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Euro: Banken senken den Daumen

Wenn der Chef der Deutschen Bundesbank Weidmann anfängt Humor zu entwickeln, muss es schlimm stehen beim Euro oder der Wirtschaft in der Eurozone. So sagte Weidmann, von der Süddeutschen Zeitung auf den hohen Euro-Stand angesprochen: „Ist er zu hoch, bist du zu schwach“ (zitiert nach Spiegel Online).

Seit Mario Draghi auf der letzten Pressekonferenz nach der EZB-Ratssitzung die Bereitschaft der Notenbank signalisierte, konkrete Schritte zu unternehmen, geht es bergab mit der Gemeinschaftswährung. Und damit werden nun all diejenigen auf dem falschen Fuß erwischt, die noch vor kurzem weitere Anstiege des Euro prognostiziert hatten.

Das gilt praktisch für alle (amerikanischen) Banken. Und die senken nun massiv ihre Kursziele: Goldman Sachs von 1,38 (für September 2014) auf 1,30 in den nächsten zwölf Monaten, Bank of America erwartet den Euro bei 1,27. Am herbsten jedoch ist das Kursziel von Morgan Stanley von 1,37 auf 1,20 gesenkt worden (bis September 2015).

Auch an den Future-Märkten macht sich inzwischen der Stimmungsumschwung bemerkbar: der Überhang von Long-Kontrakten fiel von 32.551 auf 2175 (Stand 13.Mai 2014).

Auswirkungen aber hat die geänderte Erwartung an die Euro-Kursentwicklung vor allem für die Anleiherenditen der Europeripherie, die in den letzten Tagen massiv unter Druck kamen. Investment-Giganten wie Blackrock etwa haben ihre Bestände an portugiesischen Anleihen stark zurück gefahren, vor allem um zu erwartende Währungsverluste zu vermeiden.

Damit scheint dann die Jagd von ausländischen Investoren auf die Anleihen Italiens, Spaniens, Griechenlands und Portugals erst einmal zu Ende zu sein. Faktisch bedeutet das: die Risikoprämien werden wieder steigen, die Finanzierung über die Anleihemärkte wird für die Staaten der Euro-Peripherie wieder teurer.

Das ist zwar eine schlechte Nachricht für diese Länder – aber eine gute Nachricht für all diejenigen, die ihre Hoffnungen nicht aufgegeben haben, dass die Finanzmärkte auch anderes können als systematische Unvernunft zu produzieren. Schließlich waren die Risikoprämien für diese Staatsanleihen noch unter Niveaus vor der Finanzkrise gefallen..



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1 Kommentar

  1. Der Euro faellt nur wenn der Oelpreis sinkt, das aber passiert nicht!
    Folglich bleibt der Euro stabil, mit ein Paar kleinen Schwankungen!

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