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Erpressung? Neuer ARD-Chef (ehemaliger Merkel-Regierungssprecher) will höheren Rundfunkbeitrag, und droht mit weniger Inhalt – wir haben da konkrete Kürzungsvorschläge!

Es geht wie immer ums liebe Geld, nämlich den Rundfunkbeitrag. Wussten Sie eigentlich, wo Herr Wilhelm vor seiner Tätigkeit für den BR tätig war? Für die Regierung Merkel, kein Witz. Von 2005 bis 2010 war er Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung sowie Regierungssprecher im Rang eines beamteten Staatssekretärs. Vorher war er jahrelang für die bayerische…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Haben Sie es auch gehört? Der seit acht Tagen amtierende ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm vom Bayerischen Rundfunk (BR) hat gleich so richtig einen rausgehauen. Es geht wie immer ums liebe Geld, nämlich den Rundfunkbeitrag. Wussten Sie eigentlich, wo Herr Wilhelm vor seiner Tätigkeit für den BR tätig war? Für die Regierung Merkel, kein Witz. Von 2005 bis 2010 war er Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung sowie Regierungssprecher im Rang eines beamteten Staatssekretärs. Vorher war er jahrelang für die bayerische Landesregierung tätig (mehr Details hier in seinem Lebenslauf). So viel zum Thema „objektive Denkweise“ oder „Neutralität“ oder „die ARD ist kein Staatsfernsehen“. Gut, wir wollen hier keine Verschwörungstheorien aufwärmen – zu dem Thema soll sich einfach jeder seinen Teil denken!

Drohung

Zurück zum Thema. Der gute Herr Wilhelm macht da weiter, wo der gute Herr Marmor vom NDR als ARD-Chef auch schon war. Wenn wir (die ARD) nicht endlich massiv mehr Geld bekommen, müssen wir eben das Programm kürzen. Man spare ja schon wo man nur könne, so damals Marmor. Aber es ging einfach nicht mehr. Mit 8 Milliarden Euro zwangsweise erhobener Gebühren (+ Werbeeinnahmen) können die Öffentlich Rechtlichen offenbar kein TV-Programm auf die Beine stellen…

Für die Zeit ab 2021 (neue Budgetperiode) muss laut Ulrich Wilhelm der Rundfunkbeitrag (17,50 Euro pro Monat) steigen, und zwar um die jeweilige Inflationsrate, so sagte er es dem „Handelsblatt“. Das wäre aktuell eine Steigerung von gut 1,8%, und das jedes Jahr aufs Neue. Wo die Inflationsrate 2021 steht, weiß heute noch niemand. Vielleicht 2% oder 3%? Laut Wilhelm werbe er somit um einen Ausgleich der allgemeinen Teuerung. Interessant oder auch verwunderlich: Wilhelm sagte ebenfalls, dass der Öffentliche Rundfunk heute der einzige Teil der Öffentlichen Daseinsvorsorge sei, bei dem die Inflation seit Jahren nicht ausgeglichen wurde. Er hält ARD & ZDF also für genau so lebensnotwendig („Öffentliche Daseinsvorsorge“) wie die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und frischer Luft, oder wie?


Ulrich Wilhelm. Foto: Foto: Stefan Brending, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de

Ach ja, zu einer Forderung gehört natürlich auch immer eine Drohung beziehungsweise negative Konsequenz, wenn diese nicht erfüllt wird. Ohne Erhöhung des Rundfunkbeitrags ab 2021 komme man um gewaltige Kürzungen im Programm nicht herum. Das wäre ja schrecklich, so möchten wir es meinen. Was soll nur aus uns allen werden? Wir haben da gleich mal geschaut, was bei Wilhelm´s Stammsender BR so im Programm los ist. Offensichtlich stolz wie Oskar verkündete der BR jüngst in einer eigenen Pressemeldung, dass seit dem 3. Januar die neue achtteilige Comedy-Serie „Das Institut – Oase des Scheiterns“ ausgestrahlt wird. Wer spielt mit in dieser Serie? Die Effizienzmanager und Controller der ARD etwa? Das fiel uns gerade nur ein bei dem Titel der Serie. Aber „Scherz bei Seite“. Kann die Nation auf Serien wie diese zukünftig verzichten, und auch ohne weiterleben? Wir schätzen mal „JA“.

Dann gäbe es da noch die ebenfalls relativ frische Ankündigung des BR, dass übermorgen die Komödie „Herrgott für Anfänger“ ausgestrahlt wird. Dabei geht es laut BR um einen „Wiener Taxifahrer namens Musa, Lebemann mit türkischem Background, der in ein scheinbar unlösbares Dilemma gerät“… ob so was von Zwangsgebühren bezahlt werden muss? Ach ja, da wäre beispielsweise auch noch die Produktion eines Gesellschaftssatire-Films über Rudolph Moshammer (Teil der Münchner Schickeria), welcher im Herbst 2018 ausgestrahlt werden soll. Gut und schön, aber muss so was aus Zwnagsgebühren finanziert werden? Reicht es nicht, wenn RTL oder Sat 1 so was in Auftrag geben bei einer privaten Produktionsfirma?

Wir ersparen uns an dieser Stelle weitere Auflistungen von dringend notwendigen Produktionen des Bayerischen Rundfunks, damit man die Bundesbürger vor der Verblödung rettet, und damit sie auch politisch gut genug informiert sind. Spott und Häme mal bei Seite! Wir sind sicher, dass die vorher genannten Produktionen des BR essenziell wichtig und unverzichtbar für die politische Allgemeinbildung der zwangsweise zahlenden Bundesbürger sind. Herr Wilhelm, sie haben Recht. Da kann man nichts mehr kürzen – der Rundfunkbeitrag muss steigen!

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    Jana

    8. Januar 2018 16:16 at 16:16

    dieser gesamte Prapagandaapperat sollte abgeschafft werden….soll sich jeder selber seine Informationsquellen aussuchen und selbst bestimmen ob er dafür bezahlen will oder nicht……….zum Glück verweigern schon fast 5 Millionen Deutsche dieses hinterhältige System..

  2. Avatar

    Gerd

    8. Januar 2018 16:27 at 16:27

    Ich wollte mich heute wegen schwerer anderweitiger Beschäftigung mal in Schreibabstinenz üben. Aber für diesen Bericht mache die ultimative Ausnahme. Liebe FMW-Redaktion:

    D A N K E !

  3. Avatar

    klonk86

    8. Januar 2018 16:38 at 16:38

    Was ? Nur noch 8 Stunden Elton und Hoecker am Tag ? Na dann zahle ich auch nicht mehr.

  4. Avatar

    herbert

    8. Januar 2018 17:18 at 17:18

    Groß-Demonstration – wenn doch alle mal einen Tag sich vom Rechner entfernen und sich vor das Rathaus stellen würden …

    • Avatar

      baeuerin

      8. Januar 2018 17:31 at 17:31

      Wie will man denn einen Nerd von der Kiste,ins Rathaus bringen?
      Da bricht vorher noch der WK3 aus!

  5. Avatar

    asyoulike

    8. Januar 2018 17:22 at 17:22

    Moin, moin,
    und da wundern sich die „oben“, wieso die „unten“ Alternativen ankreuzen. Wie soll sich sonst der Kleine Mann artikulieren? Freier Wettbewerb auch für Rundfunk und Fernsehen. Aber Moment, dass geht nicht, dann wären die Abstellposten für verdiente Politiker und deren Umfeld nicht mehr gegeben. Solange das Wahlvolk nicht auf sich aufmerksam macht, solange wird nichts passieren. Warum auch sollten die „oben“ etwas ändern? Wenn sich der Patient (GEZ-Zahler) nicht wehrt, solange wird er weiter geplündert.

  6. Avatar

    oscar

    8. Januar 2018 18:20 at 18:20

    klasse beitrag…nur noch zum kotzen…die lemminge bezahlen für ihr hirnwäsche und vollverblödung auch noch das geld. das gab es nicht mal in diesen abratrigen größenordnungen bei der staasi ! naja wo fr. bunzelkanzelerin erika her kommt, wissen wir doch alle…einfach mal bei herrm schrang unter, macht -steuert-wissen, nachlesen. da weiß man wo die erpresste kohle hingeht. ja doch klar, alles nazis, rechte und verschwörer. nix gut-, nein böse- menschen, bla bla blaaa. alimentierung von einer völlig überdimensionierten, verlogenen berufsgruppe. ich weiß nicht, ob das geschwätz und hassgeschwafel dieser journalie auf dem freien markt eine chance finden würde, käufer zu finden !!! was sind die schlaaaand lemminge für ein volk geworden? im ausland schüttelt man die köpfe. mitleidig und verächtlich. leider ist es die wahrheit.
    apropos nazis…ähm goebbels hat das auch schon gewußt…man nannte es „goebbelsschnautze“. aber naja, waren ja alles nazis…..oh man….

    • Avatar

      baeuerin

      8. Januar 2018 18:34 at 18:34

      Ist schon erstaunlich,dass sich in den letzten 12 Jahren, noch kein Stauffenberg gefunden hat…
      Ich frag mich u.a.,wie man vom Arschloch(Politiker) ,sich zum Arschkriecher hineinarbeiten kann!

  7. Avatar

    D. Wohlfahrt

    8. Januar 2018 20:42 at 20:42

    Vier Leute aus unserem Bekanntenkreis arbeiten beim
    „Flimmerkisten-Medienkartell“ .
    Die leiden alle selber wie die Hunde unter
    „Sendebefehl und Gehorsam“ !!
    Schlimmer als beim Militär !!
    Man darf da nicht alle über einen Kamm scheren !
    Der Fisch stinkt auch hier vom Wasserkopf her….

  8. Avatar

    Michael

    8. Januar 2018 21:26 at 21:26

    Erstaunlich, all diese emotional geladenen, bis zur Hasstirade und Nazidebatte neigenden Kommentare. Erstaunlich deshalb, weil es um eine Größenordnung von 17 bis 20 EUR im Monat geht.
    Bitte nicht falsch verstehen, auch ich bin kein Fan dieser Zwangsabgabe, weil ich kaum einen dieser Sender schaue oder höre. Ich zahle lieber freiwillig das Doppelte für Sky und schaue mir an, wann und was ich will. Aber ich schaue zugegebenermaßen doch ab und an mal ein paar Stunden Wintersport, Biathlon, Vierschanzentournee, Olympische Spiele, Weltmeisterschaften usw., wie es jeder Michel sicher gerne mal macht.
    Viel schlimmer finde ich die anderen Zwangsabgaben an Handwerkskammern, IHK, Berufsgenossenschaften etc., zu denen man per Gesetz gehört, obwohl man faktisch mit denen nicht das Geringste zu tun hat. Die Beträge hier sind wesentlich höher als beim Rundfunk, und keiner regt sich auf.
    Oder das sog. Bürgerentlastungsgesetz, die größte Verarsche und Abzocke für den zahlenmäßig größten Teil der Steuerzahler, während der gut verdienende Teil profitiert. Hier geht es schon um viel, viel mehr, als beim Rundfunk, und wieder regt sich keiner auf!
    Zu solchen Themen würde ich mir derartige Kommentare wünschen, jedoch scheinen die rechtsverrückten Argumentationen und Debatten auf Rundfunkgebühren und Asylbewerber beschränkt zu sein, was ja auch im Prinzip das Wahlprogramm der volksverhetzenden Alternative war.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      9. Januar 2018 06:47 at 06:47

      Quo vadis FMW? Wie schon festgestellt, nehmen die Frustrations- und Wutkommentare in den letzten Wochen zu, ebenso wie die Anzahl der empfohlenen Berichte aus Angst/Verschwörungsforen. Diskussionen über Strategien aus der Finanzwelt nehmen ab. Das „Rurale“ hat es mit seinen Kommentaren im 15-Minutentakt geschafft, Gleichgesinnte anzulocken, mit der immergleichen Botschaft. Schade

      • Avatar

        baeuerin

        9. Januar 2018 07:48 at 07:48

        Dann diskutiere doch mal…und nicht um den Brei herum blubbern!

      • Avatar

        Bademeister

        9. Januar 2018 08:26 at 08:26

        Stimmt genauso! Schau nur mehr sporadisch rein und finde das „Rurale“ und den dadurch entstandenen Dunstkreis zum Kotzen. Unglaublich, wie ein bzw. ein paar wenige Trolle innerhalb kurzer Zeit die Kommunikationskultur auf dieser Seite vergiftet und zerstört haben. Sehr sehr schade!

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          9. Januar 2018 08:41 at 08:41

          @Bademeister und die anderen „Vernünftigen“: dann sorgt doch dafür, dass das Substantielle wieder stärker zum Zuge kommt! Ich als Moderator wiederum sorge dafür, dass der „Trash“ oder das „Rurale“ deutlich eingerenzt wird (ein bißchen „Trash“ darf aber gelegentlich auch sein, aber eben in Maßen)!
          Wir von FMW können durch die Artikel nur Denkanstöße geben – und ich denke, dass wir das genauso tun wie früher auch!

          • Avatar

            baeuerin

            9. Januar 2018 09:12 at 09:12

            „Vernuenftigen“….der war gut..
            Das wird sich noch herausstellen,wer auf der vernuenftigen Seite steht!
            Wie man bereits an eurer 12 jaehrigen Regierung sehen kann!!

  9. Avatar

    Wilfried Trautmann

    8. Januar 2018 22:58 at 22:58

    Für das unverzichtbare betreute Denken sind die 17,50 Euros pro Monat ein tolles Schnäppchen. Da braucht man doch die eigene Rübe gar nicht mehr.

  10. Avatar

    Chris

    9. Januar 2018 01:28 at 01:28

    Seit 30 Jahren kein Fernsehen, auch nicht bei Freunden. Im Urlaub wird das ausländische getestet, lohnt sich aber auch nicht.

    Wer Kinder oder Enkelkinder hat sollte darauf verzichten, das steigert ihren IQ um mindestens 10 Punkte, siehe Gehirnforschung. Allein der Verzicht der Werbespots entspricht dem Erwerb einer neuen Fremdsprache auf hohem Niveau.

    Übrigens sinkt der IQ der Menschheit wieder, in den USA erreichte er in den 50er Jahren seinen Höhepunkt, Stichwort „weiße“ Hausfrauenehe wird dadurch erst möglich und steigert wiederum die Fähigkeiten des Nachwuchses. Dann verändert sich die Bevölkerungs- und Familienzusammensetzung. Bei der zahlenmäßig kleineren Anzahl der „gelben“ Hausfrauenehe oder Gelb-Weißen-Mischehe mit mehrheitlich weißen, möglichst jüdischen Mann, als Präferenz, zeigt sich dies noch einmal. Es wurden dann Quoten eingeführt, damit die Kinder der asiatischen Zuwanderer und die Söhne der Weißen, den anderen nicht sämtliche Studienplätze wegnehmen. Ist übrigens noch heute so, nun auch in Firmen wie Google, …
    Die Farben habe ich bewusst gewählt, da man sich in den USA einer Farbe zuordnen muss.
    Der IQ wird zu 50 bis 80 % vererbt, aber zu 20 bis 50 % beeinflusst das Verhalten der Bezugspersonen und Umwelt die Höhe.

  11. Avatar

    Zombienation

    9. Januar 2018 02:04 at 02:04

    Entweder wir bekommen mehr Geld, oder ihr noch penetrantere und dümmere Propaganda. – War das so gemeint?

  12. Avatar

    Gerd

    9. Januar 2018 10:03 at 10:03

    Wer Wind sät, wird Sturm ernten.

    FMW veröffentlicht seine Artikel mitunter auf ziemlich provokante Art und Weise. Und auch der Inhalt ist mitunter nicht ohne.
    Nicht nur diese hier – „Erpressung/Drohung, Anspielung auf Regierungshörigkeit. Das passiert in sehr vielen. Und teilweise noch krasser. Und es handelt sich zudem wirklich nicht nur ausschließlich um Themen, welche das Wirtschaftsgeschehen unmittelbar und direkt angehen.
    Es sind oftmals Berichte, die das Soziale und Politische ansprechen.
    Und folgerichtig ruft das natürlich auch demgemäße Kommentare der Leser hervor. Bei jenen zumindest, bei denen es sich nicht um vergeistigte, nur den Rosenkranz betende katholische Gebetsschwestern handelt.

    Und wenn solche Leser den Sturm nicht vertragen können, den FMW mit seinen Berichten initiiert, dann sei ihnen tatsächlich ein katholisches Bibelforum empfohlen. Und vielleicht sind sie dann auch höchst elitär unter Ihresgleichen, wo nicht nur das Wort „rural“ dreimal binnen kurzer Zeit verwendet wird, sondern auch noch viele andere Fremdwörter, welche der Durchschnittsbürger (ich) noch nie im Leben gehört hatte.

    Und die Foristen, die glauben, solche Themen könnten auf längere Sicht nicht auch Einfluss auf das Wirtschaftgeschehen ausüben, liegen sowieso falsch.
    Wolfgang und Bademeister ihr lasst das bei der Beurteilung der Finanzmarktentwicklungen anscheinend auch außen vor.

    Nebenbei: Wie Herr Fugmann mit anderen Worten darlegte, erst schreiben der eine oder andere nur alle paar Wochen mal einen Beitrag – in der Zeit schreiben andere, und dann geben sie vor, nicht mehr zu schreiben (und lesen) zu mögen, weil eben die anderen schreiben. Was war eher? Huhn oder Ei?

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Immobilien: Der Boom läuft immer weiter – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

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am

Innenansicht eines Einfamilienhauses

Es ist wirklich erstaunlich. Auch wir bei FMW hatten zu Ausbruch der Coronakrise und im brutalen wirtschaftlichen Absturz im Frühjahr erwartet, dass auch der Markt für Immobilien beeinträchtigt sein wird. Schließlich haben derzeit ja zahlreiche Menschen massive Existenzängste, leben dank Kurzarbeitergeld auf Kante, oder haben als Selbständige ihre Existenz gleich ganz verloren. Da müssten die Preise für Immobilien doch eigentlich einbrechen? Die Nachfrageseite für Häuser und Eigentumswohnungen müsste so schwach sein, dass man spürbare Rückgänge bei den Preisen sehen müsste?

Nichts da. Offenbar bringt die große Gelddruck-Orgie der Notenbanken und die Alternativlosigkeit zu Aktien und Immobilien immer noch genug Anleger und Kaufwillige dazu, die Preise für Immobilien immer weiter klettern zu lassen. Und die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung sind wohl derart umfangreich, dass genug Menschen in prekären Situationen (Arbeiter in der Autoindustrie etc) noch nicht ihre Häuser verlieren, welche auf dem Markt folglich auch nicht für ein Überangebot an Häusern und Eigentumswohnungen sorgen können.

Preise für Immobilien weiter am Steigen

Aktuelle Zahlen der Anbieter F+B sowie Dr. Klein zeigen weiter steigende Preise für Immobilien. Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent. Wie gesagt, diese Steigerung von +5,6 Prozent kommt zustande, weil ich auch Mieten enthalten sind. Und die sind dank Corona doch tatsächlich leicht rückläufig mit -0,9 Prozent im Quartalsvergleich (und noch +0,1 Prozent im Jahresvergleich).

Mieten bremsen nur den Gesamtschnitt aus Immobilienpreisen + Mieten

Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen laut F+B endgültig der Vergangenheit an. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau lege eine ähnliche Interpretation für diesen Trend nahe. So seien im Vergleich zum Vorquartal in 28 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten bei der Neuvermietung gesunken (im Vergleich der Quartale Q2/2020 zu Q1/2020 betraf dies 18 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 gab es reale Mietpreisrückgänge in 10 der teuersten 50 Städte. Nach Beobachtungen von F+B hätten die Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen als Nachwirkungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr 2020 zu noch stärkeren Rückgängen bei den Mieten geführt, wenn es die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen nicht gegeben hätte. Wir möchten ergänzen: Hunderttausende Wohnungen in Berlin sind vom dortigen Mietendeckel betroffen, was die Mietpreisentwicklung bundesweit ebenfalls beeinflusst. F+B bespricht dieses Thema in seiner Veröffentlichung ebenfalls.

Nachfrageschub

Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 liegen die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen laut F+B mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich hinter den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,6 Prozent. Eigenheime dominieren damit endgültig die Gesamtperformance des Wohn-Index von F+B. Man sei der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat, so F+B. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2004 die Preisentwicklung verschiedener Arten von Immobilien seit dem Jahr 2004. Eigentumswohnungen liegen langfristig klar in Führung.

Entwicklung der Preise für Immobilien seit dem Jahr 2004

Preise in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

Der Anbieter Dr. Klein berichtete erst vor wenigen Tagen, dass das Volumen pro Immobilienkredit neue Rekordhochs erreicht hat (hier die Details). Heute berichtet Dr. Klein über die neuesten Preisentwicklungen für Immobilien in Nordrhein-Westfahen. Der bis 2015 zurückreichende Chart zeigt auch jetzt keinen Abknick bei der Preisentwicklung. Im mondänen Düsseldorf dürfe es gerne ein bisschen mehr sein – auch bei den eigenen vier Wänden: Der Trend gehe hin zu mehr Exklusivität und Geräumigkeit. Köln und Dortmund vermelden indessen neue Rekorde bei den Immobilienpreisen. Die Details finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Preise für Immobilien in Nordrhein-Westfalen

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BioNTech, Pfizer und Moderna, erfüllen sich die Impfstoff-Erwartungen?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna? Die Börsen sind im Jahresendspurt: Immer wieder werden derzeit die aktuellen Wirtschaftsdaten als Indikatoren herangezogen, verbunden mit dem großen Optimismus vieler Investoren, die nach Korrektur schreien. Aber dies ist neben dem monetären Faktor nicht der entscheidende Treiber für Börsenkurse. Es zählt die mittelfristige Aussicht, auch wenn man in einer Rezession oder in einem Lockdown etwas anderes verspürt. Was die Märkte antizipieren, sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und deren Anwendung. Dies kann man auch aus einem Interview schlussfolgern, welches eine Reporterin der Welt am Sonntag aktuell mit dem Chef von Moderna, Stéphane Bancel, geführt hat.

BioNTech & Co: Die große Wende bis zum Sommer 2021

Bei aller Skepsis über die Geschwindigkeit und Validität der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nicht zu übersehen: Die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes gegen Covid-19 überschlagen sich, Unternehmen für Unternehmen berichtet von den Ergebnissen aus der klinischen Studie-3 und der baldigen Beantragung für eine Zulassung des eigenen Vakzins. Es ist daher sicher interessant, was der langjährige Chef eines der Unternehmen an vorderster Front dazu zu sagen hat, auch unter Berücksichtigung der subjektiven Darstellung des eigenen Unternehmens. Hier die Kernaussagen des CEOs von Moderna:

Der Chef von Moderna fühlt sich von der Erstmeldung von BioNTech und Pfizer nicht überfahren. Man bräuchte mindestens vier oder fünf Unternehmen, um die Welt mit 7,6 Milliarden Menschen impfen zu können.

Bemerkung: Fraglich, ob es zur Impfung von so vielen Menschen durch westliche Impfstofffirmen kommt. China impft sich selbst (1 Mio. Chinesen wurden schon geimpft), ebenso Russland. In Indien sind 750 Millionen Menschen unter 25 Jahre alt, ein ähnliches Verhältnis dürfte auch für den Milliardenkontinent Afrika gelten. Und wie viele Menschen werden sich einer Impfung verweigern?

Zur Frage, warum BioNTech/Pfizer schneller waren: Pfizer sei100-mal größer als Moderna, man habe vorher noch nie eine Studie mit 30.000 Menschen durchgeführt. Zudem wurde das Vakzin gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt und mit staatlichen Stellen dauere es etwas länger, sich untereinander abzustimmen.

Der US-Staat hat Moderna mit einer Milliarde Dollar unterstützt, aber man brauche das Geld, um im kommenden Jahr eine Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Für die Beschaffung von Grundmaterialien.
Zum Impfstoffpreis: Man werde zwischen 25 und 37 Dollar aufrufen, je nachdem, wie viel die Regierungen bei Moderna bestellen. Damit liege man im Bereich wie bei einer Grippeimpfung, die zwischen 10 und 50 Dollar kostet. Das sei ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt. Die teuerste Impfung der Welt sei derzeit Pfizers Impfstoff Prevnar gegen Pneumokokken mit 300 Dollar je Dosis.
Zur Dauer der Impfung: Das hänge davon ab, wie viele Impfstoffe das Rennen machen. Wenn es beim Impfstoff von BioNTech und Moderna bliebe, würde es bis zum nächsten Sommer dauern, bis allein die Menschen in Europa und den USA geimpft sind. Für den Rest der Welt würde es vermutlich bis Ende 2022 dauern.
Bemerkung: Reichlich optimistisch, so viele Menschen (mehr als eine halbe Milliarde, auch wenn sich viele verweigern) innerhalb von sechs Monaten zu impfen.

Zur Hektik bei der Notzulassung: Bancel betrachtet jede Morgen die Zahlen der John-Hopkins-Universität. Es gebe täglich weltweit 11.000 Coronaopfer und dies dürfte sich im nächsten Monat noch steigern. Die Impfung habe bereits bewiesen, dass sie wirke und sicher sei. mRNA werde innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung im Körper abgebaut, das Lipid als Trägerstoff ebenfalls. Danach sei man geschützt vor Covid und den teilweise schlimmen Langzeitfolgen. Deshalb sei seine Entscheidung klar.

Beim Vergleich mit Biontech-Chef Ugur Sahin: Bancel bezeichnet sich selbst als nicht besonders guten Verkäufer. Was er aber könne sei komplizierte Wissenschaft einfach zu erklären. Zum Beispiel warum mRNA die größte medizinische Revolution seit der Erfindung von kleinen Molekülen wie Aspirin sei.
Zum Stand der Genforschung: Man lebe im Zeitalter der Sequenzierung. Es würde nur fünf Dollar und ein paar Stunden Zeit kosten, bis man das Genom eines Virus entschlüsselt habe, dank mRNA habe man jetzt die Möglichkeit, sehr schnell wirksame Medikamente zu machen. Dies katapultiere die analoge Medizin in das Zeitalter der Digitalisierung. Dieser Erfolg sei aber nicht über Nacht gekommen, wie viele Leute denken. BioNTech und Moderna arbeiten daran seit zehn Jahren.
Bei der ultimativen Frage nach dem eigenen Impfzeitpunkt sagt Bancel: Er könne es gar nicht abwarten, hätte das gern schon vor Monaten getan, denn er wolle sein altes Leben zurück.

Fazit

Egal, wie man die Aussagen eines Unternehmensvorstands zum eigenen Produkt bewertet. Es ist schon erstaunlich, wie konkret die Informationen zu dem Jahrhundertprojekt Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 bereits gediehen sind. Sollte es tatsächlich keine gravierenden Nebenwirkungen des Impfstoffes geben, so könnte man tatsächlich von einer Normalisierung der Verhältnisse im Hinblick auf die Pandemie bereits im Jahre 2021 rechnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts der Menschheit. Noch ist Vieles im Konjunktiv.

Erfüllen die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna die hohen Erwartungen?

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Warum für Deutschland im Winter eine technische Rezession ansteht

Claudio Kummerfeld

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am

Leere Restaurants im zweiten Lockdown befeuern die Rezession

Die Industrie liefert wieder, und China als Abnehmer deutscher Waren hilft kräftig mit bei der Erholung der Konjunktur. Aber es ist klar. Die Dienstleistungen vermasseln derzeit der deutschen Wirtschaft die tiefgreifende Erholung. Die Rezession steht bevor oder startet wohl gerade wieder, und das Bruttoinlandsprodukt könnte schrumpfen. Und das nicht nur, weil die Dienstleistungen wie Gastronomie wegen dem aktuellen „kleinen“ Corona-Lockdown zu großen Teilen gar nicht stattfinden. Nein, da ist noch ein Faktor, der auf den ersten Blick übersehen werden kann.

Bevorstehende Rezession befeuert durch höhere Mehrwertsteuer

Eine aktuell womöglich schon gestartete technische Rezession für diesen Winter dürfte ab Anfang Januar verschärft werden. Denn ab 1. Januar wird die seit Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung wieder rückgängig gemacht. Dann dürften die Verbraucherpreise wieder steigen. Wer schon lange Zeit vor hatte einen neuen Fernseher, Küche, Auto oder sonstige hochpreisige Einrichtungsgegenstände anzuschaffen, hat dies wohl schon in den letzten Monaten getan, und dabei nette Mehrwertsteuerbeträge gespart. Umso kräftige dürfte der Konsumrückgang ab Januar ausfallen. Oder darf man mutmaßen, dass die Politik in Berlin dem noch schnell entgegenwirkt, und die Mehrwertsteuer bis zum Sommer 2021 auf reduziertem Niveau belässt? Die Kurzarbeiter-Regelung hat man ja schließlich auch gerade erst bis Ende 2021 verlängert.

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, bringt es in einer aktuellen Kurzanalyse auf den Punkt. Warum er sich gerade jetzt äußert? Heute um 10 Uhr wurde mit dem ifo-Index das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer veröffentlicht (hier die Details). Er fiel von 92,5 auf 90,7 Punkte. Die Zahlen waren zwar leicht besser als gedacht, aber eben doch schlechter als im Vormonat. Wie der Chart (geht bis 2016 zurück) zeigt, geht es aktuell wieder leicht bergab mit dem Geschäftsklima in Deutschland.


source: tradingeconomics.com

Experte spricht von bevorstehender technischen Rezession

Deutschland droht eine technische Rezession, das Winterhalbjahr wird hart. Das kann durch die robuste Entwicklung in der Industrie kaum verhindert werden. Erst die wärmeren Temperaturen im Frühling und die Impfungen werden die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen, so Jörg Krämer. Ein Monat Lockdown koste fast ein Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt. Krämer erwartet eine technische Rezession im Winterhalbjahr, auch wenn sich das verarbeitende Gewerbe super halte. Im folgenden Chart der Commerzbank sehen wir, wie die Industrie in gelb weiter ansteigt, während die Dienstleistungen wieder abschmieren.

Chart zeigt Tendenz der Rezession dank schwachen Dienstleistungen

Laut Jörg Krämer ist ein Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen noch nicht erkennbar. Die Bundesländer dürften den Lockdown nach seiner Meinung bis mindestens Weihnachten verlängern und die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Sehe man von möglichen Lockerungen rund um Weihnachten ab, dürfte der Lockdown mindestens bis Ende Dezember gelten. Weil die kalte Jahreszeit die Infektionen begünstigt, erwarte man, dass Restaurants, Kneipen, Hotels, Fitness-Center etc auch während des ersten Quartals überwiegend geschlossen bleiben.

Basierend auf dem Anteil der betroffenen Branchen an der gesamten Wertschöpfung drücke ein Monat Lockdown das quartalsweise Bruttoinlandsprodukt wie gesagt um fast 1 Prozent. Entsprechend dürfte laut Jörg Krämer das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2 Prozent schwächer ausfallen als ohne Lockdown – es werde vermutlich schrumpfen. Das dürfte die robuste Entwicklung in der Industrie nicht verhindern. Auch im ersten Quartal, das ohnehin durch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar belastet wird, sei kaum mit einem Plus zu rechnen. Deutschland drohe eine technische Rezession. Die Wirtschaft gehe durch ein hartes Winterhalbjahr, bevor die wärmeren Temperaturen und die Impfungen die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen.

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