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Nur noch drei Zinssenkungen in 2024? EZB senkt Zinsen laut Händlern in 2024 weniger stark als erwartet

EZB - Frankfurt. Foto: EyeEm - Freepik.com

Die Märkte befinden sich inmitten einer Neubewertung der Zinssenkungen für 2024. An den Geldmärkten sanken zuletzt die Erwartungen an kommende Senkungen, nachdem sich die Abkühlung der Inflation verlangsamt hat und die EZB signalisiert hat, die Zinsen erst später zu senken. Vor einigen Wochen sind die Märkte noch davon ausgegangen, dass die EZB die Zinsen siebenmal in 2024 senkt, inzwischen rechnen sie nur noch mit vier Zinsschritten, was aber immer noch zu viel sein könnte.

Zinsen: Händler passen Erwartungen an

Wie Bloomberg berichtet, haben Händler ihre Wetten auf Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank in diesem Jahr auf weniger als einen Prozentpunkt reduziert, was dem niedrigsten Stand seit Monaten entspricht.

Swap-Kontrakte zeigen, dass weniger als vier Zinssenkungen um 25 Basispunkte bis Ende 2024 eingepreist sind, während es Ende letzten Jahres noch sieben waren. An den Geldmärkten sank die Wahrscheinlichkeit eines ersten Zinsschritts im April auf nur noch 30%. Die erste Senkung der Zinsen wird für Juni erwartet. Die Neueinschätzung führte zu einem sprunghaften Anstieg des Euro.

Grund dafür waren die Daten aus dem französischen Dienstleistungssektor und dem verarbeitenden Gewerbe, die die Erwartungen der Ökonomen übertrafen. Diese jüngsten Anzeichen einer robusten Konjunktur veranlassten die Anleger, den Umfang der geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen der wichtigsten Zentralbanken zu hinterfragen. Die Zahlen für den Euroraum erreichten ein Achtmonatshoch, und der Dienstleistungsindex stieg wieder auf 50, nachdem er sechs Monate lang geschrumpft war. Der Einkaufsmanagerindex für die Wirtschaft in Deutschland zeigte indessen eine anhaltende Rezession, allerdings hat sich der Abwärtstrend zuletzt verlangsamt.

Zinsen: Händler sehen weniger als 100 Basispunkte Zinssenkung der EZB
Zinsen: Händler sehen weniger als 100 Basispunkte Zinssenkung der EZB

Fed-Politik wirkt sich auf die Markterwartungen aus

Die Marktwetten auf Zinssenkungen wurden wahrscheinlich auch durch die Stärke der US-Wirtschaft beeinflusst, die die Händler dazu veranlasst hat, das Ausmaß der Lockerung, die die Federal Reserve in diesem Jahr vornehmen kann, neu zu bewerten. Eine weitere Runde starker US-Inflationsdaten könnte die Fed zu einer Verzögerung veranlassen, sagte Jane Foley, Leiterin der Devisenstrategie bei der Rabobank.

“Um einen Rückgang des Euro-Dollar-Wechselkurses zu vermeiden, deutet dies auch auf eine wahrscheinliche Verzögerung bei den Änderungen der EZB-Geldpolitik hin”, sagte sie.

Aussicht auf weniger Zinssenkungen lässt Euro steigen

Die Aussicht auf eine spätere und weniger Senkungen der Zinsen ließ die Gemeinschaftswährung um bis zu 0,6% auf 1,0888 steigen, den höchsten Stand seit dem 2. Februar, bevor sie wieder auf etwa 1,0803 zurückfiel, nachdem Daten gezeigt hatten, dass sich der Abschwung im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland unerwartet verschärft hatte. Händler trieben auch die Rendite 10-jähriger deutscher Bundesanleihen um bis zu 6 Basispunkte auf 2,51% und damit auf ein neues Jahreshoch, bevor der Anstieg wieder eingedämmt wurde.

Deutschland scheint zunehmend zum Bremsklotz für die gesamte Region zu werden. Am Mittwoch senkte die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr auf nur noch 0,2%, nach einer Schrumpfung im Jahr 2023. Die EZB-Währungshüter haben in den letzten Tagen vor einer verfrühten Anpassung der Geldpolitik gewarnt und damit eine Ansicht wiedergegeben, die auch im Protokoll der letzten Fed-Sitzung zu finden ist.

“Wir befinden uns mitten in einer Neubewertung der Zinssenkungen für 2024 in den G3-Volkswirtschaften”, sagte Evelyne Gomez-Liechti, Strategin bei Mizuho International. Sie bezeichnete die Rücknahme der Wetten auf Senkungen der Zinsen durch die EZB als “vernünftigen” Schritt. “Drei Zinssenkungen um 25 Basispunkte sind unser Basisszenario für die EZB, und wir glauben, dass sie nur schrittweise senken wird, da die Arbeitsmärkte weiterhin robust bleiben.“ Zudem besteht weiterhin das Risiko, dass die Löhne steigen, was eine Lohn-Preis-Spirale verursachen kann.

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. In Erwartung jeden eine Erzählung oder ein Märchen von 10 Zinssenkungen weiszumachen, um den Markt nach oben zu treiben ist gelungen. Jetzt zurecht KI EUPHORIE.
    Wehe wenn Nvidia Daten eingefleischten HOCHSTABLERN …………
    Wichtig ist die Erwartung, denn der y Mensch weiß die Zukunft, sein Elend ist die Täuschung.
    Das einzig schöne Ding ist die Erwartung einer GEBURT, die am Anfang Ehrlich gemeint, sicherlich in einem guten Konsumenten für unsere Aktienfirmen Umgewandelt wird.
    Wir Erwarten einen y Messias, was wird das sein? Ach ja KI.

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