Folgen Sie uns

Allgemein

Leonhard Fischer: „Die Märkte sind abgeschafft“! Interview mit Markus Fugmann

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Leonhard Fischer war Vorstand bei der Dresdner Bank und bei der Allianz – derzeit ist er Vorsitzender des Anlageausschusses beim „Zukunftsfonds„. Fischer ist ein Freund klarer Worte – und das stellt er in dem folgendem Interview mit Markus Fugmann eindrucksvoll unter Beweis!

„Es gibt keine Märkte mehr“, sagt Leonhard Fischer – eine Preisfindung über Angebot und Nachfrage finde auch an den Aktienmärkten nicht mehr statt. Da alle anderen Mätkte durch die Notenbanken manipuliert seien, würden die Investoren geradezu in die Aktienmärkte gezwungen. Aufgrund dieses Zwangs wiederum spielten Bewertungen an den Aktienmärkten im Grunde gar keine Rolle mehr.

Die Zinsen sind nun unter der Inflation – wodurch sich die Kreditaufnahme rentiere. Priveligiert sei, so Fischer, wer Zugang zu Krediten habe, ob auf staatlicher Ebene (Deutschland mit unbegrenztem Kreditzugang), oder auf persönlicher Ebene (Beamte, Vermögende etc.). Die anderen, die diesen Zugang nicht hätten (kleine Unternehmen; Geringverdiener), würden dagegen die Zeche bezahlen. Das habe aber nichts mit Leistung zu tun, so Leonhard Fischer.

Leonhard Fischer sagt: wir haben einen Paradigmenwechsel, der sich durch folgende Punkte definiere:

1. Cash ist Trash

2. Es gibt keinen Markt mehr (Angebot und Nachfrage), auch die Börse ist das nicht mehr

3. Pleite gehen ist nur noch für kleine Unternehmen und Normalbürger erlaubt, nicht aber für große Investoren (die Fed zuckte und reagierte schon nach zwei Wochen fallender Märkte – statt Investoren, die überhebelt waren, eben pleite gehen zu lassen)

4. Die arbeitende Mittelschicht sei der große Verlierer, die Vermögenden die Gewinner, die von Transferleistung Lebenden dagegen würden sogar eher leicht profitieren

Leonhard Fischer spricht in folgendem Video auch über die Strategie des „Zukunftsfonds“, der sich nach eher schwachem Start in der Coronakrise sehr gut geschlagen hat. Fischer glaubt nicht an die klassischen Risikomodelle  der Banken (die Algorithmen stammten, so Fischer, aus dem 20.Jahrhundert) – und hat in Sachen Risikomanagement einen ganz eigenen, hochinteressanten Ansatz.

Sehen Sie hier die extrem dichten Aussagen eines der besten Denkers im deutschen Finanzspektrum:

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Leonhard Fischer über die Abschaffung der Märkte

27 Kommentare

27 Comments

  1. Avatar

    Roland

    28. Mai 2020 18:18 at 18:18

    Er sagt es ja, Bewertungen sind abgeschafft. Es zählt nur die Liquidität, da muss man fast hoffen, dass die Wirtschaft in eine tiefe Depression stürzt, dass die Notenbanken wirklich alles kaufen müssen. Wer für die Schulden aufkommt, kann in vielen Jahren Thema werden. Jetzt ist Börsenparty bis zum Abwinken angesagt. Ich denke, es gibt nur noch jetzt Aktien mit Rabatt. Dieser Bullenmarkt wird bisher alle gesehenen Dimensionen sprengen.

    • Avatar

      thinkSelf

      28. Mai 2020 19:15 at 19:15

      Das irgendjemand für die „Schulden aufkommt“ ist alte Denke und im aktuellen System nicht mehr vorgesehen. Also abgesehen von den „Kleinschuldnern“.
      Wie wunderbar beschrieben dient das System dazu, dem Mittelstand Vermögen und Arbeitskraft auszusaugen. Und das passiert heute und nicht in der Zukunft.

      Und hier möchte ich auch Dr. Krall widersprechen. Es handelt sich hier nicht um ein sozialistisches, sondern in seinem Kern um ein feudales System. Wir springen also gerade nicht 80 Jahre zurück, sondern 400.

  2. Avatar

    Kuschelbär

    28. Mai 2020 18:21 at 18:21

    Die FED tut, was sie tun muss.

  3. Avatar

    Mike Lohmann

    28. Mai 2020 19:06 at 19:06

    Die neue Welt hat sich nun etabliert mit Methoden des Raubrittertums des Staates und ihre Institutionen indem die Bevölkerung nicht nur ideologisch bewirtschaftet wird, sondern auch noch durch alle mögliche Hintertüren abgezockt ohne dass man sich wehren kann. Bei einem Raubüberfall auf der Strasse besteht wenigstens die Möglichkeit zur Flucht oder sich zu wehren.

  4. Avatar

    thinkSelf

    28. Mai 2020 19:07 at 19:07

    Hervorragendes Interview.

    Diese 40 Minuten sollte man jedem Bundesbürger zwangseintrichtern. Und das, obwohl ich sonst sogar dagegen bin jemanden zu seinem Glück zu zwingen :-).

  5. Avatar

    Columbo

    28. Mai 2020 19:30 at 19:30

    Tolles Interview! Ist aber nichts für Bären…

    • Avatar

      Marktbeobachter

      28. Mai 2020 19:59 at 19:59

      @Columbo. Genau, denn das heißt, dass die vielen Warnungen vor einem zu teuren Aktienmarkt hier auf FMW unsinnig und gefährlich waren. Für die zahlreichen Shorties vielleicht sogar fatal. Wenn Fischer recht hat, wird es noch gewaltig nach oben gehen.

  6. Avatar

    Raoul H. Calame

    28. Mai 2020 20:00 at 20:00

    Absolute Klasse dieses Interview. Herr Fischer bringt es auf den Punkt !
    Ihnen Herr Fugmann und natürlich auch Herr Fischer besten Dank !

  7. Avatar

    franko33

    28. Mai 2020 20:06 at 20:06

    Hier wird klargemacht,daß es keinen Markt mehr gibt.
    Gehe ich falsch in der Annahme,daß die eigendliche Funktion eines Finanzmarktes ist,
    Unternehmen,die „marktfähig“sind mit Kapital zu versorgen und Junkunternehmen
    fallen/pleite gehen zu lassen.
    Natürlich – eine naive Annahme – echt „Old School“.
    Rein marktwirtschaftlich gesehen würde dies bedeuten,nehmt dem Markt „das Kapital weg“.
    Also,jeh früher der Crash kommt umso „geringer“ die Verluste+Leiden der Weltbevölkerung.
    Wer es bis hierhin nicht kapiert hat: „nur der Crash ist die Lösung“.
    Wir müssen zu einer Marktwirtschaft zurück,ich nehme aber an das „die verantwortlichen Herren“ dann als letzte Lösung einen echten physischen Krieg anzetteln,einen Virus hatten
    wir ja schon…………

  8. Avatar

    MoinMoin

    28. Mai 2020 20:38 at 20:38

    Die ersten 60 Sekunden dachte ich, dass das nur ein Foto vom Gast ist… aber dann legt er richtig los.. sehr interessantes und gutes Gespräch.. tolle Inhalte…

  9. Avatar

    Prognosti

    28. Mai 2020 20:59 at 20:59

    Sehr gut, es fehlt einzig eine Einschätzung wie lange u.wie weit das noch gehen kann.Wenn die Politik nicht fähig ist ,wird der Mainstream die Sache erledigen..Übertrieben gesagt, wenn die Aktienkurse noch viel höher gehen u.die Firmen keine Gewinne u.Dividenden erarbeiten sind dann Anleihen oder Immobilien doch wieder besser. ( wie sie es auch beim letzten Crash waren )
    Zudem ist er der erste der den Unterschied zur SNB erkannt hat. Die andern Notenbanken drucken Geld u.kaufen wertlose Anleihen. Die SNB druckt Geld um andere Währungen zu kaufen um den Franken zu schwächen.Die gekauften Währungen können dort angelegt werden wo man Rendite erwarten kann.Man sagt ,die SNB sei der grösste Hedgefonds. Das Problem ist, dass das Eigenkapital nur ca. 10% ist, also stark gehebelt. Man kann also keine Baisse durchstehen ohne Absicherung.Da Herr Jordan ein gewiefter Anleger ist ,wird er auch aussteigen müssen bevor es kollabiert.Beim letzten grossen Apple Rückschlag war auch die SNB unter den Verkäufern.Zudem hat auch schon ein Jamie Dimon gesagt, wenn schon Aktien,müssten es nicht unbedingt die höchst manipulierten Amis sein, es könnten auch chinesische oder russische sein.

    • Avatar

      Feedback

      29. Mai 2020 08:42 at 08:42

      Vor über einer Stunde kommentiert. Gibts jetzt hier auch schon Zensur wenn man nicht nur lobt oder bin ich zu ungeduldig mit den Moderatoren;)??

    • Avatar

      Brett

      29. Mai 2020 08:51 at 08:51

      Blödsinn die SNB hat im März Crash 30 mio zusätzliche Apple gekauft! Logisch Sie hat eine Zielallokation von 20% korrigieren die Märkte nach unten muss Sie zukaufen da Ihre Asset Allocation nicht mehr stimmt! Ausserdem kauft die SNB Grundsätzlich im Rahmen der Indexgewichtungen! Aber die SnB hat im letzten Jahr Apple verkauft am damaligen Hoch und ggf direkt den Abverkauf bei Apple ausgelöst. Die SNB besitz 0.25% der Weltmarktaktienkapitalisierung.

      Ob man damit der grösste Hedgefund ist? Das Eigenkapital spielt doch gar keine Rolle bei der SNB….der Grossteil der SNB ist sowieso in Staatsbesitz und die Ausschüttungen an sonstige Aktionäre stark limitiert. Warum sollte die SNB bei Korrekturen den verkaufen müssen? Das Eigenkapital der AnB kann auch ohne Probleme negativ sein! Man hat ja die Druckerpresse in der Hand und man Produziert Werloses Papier und kann damit Waren, Güter und Unternehmen kaufen….

      Und man darf ja auch nicht vergessen seit wann die SNB so im Markt ist, die sitzt sowieso auf riesigen Buchgewinnen…und das andere sind eben auch nur Buchverluste…solange die Nachfrage nach Frankem besteht muss die SNB überhaupt nichts verkaufen, erst wenn keine Nachfrage mehr nach Franken bestehn würde und die Leute die Franken auf dem Markt schmeissen müsste die SnB diese zurückkaufen….

      Aber was passiert wenn 1000 Ihre Franken auf den Markt schmeissen? Der Wert des Franken wird sinken, das ist das Ziel der SNB und es wird noch besser, mit grosser Wahrscheinlichkeit kauft Sie einen grossteil davon (falls dieses Szenario eintritt) unter dem Preis zurück als Sie damals erhalten hat, es bleibt ihr also ein Buchgewinn…

      Stürzen die Märkte ab, ist die Wahrscheinlichkeit das der Franken gerade gesucht ist, eher gross entsprechend wird sie eher noch weitere Franken verkaufen und bei fallenden Kursen sogar noch mehr Aktien kaufen müssen da sonst Ihre Asset Allocation wieder nicht stimmt…Entsprechend müsste die SNB Ihre Aktien dann verkaufen wenn Ruhe ist, die Wahrscheinlichkeit das die Märkte dann ordentlich stehen ist relativ gut, ausserdem säge Sie den Eurokurs gerne deutlich höher wohl bei 1.30 oder mehr….(was Notabene zu Inflation führt) Sie kann den Markt in die andere Richtung also auch etwas spielen lassen bevor Sie tatsächlich Franken vom Markt nehmen müsste….

  10. Avatar

    Roberto

    28. Mai 2020 21:01 at 21:01

    @Columbo, genau DAS habe ich mir auch gedacht. Wenn diese Aussage stimmt, dann wird ROLAND sogar noch Augen machen wo die Aktienmärkte hinwandern werden. Dann ist Dow Jones 40-50k nicht mehr weit.Denn es gibt ja faktisch keinen Markt der auf Angebot und Nachfrage reagiert, sondern nur noch ein Parkplatz wo alle Investoren dieser Welt die überschüssige Kohle parken. Na, dann Gute Nacht liebe Bären….das wird das Tier sein, welches nur noch in den Archäologischen Büchern zu finden sein wird. DIESMAL IST WIRKLICH ALLES ANDERS :-)

  11. Avatar

    Shong09

    28. Mai 2020 23:29 at 23:29

    Da kann ich Ihnen nur beipflichten.
    Seinen Vgl. mit dem Sozialismus fand ich auch nie so ganz passend, aber Ihrer mit dem Feudalismus trifft wie die Faust aufs Auge

  12. Avatar

    Hesterbär

    29. Mai 2020 01:41 at 01:41

    Interessante Ausführungen von Leonhard Fischer. Ja, er hat Recht, es gibt keine Märkte mehr. Was er aber nicht erwähnt, weil er als Fondsmanager dann ja seinem eigenen Anlagekonzept widersprechen würde, ist, dass die gezielte Abschaffung der Märkte durch die Notenbanken einem Schneeballsystem gleicht. Und Schneeballsysteme sind illegal, weil sie keine marktwirtschaftlichen Grundlagen haben und von vornherein feststeht, dass die breite Masse Geld verlieren und es den wenigen an der Spitze der Pyramide zufließen wird. Er sagt, die Zentralbanken könnten dieses Spiel noch 100 Jahre lang treiben. Das ist ein Blödsinn, dem tatsächlich viele aufsitzen. Wenn das immer üppiger sprudelnde Notenbankgeld tatsächlich Marktwirtschaft ersetzen könnte, warum sind dann alle ähnlichen Versuche in der Vergangenheit gescheitert und warum scheiterten auch immer alle Schneeballsysteme? Ich hätte mir gewünscht, Herr Fugmann hätte ihm diese Fragegestellt. Es gibt auch keine schlüssige Antwort darauf, warum diesmal ein Schneeballsystem erstmalig in der Geschichte funktionieren sollte. Die Annahme, die Aktienmärkte könnten aufgrund der Geldschwemme immer nur steigen, ist bewiesener Unsinn. Warum sind sie denn dann vor wenigen Wochen noch um 30 – 50 % auf einen Schlag gefallen, wenn doch auch zu diesem Zeitpunkt bereits klar war, dass die Notenbanken alles retten werden? Eine plausible Antwort auf diese Frage bleiben alle Notenbankgläubigen ebenfalls stets schuldig. Falsch ist auch seine Behauptung, dass es zum Aktienmarkt keine Alternative gibt. Doch, die gibt es und zwar Edelmetalle und ausgewählte Rohstoffe. Diese beiden Anlageklassen sind von der völligen Überbewertung insbesondere des US-Aktienmarktes noch nicht heimgesucht.

    • Avatar

      Columbo

      29. Mai 2020 08:43 at 08:43

      Auch der Edelmetallmarkt ist vollständig von den Notenbanken bestimmt!
      Und nicht vergessen: Die Notenbanken werden Aktien kaufen.

      • Avatar

        Columbo

        29. Mai 2020 10:01 at 10:01

        Wenn Notenbanken anfangen in größerem Stil Gold zu verkaufen(und das kann gerade in Schneeballsystemen geschehen) oder Regierungen den Handel einschränken, wird‘s bitter für die Goldbullen.

      • Avatar

        Roberto

        29. Mai 2020 10:22 at 10:22

        @Columbo, guten Morgen Inspector Columbo :-). Wenn die FED Aktien kauft, was ich durchaus für möglich halte, wird sie das aber erst dann tun wenn sie einen sehr wichtigen Grund dafür hat. Und dieser Grund kann nur sein, das die Aktienmärkte vorher in einem crash übergehen. Denn nur dann wäre ein Kauf von Aktien durch die FED “ gerechtfertigt “ in den Augen der FED. Oder warum sonst sollte die kurz vor ATH`s Aktien kaufen. In diesem Sinne, könnten sich die Bären auf ein Fest freuen.

        • Avatar

          Columbo

          29. Mai 2020 12:17 at 12:17

          @Roberto

          Also freuen sich am Ende alle, zuerst die Bären wegen des Crashes und dann die Bullen wegen der Fed. Nichts Neues im Börsenparadies.
          Schönes Wochenende!

  13. Avatar

    Feedback

    29. Mai 2020 07:26 at 07:26

    Interessante Ansichten bis zu seinem Fonds ;). Jahrelang mit dem Provisionsgeschäft einen Teil seines Gehalts finanziert und jetzt skandalös finden. Vom Saulus zum Paulus? Solls ja geben.
    Wenn er mir erklären kann, wie ich eine Bank ohne Zinsertag und Provisionen am Laufen halten soll. Dann her mit dem Modell. Und keiner soll glauben, dass es keine Banken braucht. Außer vielleicht ein Agrarstaat ;)

    Honoraranlageberatung ist für mich keine Lösung, da der Wettbewerb ausgeschaltet wird und ärmere Menschen benachteiligt.

    Es kann sich nicht jeder mit Finanzen beschäftigen und braucht einen Berater, da ich mit 2 oder 3Jobs in der wenigen Freizeit sicher nicht Vermögensoptimierung betreiben werde bzw. kann.

    Nur meine bescheidene Meinung

  14. Avatar

    BrettonWood

    29. Mai 2020 08:36 at 08:36

    Falsch ist natürlich die Aussage die SNB hätte alles Geld in Aktien angelegt! Kediglich 30% also gut 120 Mrd sind in Aktien angelegt, von Apple hat man in der Krise zB gerade nochmals 30 mio Stück gekauft am Tief. Aber der Rest ist in Europäische & Amerikanischen Staatsanleihen angelegt, wobei Europa den grösseren Teil ausmacht, logisch mal will ja Hauptsächlivh den Eurokurs beeinflussen, dann müssen Euro gegen Franken gekauft werden..plus sind da noch riesige Devisenreserven selbst..

    Ob das genial oder Wahnsinn ist wird sich weisen, was ivh mich Frage ist, reichen die 120 Mrd (plus die 1000 Tonne Gold, was pro Einwohner immer noch mit ganz ganz grossem Abstand am allermeisten auf der Welt ist, nähmlich gut 125 Gramm während Deutschland bei knapp 30 Gramm pro Bürger liegt) die Frage ist doch wenn der Euro einbricht und die SNB die Franken nicht mehr gegen Euro zurückkaufen kann, was passiert mit diesen Franken, ausgeben kann man Sie nur in der Schweiz, ausser Superreiche können Sie gegen Sachwerte und als Sicherheit tauschen, aber mal angenommen der Euro, was mehr als 50% des BIPs ausmacht (in den Reserven der SNB) bricht zusammen wird der Franken wohl kaum überleben ?!? Die Schweiz wird sich einem solchen Erdbeeben nicht entziehen könnn, das könnte Sie wohl auch dann nicht, wenn Sie keine Euro hat….

    Und da kommt der Punkt, in dieser Betrachtung kann es durchaus ein genialer Schachzu sein das man Realwerte hält und gegen Schweizer Franken verkauft (die ggf in Zukunft sowieso nichts mehr Wert sein werden egal wie man ea dreht und wendet) falls dem so ist, verkauft die SNB Papier gegen Firmenbeteiligungen das wäre schlicht genial, schliesslich könnte die Schweiz sich damir wenigstens einen Grundreichtum erhalten, sollten die Währungen kollabieren, irgendwelche Firmen werden überleben und immerhin hat man daran dann, neben dem Gold, noch Anteile….

  15. Avatar

    Ranzentier

    29. Mai 2020 10:18 at 10:18

    …geniales Interview…

  16. Avatar

    Altbär

    29. Mai 2020 10:53 at 10:53

    @Hesterbär, gute Klarstellung, ob’s nützt? Der Mensch will beschissen werden.Wie erwähnt haben doch gerade einige sogar kritische DICKFISCHE ihr halbes Lebenswerk zerstört mit bis 40Mia.Verlust u.die Ponzi Gemeinschaft wächst immer mehr.Noch zu erwähnen, dass das PetpetumDebile hauptsächlich auf die US-Aktien u.im besonderen auf die Tech-Werte zutrifft.
    Der DAX der Eurostoxx , der CH u.der Nikkei Index haben auch trotz der Notenbank Orgie die exzessiven Bewertungen überhaupt nicht mitgemacht. Also gibt es gute Gründe die hochgetriebenen Aktien der absteigenden Weltmacht irgendwann in die aufsteigende Restwelt umzuschichten.
    Leonhard Fischers Analyse ist super, dass ein Mann wie er die Endlichkeit dieses Selbsbetrugs nicht einsieht
    ist unglaublich.Schulden sind immer die Vermögen einer Gegenpartei, wenn es den unvermeidlichen Schuldenschnitt gibt ist auch das hypothetische Vermögen weg.
    Die Coronakrise hat die Intensität des Desaster nur beschleunigt u.wird die Schneeballspiel frühzeitig beeenden.Ich habe übrigens ein solches Spiel schon in meinem Dorf erlebt .Weil ich nicht mitmachte wurde ich ausgelacht, am Schluss gabs Leute die ihr Haus verkaufen mussten.

  17. Avatar

    Brett vor dem Kopf

    29. Mai 2020 11:01 at 11:01

    @Brett, Eigenkapital spielt keine Rolle ?? Immerhin schüttet die SNB von den sogenannten Buchgewinnen jährlich an die Kantone echte Gewinne aus. Wenn dann diese Buchgewinne zu Verlusten werden ,ist es eine Gewinnauschüttung mit Schulden. Kennen wir ja schon von Aktien .MMM lässt grüssen.

    • Avatar

      BrettonWood

      29. Mai 2020 12:33 at 12:33

      Moder Money Theorie, oder More Money Today?
      Ja bei einer Nationalbank spielt das mM keine Rolle, ich lasse mich aber gerne belehren.

      Die Gewinnausschüttungen hängen daran das Überschüsse bestehen (und sind auf 2 Mrd pro Jahr limitiert) wenn es keine Buchgewinne gibt wird auch die Auszahlung eingestellt, gabs in den vergangenen 20 Jahren auch schon.

      Tatsache ist aber das seit die SNB auf ca 60-70 Mrd Buchgewinne sitzt die Begehrlichkeiten von Links bis Rechts höhere Ausschüttungen wünschen. Tatsache ist auch daa 9 Mrd der Coronakredite von der SNB aufgekauft werden. Ansonsten hält sich die SNB zurück mit Staatsfinanzierung in der Schweiz, im Gegenzug betreibt Siw natürlich Staatsfinanzierung der Eurostaaten und der USA.

  18. Avatar

    BörsianerAlteingesessen

    1. Juni 2020 09:44 at 09:44

    Schön, wer sich selbst zur arbeitenden Mittelschicht zählen kann – und dennoch in der Vergangenheit so viel gespart hat, um mit vernünftigem Einsatz an den Aktienmärkten anlegen zu können: Das sollte den Effekt der stagnierenden Monatslöhne leicht überkompensieren können.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Immobilien: Der Boom läuft immer weiter – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Innenansicht eines Einfamilienhauses

Es ist wirklich erstaunlich. Auch wir bei FMW hatten zu Ausbruch der Coronakrise und im brutalen wirtschaftlichen Absturz im Frühjahr erwartet, dass auch der Markt für Immobilien beeinträchtigt sein wird. Schließlich haben derzeit ja zahlreiche Menschen massive Existenzängste, leben dank Kurzarbeitergeld auf Kante, oder haben als Selbständige ihre Existenz gleich ganz verloren. Da müssten die Preise für Immobilien doch eigentlich einbrechen? Die Nachfrageseite für Häuser und Eigentumswohnungen müsste so schwach sein, dass man spürbare Rückgänge bei den Preisen sehen müsste?

Nichts da. Offenbar bringt die große Gelddruck-Orgie der Notenbanken und die Alternativlosigkeit zu Aktien und Immobilien immer noch genug Anleger und Kaufwillige dazu, die Preise für Immobilien immer weiter klettern zu lassen. Und die Rettungsmaßnahmen der Bundesregierung sind wohl derart umfangreich, dass genug Menschen in prekären Situationen (Arbeiter in der Autoindustrie etc) noch nicht ihre Häuser verlieren, welche auf dem Markt folglich auch nicht für ein Überangebot an Häusern und Eigentumswohnungen sorgen können.

Preise für Immobilien weiter am Steigen

Aktuelle Zahlen der Anbieter F+B sowie Dr. Klein zeigen weiter steigende Preise für Immobilien. Der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung von Wohnimmobilien für alle Gemeinden in Deutschland stieg im 3. Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,6 Prozent. Wie gesagt, diese Steigerung von +5,6 Prozent kommt zustande, weil ich auch Mieten enthalten sind. Und die sind dank Corona doch tatsächlich leicht rückläufig mit -0,9 Prozent im Quartalsvergleich (und noch +0,1 Prozent im Jahresvergleich).

Mieten bremsen nur den Gesamtschnitt aus Immobilienpreisen + Mieten

Im Bundesdurchschnitt gehören damit exorbitante Mietensteigerungen laut F+B endgültig der Vergangenheit an. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte in Deutschland mit dem höchsten Mietenniveau lege eine ähnliche Interpretation für diesen Trend nahe. So seien im Vergleich zum Vorquartal in 28 der 50 teuersten Städte Deutschlands die Mieten bei der Neuvermietung gesunken (im Vergleich der Quartale Q2/2020 zu Q1/2020 betraf dies 18 Städte). Im Vergleich zum Vorjahresquartal 2019 gab es reale Mietpreisrückgänge in 10 der teuersten 50 Städte. Nach Beobachtungen von F+B hätten die Corona-bedingten wirtschaftlichen Verwerfungen als Nachwirkungen des ersten Lockdowns vom Frühjahr 2020 zu noch stärkeren Rückgängen bei den Mieten geführt, wenn es die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen nicht gegeben hätte. Wir möchten ergänzen: Hunderttausende Wohnungen in Berlin sind vom dortigen Mietendeckel betroffen, was die Mietpreisentwicklung bundesweit ebenfalls beeinflusst. F+B bespricht dieses Thema in seiner Veröffentlichung ebenfalls.

Nachfrageschub

Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 liegen die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen laut F+B mit 5,5 Prozent weiterhin deutlich hinter den Ein- und Zweifamilienhäusern mit 8,6 Prozent. Eigenheime dominieren damit endgültig die Gesamtperformance des Wohn-Index von F+B. Man sei der Auffassung, dass die Corona-Pandemie hier einen zusätzlichen und offenbar auch nachhaltigen Nachfrageschub – bei gleichzeitig beschränktem Angebot – erzeugt hat, so F+B. Im Chart sehen wir seit dem Jahr 2004 die Preisentwicklung verschiedener Arten von Immobilien seit dem Jahr 2004. Eigentumswohnungen liegen langfristig klar in Führung.

Entwicklung der Preise für Immobilien seit dem Jahr 2004

Preise in Nordrhein-Westfalen steigen weiter

Der Anbieter Dr. Klein berichtete erst vor wenigen Tagen, dass das Volumen pro Immobilienkredit neue Rekordhochs erreicht hat (hier die Details). Heute berichtet Dr. Klein über die neuesten Preisentwicklungen für Immobilien in Nordrhein-Westfahen. Der bis 2015 zurückreichende Chart zeigt auch jetzt keinen Abknick bei der Preisentwicklung. Im mondänen Düsseldorf dürfe es gerne ein bisschen mehr sein – auch bei den eigenen vier Wänden: Der Trend gehe hin zu mehr Exklusivität und Geräumigkeit. Köln und Dortmund vermelden indessen neue Rekorde bei den Immobilienpreisen. Die Details finden Sie beim Klick an dieser Stelle.

Preise für Immobilien in Nordrhein-Westfalen

weiterlesen

Allgemein

BioNTech, Pfizer und Moderna, erfüllen sich die Impfstoff-Erwartungen?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Erfüllen sich die hohen Erwartungen an die Impfstoffe von BioNTech und Pfizer sowie Moderna? Die Börsen sind im Jahresendspurt: Immer wieder werden derzeit die aktuellen Wirtschaftsdaten als Indikatoren herangezogen, verbunden mit dem großen Optimismus vieler Investoren, die nach Korrektur schreien. Aber dies ist neben dem monetären Faktor nicht der entscheidende Treiber für Börsenkurse. Es zählt die mittelfristige Aussicht, auch wenn man in einer Rezession oder in einem Lockdown etwas anderes verspürt. Was die Märkte antizipieren, sind die Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und deren Anwendung. Dies kann man auch aus einem Interview schlussfolgern, welches eine Reporterin der Welt am Sonntag aktuell mit dem Chef von Moderna, Stéphane Bancel, geführt hat.

BioNTech & Co: Die große Wende bis zum Sommer 2021

Bei aller Skepsis über die Geschwindigkeit und Validität der Entwicklung eines Impfstoffes ist es nicht zu übersehen: Die Nachrichten über den Fortgang des Kampfes gegen Covid-19 überschlagen sich, Unternehmen für Unternehmen berichtet von den Ergebnissen aus der klinischen Studie-3 und der baldigen Beantragung für eine Zulassung des eigenen Vakzins. Es ist daher sicher interessant, was der langjährige Chef eines der Unternehmen an vorderster Front dazu zu sagen hat, auch unter Berücksichtigung der subjektiven Darstellung des eigenen Unternehmens. Hier die Kernaussagen des CEOs von Moderna:

Der Chef von Moderna fühlt sich von der Erstmeldung von BioNTech und Pfizer nicht überfahren. Man bräuchte mindestens vier oder fünf Unternehmen, um die Welt mit 7,6 Milliarden Menschen impfen zu können.

Bemerkung: Fraglich, ob es zur Impfung von so vielen Menschen durch westliche Impfstofffirmen kommt. China impft sich selbst (1 Mio. Chinesen wurden schon geimpft), ebenso Russland. In Indien sind 750 Millionen Menschen unter 25 Jahre alt, ein ähnliches Verhältnis dürfte auch für den Milliardenkontinent Afrika gelten. Und wie viele Menschen werden sich einer Impfung verweigern?

Zur Frage, warum BioNTech/Pfizer schneller waren: Pfizer sei100-mal größer als Moderna, man habe vorher noch nie eine Studie mit 30.000 Menschen durchgeführt. Zudem wurde das Vakzin gemeinsam mit der US-Gesundheitsbehörde NIH entwickelt und mit staatlichen Stellen dauere es etwas länger, sich untereinander abzustimmen.

Der US-Staat hat Moderna mit einer Milliarde Dollar unterstützt, aber man brauche das Geld, um im kommenden Jahr eine Milliarde Impfstoffdosen herzustellen. Für die Beschaffung von Grundmaterialien.
Zum Impfstoffpreis: Man werde zwischen 25 und 37 Dollar aufrufen, je nachdem, wie viel die Regierungen bei Moderna bestellen. Damit liege man im Bereich wie bei einer Grippeimpfung, die zwischen 10 und 50 Dollar kostet. Das sei ein fairer Preis, wenn man bedenkt, wie hoch die Kosten für das Gesundheitssystem sind, wenn ein Mensch schwer an Covid-19 erkrankt. Die teuerste Impfung der Welt sei derzeit Pfizers Impfstoff Prevnar gegen Pneumokokken mit 300 Dollar je Dosis.
Zur Dauer der Impfung: Das hänge davon ab, wie viele Impfstoffe das Rennen machen. Wenn es beim Impfstoff von BioNTech und Moderna bliebe, würde es bis zum nächsten Sommer dauern, bis allein die Menschen in Europa und den USA geimpft sind. Für den Rest der Welt würde es vermutlich bis Ende 2022 dauern.
Bemerkung: Reichlich optimistisch, so viele Menschen (mehr als eine halbe Milliarde, auch wenn sich viele verweigern) innerhalb von sechs Monaten zu impfen.

Zur Hektik bei der Notzulassung: Bancel betrachtet jede Morgen die Zahlen der John-Hopkins-Universität. Es gebe täglich weltweit 11.000 Coronaopfer und dies dürfte sich im nächsten Monat noch steigern. Die Impfung habe bereits bewiesen, dass sie wirke und sicher sei. mRNA werde innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung im Körper abgebaut, das Lipid als Trägerstoff ebenfalls. Danach sei man geschützt vor Covid und den teilweise schlimmen Langzeitfolgen. Deshalb sei seine Entscheidung klar.

Beim Vergleich mit Biontech-Chef Ugur Sahin: Bancel bezeichnet sich selbst als nicht besonders guten Verkäufer. Was er aber könne sei komplizierte Wissenschaft einfach zu erklären. Zum Beispiel warum mRNA die größte medizinische Revolution seit der Erfindung von kleinen Molekülen wie Aspirin sei.
Zum Stand der Genforschung: Man lebe im Zeitalter der Sequenzierung. Es würde nur fünf Dollar und ein paar Stunden Zeit kosten, bis man das Genom eines Virus entschlüsselt habe, dank mRNA habe man jetzt die Möglichkeit, sehr schnell wirksame Medikamente zu machen. Dies katapultiere die analoge Medizin in das Zeitalter der Digitalisierung. Dieser Erfolg sei aber nicht über Nacht gekommen, wie viele Leute denken. BioNTech und Moderna arbeiten daran seit zehn Jahren.
Bei der ultimativen Frage nach dem eigenen Impfzeitpunkt sagt Bancel: Er könne es gar nicht abwarten, hätte das gern schon vor Monaten getan, denn er wolle sein altes Leben zurück.

Fazit

Egal, wie man die Aussagen eines Unternehmensvorstands zum eigenen Produkt bewertet. Es ist schon erstaunlich, wie konkret die Informationen zu dem Jahrhundertprojekt Impfstoffentwicklung gegen Covid-19 bereits gediehen sind. Sollte es tatsächlich keine gravierenden Nebenwirkungen des Impfstoffes geben, so könnte man tatsächlich von einer Normalisierung der Verhältnisse im Hinblick auf die Pandemie bereits im Jahre 2021 rechnen. Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es ein neuer Meilenstein in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts der Menschheit. Noch ist Vieles im Konjunktiv.

Erfüllen die Impfstoffe von BioNTech oder Moderna die hohen Erwartungen?

weiterlesen

Allgemein

Warum für Deutschland im Winter eine technische Rezession ansteht

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Leere Restaurants im zweiten Lockdown befeuern die Rezession

Die Industrie liefert wieder, und China als Abnehmer deutscher Waren hilft kräftig mit bei der Erholung der Konjunktur. Aber es ist klar. Die Dienstleistungen vermasseln derzeit der deutschen Wirtschaft die tiefgreifende Erholung. Die Rezession steht bevor oder startet wohl gerade wieder, und das Bruttoinlandsprodukt könnte schrumpfen. Und das nicht nur, weil die Dienstleistungen wie Gastronomie wegen dem aktuellen „kleinen“ Corona-Lockdown zu großen Teilen gar nicht stattfinden. Nein, da ist noch ein Faktor, der auf den ersten Blick übersehen werden kann.

Bevorstehende Rezession befeuert durch höhere Mehrwertsteuer

Eine aktuell womöglich schon gestartete technische Rezession für diesen Winter dürfte ab Anfang Januar verschärft werden. Denn ab 1. Januar wird die seit Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung wieder rückgängig gemacht. Dann dürften die Verbraucherpreise wieder steigen. Wer schon lange Zeit vor hatte einen neuen Fernseher, Küche, Auto oder sonstige hochpreisige Einrichtungsgegenstände anzuschaffen, hat dies wohl schon in den letzten Monaten getan, und dabei nette Mehrwertsteuerbeträge gespart. Umso kräftige dürfte der Konsumrückgang ab Januar ausfallen. Oder darf man mutmaßen, dass die Politik in Berlin dem noch schnell entgegenwirkt, und die Mehrwertsteuer bis zum Sommer 2021 auf reduziertem Niveau belässt? Die Kurzarbeiter-Regelung hat man ja schließlich auch gerade erst bis Ende 2021 verlängert.

Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, bringt es in einer aktuellen Kurzanalyse auf den Punkt. Warum er sich gerade jetzt äußert? Heute um 10 Uhr wurde mit dem ifo-Index das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer veröffentlicht (hier die Details). Er fiel von 92,5 auf 90,7 Punkte. Die Zahlen waren zwar leicht besser als gedacht, aber eben doch schlechter als im Vormonat. Wie der Chart (geht bis 2016 zurück) zeigt, geht es aktuell wieder leicht bergab mit dem Geschäftsklima in Deutschland.


source: tradingeconomics.com

Experte spricht von bevorstehender technischen Rezession

Deutschland droht eine technische Rezession, das Winterhalbjahr wird hart. Das kann durch die robuste Entwicklung in der Industrie kaum verhindert werden. Erst die wärmeren Temperaturen im Frühling und die Impfungen werden die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen, so Jörg Krämer. Ein Monat Lockdown koste fast ein Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukt. Krämer erwartet eine technische Rezession im Winterhalbjahr, auch wenn sich das verarbeitende Gewerbe super halte. Im folgenden Chart der Commerzbank sehen wir, wie die Industrie in gelb weiter ansteigt, während die Dienstleistungen wieder abschmieren.

Chart zeigt Tendenz der Rezession dank schwachen Dienstleistungen

Laut Jörg Krämer ist ein Abwärtstrend bei den Corona-Neuinfektionen noch nicht erkennbar. Die Bundesländer dürften den Lockdown nach seiner Meinung bis mindestens Weihnachten verlängern und die Kontaktbeschränkungen verschärfen. Sehe man von möglichen Lockerungen rund um Weihnachten ab, dürfte der Lockdown mindestens bis Ende Dezember gelten. Weil die kalte Jahreszeit die Infektionen begünstigt, erwarte man, dass Restaurants, Kneipen, Hotels, Fitness-Center etc auch während des ersten Quartals überwiegend geschlossen bleiben.

Basierend auf dem Anteil der betroffenen Branchen an der gesamten Wertschöpfung drücke ein Monat Lockdown das quartalsweise Bruttoinlandsprodukt wie gesagt um fast 1 Prozent. Entsprechend dürfte laut Jörg Krämer das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 2 Prozent schwächer ausfallen als ohne Lockdown – es werde vermutlich schrumpfen. Das dürfte die robuste Entwicklung in der Industrie nicht verhindern. Auch im ersten Quartal, das ohnehin durch die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar belastet wird, sei kaum mit einem Plus zu rechnen. Deutschland drohe eine technische Rezession. Die Wirtschaft gehe durch ein hartes Winterhalbjahr, bevor die wärmeren Temperaturen und die Impfungen die Wirtschaft vor allem in der zweiten Jahreshälfte deutlich anziehen lassen.

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage