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Erpressung? Neuer ARD-Chef (ehemaliger Merkel-Regierungssprecher) will höheren Rundfunkbeitrag, und droht mit weniger Inhalt – wir haben da konkrete Kürzungsvorschläge!

Es geht wie immer ums liebe Geld, nämlich den Rundfunkbeitrag. Wussten Sie eigentlich, wo Herr Wilhelm vor seiner Tätigkeit für den BR tätig war? Für die Regierung Merkel, kein Witz. Von 2005 bis 2010 war er Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung sowie Regierungssprecher im Rang eines beamteten Staatssekretärs. Vorher war er jahrelang für die bayerische…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Haben Sie es auch gehört? Der seit acht Tagen amtierende ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm vom Bayerischen Rundfunk (BR) hat gleich so richtig einen rausgehauen. Es geht wie immer ums liebe Geld, nämlich den Rundfunkbeitrag. Wussten Sie eigentlich, wo Herr Wilhelm vor seiner Tätigkeit für den BR tätig war? Für die Regierung Merkel, kein Witz. Von 2005 bis 2010 war er Chef des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung sowie Regierungssprecher im Rang eines beamteten Staatssekretärs. Vorher war er jahrelang für die bayerische Landesregierung tätig (mehr Details hier in seinem Lebenslauf). So viel zum Thema „objektive Denkweise“ oder „Neutralität“ oder „die ARD ist kein Staatsfernsehen“. Gut, wir wollen hier keine Verschwörungstheorien aufwärmen – zu dem Thema soll sich einfach jeder seinen Teil denken!

Drohung

Zurück zum Thema. Der gute Herr Wilhelm macht da weiter, wo der gute Herr Marmor vom NDR als ARD-Chef auch schon war. Wenn wir (die ARD) nicht endlich massiv mehr Geld bekommen, müssen wir eben das Programm kürzen. Man spare ja schon wo man nur könne, so damals Marmor. Aber es ging einfach nicht mehr. Mit 8 Milliarden Euro zwangsweise erhobener Gebühren (+ Werbeeinnahmen) können die Öffentlich Rechtlichen offenbar kein TV-Programm auf die Beine stellen…

Für die Zeit ab 2021 (neue Budgetperiode) muss laut Ulrich Wilhelm der Rundfunkbeitrag (17,50 Euro pro Monat) steigen, und zwar um die jeweilige Inflationsrate, so sagte er es dem „Handelsblatt“. Das wäre aktuell eine Steigerung von gut 1,8%, und das jedes Jahr aufs Neue. Wo die Inflationsrate 2021 steht, weiß heute noch niemand. Vielleicht 2% oder 3%? Laut Wilhelm werbe er somit um einen Ausgleich der allgemeinen Teuerung. Interessant oder auch verwunderlich: Wilhelm sagte ebenfalls, dass der Öffentliche Rundfunk heute der einzige Teil der Öffentlichen Daseinsvorsorge sei, bei dem die Inflation seit Jahren nicht ausgeglichen wurde. Er hält ARD & ZDF also für genau so lebensnotwendig („Öffentliche Daseinsvorsorge“) wie die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und frischer Luft, oder wie?


Ulrich Wilhelm. Foto: Foto: Stefan Brending, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de

Ach ja, zu einer Forderung gehört natürlich auch immer eine Drohung beziehungsweise negative Konsequenz, wenn diese nicht erfüllt wird. Ohne Erhöhung des Rundfunkbeitrags ab 2021 komme man um gewaltige Kürzungen im Programm nicht herum. Das wäre ja schrecklich, so möchten wir es meinen. Was soll nur aus uns allen werden? Wir haben da gleich mal geschaut, was bei Wilhelm´s Stammsender BR so im Programm los ist. Offensichtlich stolz wie Oskar verkündete der BR jüngst in einer eigenen Pressemeldung, dass seit dem 3. Januar die neue achtteilige Comedy-Serie „Das Institut – Oase des Scheiterns“ ausgestrahlt wird. Wer spielt mit in dieser Serie? Die Effizienzmanager und Controller der ARD etwa? Das fiel uns gerade nur ein bei dem Titel der Serie. Aber „Scherz bei Seite“. Kann die Nation auf Serien wie diese zukünftig verzichten, und auch ohne weiterleben? Wir schätzen mal „JA“.

Dann gäbe es da noch die ebenfalls relativ frische Ankündigung des BR, dass übermorgen die Komödie „Herrgott für Anfänger“ ausgestrahlt wird. Dabei geht es laut BR um einen „Wiener Taxifahrer namens Musa, Lebemann mit türkischem Background, der in ein scheinbar unlösbares Dilemma gerät“… ob so was von Zwangsgebühren bezahlt werden muss? Ach ja, da wäre beispielsweise auch noch die Produktion eines Gesellschaftssatire-Films über Rudolph Moshammer (Teil der Münchner Schickeria), welcher im Herbst 2018 ausgestrahlt werden soll. Gut und schön, aber muss so was aus Zwnagsgebühren finanziert werden? Reicht es nicht, wenn RTL oder Sat 1 so was in Auftrag geben bei einer privaten Produktionsfirma?

Wir ersparen uns an dieser Stelle weitere Auflistungen von dringend notwendigen Produktionen des Bayerischen Rundfunks, damit man die Bundesbürger vor der Verblödung rettet, und damit sie auch politisch gut genug informiert sind. Spott und Häme mal bei Seite! Wir sind sicher, dass die vorher genannten Produktionen des BR essenziell wichtig und unverzichtbar für die politische Allgemeinbildung der zwangsweise zahlenden Bundesbürger sind. Herr Wilhelm, sie haben Recht. Da kann man nichts mehr kürzen – der Rundfunkbeitrag muss steigen!

19 Kommentare

19 Comments

  1. Avatar

    Jana

    8. Januar 2018 16:16 at 16:16

    dieser gesamte Prapagandaapperat sollte abgeschafft werden….soll sich jeder selber seine Informationsquellen aussuchen und selbst bestimmen ob er dafür bezahlen will oder nicht……….zum Glück verweigern schon fast 5 Millionen Deutsche dieses hinterhältige System..

  2. Avatar

    Gerd

    8. Januar 2018 16:27 at 16:27

    Ich wollte mich heute wegen schwerer anderweitiger Beschäftigung mal in Schreibabstinenz üben. Aber für diesen Bericht mache die ultimative Ausnahme. Liebe FMW-Redaktion:

    D A N K E !

  3. Avatar

    klonk86

    8. Januar 2018 16:38 at 16:38

    Was ? Nur noch 8 Stunden Elton und Hoecker am Tag ? Na dann zahle ich auch nicht mehr.

  4. Avatar

    herbert

    8. Januar 2018 17:18 at 17:18

    Groß-Demonstration – wenn doch alle mal einen Tag sich vom Rechner entfernen und sich vor das Rathaus stellen würden …

    • Avatar

      baeuerin

      8. Januar 2018 17:31 at 17:31

      Wie will man denn einen Nerd von der Kiste,ins Rathaus bringen?
      Da bricht vorher noch der WK3 aus!

  5. Avatar

    asyoulike

    8. Januar 2018 17:22 at 17:22

    Moin, moin,
    und da wundern sich die „oben“, wieso die „unten“ Alternativen ankreuzen. Wie soll sich sonst der Kleine Mann artikulieren? Freier Wettbewerb auch für Rundfunk und Fernsehen. Aber Moment, dass geht nicht, dann wären die Abstellposten für verdiente Politiker und deren Umfeld nicht mehr gegeben. Solange das Wahlvolk nicht auf sich aufmerksam macht, solange wird nichts passieren. Warum auch sollten die „oben“ etwas ändern? Wenn sich der Patient (GEZ-Zahler) nicht wehrt, solange wird er weiter geplündert.

  6. Avatar

    oscar

    8. Januar 2018 18:20 at 18:20

    klasse beitrag…nur noch zum kotzen…die lemminge bezahlen für ihr hirnwäsche und vollverblödung auch noch das geld. das gab es nicht mal in diesen abratrigen größenordnungen bei der staasi ! naja wo fr. bunzelkanzelerin erika her kommt, wissen wir doch alle…einfach mal bei herrm schrang unter, macht -steuert-wissen, nachlesen. da weiß man wo die erpresste kohle hingeht. ja doch klar, alles nazis, rechte und verschwörer. nix gut-, nein böse- menschen, bla bla blaaa. alimentierung von einer völlig überdimensionierten, verlogenen berufsgruppe. ich weiß nicht, ob das geschwätz und hassgeschwafel dieser journalie auf dem freien markt eine chance finden würde, käufer zu finden !!! was sind die schlaaaand lemminge für ein volk geworden? im ausland schüttelt man die köpfe. mitleidig und verächtlich. leider ist es die wahrheit.
    apropos nazis…ähm goebbels hat das auch schon gewußt…man nannte es „goebbelsschnautze“. aber naja, waren ja alles nazis…..oh man….

    • Avatar

      baeuerin

      8. Januar 2018 18:34 at 18:34

      Ist schon erstaunlich,dass sich in den letzten 12 Jahren, noch kein Stauffenberg gefunden hat…
      Ich frag mich u.a.,wie man vom Arschloch(Politiker) ,sich zum Arschkriecher hineinarbeiten kann!

  7. Avatar

    D. Wohlfahrt

    8. Januar 2018 20:42 at 20:42

    Vier Leute aus unserem Bekanntenkreis arbeiten beim
    „Flimmerkisten-Medienkartell“ .
    Die leiden alle selber wie die Hunde unter
    „Sendebefehl und Gehorsam“ !!
    Schlimmer als beim Militär !!
    Man darf da nicht alle über einen Kamm scheren !
    Der Fisch stinkt auch hier vom Wasserkopf her….

  8. Avatar

    Michael

    8. Januar 2018 21:26 at 21:26

    Erstaunlich, all diese emotional geladenen, bis zur Hasstirade und Nazidebatte neigenden Kommentare. Erstaunlich deshalb, weil es um eine Größenordnung von 17 bis 20 EUR im Monat geht.
    Bitte nicht falsch verstehen, auch ich bin kein Fan dieser Zwangsabgabe, weil ich kaum einen dieser Sender schaue oder höre. Ich zahle lieber freiwillig das Doppelte für Sky und schaue mir an, wann und was ich will. Aber ich schaue zugegebenermaßen doch ab und an mal ein paar Stunden Wintersport, Biathlon, Vierschanzentournee, Olympische Spiele, Weltmeisterschaften usw., wie es jeder Michel sicher gerne mal macht.
    Viel schlimmer finde ich die anderen Zwangsabgaben an Handwerkskammern, IHK, Berufsgenossenschaften etc., zu denen man per Gesetz gehört, obwohl man faktisch mit denen nicht das Geringste zu tun hat. Die Beträge hier sind wesentlich höher als beim Rundfunk, und keiner regt sich auf.
    Oder das sog. Bürgerentlastungsgesetz, die größte Verarsche und Abzocke für den zahlenmäßig größten Teil der Steuerzahler, während der gut verdienende Teil profitiert. Hier geht es schon um viel, viel mehr, als beim Rundfunk, und wieder regt sich keiner auf!
    Zu solchen Themen würde ich mir derartige Kommentare wünschen, jedoch scheinen die rechtsverrückten Argumentationen und Debatten auf Rundfunkgebühren und Asylbewerber beschränkt zu sein, was ja auch im Prinzip das Wahlprogramm der volksverhetzenden Alternative war.

    • Avatar

      Wolfgang M.

      9. Januar 2018 06:47 at 06:47

      Quo vadis FMW? Wie schon festgestellt, nehmen die Frustrations- und Wutkommentare in den letzten Wochen zu, ebenso wie die Anzahl der empfohlenen Berichte aus Angst/Verschwörungsforen. Diskussionen über Strategien aus der Finanzwelt nehmen ab. Das „Rurale“ hat es mit seinen Kommentaren im 15-Minutentakt geschafft, Gleichgesinnte anzulocken, mit der immergleichen Botschaft. Schade

      • Avatar

        baeuerin

        9. Januar 2018 07:48 at 07:48

        Dann diskutiere doch mal…und nicht um den Brei herum blubbern!

      • Avatar

        Bademeister

        9. Januar 2018 08:26 at 08:26

        Stimmt genauso! Schau nur mehr sporadisch rein und finde das „Rurale“ und den dadurch entstandenen Dunstkreis zum Kotzen. Unglaublich, wie ein bzw. ein paar wenige Trolle innerhalb kurzer Zeit die Kommunikationskultur auf dieser Seite vergiftet und zerstört haben. Sehr sehr schade!

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          9. Januar 2018 08:41 at 08:41

          @Bademeister und die anderen „Vernünftigen“: dann sorgt doch dafür, dass das Substantielle wieder stärker zum Zuge kommt! Ich als Moderator wiederum sorge dafür, dass der „Trash“ oder das „Rurale“ deutlich eingerenzt wird (ein bißchen „Trash“ darf aber gelegentlich auch sein, aber eben in Maßen)!
          Wir von FMW können durch die Artikel nur Denkanstöße geben – und ich denke, dass wir das genauso tun wie früher auch!

          • Avatar

            baeuerin

            9. Januar 2018 09:12 at 09:12

            „Vernuenftigen“….der war gut..
            Das wird sich noch herausstellen,wer auf der vernuenftigen Seite steht!
            Wie man bereits an eurer 12 jaehrigen Regierung sehen kann!!

  9. Avatar

    Wilfried Trautmann

    8. Januar 2018 22:58 at 22:58

    Für das unverzichtbare betreute Denken sind die 17,50 Euros pro Monat ein tolles Schnäppchen. Da braucht man doch die eigene Rübe gar nicht mehr.

  10. Avatar

    Chris

    9. Januar 2018 01:28 at 01:28

    Seit 30 Jahren kein Fernsehen, auch nicht bei Freunden. Im Urlaub wird das ausländische getestet, lohnt sich aber auch nicht.

    Wer Kinder oder Enkelkinder hat sollte darauf verzichten, das steigert ihren IQ um mindestens 10 Punkte, siehe Gehirnforschung. Allein der Verzicht der Werbespots entspricht dem Erwerb einer neuen Fremdsprache auf hohem Niveau.

    Übrigens sinkt der IQ der Menschheit wieder, in den USA erreichte er in den 50er Jahren seinen Höhepunkt, Stichwort „weiße“ Hausfrauenehe wird dadurch erst möglich und steigert wiederum die Fähigkeiten des Nachwuchses. Dann verändert sich die Bevölkerungs- und Familienzusammensetzung. Bei der zahlenmäßig kleineren Anzahl der „gelben“ Hausfrauenehe oder Gelb-Weißen-Mischehe mit mehrheitlich weißen, möglichst jüdischen Mann, als Präferenz, zeigt sich dies noch einmal. Es wurden dann Quoten eingeführt, damit die Kinder der asiatischen Zuwanderer und die Söhne der Weißen, den anderen nicht sämtliche Studienplätze wegnehmen. Ist übrigens noch heute so, nun auch in Firmen wie Google, …
    Die Farben habe ich bewusst gewählt, da man sich in den USA einer Farbe zuordnen muss.
    Der IQ wird zu 50 bis 80 % vererbt, aber zu 20 bis 50 % beeinflusst das Verhalten der Bezugspersonen und Umwelt die Höhe.

  11. Avatar

    Zombienation

    9. Januar 2018 02:04 at 02:04

    Entweder wir bekommen mehr Geld, oder ihr noch penetrantere und dümmere Propaganda. – War das so gemeint?

  12. Avatar

    Gerd

    9. Januar 2018 10:03 at 10:03

    Wer Wind sät, wird Sturm ernten.

    FMW veröffentlicht seine Artikel mitunter auf ziemlich provokante Art und Weise. Und auch der Inhalt ist mitunter nicht ohne.
    Nicht nur diese hier – „Erpressung/Drohung, Anspielung auf Regierungshörigkeit. Das passiert in sehr vielen. Und teilweise noch krasser. Und es handelt sich zudem wirklich nicht nur ausschließlich um Themen, welche das Wirtschaftsgeschehen unmittelbar und direkt angehen.
    Es sind oftmals Berichte, die das Soziale und Politische ansprechen.
    Und folgerichtig ruft das natürlich auch demgemäße Kommentare der Leser hervor. Bei jenen zumindest, bei denen es sich nicht um vergeistigte, nur den Rosenkranz betende katholische Gebetsschwestern handelt.

    Und wenn solche Leser den Sturm nicht vertragen können, den FMW mit seinen Berichten initiiert, dann sei ihnen tatsächlich ein katholisches Bibelforum empfohlen. Und vielleicht sind sie dann auch höchst elitär unter Ihresgleichen, wo nicht nur das Wort „rural“ dreimal binnen kurzer Zeit verwendet wird, sondern auch noch viele andere Fremdwörter, welche der Durchschnittsbürger (ich) noch nie im Leben gehört hatte.

    Und die Foristen, die glauben, solche Themen könnten auf längere Sicht nicht auch Einfluss auf das Wirtschaftgeschehen ausüben, liegen sowieso falsch.
    Wolfgang und Bademeister ihr lasst das bei der Beurteilung der Finanzmarktentwicklungen anscheinend auch außen vor.

    Nebenbei: Wie Herr Fugmann mit anderen Worten darlegte, erst schreiben der eine oder andere nur alle paar Wochen mal einen Beitrag – in der Zeit schreiben andere, und dann geben sie vor, nicht mehr zu schreiben (und lesen) zu mögen, weil eben die anderen schreiben. Was war eher? Huhn oder Ei?

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Coronakrise vorbei? So stark verlieren die „kleinen“ Leute in den USA

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Verrammelte Einzelhandelsgeschäfte

Ist die Coronakrise überstanden? Die ersten Corona-Impfungen könnten schon in den nächsten Tagen erfolgen. Und außerdem, der Dow Jones steht bei 30.000 Punkten, während er vor Ausbruch der Coronakrise noch bei 29.300 Punkten im Januar lag. Auch der S&P 500 Index und vor allem der Nasdaq notieren deutlich höher als im Januar. Klarer kann die Börse doch nicht signalisieren, dass die Krise überwunden ist. Richtig? Nun ja. Schauen wir uns mal folgende Charts an. Sie sind Teil einer Datenbank, welche unter anderem von der Harvard University betrieben wird.

Geringverdiener in den USA verlieren in der Coronakrise brutal, Besserverdiener legen sogar zu

Anhand unzähliger Daten werden möglichst aktuell ökonomische Verläufe in den USA angezeigt, aus denen man den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung aus der Coronakrise in diesem Jahr erkennen kann. Da wäre zum einen folgende Grafik interessant, wenn es um die Beschäftigung geht. Sie zeigt die Beschäftigungsquoten in den USA von Januar bis Ende September. Für die Besserverdiener mit mehr als 60.000 Dollar Jahresgehalt ist die Beschäftigungsquote seitdem sogar um 0,2 Prozent gestiegen. Man darf vermuten: Jede Menge neue Jobs für Webseitenprogrammierer, Cloud-Experten uvm. Alles was eben in der Coronakrise vermehrt gefragt ist. Die Beschäftigung in der Mittelschicht (27.000-60.000 Dollar) hat um 4,7 Prozent abgenommen.

Und jetzt kommt´s. Die Geringverdiener mit weniger als 27.000 Dollar Jahresgehalt hat eine um 19,2 Prozent sinkende Beschäftigungsquote in den USA. Es ist klar. Gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gab es für eine große Masse gering- oder gar nicht qualifizierter Menschen (bisher) massenweise Jobs in der Gastronomie oder im Entertainment-Bereich (Restaurants, Bars, Freizeitparks etc). Und gerade diese Bereiche leiden under Lockdowns in der Coronakrise (siehe jüngst Walt Disney mit zehntausenden Entlassungen in Freizeitparks). Die kleinen Leute verlieren in der Coronakrise massiv, die gut Qualifizierten sind unterm Strich die Gewinner. Die drei Linien zeigen die Verläufe der jeweiligen Beschäftigungsquoten seit Januar.

Chart zeigt Beschäftigungsquoten in den USA

Fast 30 Prozent der kleinen Geschäfte seit Januar geschlossen

Die folgende Grafik zeigt zum aktuellsten Stichtag 16. November mit Verlauf über das Jahr hinweg, wie viele kleine Unternehmen im Vergleich zu Januar noch geöffnet sind. Landesweit sind es in den USA derzeit 28,9 Prozent weniger, und die Tendenz ist negativ. Im derzeit zweiten Lockdown gibt es dank der Streitigkeiten zwischen Republikanern und Demokraten in den letzten Monaten keine neuen Hilfspakete. Kann Joe Biden ab dem 20. Januar als neuer US-Präsident einiges bewegen mit neuen Billionen-Hilfsprogrammen? Kann die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen als neue Finanzministerin womöglich bei den Republikanern im US-Kongress etwas herausschlagen für neue Hilfsprogramme? Die sogenannte Unterschicht und kleine Geschäftsinhaber drohen völlig abzustürzen und auch nach der Coronakrise zu den großen Verlierern zu gehören. Langfristig dürfte die Massenarmut in den USA wohl massiv zunehmen.

Chart zeigt Verlauf der geöffneten kleinen Geschäfte in den USA

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Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

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