Immobilien

Signa-Krise Julius Bär restrukturiert 606 Millionen Franken großes Einzelengagement

Die Schweizer Bank Julius Bär bestätigt heute, dass Abschreibungen sich auf ein größte Engagement beziehen, mutmaßlich Signa-Kredite.

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Julius Bär Logo. Photographer: Stefan Wermuth/Bloomberg

Eine erste Firma aus dem Signa-Immobilienimperium von Rene Benko hat Insolvenz angemeldet, und die Gruppe droht nun weiter zu zerbröckeln. Offenbar streckt der steinreiche Klaus-Michael Kühne seine Hand aus nach dem Prestigeprojekt Elbtower – an das er nun relativ leicht herankommen dürfte? Auch wird nun erkennbarer, wer alles im Benko-Universum beteiligt war. Banken zum Beispiel, die Kredite vergeben hatten, müssen diese Krise in ihren Büchern berücksichtigen. So sehen wir es derzeit bei der renommierten Schweizer Bank Julius Bär, die sich aktuell zu Wort meldet mit einer offiziellen Mitteilung.

Das Schweizer Bankhaus Julius Bär bestätigt heute, dass sich die im November sprunghaft erhöhten Kreditrisikovorsorgen in erster Linie auf “das größte Einzelengagement im Private Debt Kreditbuch” in Höhe von 606 Millionen Franken (628 Millionen Euro) beziehen, so Bloomberg aktuell. Der Betrag umfasst drei Kredite an verschiedene Parteien “innerhalb eines europäischen Konglomerats”, wie Julius Bär mitteilte, ohne den Namen des Kunden zu nennen. Bloomberg News hatte vergangene Woche aber berichtet, dass Julius Bär die betroffenen Kredite an Firmen im Umfeld von Rene Benkos Signa-Gruppe ausgereicht hatte.

“Das Gesamtengagement gegenüber dieser Kundengruppe ist durch mehrere Pakete von Sicherheiten in Verbindung mit Gewerbeimmobilien und Luxuseinzelhandel besichert und unterliegt nun einer längerfristigen Restrukturierung”, so Julius Bär weiter. Das Bankhaus habe Maßnahmen ergriffen, um seine Interessen zu schützen und den Wert der gestellten Sicherheiten zu erhalten, und werde bei Bedarf weitere Wertberichtigungen buchen. Im November waren auf einen Schlag 70 Millionen Franken zurückgestellt worden.

Die Signa-Gruppe suchte am Wochenende weiter nach einer Rettungsleine, um in letzter Sekunde eine Insolvenzwelle des Immobilien- und Handelsimperiums abzuwenden. Eine deutsche Tochter der Edelimmobilien-Sparte Signa Prime Selection hat laut einem Bericht des Spiegel bereits am Freitag Insolvenzantrag gestellt. Es war nicht die erste Insolvenz in der Gruppe, aber das erste Mal, dass die Zahlungsunfähigkeit nicht nur Signas Handelsbereich erfasste, sondern auch das Immobiliengeschäft. Weitere Insolvenzen könnten Insidern zufolge in den nächsten Wochen folgen.

FMW/Bloomberg



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