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Angebot übersteigt Nachfrage Ölpreis fällt: USA fluten die Welt mit Öl

USA fluten die Welt mit Öl - der Ölpreis fällt

Die OPEC hat kürzlich entschieden, die Öl-Förderung weiter zu reduzieren – aber der Ölpreis fällt trotzdem weiter: ein zentraler Grund dafür ist, dass die USA derzeit die Welt geradezu mit Öl fluten!

Die USA sind inzwischen mit Abstand der größte Öl-Produzent der Welt – vor Saudi-Arabien und Russland. Mit den durch Saudi-Arabien und Russland vorangetriebenen Kürzungen der Öl-Förderung hatten die beiden wichtigsten OPEC+-Staaten gehofft, den Ölpreis wieder nach oben zu bringen. Aber das Gegenteil passierte: die Märkte waren enttäuscht, weil die verkündeten Kürzungen für die OPEC-Mitgliedsstaaten nicht verpflichtend sind, sondern lediglich auf freiwilliger Basis erfolgen. Diese „Freiwilligkeit“ wird häufig nicht eingehalten – daher rutschte der Ölpreis nach der OPEC-Verkündung weiter ab.

Ölpreis fällt, weil die USA die Welt mit Öl fluten

Die Ausfuhren von US-Rohöl nähern sich der Rekordmarke von 6 Millionen Barrel pro Tag, was den Markt mit Öl überschwemmt und die Preise von Europa bis Asien nach unten drückt, wie Bloomberg berichtet.

Laut den Schiffsverfolgungsunternehmen Kpler und Vortexa könnten die Öl-Ausfuhren der USA in der am 1. Dezember endenden Woche etwa 5,7 Millionen Barrel pro Tag erreichen. Macquarie sieht die Exporte bei 5,9 Millionen Barrel pro Tag. Beide Schätzungen wären rekordverdächtig, wenn sie durch die am Mittwoch veröffentlichten Daten der US-Energiebehörde bestätigt würden.

Die Flut von Öl-Exporten der USA kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die inländische Produktion auf einen Rekordwert von über 13 Millionen Barrel pro Tag ansteigt, was einige Marktteilnehmer überrascht hat. Während sich die OPEC und ihre Verbündeten darauf geeinigt haben, die Produktionskürzungen im nächsten Jahr zu verschärfen, um das Gleichgewicht auf den Märkten zu erhalten, nimmt das Angebot außerhalb der OPEC jedoch weiter zu. Die Öl-Gesamtvorräte übersteigen dadurh die Nachfrage – mit der Folge, dass der Ölpreis fällt.

Anzeichen von Schwäche: Öl-Preise in USA sind diese Woche in ein tieferes Contango eingetaucht

Erwartete Öl-Schwemme

Die Öl-Schwemme hat Auswirkungen auf die verschiedenen Öl-Kontrakte (die monatlich auslaufen), einen wichtigen Indikator für das Gleichgewicht am Markt: Anzeichen eines Überangebots bis Mai nächsten Jahres bringt die Preise für zweitlich weiter entfernte Öl-Kontrakte unter Druck. Die internationale Referenzsorte Brent hat ebenfalls nachgegeben, während die bullishe Backwardation-Struktur in den prompten Timespreads für Dubai – die Referenzsorte der Region – auf nur 30 Cent pro Barrel geschrumpft ist, verglichen mit über 1 $ im letzten Monat.

In Europa hat das reichliche Angebot an US-Öl zusammen mit anderen regionalen Lieferungen die physischen Rohölpreise gedrückt und Sorgen über eine Öl-Flutung ausgelöst. WTI Midland, die derzeit billigste Sorte, die als Referenzwert für die Sorte Brent dient, wurde auf dem niedrigsten Stand seit mehr als vier Monaten gehandelt. Die norwegische Rohölsorte Johan Sverdrup wird mit einem Abschlag von 1,80 bis 1,90 Dollar pro Barrel gehandelt, nachdem sie vor einem Monat noch mit einem Aufschlag von fast 2 Dollar gehandelt wurde.

Ein Teil des US-Exportanstiegs ist saisonal bedingt, da die Händler versuchen, ihre Rohölbestände abzubauen, um ihre Steuerverpflichtungen zum Jahresende zu reduzieren. Und obwohl ein Teil dieses Angebots unweigerlich in Asien landen wird, wo der Handel für Märzlieferungen gerade erst begonnen hat, war die Nachfrage dort bisher gedämpft. Südkoreanische Käufer haben in diesem Monat bisher nur rund 4 Millionen Barrel amerikanisches Rohöl gekauft.

Durch Wartungsarbeiten in der größten Raffinerie der Abu Dhabi National Oil Co. wird auch mehr Murban-Rohöl für den Export nach Asien frei, wo es mit den US-Lieferungen konkurriert. Die Prämie für Murban-Futures sank am Montag auf 25 Cent pro Barrel gegenüber Dubai-Swaps an der ICE Futures Abu Dhabi-Börse, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen. Im Vormonat hatte der Aufschlag noch bei über 2 Dollar gelegen.

FMW/Bloomberg

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3 Kommentare

  1. Öl fällt>Inflation fällt>Zinsen fallen>Aktien und Gold steigen…👍.

  2. Der Ölpreis ist im Rahmen des aktuellen Jahreswechsels volatil.

  3. Also wenn der Ölpreis jetzt wirklich niedrig bleibt, könnte das die Inflation nachhaltig in Schach halten. Damit wären auch langläufige US-Anleihen wieder interessant. Zumal esmit Donald Trump eine Machtfigur gibt, die sich klar für aggresive Ölförderungen ausspricht. Das wird bei den Demokraten nicht ohne Wirkung bleiben.

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