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Saudi-Arabien zu Trump: Wenn USA Öl-Produktion erhöhen, kaufen wir sie eben!

Es gibt, das haben die letzten Tage gezeigt, einige Varianten, wie bislang mit dem Protektionismus der Trump-Regierung umgegangen wird: da ist einmal der vorauseilende Gehorsam (Ford etc.), da ist auf der anderen Seite der Trotz (BMW) – und der dritte Weg, den die Saudis einschlagen wollen..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es gibt, das haben die letzten Tage gezeigt, einige Varianten, wie bislang mit dem Protektionismus der Trump-Regierung umgegangen wird: da ist einmal der vorauseilende Gehorsam von Auto-Konzernen wie Ford, General Motors oder Fiat Chrysler auf der einen Seite, ein trotziges „weiter so wie bisher“ auf der anderen Seite, etwa durch BMW. Gestern hatte der BMW-CEO Harald Krüger noch einmal betont, dass man an den Investitionen in Mexiko festhalte, ebenso wie an den geplanten Investitionen in den USA.

Da gibt es aber noch einen dritten Weg, und den will offenkundig Saudi-Arabien einschlagen. Und der lautet schlicht: wenn Trump die Öl-Produktion der USA steigern wolle, dann haben wir damit keine Probleme, sondern kaufen uns eben massiv in die amerikanische Öl-Industrie ein! Saudi-Arabien habe keine Probleme mit einer steigenden US-Ölproduktion, so lange diese Produktion nicht stärker steige als die globale Öl-Nachfrage, so der saudische Ölminister Khalid al-Falih in einem Interview mit der BBC:

„President Trump has policies which are good for the oil industry and I think we have to acknowledge it.We have no problem with the growth of American indigenous oil supply. I have said it repeatedly as long as they grow in line with global energy demand, we welcome them.“

Man habe bereits Milliarden in die amerikanische Öl-Industrie investiert, und werde diese Investitionen nun eben wahrscheinlich steigern:

„We had billions of dollars invested in refining and distribution in the United States and we may be increasing that investment on the back of pro-industry, pro-oil and gas policies of the Trump administration in the U.S.“ .

Khalid A. Al-Falih. Foto: WEF/Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Fragt sich nur, ob Trump genau das zulassen wird! Denn die Aussagen Trumps gegenüber amerikanischen Pipeline-Herstellern zeigen klar, dass Investitionen in eine Schlüssel-Industrie durch die Trump-Administration kritisch gesehen werden dürfte. Dass sich die Saudis hier leicht unsicher sind, zeigt die beschwörende Formel von Khalid al-Falih in Richtung der neuen US-Regierung: Die USA und Saudi-Arabien müssten eng zusammen arbeiten, weil man nur so die globalen Herausforderungen meistern könne – gemeinsam, nicht gegeneinander.

Nach der US-Wahl hatten iranische Öl-Delegierte am Rande des OPEC-Treffens darauf hingewiesen, dass die Saudis spürbar verunsichert seien. Nun aber prescht Riad vor und will, laut heutigen Aussagen, ein neues Department innerhalb der Regierung gründen, das die Förderung erneuerbarer Energie verstärken solle. Auch der staatliche Konzern Aramco, der bald an die Börse gebracht werden soll, werde die erneuerbaren Energien als entscheidendes Geschäftsfeld weiter entwickeln, wobei man sich vor allem auf Wind- und Sonnenenergie fokussieren werde.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Emm wie Meikel

    1. Februar 2017 13:37 at 13:37

    Könnte Trump es wie China machen und den Kauf heimischer Unternehmen (Shale Oil Produzenten) durch Ausländer regulieren oder sogar ganz unterbinden?

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      1. Februar 2017 13:39 at 13:39

      @Emm wie Meikel, so wird es kommen!

  2. Avatar

    gerd

    1. Februar 2017 13:53 at 13:53

    Warum sollte Trump das nicht zulassen?
    Was Schlimmeres könnten die Saudis sich doch gar nicht antun.

    Die pfeifen finanziell eh schon bald aus dem letzten Loch.
    Ihre US-Fracking-Investition rentiert sich überhaupt nur dann, wenn das Unternehmen fleißig Öl auf den Markt wirft.
    Das heißt aber tendenziell niedrige bis sinkende Ölpreise.
    Es sei denn, Saudi Arabien drosselt im Gegenzug seine heimische Ölförderung. Ansonsten bleibt als Ergebnis im besten Fall eine Stagnation der Einnahmen.
    Sollten die Araber aber vorhaben, die Produktion der US-Firma zwecks Angebotsverknappung zu drosseln oder ganz einzustellen, – na, dann wäre die Investition voll in den Sand gesetzt.
    Das investierte Geld aber ist in den Händen der Amerikaner. Da lacht die Fresse.

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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