Immobilien

3-Zimmer-Wohnungen in 14 Städten Immobilienpreise um bis zu 8% in Großstädten gesunken

Der Immobilienmarkt ist in einer großen Wende. Immobilienpreise in Großstädten fallen bereits um bis zu 8 %, wie es aktuelle Daten zeigen.

Leere Wohnung

Die Immobilienpreise in Deutschland sind seit Sommer 2022 eindeutig auf dem Rückmarsch. Das zeigt Monat für Monat zum Beispiel der Europace Hauspreisindex, der letzte Woche für Dezember präsentiert wurde. Alleine in den letzten drei Monaten fielen dem Index zufolge die Immobilienpreise im Monatsvergleich um 1,80 %, 1,26 % und zuletzt 1,21 Prozent. Nicht nur die Notenbank-Zinsen stiegen zuletzt schnell an. Auch die Bauzinsen stiegen bereits seit 12 Monaten rasant an von 1,0 % auf heute 3,79 %, laut Interhyp. Damit sorgen sie für eine große Umwälzung am Immobilienmarkt. Projekte für gewerbliche Käufer, Bestandsobjekte wie auch Neubauten für private Häuslebauer wurden unrentabel beziehungsweise unerschwinglich. Interhyp hatte übrigens letzte Woche für das Jahr 2023 Bauzinsen in einer Range von 3 bis 4 % prognostiziert, bei hohen Schwankungen. Heute nun liegen für das vierte Quartal 2022 Preisdaten für Immobilien vom Portal immowelt vor. Demnach sieht man in deutschen Großstädten von Dezember 2021 bis Dezember 2022 Rückgänge der Preise von bis zu 8 %.

Immobilienpreise fallen deutlich in Großstädten – Blick auf Wohnungen

immowelt hat heute seinen „Preiskompass“ veröffentlicht (hier auf sieben Seiten einsehbar). Das Jahr 2022 läutete demnach eine deutliche Trendwende auf dem deutschen Immobilienmarkt ein. Nach Jahren des steten Preisanstiegs für Wohneigentum sinken die Immobilienpreise nun spürbar. Laut immowel sind in 13 von 14 untersuchten Großstädten die Angebotspreise von Bestandswohnungen zwischen Dezember 2022 und dem Vergleichsmonat 2021 gesunken – in der Spitze sogar um 8 Prozent. Im Quartalsbericht wurden auf immowelt.de angebotene Bestandswohnungen (75 Quadratmeter, 3 Zimmer, 1. Stock, Baujahr 1990er-Jahre) untersucht. Der starke Anstieg der Bauzinsen im vergangenen Jahr habe zu einer sinkenden Nachfrage geführt, da sich viele Menschen den Immobilienkauf derzeit nicht mehr leisten können. So kam es zu ersten Anpassungen bei den Angebotspreisen von Eigentumswohnungen.

Preisrückgang von 6 Prozent in Hamburg und München

In München, der teuersten Stadt Deutschlands, gingen die Angebotspreise für Bestandswohnungen laut immowelt um 6 Prozent zurück. Im vergangenen Dezember liegt der Preis pro Quadratmeter in München mit 8.953 Euro sogar wieder unter der Marke von 9.000 Euro. Ende 2021 lag der Quadratmeterpreis nach einem Anstieg von 11 Prozent noch bei 9.482 Euro. In Hamburg erlebten die Immobilienpreise ebenfalls einen merklichen Knick: Der Preis liegt mit 6.424 Euro 6 Prozent niedriger als noch im Vorjahr. In den anderen deutschen Millionenstädten Berlin und Köln ist der Immobilienmarkt derzeit noch etwas robuster. In Berlin ging der Quadratmeterpreis um 1 Prozent auf 5.040 Euro zurück. In Köln bleiben die Preise konstant bei 5.276 Euro pro Quadratmeter. Die Rheinmetropole ist somit die einzige der untersuchen Städte, in der keine Preiskorrektur stattgefunden hat.

Preiskorrekturen am Immobilienmarkt in den Wirtschaftszentren Frankfurt und Stuttgart

Frankfurt am Main und Stuttgart zählen abseits der Metropolen zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Deutschlands. Als Zentren der Finanzindustrie beziehungsweise Automobilwirtschaft bieten beide Städte laut Aussage von immowelt viele gut bezahlte Arbeitsplätze. Das sorgte in den vergangenen Jahren für Zuzug und Nachfrage nach Wohnraum – in der Folge stiegen die Immobilienpreise (Wohneigentum). In beiden Städten lassen sich nun aber ebenfalls Preiskorrekturen beobachten. In Stuttgart gingen die Angebotspreise um 2 Prozent auf 5.419 Euro pro Quadratmeter zurück. In Frankfurt fällt die Korrektur mit -5 Prozent sogar noch deutlicher aus. In Frankfurt wird der Quadratmeter derzeit für 6.163 Euro angeboten.

Deutliche Preisabschläge bei Immobilien in Nürnberg, Hannover und Essen

Die mitunter größten Rückgänge der Immobilienpreise verzeichnen aber Städte, die in der Vergangenheit nicht unbedingt als Preishotspots galten. In Nürnberg sackte das Preisniveau um 6 Prozent auf 3.881 Euro ab, in Hannover gar um 7 Prozent auf 3.648 Euro. Den größten Rückgang der Untersuchung verzeichnet mit -8 Prozent Essen. In der Ruhrgebietsstadt wird der Quadratmeter aktuell für 2.767 Euro angeboten. Offenbar waren in diesen Städten die Preise von Immobilien zuletzt überbewertet, und nähern sich nun wieder einem marktgerechteren Niveau an. In den ostdeutschen Großstädten ist das Preisniveau zwar tendenziell noch niedriger, aber auch dort geben die Preise nach. In Dresden steht ein einprozentiger Rückgang auf 2.842 Euro zu Buche, in Leipzig ging es um 2 Prozent auf 2.584 Euro pro Quadratmeter herunter.

Analyse der großen Wende am Immobilienmarkt

Immowelt merkt zur großen Wende am Immobilienmarkt folgendes an, Zitat: Sonderthema in dieser Ausgabe des immowelt Preiskompass ist die aggregierte prozentuale Preisentwicklung für ganz Deutschland im 5-Jahresvergleich. Betrachtet man diese Entwicklung, lässt sich ein stetes und beschleunigtes Wachstum erkennen, das in einem jähen Rückgang im Jahr 2022 mündet. Die deutliche Erhöhung der Bauzinsen 2022 hat also dafür gesorgt, dass sich die Stimmung auf dem Immobilienmarkt schlagartig drehte. Nach jährlichen Preiszuwächsen von bis zu 13 Prozent stellte sich nicht etwa zunächst eine Verlangsamung des Wachstums ein, sondern die Zinserhöhung mündete direkt in einem Rückgang von 1 Prozent.

Rückgang der Immobilienpreise in deutschen Großstädten Grafik: immowelt



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8 Kommentare

  1. Pingback: Wohnimmobilien: Noch 10 % Preisrutsch 2023 in Westfalen-Lippe - finanzmarktwelt.de - Immo-journal

  2. Der Betongoldrausch ist vorbei liebe Immobilienbesitzer und Spekulanten!

    Und wie Städte nach einem beendeten Goldrausch aussehen ist ja bekannt ;-)

    Gold ist Gold und Beton bleibt Beton.

    1. Es wurde in den letzten Jahren sehr auf Luxuswohnungen, bzw. gehobenen Standard gesetzt (so die Werbebroschüre), dann aber trotzdem nur eine Gastherme als Durchlauferhitzer mit evtl 60 l Speichervermögen eingebaut. Nicht mal Fußbodenheizung.
      Diese Masche geht eben jetzt zu Ende. Auch die hohen Grundstückskosten tragen zu hohen Wohnkosten bei.

  3. @Betongoldgräber, Sie sind wahrscheinlich Mieter und sollten keine Schadenfreude ausdrücken, denn wenn die vorher um mehr als 50% gestiegenen Immos um 10 bis 20% fallen wird dies wenig Probleme für Besitzer geben.Mieter müssen aber mit happigen Aufschlägen rechnen, denn mehr als 100% gestiegene Hypozinsen dürfen und müssen sogar gesetzlich weitergegeben werden. Wenn nicht, wird noch weniger gebaut und Angebot und Nachfrage wird die Situation noch verschärfen.Immos sind langfristig und reale Investitionen, selbst der grosse Immocrash 2011 in den USA hatte sich 2014 schon wieder erledigt und die Preise auf Vorkrisenniveau stabilisiert. Der Markt ist träge und immobil und es gibt keine Derivate wo ich das Haus des Nachbars 100mal verkaufen kann ( Leerverkäufe) ohne es zu besitzen.

    1. @ Immobilionär

      Mit Immobilienbesitzer waren Besitzer von nicht selbst bewohnten Immobilien gemeint. Das war etwas undeutlich.

      Jeder redet sich sein Investment schön, so wie er es gerne hätte. Das ist anscheinend irgendwie üblich.

      „Mieter müssen aber mit happigen Aufschlägen rechnen, denn mehr als 100% gestiegene Hypozinsen dürfen und müssen sogar gesetzlich weitergegeben werden.“

      Das wird aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten aber schwierig werden und den sozialen Frieden gefährden. Packen sie mal einer nackten Person in die Tasche.

      Zudem gibt es doch schon Mietendeckel. Beispiel Berlin.

      Oder Kappungsgrenzen wie in NRW. Dort dürfen jetzt schon Mieten nur innerhalb von drei Jahren bis zum Erreichen der ortsüblichen Vergleichsmiete maximal um 15 oder 20 Prozent angehoben werden. Je nach örtlich festgelegter Kappungsgrenze ;-)

      https://www.land.nrw/pressemitteilung/ministerin-scharrenbach-neue-kappungsgrenzen-verordnung-fuer-nordrhein-westfalen#:~:text=Nach%20Paragraph%20558%20B%C3%BCrgerliches%20Gesetzbuch,Vergleichsmiete%20erh%C3%B6ht%20werden%20(Kappungsgrenze).

      Für den Erhalt des sozialen Friedens wird eine zukünftig noch linkslastigere Regierung wohl bald den Berliner weg einschlagen ;-)

      Wen interessiert dann noch Angebot und Nachfrage?

      Und in der Not wird wie in Berlin enteignet.

      Da können Sie sich dann ja bei der Regierung ihres Vertrauens beschweren.

  4. Genial wie da Berlin auf Kosten der Steuerzahler ( Bewohner der Immobilien) das Wohnungsproblem löst. Schade ,dass man den Sozialismus nicht früher erfunden hat. Wie war der Spruch des Ex- Präsidenten, Berlin ist arm aber sexi.
    LINKE TASCHE RECHTE TASCHEfunktioniert nur wenn die gebende Tasche einem Fremden gehört. Im Moment sind es noch die reicheren Bundesländer die reich aber unsexi sind.

    1. @ Der Staat machts

      Der Staat, das sind wir bzw. die Mehrheit in der Bevölkerung.

      Wenn die Mehrheit eine Enteignung von Immobilienfirmen und Mietpreisbremsen fordert, dann wird sich die Politik dem nicht verschließen, besonders wenn es der eigenen politischen Ideologie entspricht (und davon scheint es immer mehr zu geben).

      Und die Mehrheit der Deutschen lebt nun einmal zur Miete in Deutschland (Stand 2021).

      https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Bevoelkerung-Arbeit-Soziales/Soziales-Lebensbedingungen/Mieteranteil.html#:~:text=Deutschland%20ist%20das%20Mieterland%20Nummer,Polen%20(13%2C2%20%25).

      Wenn die Mieter ein Problem bekommen dann wird die Politik auch ein ziemlich großes Millionen Wähler umfassendes Problem bekommen.

      Das Wohnungsproblem wird im Notfall mit dem (Steuer-)Geld bzw. dem Vermögen der „Immobilionäre“ gelöst. Die sind Wohlhabend und wenn es noch was zu holen gibt, dann zuerst bei denen.

      Das dies bzw. der Sozialismus auf Dauer nicht funktionieren kann sieht man dann in 20…30 oder was auch immer an Jahren.

  5. Eine steigende Migration erzeugt zwar eine hohe Nachfrage, aber die dazu notwendigen Arbeitsplätze damit sich die Menschen „selber versorgen“ können existieren faktisch nicht. Und wenn dieser Parteienstaat weiterhin die gut ausgebildeten Arbeitnehmer besteuert dann wandern diese halt aus oder wählen die rot grüne Enteignung. Von mir aus steigen die Mieten um eine Millionen Prozent. Wenn steigende Zinsen keine Auswirkung auf die Preise haben, dann ist das kein Kapitalismus, sondern ein System das sich für fleissige gut ausgebildete Mitmenschen nicht mehr lohnt.

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