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Mietendeckel in Berlin endgültig beschlossen – Startschuss für den Schwarzmarkt

Der Mietendeckel in Berlin wurde heute endgültig beschlossen. Klicken Sie bitte an dieser Stelle um die Vorteile und Eckpunkte der nun beschlossenen Maßnahme zu lesen. Wichtig ist die Richtgröße von maximal 9,80 Euro pro Quadratmeter, auch wenn es einige Zusätze zum Mietendeckel gibt. Aber um all die Ausnahmen und Zusatzregelungen geht es an dieser Stelle auch gar nicht. Es geht um das große Ganze. Für fünf Jahre werden die Mieten in Berlin quasi eingefroren.

Was bedeutet der Mietendeckel in der Realität?

Der Mieter freut sich natürlich auf den ersten Blick. Aber nehmen wir mal an ein einfacher Vermieter oder ein großer Konzern hat erst vor Kurzem zu sehr hohen Preisen Wohnungen oder leere Grundstücke in Berlin erworben. Welchen Anreiz sollte dieser Eigentümer noch haben jetzt neue Wohnungen zu bauen oder Bestände in Stand zu halten, wenn etwas kaputt geht? Richtig, gar keinen Anreiz! Der Investor setzt nämlich immer den jährlich zu erzielenden Mietzins (also die Mieteinnahmen) in Relation zu seinem Kaufpreis, was dann die jährliche Rendite auf das Investment ergibt. Hat er jetzt schön teuer gekauft, und darf aber die Miete nicht erhöhen, verliert er jegliches Interesse an Berlin als Investitionsstandort.

Nicht nur Immobilien-Abzocker und Finanzinvestoren werden sich wohl massiv aus Berlin verabschieden. Wie gesagt, auch der normale kleine Immobilieneigentümer und seriös arbeitende Wohnungsunternehmen werden wenig Lust verspüren noch neue Wohnungen in Berlin zu bauen. Und mal ganz abgesehen von dem Mietendeckel selbst – die ganzen Details lassen eine zusätzliche Bürokratie-Lawine auf die Vermieter zurollen. Wo man sich als Mieter zunächst über nicht weiter steigende Mieten freut, wird man aber merken, dass viele Vermieter nun ihre Bemühungen zum Instandhalten ihrer Wohnungen vernachlässigen werden (freundlich formuliert).

Ein Loblied

Und diejenigen die in Berlin Wohnungen suchen, werden wohl zügig merken: Es fehlt an neuem Wohnraum, mehr als bereits jetzt schon. Denn wer will jetzt noch neue Wohnungen bauen? Wie gesagt, niemand. Da müsste wohl die Stadt Berlin Milliarden in neue Wohnungen investieren und sozusagen die fehlenden privaten Wohnungsinvestoren ersetzen. Aber die Not bei Wohnungssuchenden dürfte in Berlin wohl spürbar zunehmen. Der „Tagesspiegel“ singt aktuell ein Loblied auf den Mietendeckel. Denn steigende Mieten seien kein Naturgesetz. Ja, so möchten wir anmerken, natürlich sind sie das nicht. Aber ein quasi gesetzliches Verbot für steigende Preise, ein massiver staatlicher Eingriff in die freie Preisfindung am Markt, schafft immer Verzerrungen, welche zu massiven Nebenwirkungen führen! Auch können laut Tagesspiegel die Berliner „bald hoffen, doch noch eine passende bezahlbare Wohnung zu finden“. Der Mietendeckel bringe Erleichterung, er setze Energie frei… tja, so kann man das sehen. Aber man kann eben auch mal zwei, drei Ecken weiter denken und über die realen Auswirkungen nachdenken, und nicht nur über das, was man sich wünscht.

Aber sei es drum. Ein Kurzer Blick zurück. Man erinnere sich an Ende September. Die Stadt Berlin hatte über die kommunale Gesellschaft Gewobag 6.000 Wohnungen von einem privaten Immobilienkonzern zurückgekauft für 920 Millionen Euro. In der Branche ist es ein offenes Geheimnis, dass die Stadt hier extremst teuer gekauft hat. Und dadurch wurde auch keine einzige neue Wohnung geschaffen. Ziemlich teuer, diese Berliner Ideologie! Man denke noch mal ein paar Jahre zurück. Wie war das nochmal? Berlin sei völlig pleite, und der Bund müsse die Schulden der Stadt übernehmen? Man ging sogar bis nach Karlsruhe. Aber nein, so pleite sei die Stadt doch noch nicht, so die Richter. Man sieht aktuell, dass man mal eben knapp eine Milliarde springen lässt für den Rückkauf von Wohnungen. Ist das der neue Trend der aktuellen Stadtregierung? Für Milliarden Bestände aufkaufen, und vielleicht auch in Eigenregie neue Wohnungen bauen? Ob man damit die Lücke wird schließen können, die durch wohl fehlende private Bauinvestitionen entsteht? Daran sind Zweifel angebracht!

Mietendeckel schafft Immobilien-Schwarzmarkt Berlin

Der Mietendeckel schafft, so möchten wir es sagen, in Berlin einen wunderschönen Immobilien-Schwarzmarkt. Wie gesagt. Wenn der Staat sich in die freie Preisfindung zwischen einem Käufer und einem Verkäufer (Vermieter und Mieter) einmischt, kommt es zu Verzerrungen und Verwerfungen. Der Vermieter darf bei Neuvermietungen also nicht mehr erhöhen. Aber er will natürlich dennoch mehr Geld kassieren. Was werden wohl vermutlich einige kleinere Einzelvermieter versuchen? Wer den Zuschlag für eine neue Wohnung haben möchte, darf gerne einen Umschlag mit Bargeld überreichen. Mangels neuem Wohnraum dürfte die Initiative wohl eher häufig von den Wohnungssuchenden ausgehen. Wie auch bei einem freien Markt mit kräftig steigenden Mieten wären hier die Besserverdiener im Vorteil – trotz Mietendeckel! Aber die zahlreichen Befürworter dieses staatlichen Eingriffs werden, wenn dieses Problem demnächst vermehrt aufteten sollte, einfach das machen, was in so einem Fall notwendig ist – ignorieren, wegschauen. Wir haben einen Mietendeckel, das Problem ist gelöst.

Blick auf Berlin-Mitte - Mietendeckel in Berlin beschlossen
Berlin-Mitte. Foto: pixabay / argentum



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6 Kommentare

  1. Fünf Jahre? Sie denken also schon mit für die nächste Generation?

  2. Aber nehmen wir mal an ein einfacher Vermieter oder ein großer Konzern hat erst vor Kurzem zu sehr hohen Preisen Wohnungen oder leere Grundstücke in Berlin erworben. Welchen Anreiz sollte dieser Eigentümer noch haben jetzt neue Wohnungen zu bauen oder Bestände in Stand zu halten, wenn etwas kaputt geht? Richtig, gar keinen Anreiz! … ein massiver staatlicher Eingriff in die freie Preisfindung am Markt, schafft immer Verzerrungen, welche zu massiven Nebenwirkungen führen!

    Nehmen wir mal an, die meisten Wohnungen und Häuser wurden vor vielen Jahren zu sehr erträglichen Preisen erworben. Und der Eigentümer hatte dennoch kein Interesse, die Immobilien adäquat in Stand zu halten, solange sie vermietet waren. Richtig, er hatte gar keinen Anreiz, ganz im Gegenteil!

    Ein massiver marktwirtschaftlicher Eingriff in menschliche Befindlichkeiten schafft immer Verzerrungen, welche zu abartigen Konsequenzen führen!

    Einer der letzten Charlottenburgerinnen seit 5 Generationen.

  3. Einfach nur schizophren. Während man also die staatlich fehlgeleitete Tiefzinspolitik gerne zum weiteren Gratisschuldenaufbau nützt ,will man die Nebenwirkungen ( Symptome) abwürgen.So könnte man ebensogut Aktienkurse oder Dividenden begrenzen.Tragisch ,dass man so schnell vergisst.Hatte doch staatliche Wohnungsverwaltung vor ca.20 Jahren desaströs geendet.

  4. Pingback: Aktuelles vom 23. Oktober 2019 | das-bewegt-die-welt.de

  5. Jedes Vol hat die Regierung, die es vdient. Wir wissen, welche Parteien die Berliner seit Jahren immer wieder wählen. Wie bestellt, so geliefert! Wtwas bessere haben die Berliner einfach nicht verdient.

    1. Die Bayern auch nicht…

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