicht die volle Kontrolle über den Besitz erhalte, sondern einfach wie bei HP zur Melkkuh werde.

    Subventionen machen Sinn um Anreize zu schaffen. – Im sozialen, dass Menschen eine Teilhabe an der Gesellschaft erhalten.
    Jeden E-Auto-Käufer, trägt ein wenig dazu bei, dass gesteckte Ziele in der Umweltpolitik zum Tragen kommen. Anders sieht es bei den Käufern aus, die eher konventionelle Antriebe bevorzugen. Natürlich müssen diese im Laufe der Zeit immer mehr mit politischer Unterlegenheit rechnen.
    Schlimm ist nur, dass immer wieder der Eindruck erweckt wird, dass die Hersteller die Subvention, als Übergewinn verbuchen können.

  12. Ich denke nicht, dass die Zurückhaltung japanischer Autohersteller bei all-electric Fahrzeugen – Ausnahmen wie Nissan Leaf, Honda Kooperationsprojekte etc. – darauf zurückzuführen ist, dass diese den Zug der Zeit verpasst haben. Sie halten schlicht und einfach das Gesamtkonzept für zu sehr kompromiss-basiert, um langfristig erfolgreich zu sein, und setzen mehr Hoffnung in die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie. Ein Großteil der Hersteller verliert momentan mit jedem produzierten E-Auto Geld. Wie es mit der Ausnahme Tesla und der chinesischen Offensive weitergeht, wird die Zukunft zeigen. Das Hauptproblem ist sicher die generell geringe Leistungsdichte von Batterien/Akkus. Das resultierende Mehrgewicht von 300 – 500 kg fordert ebenfalls seinen Tribut, Aufhängungsprobleme bis hin zu Achsbrüchen, ausgeschlagene Querlenker etc. Dies bedeutet unter Umständen nach Jahren nicht nur extrem teuren Akkutausch, sondern darüber hinaus kostspielige Reparaturen. Die smarte Anpassung der Stromnetz-Infrastruktur, sagen wir bei zehnfach höherem E-Auto-Bestand, wird auch eine Herausforderung. Dies führt direkt zur deutschen Energiepolitik. Derzeit 60 Prozent installierte Leistung bei Erneuerbaren an der Stromerzeugung sind toll, aber was ist mit dem schlüssigen Gesamtkonzept? Die Intermittenz von Wind und Sonne erfordert eine entsprechende Kapazität flexibler Energieträger zum Ausgleich. Durch Biomasse-Kraftwerke und immer weitere riesige Offshore-Windkraftanlagen ist dies nicht allein zu erreichen. Durch das Abschalten aller Atomkraftwerke hat man sich in die Bredouille gebracht, es wurden Braunkohle-Kraftwerke reaktiviert, Frankreich hat sich schon über erhöhte Feinstaubwerte beschwert. Es sollen wohl in Zukunft über eintausend sehr flexible Gasturbinen-Kraftwerke gebaut werden. Wenn eines schon grob eine Milliarde kostet, wären das eine Billion Euro. Zudem, wo soll das ganze Erdgas herkommen, zu welchem Preis?

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