Allgemein

Polen sticht Russland aus

Während Russland in diesem Jahr schon acht Anleiheaktionen absagen musste und auch gestern erneut scheiterte – aufgrund fehlender Nachfrage bzw. den zu hohen Zinsen für die verkaufende Anleihen – hat Polen mit dem Verkauf von Schuldtiteln überhaupt keine Probleme.

Gestern erzielte das Land Einnahmen durch Anleihen ((2- und 4-jährige) im Gegenwert von 3,9 Milliarden US-Dollar und verkaufte so 17% mehr als geplant. Damit hat Polen nun 80% der für das Jahr 2014 geplanten Einnahmen im „Staatssäckle“ (by the way: in Polen werden die Deutschen auch als „schwabski“ bezeichnet..)

Gleichzeitig steigt die Differenz zwischen den Renditen (=Risikoaufschlägen) polnischer und russischer Anleihen weiter. Für 2-jährige Staatsanleihen liegt die Differenz nun bei staatlichen 512 Basispunkten (5,12%), während noch im letzten Jahr der durchschnittliche Renditeabstand nur 365 Basispunkte (3,65%) betragen hatte.

Im Gegensatz zu Russland geht es ökonomisch in Polen bergauf: im vierten Quartal erwartet die Regierung ein BIP-Wachstum von beachtlichen 4%. Besonders attraktiv sind Polens Anleihen – neben der Wachstum-Story – auch durch das Fehlen inflationärer Tendenzen. Derzeit liegt die Inflation in Polen unter der Zielmarke der Notenbank von 2,5%. Ganz anders in Russland: dort nähert sich die Inflation der 7%-Marke, u.a. Folge der Rubel-Abschwächung, die Importe deutlich verteuert.

Aber auch für Polen bestehen Risiken: die Wirtschaft des Landes hat viele Verbindungen in die Ukraine und nach Russland. Verschärft sich die politische Lage weiter, dürfte das die optimistischen Erwartungen zumindest dämpfen. Aber anders als Russland ist das Land nicht von Sanktionen bedroht und auch nicht abhängig von einem einzigen Wirtschafts-Sektor – in Russland hängt gut die Hälfte aller Einnahmen am Gas – und Ölexport.

 



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage