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Märkte

Öl: Zerstörte Hoffnungen

Was hat man nicht alles gehört seitens der Öl-Industrie: die Nachfrage werde bald stark anziehen und das Angebot ausgleichen. Über falsche Hoffnungen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Was hat man nicht alles gehört seitens der Öl-Industrie: die Nachfrage werde bald stark anziehen und das Angebot ausgleichen – so der Tenor vor allem in Phasen, in denen der Ölpreis stieg. Nun aber scheint von dieser Hoffnung nicht mehr viel übrig zu bleiben! Inzwischen setzt sich nämlich die Erkenntnis durch, dass das mit der Ausbalancierung zwischen Angebot und Nachfrage wohl doch etwas länger dauert als erhofft – wenn es überhaupt passiert.

Norwegen-Statoil-Bohrinsel
Bohrinsel vor Norwegen. Foto: Jarvin Jarle Vines / Wikipedia / Gemeinfrei

Zunächst einmal hat der Ölpreis zwei wesentliche Treiber verloren: die Probleme in Nigeria mit den dortigen Rebellen scheinen erst einmal geringer gwworden zu sein (Shell hob den sogenannten „force majeure“-Status auf für die Pipeline Bonny), und die Brände in Kanada sind auch Geschichte, sodass dort die Produktion fast wieder auf vollen Hochtouren läuft. Und gleichzeitig ist die Nachfrage nach Benzin in den USA so gering wie seit 15 Monaten nicht mehr.

Und derzeit liegt global so viel Öl in den Lagern, dass es wohl mindestens bis 2018 dauern wird, bis dieser Überhang abgebaut sein wird. Das ist die Folge einer Vorgehensweise vieler Händler: sie hatten das Öl eingelagert, in der Hoffnung, zu einem späteren Zeitpunkt höhere Preise zu erzielen als derzeit (Contango). Und wenn sich diese Hoffnung nicht erfüllt bzw. nicht absehbar ist, dass sie sich erfüllen kann, werden viele Händler das Öl auf den Markt werfen, weil die Lagerhaltung naturgemäß Geld kostet.

Einer der wesentlichen Thesen der Hoffnung auf das Anziehen der Nachfrage war China. Aber die Autoverkäufe im Reich der Mitte, die zwischenzeitlich wegen starker Steuervergünstigungen stark gestiegen waren, sind seit dem Hoch im Dezember des Vorjahres wieder um ein Viertel gefallen. Und Chinas Raffinerien verarbeiten derzeit so viel Öl, dass selbst der heimische Markt im Reich der Mitte das daraus entstehende Überangebot nicht aufnehmen kann. Und auch Chinas Lager sind zum Bersten voll: die Regierung hatte in den letzten Jahren die strategischen Reserven stark ausgebaut – ein Prozeß, der so gar nicht mehr weiter gehen kann, schon allein weil die Lagerstätten dafür fehlen.

Und ohne die erhoffte Nachfrage aus China wird es nichts werden mit der Ausbalancierung zwischen Angebot und Nachfrage. Zwar war der Ölpreis gestern nach längerer Schwäche wieder gestiegen – weil die Aktienmärkte aufgrund der Stimlushoffnungen durch Notenbanken (vor allem Japan) nach oben gegangen waren. Aber der Anstieg war gewissermaßen von den Aktienmärkten geliehen, erfolgte nicht aus eigener Kraft und war ohenhin durch kurzfristige Short-Eindeckungen von Hedgefonds befeuert.

Die gestern Abend veröffentlichten API-Daten aber mit einem Lager-Anstieg von gut 200.000 Barrel Öl dämpfen nun die Erwartungen, dass die heutigen (offiziellen Regierungs-)Lagerbestände (wir berichten wie immer zeitnah kurz nach 16.30Uhr) zum achten Mal in Folge rückläufig sind. Summa summarum also stehen die Chancen nicht wirklich gut, dass der Ölpreis nachhaltig über 50 Dollar (WTI) steigen kann..

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    leser

    13. Juli 2016 17:32 at 17:32

    Gut für’s tanken, schlecht für den Aktienmarkt, http://blog.kimblechartingsolutions.com/

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„Janet Yellen macht euch reich – kauft Aktien“, so lautet das Mantra mit der Amtsübergabe an Biden in sozialen Medien in den USA. Wirklich?

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