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Insolvenzen rückläufig – nach IWH jetzt die staatlichen Statistiker mit ihrer Meldung

Schild mit Aufschrift Insolvenz

Vorgestern berichteten wir von der Jubelmeldung des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), wonach die Zahlen im Monat Mai 11 Prozent unter den Aprilzahlen und mehr als 30 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats liegen sollen. Also die beste aller Welten? Heute hat das Statistische Bundesamt seine neuesten Daten zum Thema Insolvenzen veröffentlicht.

Staatliche Statistiker über Insolvenzen

Demnach gibt es endgültige Zahlen für das 1. Quartal, wo es 19,7 Prozent weniger Unternehmens­insolvenzen gab als im 1. Quartal 2020. Zwecks Erläuterung erwähnen die staatlichen Statistiker heute, dass ein Grund für die niedrige Zahl beantragter Insolvenzen bei Unternehmen die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht für überschuldete Unternehmen bis Ende 2020 sei. Das Wiedereinsetzen der Antragspflicht zeige sich noch nicht in den Ergebnissen für das 1. Quartal 2021. Ausgesetzt war die Insolvenzantragspflicht im 1. Quartal 2021 weiterhin für Unternehmen, bei denen die Auszahlung der seit 1. November 2020 vorgesehenen staatlichen Hilfeleistungen noch aussteht. Für diese Unternehmen wurde die Pflicht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens erst zum 1. Mai 2021 wieder vollumfänglich eingesetzt.

Im Chart sieht man seit dem Jahr 2008 den Verlauf der „eröffneten Regelinsolvenzverfahren“. Im Jahr 2020 war diese Zahl von Monat zu Monat gesunken, bis sich zum Jahresende im November (+5 %) und Dezember (+18 %) eine Trendumkehr abzeichnete. Im 1. Quartal 2021 setzte sich der Anstieg mit Ausnahme des Januars (-5 %) laut den Statistikern fort. Im Februar 2021 (+30 %) und März (+37 %) stieg die Zahl jeweils deutlich gegenüber dem jeweiligen Vormonat. Ab April aber waren die Zahlen wieder rückläufig. So sank die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren im April im Vergleich zum März um 17 Prozent, sie lag allerdings weiterhin über dem Niveau des Vorjahresmonats (+10 % gegenüber April 2020). Im Mai 2021 sank die Zahl eröffneter Regelinsolvenzverfahren weiter. So wurden im Mai 7 Prozent weniger Verfahren eröffnet als im April. Die Zahl lag aber noch 5 Prozent höher als im Mai 2020. Im Chart sieht man es bei genauem Hingucken. Im Jahresvergleich eine höhere Zahl, aber die letzten beiden Monate sind schon wieder rückläufig.

Chart mit langfristigem Verlauf bei Insolvenzen

So beurteilt Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, diese aktuellen Daten:



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7 Kommentare

  1. Was hatte da so manch einer für den Frühjahr progostiziert? Flächendeckende Pleitewellen, Bankenzusammenbrüche, deflationäre Schocks mit Hyperinflation(auch „Deflyperinflation“ genannt-Copyright für diese Wortschöpfung by Columbo) gerne auch mit begleitenden Bürgerkriegen europaweit.
    Und wieder einmal nichts.
    Ach ja, kleiner Irrtum, noch etwas zu früh, weil…wegen…
    Aber im Herbst geht‘s dann so richtig los…oder auch im Frühjahr…oder nächsten Herbst…oder übernächsten…
    Ja wann denn dann? Nur ungefähr bitte…

    1. bitte nicht über andere lustig machen.

      Wollen Sie wirklich eine Katastrophe ? Sie sind keinen Deut „besser“ als die Pessimisten.
      Wollen Sie ein Horrorszenario ? Anscheinend haben Sie noch nie so etwas erlebt,daher sollte man
      sich darüber nicht auslassen.Wir wollen alle ein vorhersehbares Leben ,was es definitiv nicht gibt.
      Nicht in Ihrer Welt als auch in einer anderen, zum Glück !

      1. @franco 33

        Meine Güte, anscheinend haben Sie die Ironie nicht herausgehört.
        Natürlich will ich kein Horrorszenario…es wird auch keins kommen.

    2. Deflyperinflatori

      @Columbo, da kann ich weiter helfen. Prognostiziert wird das von den Profis regelmäßig quartalsweise seit etwa 15 Jahren. Oder sind es schon 20? Das multipliziert mit dem Deflyperinflationsfaktor© nach Columbo ergibt einen Zeitraum von 0,5 bis 200 Jahre. Die Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel der FFF-Generation wird es wohl treffen. Ist das ungefähr genug?

      1. @Deflyperinflatori

        Ich danke. Mit den von Ihnen freundlicherweise zur Verfügung gestellten Zahlen kann ich schon eher was anfangen👍.

  2. Das kann ja nichts werden mit dem großen Zombie-Sterben, wenn die einfach an die Börse abwandern und dort noch ein langes, glückliches Untoten-Leben mit saftiger Alterspension genießen dürfen.
    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Hobby-Zocker-entdecken-Boersen-Zombies-article22609517.html

  3. Sebastian Tandler-Strauß

    Bei dem Thema kommt mit immer ein prominenter Vertreter der Österreichischen Schule in den Sinn. Die ist ja bekanntlich eine theoretische Strömung der Volkswirtschaften. Wie sieht es eigentlich in der Praxis aus, soz. die gelebte Österreichische Schule?
    https://www.n-tv.de/politik/Der-Kanzler-kommt-nicht-aus-dem-Chat-Sumpf-article22609623.html

    Wenn das hoffentlich mal nicht in den Nachbarländern Schule macht. Zumindest nicht über die Bayerische Volkspartei der Mitte hinaus, von der sind wir Ähnliches seit 70 Jahren gewohnt.

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