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Skandal: Hedgefonds hatten Zeitvorsprung bei Notenbank-Pressekonferenzen

Redaktion

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Skandal - Hedgefonds mit Zeitvorteil bei Bank of England PKs

Es ist ein Skandal. Zuerst berichtete jüngst die britische Zeitung The Times darüber. Die britische Notenbank „Bank of England“ veranstaltet (wie andere Notenbanken auch) kurz nach ihren Zinsentscheidungen Pressekonferenzen, die aus Gründen der Transparenz für jedermann frei zugänglich übertragen werden. Nachdem die Times nun berichtet hat, gab es wenige Stunden später die offizielle Bestätigung der Bank of England zu diesem Vorgang (heute um 13 Uhr gab es die jüngste Zinsentscheidung in London).

Unglaublich aber wahr. Ein externer Technik-Dienstleister hatte lediglich die Aufgabe einen reinen Audio-Feed der PK als Backup aufzuzeichnen, für den Fall dass der Video-Feed nicht funktioniert. Der Audio-Feed wurde von diesem Unternehmen ohne das Wissen der Bank of England kommerziell vermarktet, also gegen üppige Bezahlung (mehrere tausend Pfund pro PK) an Hedgefonds verkauft. Offenbar war der Audio-Feed von der PK mehrere Sekunden schneller als die Video-Übertragung.

Somit hatten die Zuhörer beim Audio-Feed wohl immer wieder bei Pressekonferenzen der Notenbanker einen relativ exklusiven Zeitvorsprung, und waren in der Lage je nach Aussage der Notenbanker sich in Anleihen, Devisen etc schneller zu positionieren als die Konkurrenz, die darauf vertraut, dass ALLE Teilnehmer am Markt beim Zuschauen der Video-PK exakt die selbe Chance beim Trading haben – weil ja ALLE Teilnehmer die Aussagen der Notenbanker zur exakt selben Zeit sehen. Das dachte man bis jetzt. Mehrere Sekunden Zeitvorsprung – eine Ewigkeit bei professionellen Hochfrequenzhändlern, die mit sehr großen Geldvolumen auf winzigste Preisunterschiede spekulieren.

Ist das Verhalten der Hedgefonds strafrechtlich relevant? Oder ist nur das Verhalten des Technik-Dienstleisters zu beanstanden? Oder ist die ganze Aktion rechtlich gesehen harmlos? Das können wir an dieser Stelle nicht bewerten. Auf jeden Fall ist es hier offenkundig zu einem klaren Vorteil für diese Hedgefonds gekommen. Was sie gewannen, verloren die anderen Marktteilnehmer, die nicht in den Genuss dieses Vorteils kamen. Frage… der nicht benannte externe Dienstleister, war der auch für andere Notenbanken tätig? Dazu ist nichts bekannt.

Dieser Skandal soll laut Bank of England begonnen haben „zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Jahr“. Inzwischen habe dieser Technik-Dienstleister keinerlei Zugang mehr zur Bank of England. Ob da noch etwas nachkommt? Strafrechtlich? Und ob bei anderen Notenbanken ähnliche Vorgänge ablaufen? Unklar. Welcher Schaden am Markt durch diese Vorgänge entstanden ist? Unklar. Die Bank of England hat den Vorgang an die Finanzaufsicht FCA zur Untersuchung übergeben.

13 Kommentare

13 Comments

  1. Pingback: Meldungen und Nachrichten vom 19.12.2019 – Teil 2 | das-bewegt-die-welt.de

  2. Avatar

    Zimmermann

    19. Dezember 2019 15:53 at 15:53

    Es ist doch kein Schaden entstanden. Es hat nur das Geld den Besitzer gewechselt.

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    sabine

    19. Dezember 2019 17:09 at 17:09

    Da gibt es gewaltige Unterschiede. Bei Diebstahl wechselt auch nur das Geld den Besitzer. Es ist eben ein Unterschied, ob freiwillig (Geschenk, Spende …) oder gegen Gegenleistung (Kauf …) oder geheim – gestohlen.

    • Avatar

      Claudia

      19. Dezember 2019 22:54 at 22:54

      @sabine, danke für die Aufklärung. Ich hatte schon befürchtet, der Kommentar von @Zimmermann war ironisch oder zynisch gemeint 🙈

      • Avatar

        sabine

        20. Dezember 2019 10:26 at 10:26

        Leftutfti, Was müssen Sie mich immer anquasseln? Haben Sie keine Familie? Sie passen ja auf wie ein Luchs auf meine Meldungen. Lobt mich das? Kommt drauf an, von wem.
        Dieser Spruch, wechselt nur den Besitzer könnte auch ernst gemeinst sein, da ja die Rechtslage „nicht klar“ sei.

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          leftutti

          20. Dezember 2019 13:22 at 13:22

          @sabine, wenn hier jemand wen anquasselt, dann doch Sie mich! Was wollen Sie von mir? Möchten Sie mit mir eine Familie gründen, oder was soll die doofe Frage? 💑

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          Petra

          20. Dezember 2019 16:19 at 16:19

          @Sabine, falls es Sie tröstet: Ich kann Ihre Reaktion gut nachvollziehen! Viele Grüße

          • Avatar

            sabine

            23. Dezember 2019 20:19 at 20:19

            Es tröstet mich. Ehrlich!

  4. Avatar

    Scheer

    19. Dezember 2019 17:46 at 17:46

    Ach komm, die Amerikaner sind unsere Freunde. Die dürfen das. Das Geld geht doch zu Freunden nicht zu den bösen Feinden.

    • Avatar

      Zimmermann

      19. Dezember 2019 18:46 at 18:46

      Diebstahl ist aber strafbar!

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        Scheer

        20. Dezember 2019 08:24 at 08:24

        Dieser wird nie bestraft. Darauf kann man sich verlassen.
        Hey, es sind unsere Freunde.

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        Scheer

        20. Dezember 2019 08:47 at 08:47

        achso vergessen… Raute

  5. Pingback: Skandal: Hedgefonds hatten Zeitvorsprung bei Notenbank-Pressekonferenzen – Unser Geld- und Zinssystem

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Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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EZB: Auf der Spur der wahren Gründe für das große Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Wir alle hören es seit Jahren und nehmen es zur Kenntnis. Offiziell betreibt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik (Zinsen und Anleihekäufe), um die Inflation von der Null-Linie in Richtung 2 Prozent zu bekommen. Und Bürger und vor allem Unternehmen sollen durch die Banken in der derzeitigen Krise günstige Finanzierungsbedingungen erhalten. Daher flutet man alles und jeden mit Notenbank-Euros, und die Banken können dem braven Mittelständler noch günstigere Kredite anbieten? So kommt die Wirtschaft in Schwung, und letztlich auch die Inflation? So geht natürlich die offizielle Story. Und tatsächlich?

Viele Beobachter der EZB-Politik behaupten oder meinen erkannt zu haben, dass es Frau Lagarde und vorher Mario Draghi in Wirklichkeit darum ging, mit günstigen Finanzierungskonditionen und mit massiven Anleihekäufen die Südländer in der Eurozone am Leben zu erhalten. So wolle man die Eurozone als Konstrukt zusammenhalten. Auch wir bei FMW haben uns in den letzten Jahren diverse Mal zu diesem Thema geäußert. Nach der gestrigen PK von Christine Lagarde ist uns der Kommentar von Dr. Jörg Krämer aufgefallen, dem Chefvolkswirt der Commerzbank. Man kann ihn also ruhig als seriöse Quelle bezeichnen.

EZB hält Bedingungen für Südländer günstig

Er hat seinen Kommentar betitelt mit der Headline „Was Günstige Finanzierungsbedingungen wirklich bedeuten“. Er zielt auch auf die oberflächlichen Gründe der EZB ab, nämlich Kreditkunden in der Wirtschaft zu günstigen Konditionen zu verhelfen. Es sei interessant zu beobachten, wie stark Christine Lagarde das Konzept der „günstigen Finanzierungsbedingungen“ betont habe. Sie folge dabei einem „holistischen Ansatz“ und habe verschiedene Zinsen im Blick – etwa die für Kredite an Unternehmen oder private Haushalte. Tatsächlich aber (so Jörg Krämer) dürfte es der EZB aber vor allem darum gehen, die Renditeaufschläge der Anleihen der besonders hoch verschuldeten Staaten zu begrenzen. So lasse sich beobachten, dass die EZB im Rahmen ihres PEPP-Programms immer dann mehr Staatsanleihen kaufe, wenn die Risikoaufschläge steigen (siehe Grafik). Zitat Jörg Krämer:

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg habe ein EZB-Vertreter gesagt, dass die EZB sogar bestimmte Höchstwerte für die Risikoaufschläge einzelner Staatsanleihen bestimmt habe. Offenbar sieht es die EZB als ihre Aufgabe an, die Währungsunion zusammenzuhalten, solange die hoch verschuldeten Staaten nicht ihre Hausarbeiten machen und damit latent die Existenz der Währungsunion gefährden.

Endet diese Politik der EZB, wenn das Corona-Aufkaufprogramm PEPP Anfang 2022 endet? Nein, Jörg Krämer glaubt, dass das Aufkaufen auch danach weitergeht, optisch eben nur über ein andere Vehikel. Die EZB werde dann das „normale“ Kaufprogramm namens APP aufstocken, und zwar von 20 auf 30 bis 40 Milliarden Euro pro Monat. Begründen dürfte sie dies unter anderem mit einer merklich unter zwei Prozent liegenden Inflation. Und ja, so möchten wir von FMW anmerken: So läuft es schon seit Jahren. Die Inflation, die ist einfach zu niedrig, deswegen muss man Billionen an Euros drucken und immer weitere Teile der Anleihemärkte aufkaufen. In Wirklichkeit will man, so nehmen wir es auch an, nur weiterhin gewährleisten, dass Italien, Griechenland, Spanien und Co sich so günstig wie nur irgend möglich immer weiter verschulden können.

EZB kauft mehr Anleihen um Spreads zu senken

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So sichern Sie Ihr Depot optimal ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktienmärkte eilen von einem Rekord zum nächsten. Das Virus wühlt zwar weiterhin, und tatsächlich eilt auch die Anzahl der Covid-Neuinfektionen weltweit von einem Rekord zum nächsten. Wir vertrauen allerdings auf die Kraft des Impfstoffes und sehen die Volkswirtschaften dieser Welt nächstens befreit.

Bei so viel Euphorie beschleicht allerdings den ein oder anderen Börsianer ein ungutes Gefühl. Sie haben also das Bedürfnis Ihr Depot, Ihre Buchgewinne einmal zumindest teilweise abzusichern. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, welche drei goldenen Regeln Sie berücksichtigen müssen, damit die Absicherung auch wirklich greift.

Das Absichern oder Shorten eines Depots ist kein Hexenwerk. Allerdings sind wir als Börsianer natürlich eher geeicht auf steigende Kurse und Chancen. Mit anderen Worten: Shorten zählt bei den meisten von uns nicht zur ersten Begabung.

Das sind die drei goldenen Regeln:

– Fassen Sie immer punktuell und kurzfristig zu!
– Definieren Sie Ihren Depotschwerpunkt und vergessen Sie Einzelaktien!
– Legen Sie eine prozentuale Absicherungsquote fest!

Was sagen uns diese Regeln konkret?

Zu 1. Ein Short – ganz gleich ob als Optionsschein, Short-ETF oder Zertifikat – ist kein Pkw-Anschnallgurt, den wir fortwährend zur Anwendung bringen. Erfolgreiches Shorten verlangt eine kurzfristige Marktmeinung. Solche Instrumente kaufen wir immer punktuell und lediglich für wenige Wochen oder Monate. Andernfalls verzichten wir auf Geld und Rendite. Dabei sind weniger die laufenden Kosten eines Short-ETFs oder eines Optionsscheins das Problem. Sondern: Shorts – egal in welcher Form – bringen uns Verluste, wenn der Markt entgegen unserer Prognose doch steigt. Zudem fehlt uns das Kapital für den Short auf der Aktienseite. Zu Deutsch: Ein unsauber gesetzter Short wird schnell zum doppelten Renditekiller.

Zu 2. Das ist offensichtlich: Wenn von 20 Ihrer Depotpositionen 15 aus dem DAX stammen, sichern Sie nicht gegen den S&P 500 oder NASDAQ-Index ab, sondern natürlich gegen den DAX. Als kluger Börsianer kennen Sie den Schwerpunkt Ihres Depots und erwerben dazu passend einen Short. Ganz wichtig: Vergessen Sie…..

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