Märkte

Ölpreis fällt deutlich – die einfache Logik dahinter

Der Ölpreis fällt deutlich. Seit Tagen und Wochen geht es hin und her. Aktuell drückt der Aktienmarkt dank Rezessionsängsten Öl runter.

Öl-Raffinerie

Was schrieb ich erst vorgestern? „Als Öl-Trader konnte man die letzten Tage fast wahnsinnig werden. In Abständen von wenigen Tagen ändert sich die Stimmung. Mal hat man Angst vor dem anstehenden Ölembargo der EU gegen Russland, und der Ölpreis steigt. Dann blickt man auf die Corona-Lockdowns in China, fürchtet eine Nachfrageschwäche bei Öl, und der Ölpreis fällt.“ Und jetzt? Seit gestern ist der WTI-Ölpreis mal wieder spürbar abgestürzt von 115 auf 106,53 Dollar.

Ölpreis fällt kräftig – Aktienmärkte ziehen Öl mit runter

Nachdem zwei aufeinander folgende Quartalsberichte von Target und Walmart die Ängste der US-Anleger vor einer steigenden Inflation geschürt hatten, die sich auf die Unternehmensgewinne und die Verbrauchernachfrage auswirkt, kam es gestern an den Aktienmärkten erneut zu heftigen Verkäufen. So verzeichnete der S&P 500 gestern den stärksten Tagesrückgang seit fast zwei Jahren! Von diesem Abwärtssog dürfte auch der Ölpreis negativ beeinflusst worden sein. Inflationsangst und Rezessionsangst vermischen sich gerade und belasten die Aktienkurse. So drückt die Angst vor einer Rezession auf die Erwartungen für die Nachfrage nach Öl. Und so sehen wir aktuell diesen Absturz im Ölpreis

Achtung – schon bald nächste Wende?

Aber man schaue auf den Chart, der 30 Tage zurückreicht. Wie oft bitte schön gab es in den letzten Tagen und Wochen eine Wende. Je nachdem auf welches Thema sich die Märkte gerade fokussieren, steigt oder fällt der Ölpreis. Schaut man nächste Woche wieder verstärkt auf das mögliche anstehende Ölembargo der EU gegen Russland? Und plötzlich steigt der Ölpreis schnell wieder 5, 6, 7 Dollar an? Das ist gut möglich. Aber in diesem Augenblick drückt man den Markt runter mit negativen Konjunkturaussichten.

USA versuchen EU von striktem Ölembargo gegen Russland abzubringen

Aber sind die USA gerade dabei die EU von einem richtig strikten Ölembargo gegen Russland abzubringen? Hannes Zipfel hatte es heute in seiner Analyse zu US-Treibstoffpreisen besprochen, die immer weiter auf neue Rekordstände ansteigen. Das freut die Wähler in den USA gar nicht, und so muss die Biden-Administration die EU derzeit davon abbringen russisches Öl zu sanktionieren, damit der Ölpreis nicht noch weiter ansteigt? Finanzministerin Yellen machte jüngst einen Gegenvorschlag zu einem Embargo, und schlägt stattdessen einen Zoll auf russisches Öl vor. Europäische Politiker sind irritiert. Kann dieses Chaos zum Thema Ölembargo den Ölpreis erst einmal davon abhalten nächste Woche wieder anzusteigen? Das Thema sollte man auf jeden Fall genau im Blick behalten.

Chart zeigt Verlauf im WTI-Ölpreis in den letzten 30 Tagen Verlauf im WTI-Ölpreis in den letzten 30 Tagen.



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2 Kommentare

  1. Die USA beschließen einerseits ein russisches Öl-Embargo, und fordern gleichzeitig die EU auf, auf ein solches zu verzichten. Eine ziemlich konzeptionslose Energie- und Rohstoffpolitik.

  2. Schmieriges Öltheater

    Es ist ein Trauerspiel. die Amis drängten die EU zu Sanktionen gegen Russland und viele meinten die Amis seien nur Profiteure weil sie Selbsversorger in Energie sind.Da durch die Verschiebung der Energieströme nun auch der Sprit in den USA teurer und somit zum Problem wird, will man die EU zum Rückzieher animieren.Dass die immense Energiemenge der EU sogar die Weltmärkte beeinflusst war wohl von jedem Anfänger zu erahnen.Wie lange werden wohl die EUPuppen noch im US Puppentheater herumgängeln.

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