Europa

Frühe Zinssenkungen? Schweiz-Inflation deutlich niedriger als erwartet – Franken fällt

Die Inflation in der Schweiz wurde heute früh mit nur noch 1,3 % gemeldet bei 1,7 % Erwartung. Der Franken fällt. Sinken bald die Zinsen?

Schweiz-Flagge
Schweiz-Flagge. Foto: Kavalenkava-Freepik.com

Ja, in der Schweiz, da ist die Welt noch in Ordnung? 2 % oder 3 % Inflation galten schon als schlimm. Heute früh sehen wir nun folgende Meldung der Schweizer Statistikbehörde: Die Inflation sinkt von +1,7 % im Dezember auf nur noch +1,3 % im Januar. Für heute wurden +1,7 % erwartet – somit liegt die aktuelle Meldung satte +0,4 Prozentpunkte tiefer als erwartet. Das ist mal ein satte Sprung nach unten.

Diese Überraschung wird am Devisenmarkt dann auch sofort berücksichtigt. Da die Inflation in der Schweiz so klar sinkt, steigt natürlich auch die Erwartung, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Leitzins früher senken könnte. Dies schwächt folglich den Schweizer Franken. Daher sehen wir in den letzten Minuten, wie das Währungspaar Euro gegen Schweizer Franken ansteigt von 0,9431 auf 0,9484.

Rückgang der Inflation in der Schweiz öffnet Tür für frühere SNB-Senkungen

Bloomberg kommentiert dazu aktuell wie folgt: Die so genannte Kernrate, die volatile Elemente wie Energie und Nahrungsmittel ausklammert, sank ebenfalls auf 1,2 %. Der Rückgang der Inflation ist überraschend, da viele Preise in der Schweizer Wirtschaft reguliert sind, was bedeutet, dass Erhöhungen die Verbraucher normalerweise zu Beginn eines Jahres treffen. Im Januar wurde auch die Mehrwertsteuer von 7,7% auf 8,1% erhöht.

SNB-Präsident Thomas Jordan hatte erklärt, er erwarte zwar, dass sich die Inflation der Obergrenze des Zielbandes der Zentralbank – zwischen 0 und 2 % – annähern werde, sie werde es aber wahrscheinlich nicht überschreiten. Ökonomen erwarten, dass die SNB im September mit Zinssenkungen beginnen wird, obwohl der heute gemeldete unerwartet schwache Wert diesen Zeitplan beschleunigen könnte. Im Gegensatz zu ihren wichtigsten Konkurrenten tritt die Schweizer Zentralbank nur einmal im Quartal zusammen.

Der starke Schweizer Franken schützt die Wirtschaft weiterhin davor, ein höheres Preiswachstum aus anderen Ländern zu importieren. Daten aus dem umliegenden Euroraum zeigen, dass die Preise dort im Januar um 2,8 % gestiegen sind. Auf der Grundlage des harmonisierten Maßes der Europäischen Union lag die Inflation in der Schweiz im vergangenen Monat bei 1,5 %.

Grafik zeigt Entwicklung der Inflation in der Schweiz

FMW/Bloomberg



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1 Kommentar

  1. Moin, moin,

    … da würde Harbeck doch sagen, „die Inflation ist in der CH so niedrig, weil die eigene Öl- und Gasquellen haben und sonstige Rohstoffvorkommen“.

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