Folgen Sie uns

Allgemein

Richard David Precht zum Bedingungslosen Grundeinkommen

Redaktion

Veröffentlicht

am

Das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) ist eines der großen Themen in unserer sich durch Künstiche Intelligenz so rapide verändernden Welt: wir erleben eine Revolution in Zeitlupe ähnlich der Industrialisierung im 19.Jahrhundert. Es zeichnet sich ab, dass weniger Menschen „gebraucht“ werden (auch wenn, wie Precht sagt, konservative Analysten das Gegenteil behaupten) – also was tun mit jenen, die faktisch im Produktionsprozeß nicht mehr nötig sind?

Ist das Bedingungslose Grundeinkommen dafür die Lösung? Einer der Kritikpunkte ist die Finanzierbarkeit des BGE – und der wohl derzeit bekannteste deutsche Philosoph Richard David Precht schlägt dafür zum Beispiel eine Finanztransaktionssteuer vor (aber dann gibt es eben wohl weniger Finanztransaktionen, sodass wohl davon – das zeigt auch die Vergangenheit – nicht viel übrig bleibt an Einnahmen). Jedenfalls reagiert Precht auf die ökonomischen Einwände des Interviewers sichtlich genervt:


Demo für das BGE im Jahr 2013 in Berlin. Foto: stanjourdan from Paris, France – Basic Income Demonstration in Berlin Uploaded by PanchoS CC BY-SA 2.0

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Sven Meyer

    14. März 2019 14:37 at 14:37

    Danke Herr Brecht. Lebensrecht und Leistungsfähigkeit werden immer noch als Argument gegenüber gestellt. Gerade für den Kapitalismus muss es doch von Natur aus ein Interesse geben, dass alle Zahlungsfähig sind. Aber solange Menschen wohlbehalten an der Leistungsfähigkeit des Individuums festmachen, solange werden sie leugnen, dass es Menschen gibt,deren Lebenszweck nicht an Arbeit gebunden ist. Trotzdem werden Sie im Vorwege in der Form diskriminiert, kein Auto, kein Urlaub, keine Kultur, keine individuelle Bildung etc. Haben zu dürfen. Arme Menschheit.

    • Avatar

      Gabriele Müller

      15. März 2019 15:25 at 15:25

      Es ist sicher eine grundsätzlich Einstellung, ob man einsieht, dass eine Gesellschaft finanziert werden muss, und Menschen eine Existenzgrundlage brauchen, die ihnen Sicherheit gibt. Nur mit dieser Voraussetzung wird es einer Gesellschaft auch gut gehen, werden Unternehmen und Finanztransaktionäre auch Geld verdienen. Man muss nur den richtigen Zusammenhang herstellen.
      Herr Precht beruft sich ja vorwiegend darauf, dass eben in Zukunft, durch „Digitalisierung“ für den Menschen immer mehr Jobs verloren gehen werden und sich dadurch das Modell der Arbeitsbesteuerung nicht mehr rechnen wird.
      Es braucht also andere Lösungen. Wenn sich dann jemand der viel Geld verschiebt, aus dem Staub macht und sagt, ich will grundsätzlich keine Steuern zahlen und nicht bereit ist, etwas für die Gesellschaft zu tun, in der er lebt, dann wäre das sehr traurig und wir sollten uns fragen, ob wir, als Gesellschaft, solche Menschen oder Unternehmer dann in unseren Reihen haben wollen und brauchen.
      Alle in einer Gesellschaft sollten zum Wohl beitragen, ja, aber jeder halt nach seinen Möglichkeiten und eben auch gemessen an den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in der Gesellschaft. Unsere Welt und die Regeln in dieser werden sich mit Sicherheit ändern!
      Man kann schon sagen, es gibt sehr, sehr viele und verschiedene Geldgeschäfte und Zahlungen muss man auch ständig leisten, beruflich und privat, sodass, auch wenn es tatsächlich etwas weniger Finanztransaktionen, in gewissen Bereichen geben wird, wahrscheinlich immer noch genügend Transaktionen zusammen kommen, um eine solche Besteuerung auch als sinnvoll zu erachten.
      Ich finde es mutig und auch richtig neue Modelle zu denken, Visionen und Utopien zu diskutieren, und sich für das Richtige, nämlich eine Zukunft ein zu setzen, die allen gerecht wird und in der auch jeder leben möchte. Es braucht viel mehr Leute, die sich diesen Gedanken anschließen!
      Ich habe das volle Video gesehen und kann gut nachvollziehen, warum Herr Precht am Ende vielleicht etwas genervt wirkte.
      Die Menschen sollten Ihre Zukunft gestalten und dafür braucht es Vordenker und Herr Precht macht seine Sache jedenfalls sehr gut, wie immer das mit der Besteuerung am Ende ausgeht. Lieben Gruß

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Marcel Fratzscher im Interview: Marktversagen, Börse, Staatshilfen, Globalisierung uvm

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Marcel Fratzscher als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde von der FAZ schon mal als Claqueur der SPD bezeichnet. Wer den Begriff nicht kennt: Ein Claqueur ist jemand, der auf Kommando Beifall klatscht. Und so hat Herr Fratzscher den Ruf, vor allem bei wirtschaftspolitischen Meinungen und Inhalten der SPD jede Menge Lob zu verteilen und die Thesen auch mit seinen fachkundigen Aussagen zu untermauern. Man munkelt in Berlin und Frankfurt schon seit geraumer Zeit, dass der gute Herr Fratzscher eine Karriere als Notenbanker oder in einem Ministerium anstrebt. Aber sind das nur Gerüchte? In den politischen Zeitgeist würde er sicher gut passen.

Marcel Fratzscher wurde schon von vielen anderen Kommentatoren sehr kritisch beäugt, aber auch von unserer Redaktion. Zum Beispiel sagte er im September, dass er keine Zombieunternehmen in Deutschland entdecken könne. Nur um wenige Tage später vom Problem der Zombieunternehmen zu reden. Generell ist er dem Lager der „Experten“ zugehörig, die der Meinung sind, dass man mit genug neuen Schulden so ziemlich alles regeln kann. Gibt es nur genug Nachfrage, lösen sich alle Probleme von selbst? Und die zusätzlichen Staatsschulden, die sind ja sowieso kein Problem bei den Nullzinsen? So einfach kann die Welt sein.

Aktuell hat Marcel Fratzscher dem auf YouTube bestens bekannten Interview-Format „Jung und Naiv“ ein 145 Minuten langes Interview gegeben. Die Leitlinie kommt relativ weit am Anfang des Interviews. Der Markt hat versagt. Also, wohin soll es seiner Meinung nach gehen? Mehr Regulierung, mehr Planwirtschaft? Thilo Jung spricht mit Marcel Fratzscher über Themen wie die Aktienmärkte und ob sie sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben, über die Coronakrise, Staatshilfen, die Klimakatastrophe, Autoindustrie, Konsumverzicht, Globalisierung, die Ungleichheit von Vermögen, Steuern uvm.

Wir können Ihnen an dieser Stelle nicht knallhart empfehlen 145 Minuten Marcel Fratzscher am Stück anzuschauen. Diese Entscheidung müssen Sie schon selbst treffen. Aber auch bei „Experten“, die wir kritischer sehen wie einen Herrn Fratzscher, gilt das selbe wie bei Hans-Werner Sinn, Markus Krall oder Clemens Fuest. Auch wenn man als Zuhörer die Meinung des Interviewten nicht teilt, so erweitert das Zuhören doch den Horizont.

Marcel Fratzscher
DIW-Chef Marcel Fratzscher. Foto: SPÖ Presse und Kommunikation – ExpertInnen Austausch anlässlich der Kurt Rothschild Preisverleihung, 27.09.2017 CC BY-SA 2.0

weiterlesen

Allgemein

Unser Wohlstand kommt übers Meer – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

die Welt ist so vernetzt wie nie zuvor. Auch wenn es in vielen Ländern protektionistische Tendenzen gibt, hat die weltweite Vernetzung ein Ausmaß erreicht, das in der Menschheitsgeschichte einmalig ist. Die Welt ist zusammengerückt. Viele Produkte, die Sie täglich nutzen, werden komplett oder in Teilen rund um den Globus verschifft, bevor Sie sie in Händen halten.

Die globalen Wertschöpfungsketten wären undenkbar ohne den regen Seehandel, der die Welt verbindet. Tausende Containerschiffe fahren von Kontinent zu Kontinent und bringen uns Waren vom anderen Ende der Welt.

Ich schreibe hier vorrangig über Zukunftstechnologien, die unsere Welt tiefgreifend verändern werden. Doch nichts hat unseren Wohlstand so sehr befeuert, wie der weitgehend freie Welthandel.

Deutschland ist Exportweltmeister

Unser Land ist erfolgreich, weil wir so stark in den Welthandel eingebunden sind. Maschinen und Autos aus Deutschland genießen international einen guten Ruf. Von den Erträgen aus dem Exportgeschäft kaufen wir beispielsweise Elektronik, chemische Erzeugnisse und Bekleidung. Das meiste davon wird übers Meer transportiert.

Die Lebensadern unserer Wirtschaft liegen im Wasser

Wenn Sie schon einmal in Hamburg am Hafen standen, haben Sie einen Eindruck, welche Mengen an Gütern täglich über den Seeweg nach Europa kommen. Rund 90% aller weltweit gehandelten Waren werden übers Meer befördert.

Unternehmen wie Hapag-Lloyd, Costamare oder Euronav betreiben riesige Flotten, um Waren rund um die Welt zu verschiffen. Sind die Aktien deshalb einen Blick wert? Das Geschäft ist lukrativ, aber hart umkämpft. Triton ist da schon eher interessant, denn das Unternehmen vermietet die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Allgemein

Hotels und Restaurants: Wachstum ja, aber noch keine V-Erholung

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Restaurant-Tische mit Gläsern

Der Umsatz bei Hotels und Restaurants ist im August gegenüber Juli um 5,5 Prozent gestiegen. Aber im Vergleich zu August 2019 liegt er immer noch mit 22,2 Prozent im Minus. Die Grafik, die bis zum Jahr 2013 zurückreicht, zeigt es: Eine V-förmige Erholung ist noch nicht abgeschlossen. Der Indexwert der Umsätze von Hotels und Restaurants lag vor dem Start der Coronakrise im Februar bei 105,5 Indexpunkten, und im August waren es 80,9 Punkte. Da ist noch einiges an Lücke vorhanden. Innerhalb der Gastronomie lag der reale Umsatz der Caterer im August 2020 sogar um 32,9 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Gut, diese heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten sind aus August. Inzwischen haben wir Oktober, und die V-förmige Erholung könnte bis jetzt schon fast geschafft sein. Könnte, nicht muss. Aber selbst wenn…. ein halbes Jahr lang gigantische Verdienstausfälle machen einer Branche zu schaffen, die darauf angewiesen ist konstant Umsatz zu machen. Viele Betreiber und Hotels und Restaurants überleben vielleicht aktuell, aber nur dank staatlicher Kredite. Man hat also nach der Krise deutlich mehr Schulden als vorher, dazu kommen oft noch vermutlich Mietschulden, weil der Vermieter monatelang die Restaurantmiete stundete, die nun nachgezahlt werden muss. Hat man die Krise auf den ersten Blick überlebt, und hat wieder „normale“ Umsätze, so türmen sich die Schulden auf. Zeitlich verzögert könnten also viele Insolvenzen folgen, auch wenn sich die Umsätze der Branche wieder normalisieren.

Chart zeigt Umsätze bei Hotels und Restaurants

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen