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Shanghai wieder schwach, Dax vor unruhigem Tag

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Nach der impulsiven Rally der US-Märkte gestern kehrt nun wieder Ernüchterung ein. Die Stimmung in den USA war zuvor sehr negativ, der Markt war etwas überverkauft, wir sahen dann eine technische Gegenreaktion im übergeordnet nach wie vor dominierenden Abwärtstrend. In Bärenmärkten sind bullische Rallys impulsiv und heftig, fallen aber schnell wieder in sich zusammen. So auch diese Rally, nachdem in China die Kreditvergabe unter der Erwartung ausfällt und Shanghai wieder tiefrot schließt – und damit seit dem 22.Dezember 20% verloren hat und so die Definition eines Bärenmarktes erfüllt:

Shanghai Composite -3,53%
CSI300 -3,18%
ChiNext -2,88%
Nikkei -0,54%

Zunächst mal ein Blick auf den 4-Stundenchart des Dow Jones – das sieht nicht wirklich bullisch aus, oder?

US30150116

Ein ähnliches Bild im 4-Stundenchart des Dax (vielleicht ein Hauch freundlicher aussehend):

Dax150116

Das alles bedeutet: Rallys sind jederzeit möglich, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass diese Rallys dann wieder in sich zusammenfallen. In Bärenmärkten können die Märkte extrem lange überverkauft sein, und dennoch weiter fallen (spiegelbildlich gilt das auch für Bullenmärkte, die extrem lange überkauft sein können und dennoch weiter steigen).

Die Belastungsfaktoren (China, Junk-Bonds, Öl- und Rohsoffpreise, Schwellenländer in der Krise, vermutete US-Zinswende etc.) verschwinden ja nicht, sie werden nur gelegentlich verdrängt. Und so ist es wie mit den Leichen im Keller: eine Zeitlang hat man sie nicht im Bewußtsein, aber irgendwann fängt es dann zwangsläufig an, wieder zu stinken..

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    V

    15. Januar 2016 09:10 at 09:10

    Hallo Herr Fugmann!
    Mit den Belastungsfaktoren ist es nach meiner mehr als 20 jährigen Börsenerfahrung so, dass sie eine lange Zeit durchgekaut, teilweise sogar massiv übertrieben werden, und dann plötzlich irgendwann plötzlich ignoriert werden. Die Märkte steigen dann wieder wie aus dem Nichts und schlechte Nachrichten machen ihnen auch nichts mehr aus. Die Privaten neigen deswegen dazu, die Bewegung nach oben nur zu einem kleinen Bruchteil mitzumachen und steigen bei erneut schlechten Nachrichten wieder aus.
    Für mich riecht es langsam danach, dass wir uns nicht weit von dem Punkt befinden, an dem wir wieder nach oben drehen. Und ich bin mir sicher, dass die FED entscheidend mit dovishen Aussagen dazu beitragen wird. Denn nichts sorgt die FED mehr als einbrechende Märkte. Und nichts beunruhigt die Märkte wie eine hawkische FED. Also bald könnte alles wieder Friede / Freude / Eierkuchen sein, und wir dieses Jahr sogar neue Hochs sehen. Würde mich auf jeden Fall nicht überraschen.
    Viele Grüße
    V

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      15. Januar 2016 10:16 at 10:16

      @V,

      das Problem wird sein, dass ausbleibende Zinsanhebungen die Märkte noch mehr in Panik versetzen werden – weil sie signalisieren, wie besorgt die Fed ist!

      Viele Grüsse!

  2. Avatar

    V

    15. Januar 2016 09:14 at 09:14

    Für einen Long-Einstieg warte ich aber noch auf einen final selloff. Ich habe Zeit!

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