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Putin wird sich erklären

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Um 12Uhr Moskauer Zeit (10Uhr MEZ) wird Wladimir Putin seine jährliche Pressekonferenz abhalten – und harte Fragen beantworten, so Kreml-Berater im Vorfeld. Aber eins scheint klar: Tenor der Aussagen Putins wird einmal mehr sein, dass der Westen an allem schuld ist, dass Spekulanten für den Rubel-Verfall verantwortlich sind etc. etc.

Mit der Wahrheit hat das nur sehr wenig zu tun. Russland hat sich lange ausgeruht auf hohen Öl- und Gaspreisen, jenseits des Energiesektors (und selbst dort geht es ineffzient zu) passiert wenig. Daher ist diese Krise für Russland auch eine Chance: endlich anzufangen mit Reformen, wie sie etwa die Notenbankchefin Elvira Nabiullina schon länger fordert. Man versuche etwa einmal, in Russland ein Unternehmen zu gründen: ohne Schmiergelder und den Gang durch eine ausufernde Bürokratie geht dort nichts.

Damit aber müsste ein Trend umgekehrt werden: die Oligarchen reissen sich derzeit ganze Industrien unter den Nagel, mit Duldung Putins. Der Deal lautet: wir lassen euch machen, dafür haltet ihr euch aus der Politik raus oder unterstützt uns. Die von den Oligarchen geschaffenen Großkonzerne aber sind unflexibel und unbeweglich, kaum in der Lage, auf aktuelle Entwicklungen schnell zu reagieren.

Aber selbst die Oligarchen haben so ihre Zweifel, ob die russische Wirtschaft und der Rubel überlebensfähig sind. Dass die Schweiz heute Negativzinsen einführt, liegt offenkundig vorwiegend daran, dass reiche Russen derzeit versuchen, ihr Vermögen in die Schweiz zu retten. Ein klarer Mißtrauensbeweis gegen Putin, nebenbei gesagt.

Dass sich der Rubel gestern erholte, ist vor allem den massiven Dollarverkäufen der Notenbank zu verdanken. Gut 7 Milliarden verkaufte die Bank of Russia gestern, so viel wie schon sehr lange nicht mehr. Andere Massnahmen sollen vor allem den Unternehmen helfen: so können Russlands Unternehmen ihre Aktiva nach dem Rubelkurs des dritten Quartals berechnen – also zu einem Kurs vor dem massiven Sturzflug der Währung, der im Oktober an Fahrt gewann.

All das hilft kurzfristig, aber es sind Notmassnahmen, die das eigentliche Strukturproblem nicht beheben. Russland bekommt nun die Quittung für seine jahrelange Bequemlichkeit – die Sanktionen und der fallende Ölpreis haben die große Schwäche Russland aufgedeckt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Russland unter Putins Führung nun eine wirklich konstruktive Wirtschaftspolitik betreiben wird, tendiert alllerdings gegen Null.

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Türkische Lira fällt immer weiter trotz BIP-Jubelmeldung – hier der Grund

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Türkei Flagge

Aktuell wertet die türkische Lira immer weiter ab. Das dürfte eigentlich gar nicht passieren? Denn schauen wir zuerst mal auf die heutige Veröffentlichung der türkischen Statistikbehörde Turkstat. Dort hat man heute für die Türkei 6 Prozent Wirtschaftswachstum für das 4. Quartal 2019 im Vergleich zum 4. Quartal 2018 verkündet. Sensationell, möchte man da sagen! Man sieht es auch im folgenden Chart. Das sieht doch phantastisch aus? Gut, die Party mag kreditgetrieben sein – aber wie auch in den USA interessiert das niemanden? Hauptsache die Wirtschaft ist (zumindest mit Stand Ende Dezember 2019) weit weg von der vorigen Rezession. Mit +6 Prozent hat man sogar die Erwartungen übertroffen, die um die 5 Prozent lagen. Da hätte die türkische Lira doch heute endlich mal Anlass gehabt aufzuwerten? Aber nein.

Turkei aktuelle BIP-Statistik

Türkische Lira wertet weiter ab

Seit Wochen läuft für die türkische Lira eine große Abwertungslawine, um es mal so zu nennen. Die türkische Zentralbank hat monatelang die Zinsen immer weiter gesenkt, mit den letzten beiden Schritten sogar unter die Inflationsrate der Türkei. Das ist einer der Hauptgründe für den Absturz der Lira in letzter Zeit. Aber aktuell, da drückt die Geopolitik gegen die türkische Lira, viel stärker als dass die BIP-Daten für die Lira sprechen. Denn der Konflikt zwischen der Türkei, Syrien und Russland spitzt sich derzeit weiter zu. 33 türkische Soldaten starben bei einem syrischen Luftangriff. Auch türkische Medien sprechen von diesem Konflikt als Hauptgrund für die aktuelle Lira-Abwertung!

Ob die Lage dort eskaliert, ob Präsident Erdogan irgendwelche Maßnahmen ergreift? Unklar. Da die Lage derzeit angespannt ist, tendiert der Anleger beziehungsweise Spekulant in solchen Situationen in Richtung der vermeintlich starken großen Währung. Daher leidet die türkische Lira gerade. US-Dollar vs Lira notiert heute im Hoch bei 6,25, nach 6,10 vor einer Woche und 5,96 vor genau einem Monat. Wie dramatisch die geopolitische Lage zwischen der Türkei und Syrien derzeit ist, zeigt das aktuelle Verbot von Leerverkäufen sämtlicher Aktien an der Börse in Istanbul. Der dortige Leitindex verliert heute 4%, was natürlich auch am aktuellen Crash liegt, der diese Woche weltweit stattfindet.

US-Dollar vs Türkische Lira im Verlauf der letzten 30 Tage

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Euro gegen Dollar: Kommt jetzt die Flucht aus dem US-Dollar?

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Es ist schon sehr interessant zu beobachten, was gerade beim Euro gegen den US-Dollar passiert! Die Gemeinschaftswährung hat in den letzten Wochen kräftig verloren – viele Experten haben die europäische Leitwährung schon gänzlich abgeschrieben. Der Kurs ist innerhalb kurzer Zeit über 300 Punkte gefallen. Es gab sogar Stimmen, die EUR/USD schon bei der Parität gesehen haben. Zugegeben, der Euro musste im Februar Federn lassen und es sah zeitweise schon ziemlich düster aus. Doch der bekannte Börsenspruch „tot gesagte leben länger“ hat sich erneut bestätigt.

Es ist auch am Forex-Markt so, dass wenn alle nur noch von der Short-Richtung und fallenden Kursen sprechen, ist es an der Zeit, eine Long-Order zu platzieren. Die Professionals wissen das natürlich und positionieren sich dementsprechend. Es war in den letzten 8 Tagen deutlich sichtbar. Seitdem der Kurs die signifikante Unterstützung bei 1,0781 halten konnte, geht es für den Euro nur noch aufwärts.

Warum der Euro wieder steigt? Dafür gibt es verschiedene Gründe. Natürlich kann man von den Zinsunterschieden zwischen USA und der Eurozone sprechen und davon, dass in Amerika die Zinsen demnächst wahrscheinlich wieder gesenkt werden. Man kann auch darüber sprechen, dass das Coronavirus in den USA noch nicht ausgebrochen ist oder darüber, dass die US-Wirtschaftsdaten momentan nicht mehr so stark ausfallen.

Eines ist sicher: Momentan fließt einiges an Kapital aus Asien und den USA wieder in den Euroraum zurück, da die  Verkaufswelle an den Aktienmärkten zu Rückflüssen in die Gemeinschaftswährung führen. Für mich ist das – davon abgesehen – jedoch ach eine ganz natürliche technische Reaktion, die der Euro gegen den US-Dollar aktuell erfährt. An den Finanzmärkten geht es nie nur in eine Richtung. Wenn sich der Markt im Extrembereich befindet und die Ausschläge übertrieben ausfallen, dann ist es ganz normal und natürlich, dass es zu einer Korrektur kommen muss. Nicht nur der Mensch, sondern auch der Markt sucht immer wieder nach Harmonie. Das ist ein Naturgesetz. Das hat schon der berühmte Fibonacci im Mittelalter festgestellt. Und da es so ist, benutzt man bis heute sein Werkzeug (Fibonacci-Tools) um die weltweiten Finanzmärkte zu analysieren. Insgesamt wird es wahrscheinlich eine Kombination der verschiedenen Faktoren sein, die den Euro momentan wieder stärkt.

Ist es schon die Trendwende beim Euro?

Aktuell (Freitagmorgen) hat der Euro vs den US-Dollar den wichtigen Widerstand bei ca. 1,1004 durchbrochen. Wenn man den mittelfristigen 4-Stunden-Chart (siehe unten) betrachtet, kann man sich langsam die Frage stellen, ob es sich beim Euro gegen den US-Dollar noch um einen Rebound handelt – oder ob der Major schon einen neuen Long-Trend ausbildet. Eine Antwort auf diese Frage werden wir vermutlich erst nächste Woche endgültig bekommen.

Wie immer vor dem Wochenabschluss, werden viele Händler heute ihre Long-Positionen glattstellen, um mit einer positiven Performance ins Wochenende zu gehen. Das kann dafür sorgen, dass der Euro am heutigen Tag wieder etwas schwächerwird. EUR/USD ist in den letzten zwei Tagen immerhin um mehr als 150 Pips gestiegen. Jetzt wird die Luft auf der Oberseite im kurzfristigen Bereich auch wieder dünner werden, da die Indikatoren schon überkauft sind. Auf diesem Niveau heute die Long-Seite zu handeln, wird eher mit höherem Risiko verbunden sein. Wer also auf den Ausbruch über die 1,1000 spekuliert hat, sollte auf jeden Fall mit einem engen Stop-Loss arbeiten..

Der Euro hat zum dollar zuletzt stark zugelegt

 

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Der Dollar verliert zum Euro - ein neuer Trend?

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Rüdiger Born: Indizes und Euro direkt am Chart besprochen

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Die Indizes rauschen weiter nach unten. Für einen möglichen Dreh nach oben gibt es momentan keinen Anhaltspunkt. Das will ich mir im folgenden Video direkt am Chart anschauen. Euro vs US-Dollar sehe ich im Chart auf der Long-Seite. Ein Szenario zeichne ich direkt am Chart ein. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service „Trade to Go“  (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

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