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Nach der FTX-Pleite Sam Bankman-Fried: „Kein Betrug“ – „hier und da“ Fehler gemacht

Der ehemalige FTX-Chef Sam Bankman-Fried weist Betrugsvorwürfe zurück. Aber hier und da hätte er ein paar Fehler gemacht.

Am 11. November ging FTX in Konkurs. Die Krypto-Börse hinterließ eine Schneise der Verwüstung am Kryptomarkt. Milliarden an Kundengeldern sind futsch. Der ehemalige FTX-Chef und mutmaßliche Hauptschuldige an diesem Desaster ist Sam Bankman-Fried. Er stellte sich gestern Fragen in einer Video-Schalte. Und siehe da… es tut ihm zwar leid, aber was soll man machen, ist halt dumm gelaufen? Hätte man besser machen können? Hier und da Fehler gemacht… Nach dem Motto hörten sich seine Aussagen an, unglaublich!

Das Rätsel um die verschwundenen Milliarden bei der bankrotten „Krypto-Börse“ FTX geht weiter. Gründer Sam Bankman-Fried räumte zwar schwere Managementfehler ein, bestritt jedoch Betrugsabsichten, so berichtet es Bloomberg von der Videoschalte beim „New York Times DealBook Summit“. In seinem ersten großen öffentlichen Auftritt nach der Implosion von FTX und dem Schwesterunternehmen Alameda Research am 11. November sagte Bankman-Fried erneut, dass er an der Spitze der Börse “Mist gebaut” habe. Er hätte sich mehr auf das Risikomanagement, den Kundenschutz und die Verbindungen zwischen FTX und Alameda konzentrieren sollen, so seine Selbstkritik. Hier die gesamte Videoschalte im YouTube-Video:

“Ich habe viele Fehler gemacht”, erklärte der 30-jährige. “Es gibt Dinge, bei denen ich alles dafür geben würde, sie noch einmal machen zu können. Ich habe nie versucht, jemanden zu betrügen.” Wie die auf den Bahamas ansässige FTX zu einem Loch von 8 Milliarden Dollar in der Bilanz kam und ob sie mit Kundengeldern falsch umgegangen ist, blieb auch nach dem Auftritt von Sam Bankman-Fried offen. Diesbezügliche Bedenken wurden durch Berichte geschürt, dass FTX Alameda Kundengelder für riskante Geschäfte geliehen hat.

Sam Bankman-Fried sagte er habe “nicht wissentlich Gelder vermischt”. FTX und Alameda seien allerdings “wesentlich mehr” miteinander verbunden gewesen als beabsichtigt. Auf die “zu große” Margenposition des Handelshauses habe er nicht geachtet. Er betonte, nicht der Chef von Alameda gewesen zu sein und fügte hinzu, er sei selbst “nervös wegen Interessenkonflikten” gewesen. Bei FTX sei niemand für das Positionsrisiko zuständig gewesen, sagte er. Das sei ein Fehler gewesen.

Der Restrukturierungsexperte John J. Ray III, der FTX in der Insolvenz übernommen hat, beschrieb die Firma als schlecht geführtes, weitgehend außer Kontrolle geratenes Unternehmen, das in Konflikten versank, und bei dem selbst die grundlegendsten Regeln der Buchführung fehlten. Er konstatierte das schlimmste Kontrollversagen, das er je gesehen habe. Sam Bankman-Fried sieht sich einem komplexen Geflecht von Prozessen und behördlichen Untersuchungen gegenüber. Einige Beobachter gehen davon aus, dass seine öffentlichen Äußerungen vor Gericht gegen ihn verwendet werden könnten.

FMW: Es ist schon erstaunlich, dass sich Sam Bankman-Fried so relativ locker und entspannt äußert. Hier ein paar kleine Fehler, da ein paar kleine Fehleinschätzungen, aber das war es dann auch? Wo sind denn die 8 Milliarden Dollar geblieben? Alles zu Alameda verschoben und dort verzockt? Man kann als Außenstehender nur fassungslos auf diesen Vorgang schauen. Was lernt man daraus? Die FTX-Pleite erhöht das Misstrauen gegen die Krypto-Branche massiv. Mehr denn je müssen sich Anleger fragen, ob ihre Einlagen bei sogenannten „Krypto-Börsen“ sicher sind, vor allem bei Offshore-Sitzen der Unternehmen auf sonnigen Inseln.

FMW/Bloomberg

Sam Bankman-Fried bei der Videoschalte gestern Abend
Sam Bankman-Fried am 30. November bei Videoauftritt beim DealBook Summit der New York Times.


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1 Kommentar

  1. Kauft euch Hardware Wallets. Dann seid ihr selbst verantwortlich und nicht solche wie SBF

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