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George Soros warnt vor schwarzem Freitag nach Brexit

Wenn jemand sich auskennt mit dem britische Pfund, dann ist es wohl George Soros, der bekanntlich die Bank of England in die Knie gezwungen hatte im Jahr 1992, als er die Notenbank zu einer große Abwertung des Pfunds zwang..

FMW-Redaktion

Wenn jemand sich auskennt mit dem britische Pfund, dann ist es wohl George Soros, der bekanntlich die Bank of England in die Knie gezwungen hatte im Jahr 1992, als er die Notenbank zu einer große Abwertung des Pfunds zwang. Nun warnt er die Briten vor dem Brexit – und kündigt einen „schwarzen Freitag“ an, wenn es dazu kommen sollte.

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George Soros
Foto: Harald Dettenborn (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/)

Hat er lautere Motive? Ist er selbst investiert? Das weiß man nicht, aber es deutet zumindest wenig darauf hin. In einem Artikel im britischen „Guardian“ hat er die Briten nun darauf hingewiesen, was passieren dürfte im Falle eines Brexits. Tenor: die „Leave-Kampagne“, aber auch die meisten die Wähler unterschätzten das, was auf sie zukommen würde, wenn sie die EU verlassen. Dass sich nichts ändern würde sei „Wunschdenken“ („wishfull thinking“). Vielmehr würde das britische Pfund abstürzen, vermutlich um mehr als 15%, und das sei – anders als 1992 – schädlich für die britische Wirtschaft.

Dafür führt er drei Gründe an, die in der Debatte bislang wenig Berücksichtigung fänden:

1. Die Bank of England werde nicht wie 1992 die Zinsen senken können. Die Zinssenkung als Reaktion auf den Crash des Pfund sei für die Wirtschaft förderlich gewesen. Nun aber habe die Notenbank keinen Spielraum nach unten, ihr Handlungsspielraum sei daher stark eingeschränkt, um den erwartbaren Fall der Hauspreise, den Verlusten von Arbeitsplätzen etc. zu begegnen. Was Soros nicht erwähnt, ist, dass die Bank of England durchaus Negativzinsen einführen könnte, doch zeigt das Beispiel der EZB, dass das nicht wirklich effizient ist.

2. Das Haushaltsdefizit der Briten sei viel größer als 1992 oder 2008, als das britische Pfund jeweils stark abwertete. Daher sei UK auf Geldflüsse aus dem Ausland angewiesen. Es sei praktisch sicher, dass Kapital aus UK abfließen würde, was das Defizt zunehmend untragbar mache. Das gelte insbesondere für die 2-jährige Verhandlungsperiode zwischen der EU und UK über einen neuen Status der Beziehungen.

3. Würde die erwartbare Abwertung des Pfunds nicht zu neuen Investitionen und neuen Jobs führen angesichts der Unsicherheit, wie es weiter gehe.

Bei genauerem Hinsehen ist, entgegengesetzt zur Behauptung von Soros, nichts wirklich Neues in der Argumentation erkennbar. Ähnlich äußern sich auch Cameron und Finanzminister Osborne. Aber im Gegenssatz zu ihnen spricht Soros mit der Autorität eines Finanz-Giganten: „I was fortunate enough to make a substantial profit for my hedge fund investors, at the expense of the Bank of England and the British government“ – und das dürfte zumindest in Wirtschaftskreisen der Briten Gehör finden. Vor allem seine Warnung, dass bei einem Brexit einige Leute sehr reich, viele aber sehr viel ärmer würden:

„Today, there are speculative forces in the markets much bigger and more powerful. And they will be eager to exploit any miscalculations by the British government or British voters. A vote for Brexit would make some people very rich – but most voters considerably poorer.
I want people to know what the consequences of leaving the EU would be before they cast their votes, rather than after. A vote to leave could see the week end with a Black Friday, and serious consequences for ordinary people.“



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4 Kommentare

  1. Er pflanzt noch etwas Angst vor einem Brexit in die Herzen der Leute. Die Menschen lassen sich so leicht manipulieren und werden sich den EU Herrschern auch weiterhin willig unterwerfen und dem Diktat aus Brüssel gehorchen. Die EU ist ein Herrschaftsinstrument über im Hamsterrad gefangegene, versklavte Völker auf einer riesigen Steuerfarm (der böse Mann mit Schnauzbart hat es nie soweit geschafft).

  2. Der „Philanthrop“… ähm… „Fies-Anthrop“ kümmert sich mal wieder um die kleinen Leute, gemäß letzterem durch Angst verbreiten. Die Methode ist „idiotensicher“, also funktioniert sie immer (noch).

  3. … das ist wohl klar, das es nichts bringt diese Debatte. England hat Sonderregelungen bekommen. Ich finde die EU wäre ein so tolle Idee, wenn mal jeder hier mehr Mitspracherecht erhalten würde und wenn auch auf die Meinung anderer gehört wird, um dann gute Kompromisse zu finden. Man muss ja nicht nur total negatives voll durziehen und als alternativlos predigen, sondern Kompromisse müssen hergeschafft werden. Zuviel ist halt auch zuviel. Schade das es so kommen musste. Hätten wir Kompromisslösungen, die die verschiedensten Meinungen miteinbeziehen, wäre es eine Super EU, so ist es viel eher (das stimmt leider wohl oder übel) ein EU Diktat.

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