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OECD-Prognose: Ein Wirtschaftswachstum, das es eigentlich gar nicht geben dürfte!

Gerade für eine Organisation wie die OECD, die als „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit“ für freien Handel, globale Kooperation und einen fairen Umgang miteinander stehen soll, muss das aktuelle Szenario mehr als nur…

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FMW-Redaktion

Gerade für eine Organisation wie die OECD, die als „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit“ für freien Handel, globale Kooperation und einen fairen Umgang miteinander stehen soll, muss das aktuelle Szenario mehr als nur schwierig sein. Denn Donald Trump hat ganz offiziell und im persönlichen Wortlaut den Handelskrieg verkündet, quasi gegen den ganzen Planeten. Und den werde er auch spielend leicht gewinnen, so seine Worte. Förderlich für das Wirtschaftswachstum kann das nicht sein!

Eingeläutet wurde der Handelskrieg vor Kurzem durch die US-Importzölle auf Stahl und Aluminium. So eine bevorstehende Verkettung von Gegenzöllen und Schutzzöllen vor anderen Konkurrenzmärkten ist Gift für jeden global und offen denkenden Ökonomen. Dank dieses Handelskriegs müsste man als OECD seine Prognosen für das globale Wirtschaftswachstum eigentlich senken, oder vorsichtig auf dem bisherigen Prognoseniveau belassen? Das ist nur so eine Frage von uns.

Denn die OECD hat in ihrer heutigen Wachstumsprognose so ziemlich alle Zahlenwerte nach oben korrigiert. Und zwar tut man dies aufgrund der US-Steuerreform, die man offensichtlich als zusätzlichen kräftigen Stimulus für den ganzen Planeten betrachtet. Und offenbar scheint dieser Faktor deutlich gewichtiger für die OECD zu sein als die Importzölle, die den freien Handel womöglich stark beeinträchtigen werden.

Weltweit sei die Wirtschaft 2017 um 3,7% gewachsen. 2018 sollen es +3,9% werden, und 2019 ebenfalls +3,9%. Das sind kräftige Wachstumsraten. Bislang lagen die Prognosen für 2018 und 2019 bei jeweils +3,6%. Mal eben so +0,3% pro Jahr mehr Wachstum ist schon ein kräftiges Plus, nach der letzten Einschätzung vom November 2017.

Für die USA sieht die OECD nach +2,3% letztes Jahr für 2018 ein Plus von 2,9%, und 2019 von 2,8%. Das sind 0,4% und 0,7% mehr als bei der vorherigen Schätzung der OECD aus November!

Für die Eurozone erwartet man mit +2,3% und +2,1% für 2018 und 2019 Steigerungen von jeweils +0,2% gegenüber der letzten Vorhersage. Für Deutschland erwaretet man +2,4% und +2,2%, was ein Plus von 0,1% und 0,3% darstellt.

Als Hauptfaktoren für das global kräftigere Wachstum sieht die OECD zwei Faktoren: Erstens die Steuersenkungen in den USA, die als Stimulus für wirtschaftliche Aktivität anzusehen sind. Und zweitens erwartet man von der neuen deutschen Bundesregierung Ausgabensteigerungen, was ebenfalls positiv sein soll. Auch sollen der globale Handel und höhere Beschäftigung positiv wirken.

Erst auf Seite 7 der 12 Seiten langen Analyse der OECD erwähnt man die Risiken des beginnenden Handelskriegs, und das auch nur mit diesem kurzen Text:

Rising trade protectionism would hurt growth and jobs

Trade protectionism remains a key risk that would negatively affect confidence, investment and jobs.
Governments of steel-producing economies should avoid escalation and rely on global solutions to resolve excess capacity in the global steel industry, in particular through the Global Forum on Steel Excess Capacity. Safeguarding the rules-based international trading system is essential to prevent the longer-term harm to growth prospects that could arise from a retreat from open markets.

Als sonstige Risiken erwähnt man auch die global hohen Schuldenstände. Dass der große US-Stimulus auch nur dank immens höherer Staatsschulden möglich ist, wird gar nicht erwähnt. Egal, was soll´s, das BIP muss wachsen…

Warum der Titel unseres Artikels? Warum eine solch tolle Prognose für das globale Wirtschaftswachstum, dass es gar nicht geben dürfte? Nun, es wird durch die massiv höheren US-Staatsschulden erkauft, und die Risiken des höchstwahrscheinlich um sich greifenden Handelskriegs werden offenbar gar nicht in die Kalkulation einbezogen.

OECD

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. rote_pille

    13. März 2018 16:33 at 16:33

    Wahrscheinlich wird es keine Handelskriege geben. Die mit Ausnahmen behafteten Zölle auf irgendwelchen Teilmärkten dürften nicht wirklich ins Gewicht fallen. Die Chinesen wollten ihre Stahlproduktion sowieso reduzieren.

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Globales Finanzcasino: Die Botschaft zum Jahresende lautet „Game over“

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am

Die Finanzwelt hat Ende 2018 einen Wendepunkt erreicht. Fast zehn Jahre lang haben die Zentralbanken das globale Finanzsystem künstlich am Leben erhalten, indem sie Billionen an Dollars, Euros, britischen Pfund, japanischen Yen und Schweizer Franken aus dem Nichts erzeugt und zu immer niedrigeren Zinsen vergeben haben.

Damit haben sie eine Entwicklung eingeleitet, die niemand vorausahnen konnte: Die Finanzmärkte haben über einen Zeitraum von 115 Monaten eine Rekordmarke nach der anderen gerissen. Das Ganze hatte aber auch eine Schattenseite, denn die Maßnahmen haben zugleich bewirkt, dass

– im Verhältnis zu den Finanzmärkten immer weniger Geld in die Realwirtschaft floss,

– das Steueraufkommen wegen der im Finanzsektor intensiv praktizierten Steuervermeidung nicht mit der Geldentwicklung mithalten konnte,

– immer weniger öffentliche Investitionen getätigt wurden,

– die Infrastruktur weltweit zerfiel,

– konservative Anleger wie Versicherungen, Renten- und Pensionskassen gezwungen wurden zu spekulieren und unverhältnismäßig hohe Risiken einzugehen,

– die Altersvorsorge durch Sparen erschwert und einer zukünftigen Zunahme der Altersarmut der Weg bereitet wurde,

– Privathaushalte, Unternehmen und Staaten sich immer höher verschuldeten,

– immer mehr Anleger mit geliehenem Geld in die Märkte einstiegen,

– an den Finanzmärkten die größten Blasen aller Zeiten entstanden,

– die soziale Ungleichheit weltweit explodierte.

Da diese Entwicklung das globale Finanzsystem inzwischen existenziell bedroht, ersetzen die Zentralbanken, angeführt von der FED, seit einiger Zeit ihre „lockere“ durch eine „straffere“ Geldpolitik – das heißt: Sie verringern den Geldfluss und erhöhen die Zinsen.

Die FED hat ihren Leitzins ab 2015 in mehreren sehr vorsichtigen Schritten bis auf 2,25 Prozent angehoben und bereinigt ihre auf mehr als $ 4,5 Billionen angewachsene Bilanz zurzeit um monatlich ca. $ 50 Mrd., die EZB hat ihre im März 2016 begonnenen Anleihenkäufe in diesem Sommer weiter eingeschränkt und will sie ab Anfang 2019 ganz aussetzen.

Diese Umkehr in der Geldpolitik wirkt auf die Finanzmärkte allerdings wie ein Drogenentzug auf einen Süchtigen und führt daher zu einer gefährlichen Instabilität. Aber nicht nur das: Sie trifft das System auch noch zu einer Zeit, in der es ohnehin mit einer Anhäufung von Problemen konfrontiert ist: Dem von den USA inszenierten Handelskrieg, der italienischen Bankenkrise, dem Volksaufstand in Frankreich, den Sanktionen gegen Iran, der Kapitalflucht aus den Schwellenländern, dem im Hintergrund immer bedrohlicher ausufernden Derivatesektor und einer einsetzenden globalen Rezession.

Ein ungünstigeres Zusammentreffen schwarzer Schwäne (möglicher Auslöser für einen System-Kollaps) ist schwer vorstellbar. Sollten die Zentralbanken trotzdem an ihrer straffen Geldpolitik festhalten, so lässt sich die Entwicklung an den Finanzmärkten in folgende drei Stadien einteilen:

1. Stadium (in dem wir uns gerade befinden): Durch den Geldentzug wird weniger spekuliert, die Kurse beginnen zu fallen. Erste Investoren, die mit geliehenem Geld in die Märkte eingestiegen sind, ziehen sich zurück, worauf die Kurse weiter nachgeben. In die Spekulation gezwungene konservative Anleger werden nervös, verkaufen und drücken die Kurse noch weiter.

2. Stadium: Der hohe Schuldenstand vieler Marktteilnehmer tritt immer deutlicher zutage, das Misstrauen wächst und führt zu immer zögerlicherer Kreditvergabe. Da Schuldnern die Bedienung ihrer Schulden zunehmend schwerer fällt, müssen sie immer mehr Wertpapiere verkaufen, was einen weiteren Rückgang der Börsenkurse und noch mehr Verkäufe nach sich zieht.

3. Stadium: Wegen der anhaltenden Abwärtsbewegung an den Börsen weiten sich die Kursverluste aus, erste Gläubiger fordern ihr Geld von Schuldnern zurück, es kommt zu einzelnen Insolvenzen, denen weitere und größere folgen, was noch mehr Gläubiger skeptisch macht und zum gefürchteten „Margin Call“ – einer flächendeckenden Rückforderung von Schulden – führt. Dadurch werden im Derivate-Bereich immer höhere Zahlungen fällig, die sogar die Großbanken überfordern, selbst kühl kalkulierende Börsenprofis in Panik geraten lassen und damit eine nicht mehr aufzuhaltende Abwärtsspirale in Gang setzen.

Der gesamte Prozess ist mit dem Abgang einer Lawine vergleichbar, die sich zunächst langsam in Gang setzt, dann an Fahrt aufnimmt und schließlich krachend alles und jeden mit sich reißt.

Noch befinden wir uns im ersten Stadium dieses Prozesses. Doch das heißt nicht, dass es nicht schon bald zum Crash kommen kann, denn in welchem Tempo sich die Dinge ereignen werden, kann niemand voraussagen. Eines aber lässt sich schon jetzt feststellen: Selbst wenn die Zentralbanken aus Angst vor dem Zusammenbruch ihre straffe Geldpolitik über Bord werfen und panikartig erneut Geld zu noch niedrigeren Zinssätzen (also im Fall der EZB im Negativbereich) in die Märkte pumpen sollten, werden sie nur ein zeitlich begrenztes Strohfeuer entfachen, den endgültigen Zusammenbruch aber nicht mehr verhindern können.

Die Botschaft des globalen Finanzsektors zum Jahreswechsel 2018/ 2019 ist eindeutig und lautet: Das Casino schließt seine Pforten, das Spiel ist vorüber.

Ernst Wolff über das Finanzcasino
Der Buchautor Ernst Wolff

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Individuum Eins

An diesem wahrhaftigen Black Friday kam es für Trump im Minutentakt so knüppeldick, dass selbst der sonst so kampflustige Alpha-Mann im Oval Office mit seinem Latein am Ende schien..

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Eine Kolumne aus New York von Herbert Bauernebel

„Donald und der furchtbare, schreckliche, nicht gute, sehr schlechte Tag“, titelte die „New York Post“, nicht unbedingt ein feindliches Organ für den Präsidenten. Es ist die Untertreibung des Jahres.

An diesem wahrhaftigen Black Friday kam es für Trump im Minutentakt so knüppeldick, dass selbst der sonst so kampflustige Alpha-Mann im Oval Office mit seinem Latein am Ende schien.

Er wackelte mit der weißen Twitter-Flagge. „Eine Entlastung auf allen Ebenen, vielen Dank!“, postete Trump, der wohl wahnwitzigste Tweet aller Zeiten.

Die Pöbeleien von Ex-Außenminister Rex Tillerson, wonach der Oberkommandierende ein Analphabet und Gesetzesbrecher sei und der Absturz des „Dow Jones“ an der Wall Street (minus 559 Punkte) waren nur der Prolog zum längsten Tag der Trump-Präsidentschaft.

Sonderermittler Bob Mueller sowie die schärfsten Staatsanwälte der Nation im berüchtigten „Southern District of New York“ (SDNY) nahmen den Präsidenten mit einer Serie an Gerichtseingaben bezüglich der Ermittlungen gegen die Ex-Vertrauten von Trump, Paul Manafort und Michael Cohen, in die Zange.

Trump geriet in ein juristisches Sperrfeuer.

In den Gerichtsakten ist längste nicht mehr vom Präsidenten die Rede, sondern von „Individuum Eins“. Im TV wird nicht mehr vom Anführer Amerikas, sondern einem „Mitverschwörer eines kriminellen Komplotts“ gesprochen.

Um die Lage zu illustrieren, hier ein paar Schlagzeilen des „Drude Report“ (ebenfalls sonst fix im Trump-Lager):

Trotz des Tsunamis solcher Horror-Headlines für Trump sind die meisten Experten der Ansicht, dass es sich beim derzeit Bekanntem immer noch „nur um die Spitze des Eisberges handelt“.

Trump muss dämmern: Er kommt da nicht mehr raus.

Besonders FBI-Veteran Mueller hat ihn mit meisterhafter Taktik und juristischen Schachzügen in die Enge getrieben. Schach matt, könnte man fast schon sagen. Oder zumindest der Anfang vom Ende.

Diskutiert wird bereits, ob Mueller Trump direkt anklagen könnte – es wäre ein „First“. Die Demokraten, die im Januar die Macht im Repräsentantenhaus übernehmen, werden wohl nicht darum herumkommen, ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten, sagen Kommentaren.

Dazu würde bereits das vorgelegte Material reichen. Und das furiose Finale kommt noch.

Klar ist auch, dass Trump kämpfen wird bis zuletzt – und das Land wohl in die schwerste Verfassungskrise seiner Geschichte stürzen dürfte. Wer gewinnt? Trump? Oder Amerikas 242 Jahre alte Demokratie.

 

Herbert Bauernebel ist freier US-Korrespondent in New York seit 1999. Er leitet dazu das Info-Portal AmerikaReport.de mit Blogs, Analysen und News – von „Breaking News“ bis Politik-Aufregern, von Trends aus dem „Silicon Valley“ bis zur Wall Street. 

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Aktuell: EuGH – UK kann Brexit absagen

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Der Europäische Gerichtshof hat soeben geurteilt, dass Großbritannien die Austrittserklärung widerrufen kann. Das hatte sich aufgrund der Empfehlung eines Generalanwalts in der letzten Woche bereits abgezeichnet – das Pfund mit leichten Zugewinnen. Aber das dürfte für die May-Regierung keine Option sein und die Niederlage Mays in der morgigen Abstimmung im britischen Parlament nicht verhindern..

Soeben hat ein Minister des May-Kabinetts ausdrücklich erklärt, dass UK die EU am 29.März definitiv verlassen werde..

 

Von Cédric Puisney from Brussels, Belgium – European Court of Justice – Luxembourg, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34942382

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