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Schweden: Volumen des im Umlauf befindlichen Bargelds nimmt dramatisch schnell ab

Es ist kein Geheimnis. Schweden ist der weltweite Vorreiter bei der unausgesprochenen Abschaffung von Bargeld. Vor allem hat sich die Masse der Menschen an die bequeme und zuverlässige Art des Zahlens per…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es ist kein Geheimnis. Schweden ist der weltweite Vorreiter bei der unausgesprochenen Abschaffung von Bargeld. Vor allem hat sich die Masse der Menschen an die bequeme und zuverlässige Art des Zahlens per Smartphone und Karten gewöhnt, so dass der Abschied vom Bargeld nicht schwer fällt. Aber naja, die Notnbank hat ihren Leitzins immerhin noch bei -0,5%. Na ja, wenn das mal gut geht? Ja ist schon klar, die nörgelnden Deutschen, die finden immer was zum Kritisieren… aber wenn Schweden in rasanter Geschwindigkeit bargeldfrei wird, und im Rahmen der nächsten großen Krise die Banken den Leitzins auch an ihre kunden weiterreichen, dann merkt der Schwede: Huch, wo sind denn die Geldautomaten? Die Banken geben kein Cash mehr aus. So ein Mist, die Bank entzieht mir jedes Jahr 0,5% meines Bankguthabens, einfach so, als Negativzins. Das habe ich mir aber anders vorgestellt… soweit mal wieder eine Horrorvision aus Deutschland (also von uns bei FMW), die aber realistisch ist.

Schaut man sich die Daten der schwedischen Notenbank „Riksbank“ mal an, erkennt man, in welchem dramatischen Tempo das Volumen des Bargelds abnimmt, das in Schweden im freien Umlauf ist, also in der Geldbörse der Bürger, in den Ladenkassen usw. Ende April lag das Volumen von Banknoten und Münzen im freien Umlauf in Schweden bei 53 Milliarden schwedischen Kronen. Im Durchschnitt des letzten Jahres waren es noch 65 Milliarden Kronen, 2015 waren es noch 77. 2012 waren es noch 94 Milliarden Kronen. Also in nur fünf Jahren ein Rückgang um 43,6%. Die folgenden Grafiken der Riksbank zeigen den Rückgang.

Der Abbau von Bargeld ist in Schweden eine Art gesellschaftlicher Konsens, auch wenn es in ländlichen Gebieten zum Beispiel beim Zahlen mit Handy App verdammt schwierig werden kann. Deswegen überstimmt die Masse städtischer Bewohner beim Konsumverhalten sozusagen die ländliche Bevölkerung. Die positiven Aspekte so einer Bargeldabschaffung sind natürlich gerade in Schweden gut, weil dort die Bevölkerung selbst durch ihr Verhalten den Job quasi in Eigenregie erledigt, den anderswo die Gesetzgeber zwangsweise umsetzen müssten.

Weniger Schwarzarbeit, weniger Geldwäsche, höhere Steuereinnahmen, weniger Bargeldaufbewahrungskosten für die Finanzwirtschaft, schnellere und kostengünstigere Transaktionen, technische Innovationen und und und. Natürlich gibt es viele tatsächlich gute Gründe und auch einige nur vermeintlich gute Gründe, die für so eine Bargeldabschaffung sprechen. Aber abseits von Hackerangriffen auf Online-Geld darf man wie gesagt nie vergessen: Eine bargeldlose Gesellschaft liefert sich dem Staatsapparat zu 100% aus. Die Notenbanken haben nun seit mehreren Jahren Negativzinsen eingeführt. Und weltweit gab es dagegen keine Straßenproteste von Kleinsparern, keine Krawalle, keine Proteste, keine Plakataktionen, nichts, gar nichts.

Das heißt, dass dieses Mittel in der nächsten großen Krise noch massiver angewendet werden kann. Reichen die Banken dann 1:1 diese Negativzinsen von vielleicht -1% oder -2% an die Bankkunden weiter, müssen die zusehen, wie die Notenbank de facto ihr Vermögen abbaut, ohne dass sie ihr Geld davor unters Kopfkissen retten können. Denn das Bargeld, das wollte man ja nicht mehr haben. Und, wir erwähnten es schon mehrmals im Zuge der Bargeld-Diskussion: Banken können in so einer bargeldlosen Gesellschaft Politik und Bürger stärker und umfassender erpressen als je zuvor.

Denn wenn Bürger ihr Geld zu 100% auf der Bank deponieren müssen (da es kein Bargeld mehr gibt), muss der Staat die Banken am Leben erhalten, komme was da wolle, oder alles bricht endgültig zusammen, und der Bürger wird auch um seinen letzten Spargroschen gebracht. Einen Systemzusammenbruch kann nämlich auch ein Einlagensicherungsfonds nicht mehr aufhalten. Von daher wäre so eine bargeldlose Volkswirtschaft für Banken eine wundervolle Welt. Zumal eine Bank ihren Kunden, die ihr Geld nur noch bei der Bank lagern können, gleich viel mehr „Produkte“ anbieten kann.

Aber vielleicht gehen wir das Thema zu verbissen an, zu pessimistisch? Haben die Schweden vielleicht recht mit ihrer viel entspannteren Lebenseinstellung? Aus technologischer Sicht sind sie als globales Test-Labor als Volkswirtschaft allen anderen auf jeden Fall weit voraus, was eine Art technologischer Wettbewerbsvorteil ist.




Daten und Grafiken: Riksbank

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Bernhard Zimmermann

    15. Mai 2017 18:58 at 18:58

    Man kann gespannt sein, wie der Test in Schweden mit dem komplett bargeldlosen Zahlungsverkehr ausgeht. Ich befürchte nicht gut.

    • Avatar

      Peter trom

      20. Mai 2017 22:42 at 22:42

      Ich musste Euro gegen Kronen tauschen, doch die Bank sagte, wir nehmen kein Bargeld.
      Einzige Möglichkeit, 120 Km nach Sundsval zur nächsten Forex Wechselstube fahren.
      Und wieder 120 zurück in mein Ferienhaus.
      Zudem sehen einen die Bankangestellten an wie einen Verbrecher, wenn man Bares hat.
      Das hat alles Methode. Alles einstudiert, um dem Bargeldbesitzer ein schlechtes Gewissen einzureden.
      Mir langts!
      Geht endlich auf die Barrikaden.
      Ein Revolutionär muss das Gras wachsen hören.
      Und das Gras wächst immer lauter.

  2. Avatar

    Friedrich Wilhelm Hanje

    15. Mai 2017 21:02 at 21:02

    Ich werde zum Tauschhandel zurückehren. Man kann bei mir dann auch mit Verbrauchsgütern, Getreide, Honig, Salz, Magermilchpulver, Langzeitlebensmitteln, Alkohol, Zigaretten, lebenden Tieren bis zur Größe „Schwein“ u.s.w., bezahlen.
    Es wird wieder so sein, wie wir es schon nach dem zweiten Weltkrieg gemacht haben. Wenn auf meinem Konto Geld eingeht, wird es sofort für sinnvolle Sachen, z.B. Gartengeräte und Werkzeuge ausgegeben. Ich bin aber auch schon seit längerer Zeit ein „Prepper“. Wer das Wort nicht kennt, muß im Weltnetz recherchieren.

    • Avatar

      Peter trom

      20. Mai 2017 22:44 at 22:44

      Wie ich!
      Bist ein Schlauer.
      Recht so!

  3. Avatar

    Schleswig-Holsteiner

    15. Mai 2017 21:19 at 21:19

    Das Bargeld wird in nicht mehr allzu ferner Zukunft abgeschafft. Dann werden alle Menschen noch gechipt und fertig ist das 4.Reich (es wird ein globales sein in dem eine Elite die arbeitende Bevölkerung beherrscht). Es geschieht ja auch nur im Sinne der Menschen, schließlich haben wir doch nichts zu verbergen. Und fernsehen, ficken und fressen sind die Erfüllung. Die Herde ist dumm und nach belieben manipulierbar, die Geschichte legt Zeugnis davon ab. Medien und Politik sind schon heute ganz nah dran am totalen Anspruch auf absolute Herrschaft.

  4. Avatar

    Disagio

    16. Mai 2017 20:42 at 20:42

    Ich sage nur EMP… dann schaut mal, wo Euer Bankguthaben ist, wo Ihr Eure digitalen Grundbuchauszüge findet und ich bin gespannt auf die nächste ELSTER :-)

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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