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Jim O´Neill und Chinas Wirtschaftskontraktion

Von Kilian Kimmel

Jim O’Neill war Goldman-Sachs-Chefsvolkswirt und hat im Jahr 2001 das Kürzel BRIC erfunden. Brasilien, Russland, Indien und China seien die Wachstumsmärkte der Zukunft sagte er ohne Unterlass. Später, im Jahr 2005 kamen dann noch u.a. die Staaten Südafrika, Indonesien, Mexiko, Südkorea, Türkei und sogar Nigeria hinzu, die sogenannten Next Eleven. Die Emerging Markets waren erfunden, die uns reich machen sollten und die Emerging-Market-Fonds (Schwellenländer-Fonds) sammelten Milliarden von ihren begeisterten Anlegern ein.
Diese Milliarden flossen in diese Schwellenländer, die damit fröhlich konsumierten und am liebsten Waren aus dem Ausland, weil bei Ihnen gabs ja nix was sie hätten für viel Geld kaufen können. Und je grösser das Leistungsbilanzdefizit wurde, desto grösser wurde die Abhängigkeit von ausländischem Kapital.
Jetzt sagt die FED „Lebewohl“ zu den Schwellenländern, weil die Währungshüter die Flut des billigen Geldes drosseln – und sogleich warnte der Lenkungsausschuss des IWF vor einer Destabilisierung der Schwellenländer durch das Ende des billigen Geldes.
Soso…..Kapitalströme haben also auch die Eigenschaft sich umzudrehen und dabei den beim Zufluss erst angeschobenen Wirtschaftsaufschwung in den Empfängerländern, durch Abfluss wieder abzuwürgen. Zeit für ein neues Kürzel, dachte sich Morgan Stanley Ende 2013 und erfand das Kürzel The Fragile Five: Brasilien, Indien, Indonesien, Türkei und Südafrika.
Nach Auskunft der EZB wäre aber eine gezieltere Betrachtung bei den Schwellenländern hilfreicher: Entscheidend ist die Leistungsbilanz des jeweiligen Landes. Hier wären zwei hoffnungsvolle Kanditaten für die Zukunft zu nennen, The Hopeful Two: Mexiko und die Rebublik der Philippinen. Bemerkenswert: Die Philippinen zeigen sogar einen Exportüberschuss in ihrer Leistungsbilanz.
Aber was ist mit China ? China ist heute das Land der Zombie-Firmen: Konzerne, die Kredite benötigen um ihre ausser Kontrolle geratenen Unternehmensschulden finanzieren zu können. Chinas neue Führung will nun weg vom Exportmodell, die inneren Wachstumskräfte entfesseln und langsam die Luft aus ihrer Kreditblase lassen.
Das geht schief, weil solche volkswirtschaftlichen Binnenmodelle überall dort, wo sie angewandt wurden, bereits schief gegangen sind: Konjunktureinbruch und Pleiten sind vorprogrammiert. Und so bleibt dem Lateiner nur zu sagen: Ilt, missa est….Geht, die Messe ist zu Ende.



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