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Rentensystem alleine nicht überlebensfähig Rentenversicherung: So kaputt ist das System – aktuelle Zahlen für 2021

Rentner an einem Tisch

Wir haben in den letzten Jahren immer wieder über das kaputte deutschen Rentensystem berichtet. Die Deutsche Rentenversicherung berichtet seit Jahren vom angeblich stabilen Rentensystem. Dabei ist das deutsche Rentensystem de facto längst pleite. Ja, so klar muss man es sagen. Die Rente wird durch die externe Zufuhr von Geld lediglich am Leben gehalten – so wie ein Unternehmen, dass im laufenden Geschäftsbetrieb nur Verluste macht, und nur deswegen noch nicht dicht gemacht hat, weil von außen immer frisches Geld reingepumpt wird.

Rentenversicherung spricht selbst von „stabilem System“

Heute hat die Deutsche Rentenversicherung ihren Jahresbericht für das Jahr 2021 veröffentlicht. Wie auch in den Vorjahren zeigt sich in den Zahlen das desaströse Defizit des Systems. Aber wenn Sie den 24 Seiten langen Bericht lesen, werden sie eher Jubelmeldungen vernehmen. Da heißt es zum Beispiel als Headline „GUT AUFGESTELLT“, und kurz danach lautet eine weitere Headline „RENTENSYSTEM STABIL“. Und liest man die erläuternden Texte der Rentenversicherung, dann findet man unter anderem die folgende Aussage: „Die gesamten Einnahmen beliefen sich 2021 auf 347,7 Milliarden Euro und standen Ausgaben in Höhe von 346,5 Milliarden Euro gegenüber“. Man spricht sogar stolz von einem Überschuss der Rentenversicherung im Jahr 2021 in Höhe von 1,2 Milliarden Euro.

Da denkt man sich als gutmütiger Leser: Es ist alles in bester Ordnung. Staat und Sozialversicherungen haben den Laden im Griff, die Rentenversicherung hat genau so viele Einnahmen wie Ausgaben – es läuft. Die bittere Wahrheit sieht man aber auf Seite 23 von 24. Dort wird nämlich nochmal klar gemacht: In den Gesamteinnahmen von 347,7 Milliarden Euro sind nur 262,6 Milliarden Euro tatsächliche Beitragseinnahmen enthalten, also was von Arbeitgebern und Arbeitnehmern als Rentenbeitrag eingezahlt wird. Die Differenz der beiden Summen besteht aus staatlichen Zuschüssen. Die Bundesregierung bucht also Geld aus dem Steuerhaushalt um, damit überhaupt genug Geld bei der Rentenversicherung vorhanden ist für die laufenden Rentenzahlungen und sonstige Ausgaben.

Rente mit tatsächlich riesiger Lücke zwischen Ausgaben und Einnahmen

Bei der Rentenversicherung werden keine eingezahlten Gelder für die zukünftigen Rentner angespart. Es ist ein Topf, bei dem Einnahmen sofort wieder für die Zahlungen an aktuelle Rentner ausgegeben werden. Den tatsächlichen Beitragseinnahmen von 262,6 Milliarden Euro in 2021 standen Gesamtausgaben von 346,5 Milliarden Euro und tatsächliche Rentenzahlungen von 310,7 Milliarden Euro gegenüber. Lassen wir also die staatliche Unterstützung aus dem Steuerhaushalt weg, und ebenso die Sonderausgaben, die man der Rentenversicherung aufgebürdet hat – dann hatte man 2021 Ausgaben von 310,7 Milliarden Euro und Einnahmen von 262,6 Milliarden Euro. Im Kern weist die Rente also ein Defizit von 48,1 Milliarden Euro aus, und das nur im letzten Jahr. Auch in den Jahren vor der Coronakrise gab es vergleichbar große Defizite der Rentenversicherung.

Reform von Rentensystem ist dringend notwendig

Dadurch, dass die Bundesregierung Jahr für Jahr immer gerade ausreichend Steuermittel hinüber schiebt, kann die Rentenversicherung Jahr für Jahr mit einem Saldo von grob plus minus Null aufwarten. Wer auf die Headline-Zahlen schaut, sieht eine rosa rote heile Welt. Aber in Wirklichkeit ist das deutsche Rentensystem seit Jahren strukturell kaputt ein großes Zuschussgeschäft – und es wird nicht besser, sondern nur noch schlimmer werden. Eine große Rentenreform (in welcher Form auch immer) ist schon lange überfällig. Aber wer traut sich da ran?

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Übrigens: Laut heutiger Aussage der Rentenversicherung erreichte die Zahl der Versicherten mit 56,77 Millionen am Jahresende 2020 einen neuen Höchststand. Nur infolge der Corona-Pandemie kam es bei den versicherungspflichtig Beschäftigten nach zehn Jahren des Wachstums erstmals zu einem leichten Rückgang. Immer mehr Einzahler zu haben nützt nichts, wenn die Zahl der Rentenempfänger viel, viel schneller ansteigt. Alleine 2020 kamen 1,4 Millionen neue Rentenempfänger hinzu, und 2021 waren es 1,43 Millionen. Nochmal: Es bedarf einer großen Reform, einer echten Umstellung weg von diesem kaputten Modell, dass schon längst nicht mehr funktioniert. Die Zahl der Empfänger wächst so stark an, dass die Beiträge und/oder Zuschüsse auf Dauer ins Unermessliche steigen müssten, um das System weiter künstlich am Leben zu halten. Bevor man über grundsätzlich neue Modelle für die Rente nachdenkt, wäre es erst einmal notwendig, dass in Politik und Medien die Diagnose öffentlich verkündet wird.



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22 Kommentare

  1. In der Tagesschau wird aber immer ein anderes Märchen erzählt, dass der Rentenhaushalt ausgeglichen ist.

  2. Diagnose UNFÄHIGKEIT.
    Wenn es stimmt, zahlen in anderen Ländern alle Bevölkerungsklassen ein.
    Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung?
    Bewusst schreibe ich BEV…..Klassen oder Bev…….. Kasten.
    Jeder lebt in seiner Einkommensschicht oder Bildungsschicht.
    Obwohl Bildung heutzutage, lächerlich.
    Was ist Bildung, sie haben 4 Antworten. Da bleibt nichts im Hirn hängen.
    Wir brauchen einen fähigen Mittler.. in zwischen Hirn und Herz, nach dem Film METROPOLIS.

  3. Das ist auch wieder so ein Thema.
    Ich habe 1986 erkannt, welch ein legal krimminelles System in dem deutschen Rentensystem steckt.
    Ich bin damals aus dem gesetzlichen Rentensystem ausgetreten, und habe bis heute jede Gelegenheit genutzt die Menschen davon zu überzeugen, dass sie zumindest ihre private Altersversorgung nicht in Allianz, Riester und Co., nicht in Direktversicherungen oder Betriebsrenten usw. investieren sollten.
    Aber, genau das haben zig Millionen Menschen getan.
    Heute jammern viele dieser Menschen darüber, das bei den ganzen Zusatzversicherungen auch nicht das dabei herausgekommen ist, was versprochen wurde, und oft auch noch Krankenkassenbeiträge und Steuern von den Auszahlungen bezahlt werden müssen.
    Ja, davor hatte ich gewarnt.
    Oft werden die Altetsrenten auch nur steuerpflichtig, nur weil es diese Zusatzrenten gibt.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut

      Hoffentlich haben nicht allzu viele Menschen auf Sie gehört, was private Rentenversicherungen ab 1986 angeht. Immerhin 3,5% Garantiezins, ab 1994 dann sogar 4,0%, und das alles steuerfrei. Meine Generation ist ganz zufrieden damit, ich persönlich natürlich zusätzlich mit meiner 500 DM-Investition in Apple-Aktien statt Gold. Kann Ihr Gold da mithalten?

      Dass weiterhin im Rentenalter Krankenkassenbeiträge zum üblichen Arbeitnehmeranteil zu entrichten sind, ist doch selbstverständlich.
      Sie hatten die Gelegenheit, aus dem gesetzlichen System auszutreten, weil Sie selbständig waren. Umso perfider finde ich es, dass Sie Menschen im Angestelltenverhältnis, die diese Möglichkeiten gar nicht haben, Zeit Ihres Lebens aufgehetzt verängstigt und einseitig beraten haben.
      Was haben Sie Arbeitnehmern in den 80er und 90er Jahren denn empfohlen? Eine monatliche kleine Investition in Gold, die dann bis 2006 erst einmal ein Verlustgeschäft war, während andere Jahr für Jahr 4% erwirtschaften?
      https://www.gold.de/kurse/goldpreis/entwicklung/

      Hatten Sie damals schon die große Zukunftsvision des autarken Hellsehers in der Einsamkeit andalusischer Bergwelten?
      Irgendwie klingt es für mich so, als befänden Sie sich seit einiger Zeit in der finalen Retrospektive Ihres Lebens, als wollten Sie Ihre sehr individuellen und ungewöhnlichen Weichenstellungen und Entscheidungen nun vor sich selbst und Ihrer treu-devoten Jugendliebe rechtfertigen, als suchten Sie nach einer Bestätigung, welch toller Hund und schlauer Fuchs Sie immer waren.
      Der einsame Rufer in der Wüste, auf den niemand hört.
      Sie haben schon 1986 vor dem krim(m)inellen Rentensystem gewarnt.
      Sie warnen schon seit Anfang 2019 vor der Nicht-Inbetriebnahme von Nord Stream 2. Also lange bevor die Pipeline überhaupt in Frage stand.
      Sie schreiben, posten, schimpfen, als gäbe es kein morgen mehr. Hätte die Welt seit 40 Jahren doch nur auf Helmut Josef Weber gehört.

      @Columbo

      Ich weiß, was ich dir zum FMW-Super-Troll mit 300 Posts p.m. empfohlen habe. Doch einmal im Monat scheint es angemessen, das überlastete Druckventil andalusischer Dampfgartigel von radikalen Oxidationen und organischen Verklebungen zu befreien 😤

      1. @Michael und @Helmut
        Die Generation der 50er Jahre kennt zwar gewisse harmlose Einschränkungen aus der Kindheit, ist aber zugleich in höchstem Maße verseucht und verwöhnt von den externen schrankenlosen Freiheiten der Sturm- und Drangjahre in ihrer pubertären Adoleszenz in den 60er und frühen 70er Jahren.
        In einem perfekten ökonomischen Umfeld von Marshallplan und Wiederaufbau konnte jeder ansatzweise Arbeitswillige in Westdeutschland den amerikanischen Traum in Angriff nehmen und eigenen Wohlstand aufbauen. Der Osten durfte derweil die russische Sicht der Dinge genießen.
        Heute sind sich viele aus dieser Generation in ihren ideologischen Narrativen einig, die russische Version ist die bessere Wahl.
        Kommunismus und Sozialismus hat sich demnach nach Europa verlagert, in Russland dominieren libertäre Leistungsträger nach Hayek-Prinzip. Während in Amerika linksradikale sozialistische Demokraten nie dagewesene Hexenjagden gegen die fleischgewordene Freiheit auf dem Golfplatz in Mar-a-Lago veranstalten.

        Zwei Generationen später stehen dagegen tatsächlich vor nie dagewesenen existenziellen Problemen, die durch ihre dämlichen und verantwortungslosen Großeltern verursacht, ignoriert und laufend verstärkt wurden.
        Und als Krönung sabbert uns ein extremes Exemplar von Deserteur und Profiteur der goldenen Nachkriegsgeneration noch täglich voll mit seinen Weisheiten, verschiebt völlig stur und unreflektiert die Versäumnisse und Verantwortlichkeiten seiner Generation auf ein links-grünes Feindbild aus Franz-Josef Straußens Zeiten.

        Möge er lange und in Frieden, aber ohne Zugang zum Internet, in einem betreuten Wohnheim in der Schweiz, mit all seinen Gold- und Diesel- und Einmachfrüchten leben 🖖

  4. Dann Fremdleistung raus und alle Zahlen ins System

  5. Lieber Leser
    Das probelm steckt im Detail
    Wenn die Zahlung für fremdrenten also polen
    Russland sowie die Mütterrente grundrente
    Kpappschaft Zahlung erraus genommen und diese
    Und diese Aussteuergelder bezahlt würde Sie schon im Vergleich gut da stehen.
    In dieses System sollten alle ein zahlen Politik
    Beamte u. Selbstständige.damit würde diese System auf eine breite Schicht verlagert.
    Die voraussetzung sollte verändert Erst nach 10Jahren Anwaltschaft hat man Anprucht aus diesen u.n40 Jahren darf man in eine vorzeitige Rente
    Grüße kurt hähnel

  6. Genau alle müssen einzahlen wie in Österreich ! Denn die Beamtenpensionen werden ja auch komplett aus Steuermitteln finanziert. Und keiner zahlt da was ein.

  7. Nicht das Rentensystem ist kaputt. Die Familienpolitik ist es. Egal wie man die Rente reformiert. Die niedrigste Geburtenraten auf dem Planeten äußert sich immer in einem Wohlstandsverlust für die Gesellschaft. Wir haben kein Fachkräftemangel (Framing), sondern einen Kindermangel. China mit der 1 Kindpolitik wird das genauso hart treffen. Andere europäische Länder ähnlich stark nur zeitverzögert.

    Bitte bitte nicht auch hier Framing. Nennt das Problem beim Namen. Kindermangel!!!

  8. Die üppigen Beamtenpensionen, die höchsten in ganz Europa wnn nicht weltweit, sind aber kein Thema, nie.

  9. Pingback: Aktuelles vom 13.08.2022 | das-bewegt-die-welt.de

  10. Zur Neuauflage des Rententhemas:

    1. Zu Michael und Helmut
    Renten- und Lebensversicherungen waren schon immer schwachsinnig. Was spät aber immerhin, auch die Verbraucherschützer erkannt haben. Die richtige Wahl in unserem Geldsystem sind investive Anlagen, z.B. Aktien (in Zeiten, in denen die von Michael genannten 3-4% von den Versicherern gewährt worden, haben diese mit 20 bis 40% rentiert.
    Wer eine Versicherungskomponente benötigt, schließt diese wirtschaftlicher separat als reine Risikoversicherung ab. Es ist sogar so, dass eine hinreichende Lebensrisikoversicherung praktisch nur als reine Risikoversicherung bezahlbar ist. Umgekehrt sind die Prämien der Mischversicherungen viel zu teuer. Deswegen haben wir in Deutschland auch immer schon ein Problem, wenn ein Familienernährer stirbt. Die Familie ist mit den typischen 100.000 Euro natürlich viel zu gering abgesichert. Die Folge sind unnötige Dramen zu Hauf.

    2. Das deutsche Renten-Umlagesystem ist aus der Not geboren, dass nach dem Krieg alles weg war. Es war von Anfang an klar, dass das System Kapital bilden muss, dass ist aber aus rein politischen Gründen nie gesagt worden. Ein Umlageverfahren kann nur funktionieren, solange es eine stabile und nahezu vollbeschäftige Bevölkerung gibt. Jede Änderung ist ein Problem, sogar eine wachsende Bevölkerung oder mehr Selbständige. Eine abnehmende Zahl von Einzahlern ist nur eine Art, das System zu verenden, wie unsere Außenministerin gerne sagt.
    Die systemfremdem Zahlungen aus der Rentenlasse und die immensen Einzahlungen aus dem Steueraufkommen, verschleiern nur das Grundproblem und verlängern den Leidensweg.

    Das Beste wäre schon immer gewesen, diesen Wahnsinn in dem Moment zu stoppen, als das akute Nachkriegsproblem beseitigt war und ein funktionales System mit Vorlaufzeit einzuführen. Geld und Zeit waren da, wir haben es stattdessen verballert. Wenn wir es jetzt reparieren wollten, müßten die, die Anwartschaften durch Einzahlungen erworben haben, entsprechend entschädigt werden. Dass würde sofort transparent machen, dass das System bereits seit langem TOT ist.
    Wir warten nur auf den Moment, an dem es schwierig wird, die Renten aus dem laufenden Einkommen des Staates weiter zu tragen.
    Aber je länger wir warteten, desto geringer sind unsere Möglichkeiten geworden, ein Umsteuern sozial abzufedern.

    Zu Kristina kann ich nur sagen: das hört man oft, und es ist logisch keine Lösung, sondern schafft allenfalls wenig Linderung für kurze Zeit. Zugleich hat es negative Nebeneffekte und vergrößert das Problem perspektivisch. Jeder z.B. Selbständige, der sich eine eigene Vorsorge durch Kapitalbildung aufbaut, ist Teil der Lösung. Jeder Arbeitnehmer, der sich ein Aktiendepot aufbaut, ist Teil der Lösung. Jeder Arbeitnehmer, der sich einen Teil seines Lohns als Versorgungsanspruch zahlen läßt (dazu zählen auch Beamte), ist Teil der Lösung.
    Jeder der nicht nachdenken will und nur verlangt, dass andere für ihn aufkommen, ist Teil des Problems.

    1. Natürlich ist mal wieder alles Schwachsinn, wie andere ihre Altersvorsorge gestalten und was nicht von Herrn Felix empfohlen wurde.

      Nehmen wir einmal einen konkretes Beispiel.
      Dieses zeigt übrigens keine willkürlich herausgepickten Zahlen und Zeiträume, sondern basiert auf tatsächlichen Begebenheiten aus meinem Bekanntenkreis. Die Namen wurden selbstverständlich geändert.
      Paula Planvoll hat im Jahr 1999 zwei private Rentenversicherungen zu einem Garantiezins von 4,0% abgeschlossen. Eine davon mit einer Laufzeit von 12 Jahren, die andere bis zum Jahr 2022.
      Ingo Impulsiv hat sich in den gleichen Zeitfenstern für eine Geldanlage im DAX entschieden.

      Bei der ersten RV durfte sich Paula über einen steuerfreien Gewinn von 28% im Jahr 2011 freuen.

      Wie sah es bei Ingos DAX-Investment aus?
      Schlusskurs 1999: 6.958,14
      Schlusskurs 2011: 5.898,35
      Das war ein Griff ins Klo, der impulsive Ingo ärgerte sich über einen Verlust von -15,2% in 12 Jahren und wischte voller Zorn sein teures Macbook vom Schreibtisch, das ihm eben noch den hochauflösenden Chart seiner schlauen Geldanlage gezeigt hatte. Doch er wusste auch, dass Aktien immer steigen, was seine impulsive Wut etwas dämpften konnte.

      So kam es dann auch bei dem zweiten Investment.
      Der DAX erreicht heute einen Schlusskurs von 13.795,85. Ingo darf einen Gewinn von 98% bejubeln. Allerdings wird seine Freude dadurch massiv gedämpft, dass für alle neuen Anteile ab 2009 25% Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer fällig wurden, in der Summe also fast 29%. Eine Tatsache, die Ingo einmal mehr die Zornesröte ins Gesicht trieb.

      Die eher sicherheitsorientierte Paula hingegen freut sich ganz entspannt über ihr bombensicheres Investment. Die Private RV erwirtschaftete in diesem Zeitraum einen steuerfreien Gewinn von 63%. Und Paula kann sich zudem noch aussuchen, ob sie eine lebenslange monatliche Rente oder eine Kapitalauszahlung in einem Stück haben möchte.

      Ingo wirkt nach seinem nervenaufreibenden Ritt durch den DAX optisch etwa 20 Jahre älter, als die tiefenentspannte Paula, die summa summarum ein paar Tausender mehr Rendite einstreichen durfte, als der bedauernswerte Ingo. Vielleicht kauft sie ihm ja davon ein nagelneues Macbook pro 😁

      1. Wer den DAX kauft, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Wer mit vernünftiger Strategie über Jahrzehnte monatlich das Lottogeld oder die Ausgaben für „bunten Abend“, wurde in der Zeit ab 1945 Millionär. Deswegen gibt es in den USA den Handwerker, der pleite ist, und den Handwerker der als Millionär den Lebensabend genießt.

  11. So ein Käse.

    Ihr schreibt hier die Rentenkasse muß mit Steuergeldern gestützt werden.
    Die Rentenkasse wird jährlich mit ca 80 Mrd.€ Steuern unterstützt aber es werden jährlich ca. 120 Mrd. versicherungsfremde Leistungen ausgezahlt wofür keine Rentenbeiträge gezahlt wurden. So entsteht jedes Jahr ein minus von 40 Mrd. Alle versicherungsfremden Leistungen müssen zu 100% mit Steuern finanziert werden.

    1. Versicherungsfremd

    2. Käse ist das Umlageverfahren. Da ändern alle systemwidrigen Zu- und Abflüsse nichts.

      Es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder lebt man von seiner Arbeit unmittelbar, oder man partizipiert von der Arbeit anderer. Im Alter eine anzustrebende Lösung.

      Das geht am besten durch die Beteiligung am Produktivkapital von Ländern, die Überschüsse produzieren. Wo findet man das? Die Antworten sind immer die gleichen: junge Bevölkerung, fleißige und intelligente Menschen, eher niedrige Steuern, eher wenig Regulierung.

      Wie beteiligt man sich effizient? Man kauft Aktien aus diesen Ländern.

      Eine Umlage kann für eine Zeit funktionieren. Sie kann aber nicht dauerhaft laufen, weil die Gesellschaft nicht gleich bleibt. Das war schon den Beratern von Adenauer bekannt. Ab 1970 zeigte sich der „demographische Wandel“ in Form massiv sinkender Geburtenraten. Damals war sofort klar, dass damit in der Zukunft mehr Menschen von weniger Menschen Geld haben wollen. Und zwar in einer Weise, die unrealistisch ist. Wenn 20 Arbeitnehmer je 5% ihres Einkommens abgeben, kann ein Rentner ein volles Gehalt weiter beziehen. Sind es nur 10 Arbeitnehmer und der Rentner begnügt sich mit der Hälfte seines Einkommens (Aber wer kann das heute noch?), geht das auch.
      Man sich also leicht selbst ausmalen, dass es ungesund und unrealistisch ist, wenn zwei oder drei Arbeitnehmer einen Rentner bezahlen sollen. Das wird freudlos.

      Was hätte man tun können, um das System länger zu stabilisieren? Qualifizierte Zuwanderung und konservative Familienpolitik. Man hat aber das Gegenteil gemacht und den Trend beschleunigt.

      Man sollte sich aber auch einmal vor Augen halten, dass auch jede andere Änderung Fragen aufwirft. Angenommen, die jungen Deutschen wären der Idee Ludwig Erhards gefolgt („Wohlstand für alle“), und hätten die guten Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik der 60er und 70er Jahre genutzt, um sich selbständig zu machen. Sehr viele wären in dieser Zeit sehr erfolgreich geworden und aus dem Rentensystem wären sie als Selbständige entweder ganz ausgestiegen oder zur Absicherung mit dem Mindestbeitrag geblieben. Und sofort weiß man, dass schon in ein paar Jahren, wenn die jetzigen Einzahler mehr und mehr in Rente gehen, eine Unterdeckung besteht.

      Was also tun? Alle klassischen Rentensystem bauen dann Rücklangen auf.
      Aber nicht nur eine Liquiditätsreserve für ein paar Wochen, sondern einen Vermögensstock, wie z.B. die Staatsfonds in Norwegen oder Russland. Um damit ERTRÄGE zu erzielen. Das ist so normal wie logisch. Nur in Deutschland nach dem Krieg war fast alles Vermögen futsch. Also Umlage. Aber als NOTLÖSUNG!

      Wenn das die logische und nötige Schlussfolgerung ist, warum dann nicht gleich richtig? Hätte man irgendwann in den 70er gesagt, wir stellen die laufenden Anwartschaften sicher, stellen aber vollständig auf Kapitalbildung um, hätten wir heute nach den erfolgreichen Jahrzehnten sehr wohlhabende Rentiers. Davon ginge auch eine motivierendere Wirkung auf die Jugend und die Zuwanderer aus. Wer hat denn heute Lust, sich für die sichere Altersarmut ein Bein auszureißen? Die Leute haben einen sicher wirkenden Grundwohlstand, aber mit viel Arbeit kommt wenig obendrauf. Das bewirkt mit unnachgiebiger Mechanik immer und überall: weniger Fleiß, weniger Bildungsinitiative und weniger allgemeines Engagement.

  12. Dass etwas mit der DRV nicht stimmt ist offensichtlich!
    Meine Rentenberaterin „streitet“ sich seit nunmehr 3 Jahren
    wegen „Richtigberechnung“ meiner Rente mit der DRV bis in alle Instanzen!!!
    Wir sind sehr gespannt, wie lange das noch dauert, bis ein „richtig berechneter Rentenbescheid“ kommt…!!!!!!!!!

  13. Der Staat zahlt für Leistungen wie Mütter Geld Rente und ändere sozialen Ausgaben für die die Rentenkasse Leistungen auszahlt
    Das ist nur korrekt und keine pleite!!!

    1. Müttern eine Rente zu zahlen, das versteht jeder. Aber das geht nicht aus Beiträgen zu einer Versicherung. Das müßte eine staatliche Sozialleistung sein.

      Frauen haben ja im Unterschied zu Männern zwei Möglichkeiten in unserem Staat:

      1. Entweder legen sie sich selbst eine Rente oder ein Vermögen zu, oder

      2. Sie erwerben durch Heirat und Mutterschaft Anrechte an der Rente und am Vermögen eines Mannes.

      Nichts anderes trägt auf Dauer. Wohlhabende Gesellschaften können einer bedürftigen Minderheit helfen, aber niemand darf breite Gesellschaftsschichten bedürftig werden lassen und sich dann wundern, wenn es nicht funktioniert.

      1. Was viele nicht verstehen Mal in einem kleinen Beispiel:

        Man stelle sich ein Dorf in einem Urwald vor. Es gibt kein Geldsystem. 20 Arbeiter, 5 Kinder, 5 Alte. Es versorgen also 20 Arbeiter sich selbst und 10 andere Menschen. Ein Verhältnis von 2:1.

        Nun sterben alle Kinder durch einen Unfall. 10 Arbeiter werden alt und müssen ebenso versorgt werden. 5 Alte sterben. Es versorgen nun 10 Arbeiter sich selbst und 10 Alte. Das Verhältnis kippt auf 1:1.

        Ja wo sind sie denn die ganzen Fachkräfte? Egal welchen Hokuspokus und Finanzhexerhei man veranstaltet. Der Wohlstand der gesamten Gruppe sinkt.

        Ja aber man kann doch mittels Finanzhexerei (Aktien) Arbeitskraft aus Nachbardörfern namens China und Japan abschöpfen. Zu blöd, die haben das identische Demografieproblem.

        Man sieht an dem Beispiel. Die Bundesregierung versucht die Folgen des Kindermangels durch Zuzug zu lösen. Dennoch sind Länder wie Japan oder Deutschland Vorrboten eines lokalen Problems, welches noch durch globales Bevölkerungwachstum in anderen Ländern mittels Zuzug und Abschöpf von Arbeitskraft gelöst werden kann. Wenn andere EU Staaten und China, schon jetzt progostizierbar Deutschland folgen. Wer wird das Demografieproblem dort lösen? Afrika, Indien?

        Eine sinkte Bevölkerung ist nicht das Probelm. Die Geschwindigkeit der Veränderung ist das Problem, welches die Gesellschaft selbst nicht mehr kompensieren kann. Gegenüber dem Jahr 2000 hat sich die Anzahl der Renter welche versorgt werden will verdoppelt. Die Renter wollen eine Rente von einer Generation, welche sie selbst nicht geboren haben.

  14. Der Mann macht sich nicht nur mit der Aussage über das Rentenniveau lächerlich.
    Aber warten wir mal das Frühjahr ab.

    Rente: Habeck-Ministerium macht sich mit Aussage zum Gespött der Leute – FOCUS online

    https://www.focus.de/finanzen/altersvorsorge/rentenniveau-eines-der-hoechsten-habeck-ministerium-macht-sich-mit-rentenaussage-zum-gespott_id_136133025.html

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