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EU überweist 18 Millionen Euro in den Iran – was soll das, wer braucht das, wer hat das bestellt?

Redaktion

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Der Iran hat 80 Millionen Einwohner. Nimmt man ein paar Koffer mit 18 Millionen Euro und fliegt nach Teheran, könnte man jedem iranischen Bürger 4,44 Euro in die Hand drücken. Was würde das bringen? Jeder Einwohner dieses Landes könnte davon vielleicht eine Mahlzeit zu sich nehmen, oder ein paar Lebensmittel kaufen – einmal. Warum also, lieber Jean-Claude Juncker, hat die EU-Kommission heute verkündet ganze 18 Millionen Euro in den Iran zu überweisen?

Offiziell geht es laut heutiger Veröffentlichung aus Brüssel um Hilfe „für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in der Islamischen Republik Iran“. Es gehe auch um die „Unterstützung der iranischen Bevölkerung und deren friedlicher und tragfähiger Entwicklung“. Insgesamt geht es um eine Fördersumme von 50 Millionen Euro, mit der man den Iran „bei der Bewältigung der wichtigsten wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen“ unterstützen will.

Der Hintergrund ist klar. Die USA haben das Atomabkommen gekündigt, die europäischen Konzerne tun was Trump ihnen sagt, und kündigen reihenweise sämtliche Kooperationen mit dem Iran. Die EU-Kommission hatte Teheran versprochen, dass Europa am Atomabkommen und am freien Handel mit dem Iran festhalte. Sollen 18 beziehungsweise 50 Millionen Euro so eine Art Trostpflaster sein, weil außer warmen Worten nichts von dem Versprechen übrig bleibt?

Wer glaubt ernsthaft, dass man mit 50 Millionen Euro ein 80 Millionen Einwohner-Land wie den Iran nach der Blockade durch die USA stützen kann um die Verluste aufzufangen? Es gleicht einer Realsatire. Und es ist noch nicht alles. Mit diesem Mini-Betrag will man im Iran sogar noch Drogensüchtigen helfen und was für die Umwelt tun. Ja, das ist wirklich Realität, das hat Brüssel heute wirklich verkündet. Es ist kein Witz. Mit diesen Summen will man also im Iran etwas bewirken, die Auswirkungen der US-Sanktionen auffangen? Wir meinen: Entweder richtig mit Milliardensummen helfen, oder einfach gar kein Geld überweisen! Zitat EU-Kommission:

Die Europäische Kommission hat heute (Donnerstag) finanzielle Unterstützung in Höhe von 18 Mio. Euro für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in der Islamischen Republik Iran beschlossen. Das Geld kommt Projekten zur Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie der iranischen Bevölkerung zugute. „Seit der Erneuerung der Beziehungen zwischen der EU und Iran infolge des iranischen Nuklearabkommens wurde die Zusammenarbeit in vielen Bereichen ausgebaut“, sagte die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik Federica Mogherini. „Wir sind entschlossen, diese Zusammenarbeit fortzusetzen. Mit dem neuen Paket werden die wirtschaftlichen und sektorbezogenen Beziehungen in Bereichen, die für die iranische Bevölkerung von direktem Nutzen sind, erweitert.“

Der EU-Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung Neven Mimica ergänzte: „Mit diesen Maßnahmen stellt die EU ihre Unterstützung der iranischen Bevölkerung und deren friedlicher und tragfähiger Entwicklung unter Beweis. Damit fördert sie eine stärkere Beteiligung aller Akteure in Iran, insbesondere des Privatsektors.“

Von den 18 Mio. Euro sind 8 Mio. Euro zur Stärkung des Privatsektors vorgesehen. Die Finanzhilfen gehören zu einem umfassenderen Paket für Iran, mit dem das Land bei der Bewältigung der wichtigsten wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen mit insgesamt 50 Mio. Euro unterstützt werden soll. Sie sind Teil der erneuerten Zusammenarbeit, die die Europäische Union und Iran nach Abschluss des Gemeinsamen umfassenden Aktionsplans (JCPOA) aufgenommen haben, und ihres entsprechenden Engagements.

Zur Unterstützung von iranischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit hohem Potenzial zählt die Entwicklung ausgewählter Wertschöpfungsketten sowie technische Hilfe für die iranische Handelsförderungsorganisation TPO.

Als Teil dieses mit 18 Mio. Euro ausgestatteten Pakets wird die Kommission auch technische Unterstützung für umweltbezogene Maßnahmen im Wert von 8 Mio. Euro leisten und mit 2 Mio. Euro die Verringerung von drogenbedingten Gesundheitsschäden unterstützen.

Die Projekte werden vom Internationalen Handelszentrum, Einrichtungen von EU-Mitgliedstaaten und anderen Organisationen in enger Zusammenarbeit mit iranischen Partnern durchgeführt.

EU Iran
Der für „Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung“ zuständige EU-Kommissar Neven Mimica. Foto: © European Union, 2014 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Etienne Ansotte

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    leokatz1

    23. August 2018 18:11 at 18:11

    OMG, hier war ein Mathegenie am rechnen. Wenn ich 18 millionen Euro habe und auf 80 millionen Personen verteile, dann erhält jede Person 4,44 Euro? Will ich jeder Person 4 Euro geben benötige ich 240 millionen Euro. 18 millionen sind pro Kopf etwas mehr als 20 Cent, so über den Daumen.

  2. Avatar

    isntit

    23. August 2018 18:35 at 18:35

    Mathe-Genies unter sich … 4 x 80 = 240 ???
    Wie konnten Sie nur die Spamschutz-Aufgabe lösen? 8-]

  3. Avatar

    Sabine

    23. August 2018 19:00 at 19:00

    Egal, 0,225€, um genau zu sein. Die Argumentation stimmt aber.
    Mich ärgert, warum man überhaupt Geld herumschleudert? Warum werden wir nicht informiert, worum es genau geht? Wenn Dürre, Ernteausfall, Flutkatastrophe … Alles ok. Aber einfach mal so, wir sagen auch nicht, wo die Gelder versickern? Das ist unverschämt und asozial. Aber so kennen wir die EU. Different days same sh…
    https://www.welt.de/politik/ausland/article176010332/1-279-Billionen-Euro-Die-EU-schrumpft-aber-der-Haushalt-waechst.html
    „Nettozahler Deutschland hat seiner Finanzplanung jährliche Brüssel-Verpflichtungen von zehn Milliarden Euro zugrunde gelegt. Jetzt sollen es plötzlich elf bis zwölf Milliarden sein. Ihm fehle die Fantasie, wie die zusätzlichen Ausgaben gerechtfertigt werden sollten, sagte Scholz.“
    Im Inland ist es aber auch nicht anders. Überall das Gleiche:
    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bundesagentur-fuer-arbeit-hartz-iv-foerdergelder-versickern-in-buerokratie-1.3967281

  4. Avatar

    mhhhhh

    24. August 2018 00:17 at 00:17

    Die EU hat ein riesen Interesse daran, dass der Iran sein Öl in Euro verkauft. Die USA haben riesen Angst davor, dass es nicht mehr der Dollar sein könnte.

    Stichwort Petri-Dollar. China überholt die USA in Lichtgeschwindigkeit. Der Iran und Russland lösen sich bereits von der Finanzdiktatur der USA. Nur hier in Deutschland wird man durch Massenmedien für dumm verkauft, ala „wir haben Giftgas gefunden, nun werdet ihr sanktioniert.“ Oder: „Alle nehmen uns aus wie eine Weihnachtsgans, jetzt gibts Handelskrieg.“

    Hier geht es um nichts geringeres als den Verfall der USA als Weltmacht. Nur in den Massenmedien wird man für dumm verkauft.

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Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

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„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

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Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

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Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

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Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

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Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

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