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Hans-Werner Sinn bei Marc Friedrich – die große Krise

Hans-Werner Sinn ist als ehemaliger Leiter des ifo-Instituts immer noch ein bundesweit hoch anerkannter und gern gesehener Gesprächspartner rund um ökonomische Themen. Seine Meinung hat Gewicht. Aktuell wurde er vom (durch große Medien als Crashprophet bezeichneten) Marc Friedrich interviewt zur aktuellen großen Krise.

Hans-Werner Sinn über zweite Corona-Welle und China

Laut Hans-Werner Sinn sei die zweite Corona-Welle längst da. Einen zweiten, echten und harten Lockdown könne Deutschland nicht verkraften – deswegen werde es ihn auch nicht geben. Man werde stattdessen versuchen Brandherde einzeln und lokal zu löschen. Besprochen werden von den beiden zahlreiche bestehende ökonomische Probleme, darunter die Südländer in Europa, für die der Euro nach wie vor zu teuer sei. Auch die Krise der Autohersteller wird angesprochen. Hier gehe es um Regulierungsprobleme.

Marc Friedrich spricht die starke Überschuldung in China an. Hans-Werner Sinn erwähnt hier aber die in wenigen Jahren stark gestiegene Bedeutung Chinas für Deutschland. Vor vier Jahren sei China noch das viert wichtigste Exportland für die deutsche Wirtschaft gewesen, heute sei es das wichtigste Land. Die dortige rasche konjunkturelle Erholung helfe derzeit auch sehr stark der deutschen Exportwirtschaft.

Schulden-Vergemeinschaftung

Auch besprechen Hans-Werner Sinn und Marc Friedrich ausführlich das Thema der neuen EU-Anleihen und der zunehmenden Staatsfinanzierung durch die EZB. Angesprochen werden auch die ursprünglichen Grundsätze zu Zeiten der Euro-Einführung, wonach die EZB die Staaten nicht direkt finanzieren dürfe. Aus der Formulierung hätte Juristen dann den Schluss gezogen, dass eine indirekte Finanzierung erlaubt sei, so wie sie jetzt laufe (Banken kaufen Staatsanleihen in der Erstauktion, verkaufen sie kurz danach an die EZB).

Auch werden von den beiden Themen angesprochen wie eine mögliche Hyperinflation, das massive Rentenproblem und die großen wirtschaftlichen Probleme, die in Deutschland schon in zehn Jahren sichtbar sein sollen. Hans-Werner Sinn formuliert es drastisch und klar. Europa gehe über in ein dauerhaftes Siechtum bestehend aus dauerhaften Transfers nach Südeuropa, und ohne ausreichende Produktivität.

Bankenkrise

Egal ob die Zinsen nun wieder steigen würden, oder ob man weiter auf der Null-Linie bleibe. Auf die Banken in Europa werden laut Hans-Werner Sinn immense Probleme zukommen, die nicht ewig mit Sondermaßnahmen (wie es derzeit passiert) kaschiert werden könnten. Ein sehenswertes Gespräch, es lohnt sich! Nehmen Sie sich die Zeit.

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Hans-Werner Sinn
Hans-Werner Sinn. Foto: blu-news.org CC BY-SA 2.0



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6 Kommentare

  1. Das Entscheidende an dem Gespräch ist doch, dass ein Crashprophet den Ökonomen (wie die ganze Schar seiner Kollegen schon seit 2013) dazu bringen wollte, ein Datum für den großen Zusammenbruch zu nennen. Was wieder einmal nicht gelungen ist. Es kann noch 10 Jahre dauern. Bis dahin kann man noch einige Untergangsbücher schreiben und Tausende Untergangsvorträge halten. Bringt einfach mehr.
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  2. @ Immerwieder, tönt sehr nach Columbo, aber wer kann denn schon wissen wie lange und wie schädlich es die EU noch treibt. Das mit den Büchern ist nur lächerlich. Zu meinen ein W.Sinn sei von einigen Büchern anhängig zeugt von ausserordentlichen Fähigkeiten. Es ist einfach nur dumm die Warner wegen desTimings zu kritisieren und dabei indirekt die Aussagen anzuzweifeln.
    Es scheint, dass man die Eurokritiker nicht sehr liebt.Man könnte auch ein Buch schreiben über die vielen Vorzüge des Euro. Wäre eine Sache für DRAGHI im Ruhestand.

    1. @Bücherwurm. Haha. Wer hat denn die Crashbücher geschrieben? „Der Crash ist die Lösung“ (2014) oder der „Größte Crash aller Zeiten“ (2019)? Doch nicht Prof. Sinn. Sie scheinen nicht ganz verstanden zu haben, was der Ex-Ifo-Chef gesagt hat. Er sei kein Crashphilosoph und wisse nicht, wie lange die Schieflage noch halten wird. Nur Marc Friedrich wollte die Festlegung auf ein baldiges Datum. Weil er schon ein paar Wochen, Monate, Jahre vor dem Unausweichlichen warnt.

      1. @Immerwieder

        Stimmt, der @Bücherwurm hat das falsch verstanden. Und dann nennt er noch @Columbo. Das ziemt sich nun gar nicht🥴.

  3. Aha, Industrieproduktion in Italien wie in den 80 er Jahren ? Wer hat denn da kürzlich von Super – Monatszahlen gesprochen ? Monatszahlen und Falschinformation bitte einfach vergessen!

  4. @ Immerwieder,sie trösten sich und kritisieren die Propheten weil die Notenbanken mit Billionenschulden das Problem für einige Jahre verschieben könnten.Eine ehrenhafte Haltung.Wenn sie der Poster sind , den ich vermute, dann haben sie sich doch in den letzten Monaten einen Super -Ruf erworben mit der Corona Schönredererei.SCHÖNREDEN IST SOOO SCHÖN UND VIELE SIND GLÜCKLICH.

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