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Goldpreis fällt übers Wochenende kräftig um 100 Dollar! Die aktuelle Lage

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Gold Barren

Der Goldpreis fällt gerade kräftig in den Keller! Vor genau einer Woche sahen wir noch einen Preis von knapp über 1.700 Dollar. Die Aktienmärkte waren stark gefallen, und Anleger flüchteten ins Gold. Das drückte den Goldpreis nach oben. Aber nur ganz kurz! Mehrmals konnte man die letzten Tage beobachten: Wenn der Aktienmarkt zu schnell zu stark fiel, dann ging auch Gold mit in den Keller. So geschah es letzte Woche, und so auch heute – und das massiv! Sahen wir Freitag noch Kurse um 1.575 Dollar, so crashen wir ganz aktuell auf 1.473 Dollar! Im Chart sehen wir den Verlauf der letzten 30 Tage.

Der Grund für den Absturz im Goldpreis

Die großen Anleger brauchen Cash in diesen Zeiten. Daher werden Anlagen in Gold verkauft. Der Goldpreis fällt daher parallel mit den Aktienkursen. Obwohl bei leicht fallenden Aktienmärkten Gold als „Sicherer Hafen“ (Risk Off Trade) steigen müsste, so funktioniert dieses eigentlich mustergültige Szenario derzeit gar nicht. Forexlive kommentiert den ganz frischen Absturz im Goldpreis so, dass zum Beispiel Fonds zur Erfüllung von Margin Calls Gold-Bestände liquidieren. Dies sei einer der Gründe. Und bei der Marke von 1.500 Dollar teste Gold den 200 Tage Moving Average (da sind wir ja schon drunter im Moment!). Und auch falle der Goldpreis, obwohl die Zentralbanken weltweit weiterhin die Zinsen senken, so Forexlive.

Tja, so meinen wir. Dieser Move nach unten im Goldpreis ist gewaltig! Die weitere Bewegung hängt auch davon ab, ob es weiterhin kräftige Abwärtsschübe an den Aktienmärkten gibt, und ob immer mehr Cash benötigt wird. Dann könnte Gold weiter ein Opfer dieser Lage bleiben. Aber grundsätzlich, so betonen wir, sollte Gold doch eigentlich ein Profiteur dieser Zinssituation sein. Meldet sich das Edelmetall zurück, wenn der Crash bei den Aktien sich (endlich mal?) beruhigt hat?

Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage

17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    franko33

    16. März 2020 12:38 at 12:38

    Kann man,wenn man sich für Gold interessiert nur befürworten.
    Es bildet sich doch ein klassisches Muster heraus !

    Uralter Kommentar dazu: Wenn die BILD schreibt Gold verkaufen !

    Gold kaufen !! ( Dauert noch etwas)

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      afd@ziggo.nl

      16. März 2020 13:19 at 13:19

      Wer Gold kauft um damit Kohle zu generieren ist dumm.
      Vermögensabsicherung sonst nichts. Natürlich wer nur ein wenig Gold hat und auch sonst kaum Vermögen kommt schnell in Versuchung Gewinne mit zu nehmen.
      weak hands.

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    Hesterbär

    16. März 2020 12:45 at 12:45

    Mit meinen Gewinnen aus Shortpositionen auf die US-Indizes kaufe ich jetzt die Edelmetalle supergünstig nach.

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      Andreas.M.

      16. März 2020 13:10 at 13:10

      @HESTERBÄR, wirst du nicht bereuen.

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      BrettonWood

      16. März 2020 13:16 at 13:16

      Die Wixer haben meine Shoetposition nicht meh bepreist im
      Letzten Woche bis der Index wegen dem 10% anstieg eingebrochen ist, zum Kotzen die alten Betrüger nur
      Meine Tesla Short hesge mich noch etwas der ist achon über 1000% im Plus leider habe ich nur noch eine kleine Position….die lasse ich nu aber laufen mal gucken, mein Depot ist 50% im Minus undmobwohl ich mich eigentlich auf dieses Szenario eingestellt hatte (meinte ich zu mindest) so what…ich bleibe drin und kaufe noch was nach

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      Columbo

      16. März 2020 14:00 at 14:00

      42000 Euro pro kg sind nicht supergünstig. Auf die Idee Gold zu kaufen, würde ich erst bei 35000/kg kommen.

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      Lausi

      16. März 2020 16:35 at 16:35

      Gratuliere! So muss man es machen! :-)

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    joachim

    16. März 2020 12:59 at 12:59

    Gold wäre DER Profiteur eines baldigen shut-down der Märkte!!!!
    Vielleicht letzter starker squeeze nach unten, schnell noch die Papierkontrakte schmelzen lassen…

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    BrettonWood

    16. März 2020 13:13 at 13:13

    Ein Kurzfristiges Opfer im 2007 haben wir 25% des Hochs damals verloren auf den heutigen Höchststand wärde das ein Rückgang bis 1250 erlauben nevor wir dann verdoppelungen und verdreifachungen sehen…ich habe 50% meines Geldes heute bei der Bank abgeholt!

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    Pepsi-ist-mist

    16. März 2020 19:24 at 19:24

    Ich warte noch mit den Edelmetallkäufen in der Annhame, dass diese Krise potenter ausfallen wird als 2001, 2008 bis die VIX-Stände auf das Niveau von 2008 ansteigen und die Bodenbildung zumindest in Silber abgeschlossen ist.
    Erst dann sind m.E. die zittrige Hände aus dem Markt und der deflationäre Schock vorüber.

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      Nachlebnik

      16. März 2020 20:02 at 20:02

      Es sind schon lange keine zittrigen Hände mehr im Markt. Dummes Geschwätz. Was hier jetzt abgeht sind die Auswirkungen von Margin calls für auf Pump gekauftes Gold in Amiland. Bitte Hirn einschalten. Kohle zum Nachschiessen ist keine da, Kredite gibt es dafür auch nicht also verkaufen um jeden Preis trotz massiver Verluste um den Totalverlust zu vermeiden..

      • Avatar

        Pepsi-ist-mist

        16. März 2020 20:41 at 20:41

        Hirn an!
        „..die Auswirkungen von Margin calls für auf Pump gekauftes Gold in Amiland..“ es sind die zittrigen Hände mein lieber Warren Buffett.
        Hirn aus!

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    Michael

    16. März 2020 22:12 at 22:12

    Ich habe heute um 13 Uhr bei 1460 eine größere Long-Position im Gold eröffnet. Grund dafür waren mehrere kurzfristige erfolgreiche Tests an dieser Unterstützungszone. Mir fehlen zwar zugegebenermaßen die Hintergrundinformationen zum Umfang all der Short- und Long-Positionierungen aller Profis und Laien und all der Stopps, die da lauern mögen. All die Infos und auch das Interesse zu VIX und WIXX und VVIX ;) Wie immer deshalb ein Trade rein nach Erfahrung, etwas Charttechnik und Intuition.

    Aber mir scheint, die Einbahn-Perma-Bullen an den Aktienmärkten haben all ihre wertvollen geliehenen und fremdfinanzierten Gold-Absicherungs-Positionen endgültig liquidiert und ausgeschöpft, um den gleichzeitig herben, wie unvermeidlich realen Margin-Calls gerecht zu werden. Vielleicht suchen sie in Gold auch plötzlich wieder einen seit jeher sicheren Hafen in ihrer tiefen Verzweiflung und (finanziell wie geistigen) Handlungsunfähigkeit. Wer weiß das schon? Für die gehörnten Sturschädel bleibt jetzt nur noch beten, Glauben, Hoffnung auf die Zins- und Liqui-Pumpengötter, die da im digitalen Flutbecken nach letzten Quellen der Hoffnung fracken.

    So nebenbei durfte ich die Tage eine positive Entwicklung bei meinen seit Monaten eher schlecht laufenden Short-Trades zum British Pfündchen genießen. Alle, also jeweils drei Positionen bei GBPUSD und EURGBP haben sich in höchstes Wohlgefallen aufgelöst.

    Seit mindestens zwei Jahren hatte ich zudem den DOW bei etwa 21.000 und den DAX bei etwa 8.800 als faire und angemessene Bewertung mehrfach verortet und dies auch dementsprechend gepostet. Die Antworten waren abfälliger Spaß, Hohn und Spott. Wie all die dummen Aktien-Muffel-Michels war ich skeptisch und ließ mich nicht in den wahnsinnigen Tornado-Sog nach oben mitreißen. Respekt und Gratulation allen Michels, die sich der erneuten Dummheit nach zweimaliger schlechter Erfahrung dieses Mal enthalten haben. Respekt allen Michels, die aus Erfahrung gelernt haben!!!

  7. Avatar

    Cryptolino

    17. März 2020 06:19 at 06:19

    @ Michael, u.alle Cryptogläubigen die glaubten Bitcoin sei das neue Gold werden auch wieder zum alten echten Gold zurückkehren, hat sich doch dieser KRYPTISCHE SCHEISS in kurzer Zeit halbiert.
    Unverständlich ,dass Friedrich an so etwas glaubt, hat er vorher ev. zu viel Whisky gesoffen.

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      Nachlebnik

      17. März 2020 10:36 at 10:36

      Friedrich glaubt an alles was ihm Geld bringt. Eine Meinungshure einfach.
      Das Papiergold sucht dringend einen Weg aus eben diesem Papier. Es gibt keinen ausser dem OE.
      Dann hat sich auch das Hamstern von Lokuspapier erübrigt. Mit dem Paiergold kann sich die halbe Welt den Mors abwischen.

    • Avatar

      Lausi

      17. März 2020 10:46 at 10:46

      @Cryptolino: Irgendwie wurde in den letzten Wochen alles abverkauft, das eine mehr, das andere weniger. Das muss aber nichts für die zukünftige Entwicklung bedeuten. Kryptischer Scheiss kann durchaus wieder in Mode kommen – gerade weil Virtuelles so ultra-modern ist. Wer weiß schon, ob in der Zukunft Cryptowährungen mal ganz normal sein werden. Welcome to the future!

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Gold: Der Preis steht kurz vor der großen Entscheidung

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Der Goldpreis steht derzeit im Fokus der Märkte – vor allem die Nachfrage nach physischem Gold ist enorm. Nach wie vor wird das Gold nicht nur als begehrtes Edelmetall gehandelt, es ist zugleich noch eine offizielle Währung.

Nicht umsonst gibt es das Währungssymbol XAU. X steht für „Exchange“ und AU für lateinisch „Aurum“. Der Goldpreis ist auf dem Handelsbildschirm jeden Händlers unverzichtbar. Das Gold hat aber noch eine weitere Eigenschaft: Gold kauft man, um sich zu schmücken oder für unsichere Zeiten vorzusorgen. Wer soll denn schon in einfaches Papiergeld Vertrauen haben?

Wir haben jetzt unsichere Zeiten. Demnach wird Gold nicht gekauft. Wer unsichere Zeiten fürchtet, sollte es schon gekauft haben, sonst ist er zu spät dran. Aktuell wird es tendenziell wieder umgewechselt – wofür war es ursprünglich auch bestimmt. Dennoch reagiert der Goldpreis auf wirtschaftliche  Meldungen sehr sensibel. Der Goldmarkt ist historisch gesehen sehr konstant. Seitdem die großen Notenbanken von Russland, Venezuela, Ungarn, Polen etc. ihre Goldreserven massiv aufstocken, unterliegt der Goldpreis enormen Schwankungen. Das gab es bis dato noch nicht. Teilweise ist die Volatilität auf über 40 USD pro Tag angewachsen. Ein Fakt ist auch, dass sich diese Schwankungen nicht nur auf die Ober-, sondern auch auf die Unterseite beziehen. Wenn die halbe Welt die letzten 5 Jahre das Gold gekauft hat, warum soll es jetzt verkauft werden?

Die Erklärung ist ganz einfach: Die Notenbanken, respektive auch die verschiedenen Staaten, benötigen das Geld jetzt für etwas Anderes. Für die aktuelle Krise nämlich. Somit bricht die starke Nachfrage der letzten Jahre weg. Dazu kommt dann auch noch, dass die Menschen teilweise Gold in Bargeld tauschen. Dies macht prozentual nicht sehr viel aus, aber die Nachfrage ist aktuell nicht wie gewöhnlich am Markt gegeben.

Das mögliche Szenario für den Gold und den Goldpreis

Betrachtet man den mittelfristigen Chart, dann spürt man förmlich, dass der Goldpreis steigen möchte. Nur eine Tatsache stört: Es ist der Deckel bei ca. 1.630 USD. Aktuell gibt es noch einen starken Käufer auf dem Weltmarkt. Er hat ein strenges Limit vorgegeben – und dies liegt bei ca. 1.630 USD. Zugleich gibt es auch noch eine Unterstützung bei ca.1.579 USD (Magenta Linie). Diese Unterstützung ist dynamisch und verändert sich laufend.

Der Goldpreis floatet in dieser Preispanne. Aus technischer Sicht, gibt es aber genügend Kaufsignale (rote Kreise), die ein weiteres Ansteigen des Preises bei Gold vorhersagen. Es bedarf nur des Durchbruchs des Widerstandes bei 1.630 USD, dann wäre der Weg frei bis zunächst 1.643 USD und anschließend bis 1.703 USD. Gefährlich wird es nur, wenn die Unterstützung bei 1.579 erneut getestet werden sollte. Diese Unterstützung muss halten, ansonsten ist das letzte Low bei 1.451 USD für den Goldpreis wieder in Sicht.

Dieses Szenario ist aber unwahrscheinlich. Es gibt aktuell keinen Grund, außer Liquiditätsschwäche, das Gold zu verkaufen. Empfehlenswert ist sicherlich, die obere und untere Marke im Auge zu behalten. Die Break-Out Trader können eine Pending-Order für den Kauf über dem wichtigen Widerstand bei 1.630 USD setzen.
Geht der Kurs durch, ist man mit dabei. Der Goldpreis bewegt sich seit vielen Monaten in sehr schnellen Schritten. Aktuell ist der Kurs in einer Seitwärtsbewegung eingesperrt. Es wird vermutlich demnächst eine sehr schnelle Bewegung geben, die den Ausbruch verursacht. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass diese Bewegung auf der Oberseite zu sehen sein wird.

Gold steht vor einem Ausbruch nach oben


Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Gold ist physisch extrem nachgefragt

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Aktien

Heiko Thieme und der Tiefpunkt im Dax bei 8.250 Punkten

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Das Coronavirus schüttelt die Börsen durcheinander - Dax Tief bei 8.250?

Über 10 Millionen Amerikaner haben sich binnen 2 Wochen arbeitslos gemeldet! Das ist eine extrem schnelle Entwicklung, die gestern sogar die schlimmsten Analystenerwartungen übertroffen hat. Manuel Koch hat im folgenden Video auch mit Marcel Fratzscher vom DIW gesprochen. Man müsse ehrlich sagen, dass die Wirtschaftsforscher Szenarien vorrechnen und keine verlässlichen Prognosen abgeben könnten, so Fratzscher. Drei Varianten für den Verlauf der aktuelle Krise gäbe es.

Auch interviewt Manuel Koch im Video den als gnadenlosen Optimisten bekannten Börsianer Heike Thieme. 8.250 Punkte sei der Tiefpunkt im Dax in diesem Crash, so Thieme. Beim Dow läge das Tief bei 18.200 Punkten. Gehe man nach dem Buchwert, dann sei der Dax jetzt sehr preiswert. Setze nicht Mitte des Jahres ein Erholungstrend ein, dann müsse man umdenken – so lässt Heiko Thieme sich also noch eine Option offen, falls es doch noch tiefere Tiefs gibt? Denn, so sagt er auch, dies sei derzeit eine völlig neue und unbekannte Phase in der Börsenwelt.

Manuel Koch bespricht im Video auch zwei konkrete Tradingideen. Es sind die Top-Empfehlungen der trading-house Börsenakademie. So wird die Aktie von Adidas zum Kauf empfohlen mit dem Instrument einer Stop Buy Order. Ebenso ist man für Gold optimistisch. Auch hier wird ein Kauf mit einer Stop Buy Order angeraten.

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Gold/Silber

Warum der Silberpreis seinen Tiefpunkt schon hinter sich haben könnte

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Der Silberpreis verlor im Corona-Crash in der Spitze über 30 Prozent. Seit dem heftigen Rebound Ende März halten sich die Notierungen des weißen Edelmetalls stabil über der 14-US-Dollar-Marke. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe.

Der Silberpreis ist immer gut für ein schnelles Comeback

Mit Ständen um 14,18 US$/Unze ist der Silberpreis nun wieder zurück auf dem Ausgangsniveau der Rallye von Ende Mai 2019. Der brutale Abverkauf von Ende Februar bis Mitte März konnte um ein Drittel wieder aufgeholt werden. Silber hat bereits in vergangenen Zyklen und vor allem während der Finanzkrise gezeigt, dass Preiseinbrüche sehr schnell wieder egalisiert werden können, wenn die Rahmenbedingungen dafür vorhanden sind. Dabei spielen zwei Faktoren eine wichtige Rolle: die Situation am Silber-Terminmarkt und die physische Nachfrage der Anleger in Europa und den USA. Beide Faktoren sind der Grund dafür, warum sich der Silberpreis aktuell wieder erholen konnte. Sollte es nochmals zu einem Rücksetzer kommen, würde dieser die Tiefststände vom 16. März bei 12,92 US$/Unze wohl nicht mehr nach unten durchbrechen. Dazu ist die Bereinigung am Terminmarkt bereits zu weit vorangeschritten und die physische Nachfrage zu stark.

Der Silberpreis war zuletzt unter Druck

Eine sehr ähnliche Situation mit heftigen Zwangsliquidierungen auf der einen Seite und explodierender Nachfrage nach Anlagesilber auf der anderen Seite gab es während der Lehman-Krise. Allerdings mit einem bislang wesentlichen Unterschied: Damals bildete der Silberpreis in der zweiten Septemberhälfte 2008 nach einer ähnlichen Erholung wie heute nochmals ein tieferes Tief aus. Heute ist die Reaktionsgeschwindigkeit der Geld- und Fiskalpolitik jedoch deutlich höher. Alle Instrumente, die ein konstruktives Umfeld für den Silberpreis schaffen, sind bereits vorhanden und werden exzessiv genutzt (Nullzinsen, Gelddrucken, Schuldenausweitung).

Die Marktteilnehmer wissen zudem, wie die Entwicklung beim Silberpreis damals weiterging: Vom Tiefpunkt Ende Oktober 2008 bei 8,45 US$/Unze bis zum Hochpunkt im April 2011 bei 49,83 US$/Unze legte der Silberpreis anschließend um 490 Prozent zu. Außerdem bewegen sich die Produktionskosten der Silber-Primärförderer heute um die 12 US$ pro Unze. Ein Preisniveau darunter würde Produktionsrückgänge zur Folge haben. Ausschließen sollte man ein solches, von Henrick Becker gestern beschriebenes Szenario zwar nicht – aber Charttechnik ist in diesem Ausnahmeumfeld eben nicht alles.

Wie entwickelte sich der Silberpreis im Gefolge der Lehman-Krise?

Der anschließende Rückgang des Silberpreises nach der Super-Hausse ab April 2011 resultierte auch aus der erfolgreichen Erzählung des damaligen US-Notenbankchefs Ben Bernanke von einer kurz bevorstehenden Normalisierung der Zinsen, der Schulden und der Notenbankbilanz. Dieses Märchen, das vor allem in den USA viele Anleger zum Rückzug aus den Edelmetallmärkten bewegte, ist heute selbst dem patriotischsten und optimistischsten US-Anleger kaum noch glaubhaft zu vermitteln. Der letzte Versuch einer Zins- und Bilanznormalisierung durch den aktuellen Fed-Chef Jerome Powell ist im Dezember 2018, also eine Dekade nach der Lehman-Krise, grandios gescheitert.

Der Crash führte am Terminmarkt zu einer gesunden Bereinigung

Im Zuge des Abverkaufs bei Silber im ersten Quartal dieses Jahres wurde sehr viel spekulatives und kreditgehebeltes Exposure aus dem weltweit dominierenden Terminmarkt, der COMEX (CME Group) in New York, herausgespült. Zwangsliquidierungen und Stopp-Loss-Orders führten zu einer signifikanten Reduzierung der offenen Kontrakte. Deren Anzahl sank von Mitte Februar bis zur letzten Woche von 240.000 Kontrakten auf 150.700 Kontrakte um 37,5 Prozent. Die Netto-Anzahl der Kontrakte auf steigende Kurse der großen Spekulanten (Large Speculators) reduzierte sich prozentual sogar noch stärker von über 80.000 auf nur noch 33.700. Die Kleinspekulanten (Small Traders) bauten ihre Netto-Kauf-Kontrakte seit Mitte Februar ebenfalls um über 50 Prozent auf aktuell nur noch 11.00 Stück ab. Jeder Future-Kontrakt umfasst 5.000 Unzen Silber.

Der COT-Index, ein kurzfristiger Timing-Indikator, basierend auf den Terminmarktdaten, gib mit einem Stand von 100 bereits ein klares Kaufsignal für Silber ab.

Die physische Nachfrage nach Silber explodiert förmlich

In meinem letzten Artikel zum Silberpreis hatte ich bereits eine Grafik zur Explosion der Verkäufe bei den vor allem in den USA beliebten Münze „American Eagle“ gezeigt. Seitdem wird von der Prägeanstalt U.S. Mint keine dieser Silbermünzen mehr ausgeliefert. Diese Situation hat dazu geführt, dass für noch verfügbare Exemplare mittlerweile knapp 25 Euro bezahlt werden müssen, was einem außerordentlich hohen Aufgeld von über 90 Prozent zum Spotpreis entspricht.

Europas größte Preisvergleichsplattform für Edelmetallprodukte (Gold.de) spricht von einem „Run“ der Kunden auf noch lieferfähige Online-Shops. Die aktuell hohen Aufgelder resultieren nicht nur aus der Beeinträchtigung der Lieferketten, sondern eben auch aus der außerordentlich hohen Nachfrage, wie man sie zuletzt auf dem Hochpunkt der letzten Finanzkrise gesehen hat. Die die aktuellen Aufgelder zu Münzen und Barren sind hier aufgelistet.

Ein Aspekt, der dazu führt, dass Silber aktuell sogar stärker nachgefragt wird als Gold, ist die relative Bewertung gegenüber dem großen Brudermetall sowie die höhere Fungibilität und Leistbarkeit des weißen Metalls. Für eine Unze Gold müssen aktuell 112 Unzen Silber bezahlt werden. Das ist ein historisch hohes Verhältnis, das zwischenzeitlich Mitte März sogar bei über 126 lag.

Es gibt wie im Jahr 2008 eine starke Diskrepanz zwischen der Situation am Terminmarkt und der am physischen Markt. Während die mit Krediten hoch gehebelten Future-Kontrakte zunehmend an Bedeutung verlieren, was am stark rückläufigen „Open Interest“ gut zu erkennen ist, gewinnt die physische Nachfrage an Gewicht. Der Bedeutungsverlust des Marktes für „Papier-Silber“ ist generell eine gute Nachricht, weil damit auch die im Vergleich zur tatsächlichen Silberproduktion stark überdimensionierten Leerverkäufe von real nicht existierendem Silber abnehmen.

Fazit und Ausblick

Noch ist der Silberpreis nicht „Out oft the woods“, wie die Amerikaner zu sagen pflegen. Dennoch stellt sich das Umfeld für Silber im übergeordneten Bild sehr konstruktiv dar: Die Märkte für Derivate verlieren an preisbestimmender Relevanz und die physische Nachfrage explodiert in Anbetracht der desperaten Geld- und Fiskalpolitik sowie der eskalierenden globalen Schuldensituation. Damit wird die Nachfrage nach physischem Silber sukzessive wieder zum relevanten Faktor für die Preisbildung. Genau dieser Faktor hat auch in den Jahren 2008 bis 2011 zu einer Vervielfachung des Silberpreises geführt.

Nie zuvor in der Geschichte war Silber gegenüber Gold so günstig wie jetzt und nie zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg war die reale Gefahr einer Währungsreform oder zumindest substanzieller Kaufkraftverluste bei den Fiat-Währungen so stark ausgeprägt wie in den kommenden Jahren. Daher erfreut sich das weiße Edelmetall als Alternativwährung und zum Schutz von Vermögen so hoher Beliebtheit.

Eine „Normalisierung“ bei der Verschuldung, den Zinsen oder der quantitativen Geldpolitik (Gelddrucken) ist nicht mehr zu erwarten. Auch das spricht für einen zukünftig nachhaltig positiven Trend beim Silberpreis.

Die physische Nachfrage nach Silber stützt den Silberpreis

 

 

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