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Stärkere Zuwendung Richtung China? Saudi-Arabien offen für Handel in anderen Währungen als dem US-Dollar

Saudi-Arabien zeigt sich offen für den Handel in anderen Währungen als dem US-Dollar. Dazu hier aktuelle Aussagen aus Davos.

Schon seit einer gefühlten Ewigkeit gibt es das Szenario, dass der Petro-Dollar sein Ende findet, dass die „Vorherrschaft“ der USA basierend auf dem global verwendeten US-Dollar zurückgedrängt wird. Aber bisher ist so richtig noch nichts geschehen. Rohstoffe aller Art werden global nach wie vor in erster Linie in US-Dollar gehandelt. Ändert sich zum Beispiel beim großen Player Saudi-Arabien Schritt für Schritt die Nutzung des US-Dollar für die Ölverkäufe auf dem Weltmarkt?

Saudi-Arabien offen für andere Währungen neben dem US-Dollar

Je mehr man sich China als Handelspartner zuwendet, desto größer ist wohl auch die Wahrscheinlichkeit, dass Saudi-Arabien für sein Öl Zahlungen in Yuan akzeptieren wird? Das dürfte die USA wenig freuen. Heute nun gibt es saudische Aussagen, die zumindest den Horizont dafür öffnen, dass man sich breiter aufstellt. Statt nur in US-Dollar bezahlt zu werden, wechselt man zu einer breiteren Aufstellung von mehreren Währungen? Saudi-Arabien ist „offen für Gespräche“ über den Handel in anderen Währungen als dem US-Dollar, so sagt es heute der Finanzminister des Königreichs gegenüber Bloomberg TV beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

„Es gibt keine Probleme mit der Diskussion darüber, wie wir unsere Handelsvereinbarungen abwickeln, sei es im US-Dollar, im Euro oder im saudischen Riyal“, sagte Mohammed Al-Jadaan heute im Interview. „Ich glaube nicht, dass wir jede Diskussion, die zur Verbesserung des Welthandels beiträgt, abwinken oder ausschließen“, sagte Al-Jadaan.

Blick Richtung China

Der weltgrößte Ölexporteur ist bestrebt, seine Beziehungen zu wichtigen Handelspartnern wie China zu stärken. Während des Besuchs von Präsident Xi Jinping in Saudi-Arabien im vergangenen Jahr vereinbarten die beiden Länder eine verstärkte Koordinierung in der Energiepolitik und in der Exploration. Während dieser Reise erklärte Xi, China werde sich bemühen, mehr Öl aus dem Nahen Osten zu kaufen, und wolle diesen Handel auch in Yuan abwickeln.

„Wir haben eine sehr strategische Beziehung zu China, und wir haben dieselbe strategische Beziehung zu anderen Nationen, einschließlich den USA, und wir wollen diese mit Europa und anderen Ländern, die bereit und in der Lage sind, mit uns zusammenzuarbeiten, ausbauen“, sagte Al Jadaan.

FMW/Bloomberg

Finanzminister von Saudi-Arabien Mohammed Al-Jadaan in Davos
Finanzminister von Saudi-Arabien Mohammed Al-Jadaan in Davos.


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4 Kommentare

  1. Die US-Texas-Ölindustrie und die Öl-Allianz OPEC+ bilden gemeinsam ein Gleichgewicht auf dem Ölmarkt. Somit ist es nur folgerichtig, daß die bisherige übermäßige Dominanz der Währung US-Dollar im Ölgeschäft mittels Ersatz-Zahlungswährungen, wie die chinesische Währung Yuan(,)reduziert wird.

  2. Mit der Schutzmacht China können kleine Diktatoren in Ruhe ihr Atomarsenal aufbauen, und Ölförderländer können sich ohne von den USA überfallen zu werden, vom Dollar abwenden.
    Was sagt das den Ländern, die auch den BRICS beitreten möchten?

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  3. Der letzte, der Öl-Barone, der vom Dollar abgewichen ist, war glaube ich Saddam Hussein. Und der war danach nicht mehr lange Präsident des Iraks. :-)

  4. Gadaffi wollte auch den Goldstandard einführen in Afrika.
    Ich glaube, solche Regimechanges sind jetzt vorbei.
    Die USA haaben Afghanistan Hals über Kopf verlassen, ansonsten sie sich die teure Ukraine nicht hätten leisten können. Selenskij wollte ja schon im März 21 losschlagen, aber Biden konnte ihn noch zurückpfeifen.
    Und die Ukraine wird noch weiter anhalten, also denk ich bleibt Saudi Arabien verschont, vor allem weil auch China dort rumtanzt.

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