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Skandalös? Forex-Broker aus Zypern bietet Hebel von 1:1000

Von Claudio Kummerfeld

In einer Zeit, wo seit Wochen reihenweise CFD- und Forex-Broker ihre Sicherheitsanforderungen für den gehebelten Börsenhandel sogar verdoppeln, geht ein Broker auf Zypern den entgegengesetzten Weg.

Der Broker FXTM bietet seinen Kunden ab sofort einen maximalen Hebel von 1:1000 an. Das bedeutet man kann mit einer Kontoeinlage von 100 Euro de facto ein Volumen von 100.000 handeln. Bewegt sich das gehandelte Währungspaar dann nur um einen winzigen Tick in die falsche Richtung, ist das Kontoguthaben weg.

Bezeichnend: Wie so viele Forex-Broker wirbt FXTM mit gebührenfreiem Handel bei diesem Kontotyp. Was für Kunden mehr als verlockend klingt (nein, wir sind kein Werbepartner von FXTM), deutet i.d.R. darauf hin, dass dieser Broker die Trades des Kunden gar nicht erst am Interbanken-Devisenmarkt platziert, sondern auf sein eigenes Buch nimmt. Das heißt ganz konkret, dass der Broker als Buchmacher fungiert. Man wettet als Kunde also gegen den Broker, ohne es zu merken. Was man verliert, gewinnt der Broker und umgekehrt. Natürlich können wir das nur vermuten, aber wie gesagt, i.d.R. ist das Fehlen von Gebühren dafür ein sicheres Indiz.

Wieso? Wenn keine Gebühr berechnet wird, wovon soll der Broker dann überhaupt leben? Jede Bank, jeder Broker muss doch von irgendetwas leben. Wenn er gebührenfreien Handeln anbietet, bleibt ihm nur ein Weg Geld zu verdienen: man partizipiert direkt am Verlust der Kunden – und das geht technisch nur, wenn man als Broker die Kundenorder gar nicht erst am Devisenmarkt arbeiten lässt, sondern ihm nur virtuell eine offene Position in sein Konto einbucht. Verliert der Kunde dann mit seiner Position sagen wir mal 500 Euro, ist diese Summe automatisch der Gewinn des Brokers, denn er bucht den Verlust von 500 Euro aus dem Kundenkonto aus, direkt rüber in sein eigenes Konto.

Abgesehen von dem gebührenfreien Handel können wir nur eindringlich davor warnen so hohe Hebel einzusetzen. Auf einem freien Markt sollte es sicherlich auch den Raum für so extreme Angebote geben, aber jeder Anleger muss für sich selbst entscheiden, ob er quasi wie beim Roulette auf Rot oder Schwarz setzen will und ein paar Sekunden später erfährt, dass sein gesamtes Geld weg ist. Denn bei 1:1000 braucht es nur wenige Augenblicke zum Totalverlust (ja, auch die Gewinnmöglichkeit steigt dementsprechend).



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3 Kommentare

  1. Haha,

    das ist ja lustig :D

    Viel Spass beim Traden :D

  2. Wer mit einem Broker aus Zypern tradet, dem ist nicht mehr zu helfen :-)

  3. so läuft das Casino nun mal: zocken ist und bleibt zocken. Wer letztendlich den Gewinn einfährt, ist doch egal.

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