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Kredit statt Dispo: Warum Verbraucher das Konto nicht überziehen sollten

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Wenn Menschen schnell und kurzfristig Geld zur Verfügung haben müssen, ist der Dispo eine gute Sache. Allerdings sind mit der Überziehung des Kontos teils hohe Kosten verbunden. Gelegentlich ist es sinnvoller, auf einen Ratenkredit zu setzen. Dieser geht mit niedrigeren Zinsen einher und bietet flexible Laufzeiten. Außerdem können so auch hohe Kreditsummen genutzt werden. Des Weiteren ist es von Vorteil, dass die Zinssätze bei einem solchen Kredit immer gleich bleiben und die Kreditbedingungen an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden können. Wenn das Konto bereits deutlich überzogen ist, sollte daher über eine Umschuldung nachgedacht werden.


pixabay.de © Gerd Altmann CCO Public Domain
Für die eigenen Finanzen ist ein Ratenkredit meist günstiger als der Dispo.

Kredite gehen mit deutlich niedrigeren Zinsen einher

Der Dispo ist äußerst praktisch, aber sehr teuer. Es ist keine Seltenheit, dass Banken für die Nutzung des Dispos Zinsen von 10 % verlangen. Einige Geldinstitute rufen sogar 13 % an Dispozinsen auf. Das gilt zumindest solange, wie der gesetzte Disporahmen eingehalten wird. Die Banken stellen ihren Kunden nur einen Kreditrahmen zur Verfügung, der meist mehrere regelmäßig eingehende Monatsgehälter umfasst. Wenn dieser Kreditrahmen überschritten wird, kostet ein Dispo schon einmal 19% an Zinsen.

Angesichts der aktuellen Niedrigzinspolitik der EZB ist es daher viel sinnvoller, auf einen Ratenkredit zu setzen, statt den Dispo zu nutzen. Ein solcher Kredit kostet häufig nur 2-3% oder ist sogar noch günstiger zu haben. Die Banken müssen gelegentlich Strafzahlungen an die EZB leisten, wenn sie dort Geld parken. Sie haben deswegen ein Interesse daran, Kredite zu vergeben und ihr Geld lieber zu verleihen. Deswegen sind Ratenkredite derzeit ausgesprochen günstig zu haben.

Bei einem Kredit gibt es flexiblere Laufzeiten

Ein Dispo ist in der Regel keine Variante, um sich Geld langfristig zu leihen. Die Banken erwarten, dass überzogene Konten schnellstmöglich wieder ausgeglichen werden. In der Regel steht hierfür ein Zeitfenster von zwei Monaten zur Verfügung. Wer jedoch kurzfristig Geld braucht, benötigt oft länger, um dieses zurückzahlen zu können.

In einem solchen Fall lohnt sich der Griff zu einem Ratenkredit. Hier sind die Laufzeiten flexibel und können auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Je nach Art des Kredits ist es möglich, Laufzeiten von 12 bis 120 Monaten zu vereinbaren. Hierdurch ist es den Kreditnehmern möglich, die Rückzahlung genau zu planen und über einen sinnvollen Zeitraum zu strecken. Wer zum Beispiel weiß, dass in einem halben Jahr ein größerer Geldeingang zu erwarten ist, kann die Zeit bis dahin mit einem Kredit überbrücken.

Deutlich höhere Kreditsummen stehen zur Verfügung


pixabay.de © angelo luca iannaccone CCO Public Domain
Bei einem Kredit können deutlich höhere Kreditsummen genutzt werden als beim Dispo.

Bei einem Dispo gibt es einen konkreten Kreditrahmen. Die Banken orientieren sich hierbei an den regelmäßigen Geldeingängen auf dem Konto. Davon ausgehend können sie einschätzen, welche Kreditsummen von den Kreditnehmern tatsächlich zurückgezahlt werden können. Diese haben dann nur innerhalb dieses Kreditrahmens die Möglichkeit, ihr Konto zu überziehen und zusätzliches Geld auszugeben.

Bei bestimmten Anschaffungen oder unerwarteten Rechnungen kann es jedoch passieren, dass mehr Geld benötigt wird, als der Disporahmen hergibt. In einem solchen Fall bietet sich die Nutzung eines Ratenkredites an. Hier können deutlich höhere Kreditsummen genutzt werden. Allerdings kann es nötig sein, eine Bonitätsprüfung über sich ergehen zu lassen und gegebenenfalls Sicherheiten bereitzustellen. Ist dies erst einmal erledigt, steht deutlich mehr Geld bereit, das für die individuellen Ausgaben eingesetzt werden kann.

Die Zinssätze bleiben immer gleich

Die Zinssätze bei einem Ratenkredit bleiben immer gleich. Die Kreditnehmer wissen somit von Anfang bis Ende, worauf sie sich einlassen und mit welchen Kosten sie zu rechnen haben. Das ist bei einem Dispo nicht der Fall. Hier können die Banken gegebenenfalls Anpassungen vornehmen und höhere Zinsen für eine Kontoüberziehung verlangen. Ein Ratenkredit bietet somit mehr Planungssicherheit und verhindert, dass unerwartete Mehrkosten entstehen.

Allerdings kann die Zinsbindung auch negative Konsequenzen nach sich ziehen. Wenn die Zinsen am Markt sinken, sind Kredite günstiger zu haben. Wer dann noch in einem alten Vertrag feststeckt, zahlt häufig mehr, als nötig wäre. In einem solchen Fall lohnt es sich, über eine Umschuldung nachzudenken. Es kann ein günstiger Kredit aufgenommen werden, um einen teuren abzubezahlen. Durch niedrige Zinssätze lässt sich so eine Menge Geld sparen.

Anpassungen an die individuellen Bedürfnisse sind möglich

Ratenkredite lassen sich mühelos an die individuellen Wünsche anpassen. So ist es beispielsweise möglich, die Laufzeit zu verlängern, um so geringere Monatsraten bezahlen zu müssen. Auf der anderen Seite können höhere Raten vereinbart werden, um den Kredit möglichst schnell wieder los zu sein. Solche individuellen Anpassungen sind beim Dispo nicht möglich. Hier gelten ausschließlich die Geschäftsbedingungen der jeweiligen Bank. Diese sind so allgemein gehalten, dass sie für alle Kunden gleichermaßen angewendet werden können. Wer auf einen Ratenkredit setzt, profitiert somit von einer größtmöglichen Individualität.

Kredite für Anschaffungen oder zur Umschuldung aufnehmen

Aufgrund all dieser Argumente ist es sinnvoll, bei anstehenden Anschaffungen oder für eine Umschuldung auf Kredite zu setzen. Hierbei sollte ein umfassender Kreditvergleich durchgeführt werden. Bei diesem können unterschiedliche Faktoren wie die Laufzeit, die Kreditsumme und die monatlichen Raten einander gegenübergestellt werden. Mit wenig Aufwand ist es so möglich, einen wirklich lohnenswerten Kredit zu finden, der für die eigenen Projekte und Aufgaben am besten geeignet ist. Sollte der Dispo bereits überzogen sein, ist es auf diese Weise kein Problem, ihn kurzfristig auszugleichen. Innerhalb kürzester Zeit lässt sich so eine Menge Geld sparen, da die Dispo-Kosten tageweise abgerechnet werden. Doch auch wenn Haushaltsgeräte ausfallen und neu angeschafft werden müssen oder ein Wunsch wie eine Traumreise oder ein neues Auto erfüllt werden soll, bietet sich der Griff zum Ratenkredit an.

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Negativzinsen und Druckerpresse: Auswirkungen auf Menschen und Schrottunternehmen

Claudio Kummerfeld

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Negativzinsen helfen Schrottfirmen und schaden den Sparern

Die Druckerpressen von EZB, Federal Reserve und Co laufen auf Hochtouren. Und dank dem neuem US-Präsidenten Joe Biden (Vereidigung am 20. Januar) dürfte das Tempo an neu geschaffenem Geld und neuer Staatsverschuldung nochmal Fahrt aufnehmen. Auch die Eurozone steht dem mit der EZB in Nichts nach. Die Null- und Negativzinsen bleiben weiter dort wo sie sind, und das auf lange Zeit. Das haben die Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks klar gemacht. Was passiert, wenn Negativzinsen und Druckerpresse auf Menschen und Schrottunternehmen treffen? Hier kurz und knapp zwei Beispiele.

Die Schrottunternehmen werden auch gerne als Zombieunternehmen bezeichnet. Dies sind Unternehmen, die zum Beispiel noch nicht mal genug Geld verdienen um ihre Zinslast auf Kredite bedienen zu können. Oder sie überleben nur noch dank Staatshilfen, aber nicht aus strukturell echten Einnahmen. Wer Schrott ist, muss am Kapitalmarkt für Schulden eine höhere Risikoprämie zahlen. Denn der potenzielle Käufer von Schrottanleihen will sich das höhere Risiko einer Nicht-Zurückzahlung der Anleihe natürlich honorieren lassen. Von daher notieren die Renditen von Junk Bonds (Anleihen begeben von Unternehmen mit zweifelhafter Bonität) immer deutlich höher als die von gut angesehenen Unternehmen.

Derzeit aber, wo die Notenbanken alles mit frisch gedrucktem Geld überschwemmen und wo die Negativzinsen alles runterdrücken, da profitieren auch die Zombieunternehmen von immer weiter fallenden Renditen für ihre Schulden. Wie der folgende zehn Jahre zurückreichende Chart zeigt, ist die durchschnittliche Rendite für Junk Bonds in den USA auf ein neues Rekordtief von 4,45 Prozent gesunken, mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Die Zombies freuen sich also über immer geringere Kosten für ihre Schulden.

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Der Spar-Michel zahlt die Zeche

Man erinnere sich noch zurück, als hier und da die aller erste Sparkasse oder Volksbank Negativzinsen für Kontoguthaben einführte. Was gab das für einen Aufschrei. Heute ist das Alltag. Und die Lawine rollt immer weiter. Die ganz frische Veröffentlichung des Portals Biallo zeigt, dass auch die Direktbanken immer stärker auf den Zug aufspringen. 240 Banken insgesamt kassieren mittlerweile Negativzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es 317 Geldhäuser. Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Elf Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu. Die DKB folgt aktuell der ING und führt ab sofort einen Negativzins in Höhe von minus 0,5 Prozent ein – für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Tagesgeld- und Girokonto. Wie bei der ING sollen Bestandskunden erst mal nicht betroffen sein.

Damit dürfte die Negativzins-Welle, die derzeit auf Sparer zurollt, noch mal deutlich an Fahrt gewinnen. Denn laut jüngsten Recherchen von Biallo haben auch große Regionalbanken in Hamburg, München und Köln zuletzt einen Strafzins für private Einlagen eingeführt. Erst gar keine Negativzinsen, jetzt gibt es immer mehr, aber mit Freibeträgen. Da das Umfeld aus Null- und Negativzinsen noch jahrelang anhalten wird, und da die Banken margentechnisch unter immer größerem Druck stehen, darf man annehmen, dass diese Freibeträge in Zukunft stetig verringert werden, und dass auch immer öfter von Bestandskunden Negativzinsen kassiert werden, und nicht nur von Neukunden.

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US-Arbeitsmarktdaten im Detail: Extrem schwach! Der Amazon-Effekt in brutaler Klarheit

Claudio Kummerfeld

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USA Flagge und Adler

Die US-Arbeitsmarktdaten wurden um 14:30 Uhr veröffentlicht mit einem Zuwachs von 245.000 Stellen für November, was deutlich schlechter war als erwartet (Prognose 470.000). Bezüglich der Gesamtzahl von 245.000 neuen Stellen gab es einen Abbau von 99.000 Stellen beim Staat. Somit gibt es im November 344.000 neu geschaffene Stellen im Privatsektor. Im Verarbeitenden Gewerbe gab es insgesamt einen Zuwachs von nur 55.000 Stellen. Im Untersektor Bergbau lag die Veränderung bei +1.000. Auf dem Bau waren es +27.000 Stellen, und in der Industrie +27.000. Die folgende Grafik zeigt die gesamten Daten für das Verarbeitende Gewerbe im November.

Zum Vergrößern bitte die Grafiken anklicken.

Grafik zeigt US-Arbeitsmarktdaten für November im Detail

Verbleibt bei den neu geschaffenen Stellen im November noch ein Plus von 289.000 Stellen im US-Dienstleistungssektor. Ein sehr schwacher Wert nach +783.000 im Oktober. Der Einzelhandel baute 34.700 Stellen ab. Das ist dramatisch, wo der Sektor doch als einer der Jobmaschinen gilt. Elektronikgeschäfte bauten netto 11.300 Stellen ab, Sport- und Buchgeschäfte 12.100 Stellen, und Kaufhäuser sowie große Supercenter (Walmart etc) verloren netto 20.800 Stellen. Gleichzeitig explodieren die Neueinstellungen bei Amazon und Co (also vor allem Amazon). Alleine im November wurden netto 81.900 neue Kurierfahrer eingestellt, und 36.800 Mitarbeiter in Warenlagern.

Grafik zeigt Details zu Job-Änderungen im US-Einzelhandel

Der Sektor „Professional and Business Services“ konnte 60.000 Stellen hinzugewinnen (sehr schwach), wobei hier alleine fast 70.000 neue Jobs bei Zeitarbeit und Hilfsarbeit entstanden. Andere Teilsegmente in dem Bereich bauten also eher Stellen ab. Der Bereich „Pflege und Bildung“ ist mit nur +54.000 Stellen auch sehr schwach dabei. Wobei der Bereich Bildung 5.700 Stellen abgebaut hat. Die Pflege schuf 59.600 neue Stellen. Der mit Abstand größte Einzelposten, wenn es um das schnelle Schaffen neuer Jobs in den USA geht, ist in der Regel der Bereich „Freizeit und Bewirtung“, also Restaurants, Freizeitparks etc.  Hier ist die Schaffung neuer Stellen im November extrem schwach ausgefallen mit gerade mal +31.000. Innerhalb dieses Segments wurden bei Restaurants und Bars sogar 17.400 Stellen abgebaut. Die zweite Corona-Welle lässt grüßen.

Grafik zeigt Details zu verschiedenen US-Jobdaten

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Coronavirus: Herdenimmunität, ein Geduldsweg, vor allem in Deutschland

Wolfgang Müller

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Die Impfung gegen das Coronavirus nimmt immer mehr Gestalt an, nicht nur in China, in Russland, in der Türkei, ab Montag in Großbritannien, aber bald auch in Deutschland. Endlich die Plage loswerden, immun werden, so die berechtigte Hoffnung Vieler. Eines aber spricht gegen eine rasche Herdenimmunität, auch in Deutschland – die Bereitschaft zur Impfung.

Coronavirus: Aktuelle und künftig Immunisierte

Betrachtet man sich die aktuellen Infektionszahlen, so erkennt man große Unterschiede bei den offiziell registrierten Infizierten mit dem Coronavirus. In den USA ist bereits jeder 23. Bewohner positiv auf Covid-19 getestet worden, in Frankreich jeder 29., in Spanien jeder 27., in Belgien und Tschechien jeder 20. – und in Deutschland? Jeder 76. Einwohner, bei einer Dunkelziffer von vielleicht Faktor drei bis vier, nach Einschätzungen von Virologen. Bleiben also noch über 78 Millionen, die es geschafft haben, sich vor dem Coronavirus zu schützen. Aber was ist mit den USA, wo selbst der Leiter der nationalen Seuchenschutzbehörde von einer Dunkelziffer mit unglaublichem Faktor 10 sprach? Wenn dies zuträfe, hätten schon unglaublich viele Amerikaner die Sache bereits überstanden. Worüber das deutsche Gesundheitswesen eigentlich sehr stolz sein kann, bringt aus jetziger Sicht einen zusätzlichen Nachteil bei der Herdenimmunität.

Die derzeitige Abneigung der Bundesbürger gegen die Impfung

Auch wenn es bereits einen gewaltigen Aufbau für die über 400 Impfzentren in Deutschland gibt, von denen kürzlich die Rede war und die ab 15. Dezember funktionsfähig sein sollen, wird das Thema Massenimpfung eine große Aufgabe werden. Es leben bereits über 83 Millionen Menschen in diesem Lande und bis die so oft zitierte 60 Prozent-Rate erreicht ist, könnte es doch eine Zeit dauern. Zumal mit der Entwicklung der Impfstoffe die Zahl der Impfwilligen sogar abgenommen hat. Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass derzeit nur 53 Prozent der Bundesbürger zu einer Impfung gegen das Coronavirus bereit sind.

Man bräuchte aber selbst bei einem 100-prozentigen Schutz 60 Prozent der Bevölkerung, die bei der Impfung mitmachen. Bei der bisher verkündeten Wirksamkeit von 95 Prozent sogar noch einige Prozent mehr.

Sicherlich gibt es viele Skeptiker, die sich berechtigt Sorgen um die Nebenwirkungen machen, die man derzeit bei der geringen Probandenzahl gewiss noch nicht ausschließen kann. Die Anzahl sollte aber abnehmen, wenn die Impfungen gut funktionieren. Ein paar Sonderfälle aber, in den Medien verbreitet, schon könnte die Bereitschaft abnehmen. Aber es gibt auch die radikalen Impfgegner, auch Gentechnikgegner, die bis zu einer Herdenimmunität immer noch eine Gefahr darstellen, als mögliche Spreader des Coronavirus.

Die Impfung ist ein gewaltiger Schritt – aber kein Wundermittel, welches in kurzer Zeit die Normalität versprechen kann. Man weiß heute noch nicht, wie lange ein Schutz wirksam sein wird und ob man als Geimpfter nicht doch noch als Virenspreader in Frage kommt. Es wird bei aller Freude über die Impfung noch einiges an Geduld brauchen, denn es werden bestimmt in kurzer Zeit Meldungen entstehen, die contra Impfung verwendet werden können. Zum Beispiel von Menschen, die plötzlich nach der Impfung schwer erkranken, weil sie vor der Impfung noch keine Symptome verspürt haben. Das allgemeine Gesundheitsrisiko bleibt, ebenso das „Fake News-Risiko“ in den sozialen Medien.

Die kommende natürliche Spaltung der Gesellschaft

Es ist sicherlich nicht an der Zeit, um sich allzu viel Gedanken über ein mögliches Zukunftsproblem im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Krise zu machen. Aber die Fragestellungen könnten schneller kommen, als man jetzt glaubt. Was passiert mit den Millionen, die es bald geben wird, die geimpft sind und immunisiert: sollen diese weiter Maske tragen und die vielen Sonderregeln beachten? Wird anfangs sicherlich aus Solidarität funktionieren, aber es werden ja täglich mehr. Gar nicht zu reden von den vielen Branchen, die von dem Zusammentreffen vieler Menschen profitieren, wie Tourismus, Kultur, Festveranstalter, diese werden sicherlich die Rückkehr zur Normalität fordern. Es werden sich Gruppen bilden, aber was passiert mit den Verweigerern einer Impfung?

Viele Fragen, nicht nur für den Ethikrat.

Fazit

Die letzten Monate haben gezeigt, wie lange es dauern würde, bis eine natürliche Herdenimmunisierung dem Coronavirus den Garaus machen könnte. Vor allem in Deutschland. Selbst bei 10.000 kontrollierten Fällen pro Tag (3,6 Mio/Jahr) wären es viele Jahre, bis man eine Herdenimmunität erreicht hätte. Ein Kollaps nicht nur für die Wirtschaft und viele Branchen, sondern auch eine unerträgliche Lage für die Menschen und dem Leben in ständiger Angst.

Es geht nicht um die Jugend – in Deutschland gibt es bereits über 21 Millionen Rentner und viele Risikogruppen unterhalb dieser Altersgruppe. Klar gibt es die berechtigten Bedenken über Nebenwirkungen, aber bei einer Impfquote von gut 50 Prozent würde man in Deutschland noch sehr lange mit SARS-CoV-2 leben müssen. Ohne wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus hätte aber gerade Deutschland ein längeres Problem. Es sollte sich eigentlich jeder über den medizinischen Fortschritt freuen, auf die Wirksamkeit der Impfung hoffen und sich auf eine baldige Rückkehr zu sozialen Gewohnheiten des Miteinanders innerlich einstellen. Es dürfte allerdings noch ein gerüttelt Maß an Geduld erfordern.

Über das Coronavirus und Herdenimmunität

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