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Zwei Indikatoren: Anfang einer Rally? Game of Trades: Warum dies keine Bärenmarkt-Rally ist!

Bärenmarkt-Rally Game of Trades

In einem neuen und wieder sehr interessanten YouTube-Video erklären die Analysten von Game of Trades, warum wir es diesmal wahrscheinlich nicht nur mit einer Bärenmarkt-Rally, sondern mit dem Startpunkt einer länger andauernden Aufwärtsbewegung zu tun haben könnten.

Als ersten Grund für diese These sehen die Macher von Game of Trades die sich abschwächende Inflation, die durch den zuletzt veröffentlichten PPI Commodity (Producer Price Index by Commodity; Erzeugerpreis-Index Rohstoffe) bestätigt wurde. Beide Kurven haben eine Top-Bildung abgeschlossen und tendieren nach unten.

Nachdem nun der breite Markt (S&P 500) nach seinen Oktober-Tiefpunkt bereits 16 Prozent nach oben gelaufen ist, sei zwar das kurzfristige Momentum schon stark ausgeschöpft, aber nach einer Konsolidierung könnte ein weiterer Aufwärtsimpuls folgen, so die Meinung der Analysten.

Game of Trades zur Bärenmarkt-Rally: Der Anleihen-Rendite-Spread als wichtiger Indikator

Die These von Game of Trades ist, dass zwei Indikatoren im Moment nicht nur für eine kurzfriste Bärenmarkt-Rally, sondern eher für weiter steigende Kurse sprechen. Der erste Indikator ist der Rendite-Spread zwischen zehnjährigen US-Anleihen und einem internationalen Anleihen-Basket, der die Renditen der Anleihen aus den Ländern Japan, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, Australien, Spanien und Holland zusammenfasst. Ende Oktober war der Spread so groß, dass bei historischer Betrachtung dies eher für eine Kaufgelegenheit sprach.

Hier ein Chart der zehnjährigen US-Anleihen-Rendite im Vergleich zur zehnjährigen GB-Anleihen-Rendite:

Game of Trades Bärenmarktrally Spreads

Wie man im markierten Bereich sehen kann, sind die Renditen für britische zehnjährige Anleihen gefallen, während der US-Markt sogar zwischenzeitlich weiter gestiegen und erst seit dem 7. November fallende Renditen zeigte. Der Aktienmarkt war dieses Jahr sehr stark von der Anleihen-Rendite getrieben: steigende Renditen sorgten für fallende Aktienkurse und umgekehrt.

In der historischen Betrachtung gab es nur selten so einen großen Spread. Folgt man dieser Analyse, ergibt sich in der Sicht auf die nächsten sechs Monate eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die US-Anleihen-Renditen um durchschnittlich 25 Basispunkte fallen. Das wäre für den Aktienmarkt ausgesprochen positiv, so die Meinung der Macher von Game of Trades. Da die Anleihen-Renditen der Länder außerhalb der USA aktuell weiter fallen, wäre es unwahrscheinlich, dass die US-Renditen weiter steigen. Auf Finanzmarktwelt wurden immer wieder Artikel veröffentlicht, die die Komplexität steigender Anleihen-Renditen am US-Markt verdeutlicht haben. Die Wahrscheinlichkeit spricht aktuell aber mehr für steigende Anleihen-Kurse und fallende Renditen, so die Meinung der Analysten von Game of Trades.

Erstanträge auf Arbeitslosigkeit (IJC) zeigen noch keine Rezension an

Ein weiterer Indikator, der auf steigende Aktienkurse deutet, sind die Erstanträge auf Arbeitslosigkeit in den USA. Die Erstanträge steigen nicht kontinuierlich an, wie es bei einer zu erwartenden Rezession normalerweise zu beobachten war. Vergleicht man die letzten großen Bärenmarkt-Rallys, die man idealerweise zum Ausstieg aus dem Aktienmarkt genutzt hätte, waren diese jeweils von steigenden Erstanträgen auf Arbeitslosigkeit begleitet. Der Chart zeigt die Entwicklung der Erstanträge während der Finanzkrise 2008 im Vergleich zum S&P 500:

Game of Trades Bärenmarktrally Spreads Übersicht

Hier nun der gleiche Chart seit August 2021:

Game of Trades Bärenmarkt-Rally Spreads seit 2021

Fazit

Neben den Inflationsdaten, den Erzeugerpreisen, den US-Anleihen-Renditen, dem Dollar-Basket, der japanischen Anleihen-Rendite und den Spreads zueinander sollten aktive Anleger besonders auf die US-Erstanträge auf Arbeitslosigkeit achten, um sich ein besseres Marktbild zu verschaffen wenn es um die Frage geht: Bärenmarkt-Rally ja oder nein. Ansonsten gilt, an der Börse, vor Gericht und auf hoher See ist alles möglich, auch das Gegenteil!

Kursdaten aus https://de.tradingview.com

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2 Kommentare

  1. Der Tiefpunkt im Aktienmarkt lag am Hochpunkt der Arbeitslosigkeit. Da sind wir noch lange nicht.

  2. Nachdem 20Jahre hauptsächlich fallende Zinsen und QE die Börsen trieben, sollte jetzt die Umkehr nicht das Gegenteil bewirken?Das Problem sind nicht nur steigende Zinsen,sondern die extreme Geschwindigkeit.Auch die hochdotierter Konjunkturforscher von der ETH in Zürich haben vor einem Monat noch eine Rezession eher ausgeschlossen und jetzt merken sie auch was jeder Hobbyforscher schon lange weiss.Wenn man dauernd von Problemen im Bildungssystem spricht gibt es Vergleiche mit der Vermögensverteilung.
    Es gibt zuviel Übergebildete ohne Wirtschaftspraxis die die grosse Masse an Realisten leiden lassen.

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