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Obama mit Wiederauflage der Hausmarkt Subprime-Krise in den USA (kein Witz)

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Schon 2013 verkündeten Mitarbeiter von US-Präsident Obama – von der Öffentlichkeit relativ wenig beachtet – man arbeite zusammen mit Banken daran einer breiteren Masse von Menschen Zugang zu Hypothekenkrediten zu verschaffen. Das sollte der Erholung der Wirtschaft dienen. Klar, denn mehr Häuser = mehr Konsum = mehr Nachfrage = mehr Arbeitsplätze. Aber hatte man diesen Spruch, diese Grundidee nicht auch schon von Bill Clinton und George Bush Junior gehört, mehr Amerikanern Zugang zu Hauskrediten zu verschaffen? Das heißt im Klartext immer: Menschen die sich ich eigentlich gar keine Hausfinanzierung leisten können aufgrund eines zu niedrigen Einkommens, sollen trotzdem irgendwie die Chance erhalten ein Haus besitzen zu können.

Barack-Obama
Noch mal was gutes tun. US-Präsident Barack Obama. Foto: White House / Gemeinfrei.

Trotz der Machenschaften der Finanzindustrie war das letztlich das Grundproblem der Finanzkrise 2008. Die Hauskredite waren oft wertlos geworden, weil die Häuslebauer einfach die Raten nicht mehr bedienen konnten. Präsident Obama will auf seine alten Tagen wohl nochmal gutes tun – so hat auch erst vor wenigen Tagen die Behörde „Federal Housing Administration“ (FHA), die als eine Art staatliche Kreditausfallversicherung für US-Banken fungiert, Regularien für Banken gelockert. Wenn nämlich Hausbauer oder Hauskäufer bei einer Bank eine Hypothek aufnehmen, kann die Bank diesen Kredit über eine Absicherung der FHA laufen lassen. Kann der Kreditnehmer nicht mehr zahlen, springt quasi der Staat ein. So kann sich eine neue Immobilienkreditblase de facto von den Banken auf den Staat verschieben. Zahlen tut der Steuerzahler.

FHA-Chef Ed Golding sagte vor Kurzem sogar ganz offen seine Behörde hoffe die Lockerung seiner Regularien werde dazu führen, dass die Banken in den USA Kredite an Kunden vergeben, die schlechtere Kredit-Scores haben. Das ist vergleichbar mit dem Kreditscore unserer Schufa. Je schlechter die Bonität eines Kunden, desto schlechter der Score, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass er an einen Kredit kommt. Ein Indiz dafür, dass Barack Obama´s „Wunsch“ aus 2013 in Erfüllung gegangen ist, kann diese Zahl sein. Der sogenannte FICO Credit Score für Käufer ganz neuer Häuser in den USA lag im Schnitt vor Kurzem nur noch bei 719 Punkten. In der Spitze lag diese Zahl nach der Finanzkrise 2008 im Jahr 2011 bei 750, und Anfang 2015 noch bei 730. Das heißt im Klartext: Schuldner mit schlechtere Bonität drängen vermehrt auf den Häusermarkt – nur haften diesmal nicht Banken oder Investoren, sondern eben oft der Steuerzahler über staatlich abgesicherte Kredite.

Laut „Ellie Mae“ liegt jüngst der durchschnittliche Anteil der Hypothekenlasten am Gesamteinkommen der Schuldner in den USA bei 39% – im Jahr 2012 lag diese Quote noch bei 34%. Entweder werden die Hypothekenbelastungen teurer, oder die Einkommen der Hauskäufer werden im Schnitt geringer. Wohl eher das zweite. Je stärker die Belastung, desto größer das Ausfallrisiko.

Ein guter Vergleich ist auch zu dieser Zahl herzustellen: Seit 2011, von wo an der Kreditscore im Schnitt immer weiter abfiel, stiegen in den USA im Schnitt die Preise für neue Häuser laut „US Census Bureau“ von 270.000 auf zuletzt 365.000 Dollar. Mehr willige Käufer = steigende Hauspreise. Natürlich muss man erwähnen, dass die steigenden Häuserpreise genau so begründet sind in den Geldschwemmen der US-Notenbank in den letzten Jahren und in ihren Nullzinsen, wie jetzt auch in Europa.

Aber egal. Kommt es zu einem erneuten Platzen der Immobilienblase, stehen erneut hunderttausende Hausbesitzer vor der Pleite und Banken stehen vor wertlosen Kreditbergen, springt diesmal in vielen Fällen ganz offiziell die Federal Housing Administration mit ihrer Ausfallgarantie ein, also der Steuerzahler. Diesmal wurde das Problem also schon vor der Krise auf den Steuerzahler abgewälzt. Aber in den USA wird so was lockerer gesehen als in Europa, wo wir so eine nervige 3% Neuverschuldungsgrenze bezogen auf das BIP  haben. US-Präsident Obama ist da lockerer. Vor Kurzem erst überschritten die USA die 19 Billionen Dollar-Schuldengrenze, und man läuft stramm auf die 20 Billionen zu. Eine ehemals existierende Schuldenobergrenze wurde einfach ausgesetzt, also alles kein Problem.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Helmut Josef Weber

    7. April 2016 10:54 at 10:54

    So möchte ich auch gerne abgesichert sein, wenn ich einen Baukredit in Deutschland beantrage.
    Werde ich arbeitslos, zahlt der Staat (neben der Grundsicherung) meine Hypotheken.
    Wer also Aussicht hat arbeitslos zu werden in den USA, sollte sich schnell noch ein Haus kaufen.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

    • Avatar

      joah

      7. April 2016 13:40 at 13:40

      Der Staat sind Sie selbst – zumindest in den Finanzmitteln, in der Entscheidung was damit passiert, hingegen nicht. Sie würden sich folglich wiederum nur mit sich selbst absichern und den Rest der Schuld – eigentlich ausschließlich ihrer eigenen Schuld (!) – „sozialverträglich“ auf andere ablasten. Man(n), haben Sie ein tolles Verständnis.

    • Avatar

      Klartext

      9. April 2016 03:01 at 03:01

      … irgendwann dringt’s möglicherweise endlich mal in die Köpfe:

      Moderne Geldmechanismen (Modern Money Mechanics)
      https://youtube.com/watch?v=8MUK11kAf_Q

      Material zum Herunterladen:

      Modern Money Mechanics (Federal Reserve Bank of Chicago, USA 1961-1992)
      https://tinyurl.com/z76pcgp
      Credit River Case (First National Bank of Montgomery vs. Jerome Daly, USA 1968/69)
      https://tinyurl.com/j772352
      Geld aus dem Nichts (Raiffeisenbank Wildenberg eG/VR-Bank Landau, BRD 2013)
      https://tinyurl.com/zokksn8
      Deutsche Bundesbank (Geld und Geldpolitik, BRD 2014)
      https://tinyurl.com/z64cbcu (auszugsweise)
      https://tinyurl.com/jlpm4mc (komplett)

      ;-)

  2. Avatar

    Mr. Jones

    7. April 2016 13:03 at 13:03

    Angenommen, das eine neue Subprime-Krise angekurbelt wird und eine existierende Schuldenobergrenze nicht mehr vorhanden ist. Im gleichen Zeitraum aber Steuer-Staaten eingepflegt wurden, die dazu dienen, für den Fall der Fälle, die Federal Housing Administration (FHA) dazu veranlasst, eben diese Briefkastenfirmen um steuerliche Beihilfe verpflichtet. Bei dieser Gelegenheit wird man auch den eigenen Haushalt und die Staatsschulden, die Medicare Schulden, die Pensionskassen Schulden, die Studenten Loans und noch einige andere Schulden liquidieren. Das wäre dann mal eine Umverteilung von Reich nach Arm oder von Nicht Steuerzahlern nach Steuerzahler. Die Veröffentlichung der Panama Paper ist der Startschuss. Heute ist der 07.04.2016, Numerologisch ergibt dieses Datum zwei Blöcke, 0704 und 2016, 7+4=11 und 2+1+6=9 macht 11.9 xor 9.11. Vielleicht. vielleicht!

    • Avatar

      joah

      7. April 2016 14:02 at 14:02

      Das kann man dann natürlich treffend hiermit im Voraus vorhersagen.

  3. Avatar

    oscar

    7. April 2016 14:56 at 14:56

    ähm sry, aber noch nix vom hirnlosem gelddrucken, qe 12345567… anleihenexzesse usw. usw. gehört ts ts ts…was läuft denn die ganze zeit? künstlicher irrsinn! hauptsache gier und kohle. das ganze system drüben sowie hier, natürlich in totalitärer abhängikeit, ist doch nur noch imbeziler, zynischer zinnober. da ist nichts mehr substanziell. na und. solange die großen satte kohle machen, wen störts?! ja und klappts nicht auch schei…egal. neoliberale verarsche. dann zahlts die welt wie immer und ewig ! denken sie nur an die sippenhaftung der privathaushalte ab 024…wow die eu diktatur, sowie herr schäuble und die „volksparteien“ sorgen schon dafür. dieses perfide casinosystem entzaubert sich ununterbrochen und im selben atemzug erfindet es sich brutal neu. alle machen mit, also gibt keinen grund was zu ändern! auch in schlaaand wirds ein böses erwachen geben. aber wir haben ja super clever künstlich nachfrage generiert. auf „humaner“ gummibärchen werfe basis….vom grundansatz doch nix andere!. voila. schulden? öhm was ist denn das?

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Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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Aktuell: Pelosi schürt wieder Stimulus-Optimismus, Aktienmärkte mit Erholung

Markus Fugmann

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Soeben Nancy Pelosi auf ihrer Pressekonferenz: man habe Fortschritte gemacht bei den Gesprächen mit den US-Repubikanern, man sei fast am Ziel („progress has been made this week“; „we are just about there“).

Und die Aktienmärkte wieder mit einer Erholung, nachdem der Leitindex S&P 500 das Tief vom Montag unterschritten hat..

Aber Vorsicht: möglich ist, dass sich Pelosi nicht auf das gesamte Stimulus-Paket bezieht, sondern nur auf einen kleinen Teil davon:

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Konsumklima und Kaufverhalten im Oktober – aktuelle Daten

Claudio Kummerfeld

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Einkaufswagen

Die Coronakrise nimmt wieder mehr Fahrt auf. Deutschland hat mehr täglich Neuinfizierte als noch im Frühjahr, und die Restriktionen im Alltag nehmen wieder zu. Der selbe Reflex wie im Frühjahr zeigt sich aktuell bei den Verbrauchern – aber offenbar noch nicht im selben Ausmaß. Das kann man gut ablesen im Konsumklima und im Kaufverhalten der Deutschen. Heute früh wurden Daten zu Konsumklima und Kaufverhalten für Oktober veröffentlicht.

Konsumklima

Das einmal im Monat veröffentlichte GfK-Konsumklima zeigt heute früh, dass der Optimismus der deutschen Verbraucher im Oktober spürbar schwindet. Rund drei Viertel der Verbraucher gehen demnach aktuell davon aus, dass COVID-19 eine große bziehungsweise sehr große Bedrohung darstellt, und etwa die Hälfte macht sich große beziehungsweise sehr große Sorgen, wenn es um die persönliche Zukunft geht. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartungen wie auch die Anschaffungsneigung müssen Einbußen hinnehmen. Folglich prognostiziert GfK für das Konsumklima für November 2020 einen Wert von -3,1 Punkten, und damit 1,4 Punkte weniger als im Oktober dieses Jahres. Gut sichtbar ist der Abwärtstrend im Konsumklima im folgenden Chart. Ein Balken steht für einen Monat.


source: tradingeconomics.com

Kaufverhalten

Das Statistische Bundesamt hat heute früh Daten zum Kaufverhalten in Deutschland veröffentlicht. Man hat sich die Woche vom 12. bis 17. Oktober 2020 angeschaut, und mit früheren Zeiträumen verglichen. Wegen der steigenden Infektionszahlen ist die Nachfrage nach ausgewählten Hygieneartikeln und Lebensmitteln teils deutlich gestiegen. Die Verkaufszahlen von Toilettenpapier waren vom 12. bis 17. Oktober 2020 fast doppelt so hoch (+89,9 %) wie im Durchschnitt der Vorkrisen-Monate August 2019 bis Januar 2020. Der Absatz von Desinfektionsmitteln lag knapp drei Viertel (+72,5 %) und der von Seife knapp zwei Drittel (+62,3 %) über dem Vorkrisen-Durchschnitt. Die Grafik, die bis ins letzte Jahr zurückreicht, zeigt: Die Panikkäufe im Frühjahr waren deutlich heftiger als heute, aber der Trend zum Kauf bestimmter Waren geht aktuell bergauf.

Chart zeigt Kaufverhalten vor und während der Coronakrise

Hier weitere Detailaussagen der Statistiker:

Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln und Seife blieb auch während des Sommers, als sich der Absatz von Lebensmitteln weitgehend normalisiert hatte, leicht überdurchschnittlich. In der 42. Kalenderwoche zog nun auch die Nachfrage nach bestimmten Lebensmitteln an. So stieg der Absatz von Mehl verglichen mit dem Vorkrisen-Durchschnitt um mehr als ein Viertel (+28,4 %) und der Absatz von Hefe um mehr als ein Drittel (+34,8 %). Die Verkaufszahlen von Teigwaren wie Nudeln waren hingegen leicht unterdurchschnittlich (-0,2 %).

Statistik zeigt Kaufverhalten für einzelne Produkte

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