Devisen

Euro weiter abwärts? Wichtige Daten stehen an

Euro-Geldscheine
Euro-Scheine. Foto: evgeniibashta-Freepik.com

Wird der Euro gegenüber dem US-Dollar weiter abwerten? Das hängt aktuell ab von der Entwicklung der Wirtschaftsleistung in der Eurozone, und vor allem von der Inflationsentwicklung. Daher können Daten aus dieser Woche wichtig werden. Hier ein Überblick über die Gemengelage in dieser Woche.

Euro zuletzt schwächer – Hoffnung auf bald sinkende Zinsen

Das Währungspaar Euro gegen US-Dollar (EURUSD) ist seit Ende Dezember von einem Kurs bei 1,11 auf aktuell 1,0823 gesunken (TradingView Chart zeigt Bewegung seit Anfang Dezember). Damit signalisieren die Devisenhändler die Erwartung an bald sinkende Zinsen in der Eurozone. EZB-Chefin Christine Lagarde sagte bei ihrer Pressekonferenz letzte Woche Donnerstag, es sei zu früh über Zinssenkungen zu sprechen. Aber die Geldmärkte wie auch die Devisenmärkte sprechen eine andere Sprache.

Die Märkte erwarten bereits im Frühjahr Zinssenkungen der EZB, Lagarde selbst aber denkt wohl er an Juni als Termin. Aber seit Donnerstag letzter Woche, als Christine Lagarde versuchte die Erwartungen an frühe Zinssenkungen auszubremsen, ist der Euro gegen den US-Dollar um 70 Pips gefallen – eine klare Ansage, dass die Märkte glauben, dass die EZB sich verkalkuliert, und doch früher die Zinsen senken wird. Aktuell liegt der Leitzins nach einer Phase kräftiger Zinsanhebungen seit September 2023 unverändert bei 4,5 %, der Einlagensatz bei 4,0 %.

Bruttoinlandsprodukt und Inflation

Heute um 11 Uhr wurde für die Eurozone das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das vierte Quartal 2023 bekanntgegeben. Es liegt bei 0,0 % Veränderung zum Vorquartal, bei -0,1 % Erwartung. Etwas mehr Wirtschaftsaktivität als erwartet würde eigentlich auch für ein wenig mehr Euro-Stärke sprechen. Aber diese aktuellen statistischen Veränderungen beim BIP sind doch recht minimal. Am Donnerstag wird Eurostat die Januar-Inflation für die Eurozone vermelden. Dieses Event kann für den Euro einiges an Bewegung bringen. Nach +2,9 % Jahresveränderung im Dezember liegen die Markterwartungen für Januar bei +2,8 %.

Aber Vorsicht ist angebracht: Am morgigen Mittwoch um 14 Uhr werden die deutschen Verbraucherpreise vermeldet. Und aufgrund zahlreicher staatlicher Abgabenerhöhungen in jüngster Zeit könnte es hier einen Sprung nach oben geben. Für den Euro könnte das bedeuten: Eine Inflation, die überraschend höher ausfällt, könnte die Möglichkeit früher Zinssenkungen ausbremsen, was wiederum den Euro zum Ansteigen bringen könnte.

US-Dollar-Eigenleben nicht außer Acht lassen

Natürlich wird der Euro-Wechselkurs nicht nur durch Ereignisse in Europa bestimmt. Noch etwas stärker könnten Vorkomnisse in den USA den US-Dollar beeinflussen, und damit natürlich auch den Wechselkurs von Euro gegen US-Dollar. Morgen Abend um 20 Uhr deutscher Zeit verkündet die Federal Reserve ihre Zinsentscheidung. Aller Voraussicht nach bleibt der Leitzins unverändert. Aber wie auch bei der EZB, so schauen die Märkte genau auf die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell. Äußerungen zu frühen oder späteren Zinssenkungen in den USA können EURUSD ab morgen Abend auch beeinflussen.



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1 Kommentar

  1. Moin, moin,

    … vielleicht hätte man auch sagen können, „Euro auf dem Weg der Ost-Mark“.

    Ohne starke Währung kein Kaffee, Bananen, Südfrüchte, Öl etc. Es wird spannend, wie lange es für den „Euro“ noch diese Produkte zu kaufen gibt. Irgendwann werden die Wirtschaftssubjekte in der BRD sicher auf CH-Franken, US-Dollar etc. um stellen.

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