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Richard David Precht zum Bedingungslosen Grundeinkommen

Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist eines der großen Themen in unserer sich durch Künstiche Intelligenz so rapide verändernden Welt: wir erleben eine Revolution in Zeitlupe ähnlich der Industrialisierung im 19.Jahrhundert. Es zeichnet sich ab, dass weniger Menschen „gebraucht“ werden (auch wenn, wie Precht sagt, konservative Analysten das Gegenteil behaupten) – also was tun mit jenen, die faktisch im Produktionsprozeß nicht mehr nötig sind?

Ist das Bedingungslose Grundeinkommen dafür die Lösung? Einer der Kritikpunkte ist die Finanzierbarkeit des BGE – und der wohl derzeit bekannteste deutsche Philosoph Richard David Precht schlägt dafür zum Beispiel eine Finanztransaktionssteuer vor (aber dann gibt es eben wohl weniger Finanztransaktionen, sodass wohl davon – das zeigt auch die Vergangenheit – nicht viel übrig bleibt an Einnahmen). Jedenfalls reagiert Precht auf die ökonomischen Einwände des Interviewers sichtlich genervt:


Demo für das BGE im Jahr 2013 in Berlin. Foto: stanjourdan from Paris, France – Basic Income Demonstration in Berlin Uploaded by PanchoS CC BY-SA 2.0



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2 Kommentare

  1. Danke Herr Brecht. Lebensrecht und Leistungsfähigkeit werden immer noch als Argument gegenüber gestellt. Gerade für den Kapitalismus muss es doch von Natur aus ein Interesse geben, dass alle Zahlungsfähig sind. Aber solange Menschen wohlbehalten an der Leistungsfähigkeit des Individuums festmachen, solange werden sie leugnen, dass es Menschen gibt,deren Lebenszweck nicht an Arbeit gebunden ist. Trotzdem werden Sie im Vorwege in der Form diskriminiert, kein Auto, kein Urlaub, keine Kultur, keine individuelle Bildung etc. Haben zu dürfen. Arme Menschheit.

    1. Es ist sicher eine grundsätzlich Einstellung, ob man einsieht, dass eine Gesellschaft finanziert werden muss, und Menschen eine Existenzgrundlage brauchen, die ihnen Sicherheit gibt. Nur mit dieser Voraussetzung wird es einer Gesellschaft auch gut gehen, werden Unternehmen und Finanztransaktionäre auch Geld verdienen. Man muss nur den richtigen Zusammenhang herstellen.
      Herr Precht beruft sich ja vorwiegend darauf, dass eben in Zukunft, durch „Digitalisierung“ für den Menschen immer mehr Jobs verloren gehen werden und sich dadurch das Modell der Arbeitsbesteuerung nicht mehr rechnen wird.
      Es braucht also andere Lösungen. Wenn sich dann jemand der viel Geld verschiebt, aus dem Staub macht und sagt, ich will grundsätzlich keine Steuern zahlen und nicht bereit ist, etwas für die Gesellschaft zu tun, in der er lebt, dann wäre das sehr traurig und wir sollten uns fragen, ob wir, als Gesellschaft, solche Menschen oder Unternehmer dann in unseren Reihen haben wollen und brauchen.
      Alle in einer Gesellschaft sollten zum Wohl beitragen, ja, aber jeder halt nach seinen Möglichkeiten und eben auch gemessen an den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in der Gesellschaft. Unsere Welt und die Regeln in dieser werden sich mit Sicherheit ändern!
      Man kann schon sagen, es gibt sehr, sehr viele und verschiedene Geldgeschäfte und Zahlungen muss man auch ständig leisten, beruflich und privat, sodass, auch wenn es tatsächlich etwas weniger Finanztransaktionen, in gewissen Bereichen geben wird, wahrscheinlich immer noch genügend Transaktionen zusammen kommen, um eine solche Besteuerung auch als sinnvoll zu erachten.
      Ich finde es mutig und auch richtig neue Modelle zu denken, Visionen und Utopien zu diskutieren, und sich für das Richtige, nämlich eine Zukunft ein zu setzen, die allen gerecht wird und in der auch jeder leben möchte. Es braucht viel mehr Leute, die sich diesen Gedanken anschließen!
      Ich habe das volle Video gesehen und kann gut nachvollziehen, warum Herr Precht am Ende vielleicht etwas genervt wirkte.
      Die Menschen sollten Ihre Zukunft gestalten und dafür braucht es Vordenker und Herr Precht macht seine Sache jedenfalls sehr gut, wie immer das mit der Besteuerung am Ende ausgeht. Lieben Gruß

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