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Trump: Gewinnt er die Wahl? Vergleich mit Obama

Trump braucht langsam einen „game changer“, sonst wird es eng mit seiner Wiederwahl! Wird er deshalb bald einen Deal mit China machen?

Markus Fugmann

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Wird Donald Trump die US-Präsidentschaftswahlen gewinnen und damit eine zweite Amtszeit bekommen – also das erreichen, was sein Vorgänger Obama geschafft hat? Viel wird natürlich von dem weiteren Fortgaang der US-Konjunktur abhängen – eine Rezession in den USA dürfte die Chancen jeden Amtsinhabers schmälern, selbst wenn er – wie Trump von sich selbst meint, „große und unerreichte Weisheit besitzt“ (was seine Anhänger wirklich glauben!).

Sehen wir uns einmal die derzeitigen Umfragewerte für Trump an – und zwar von dem Meinungsforschungsinstitut in den USA, das als einziges den Wahlsieg von Trump für wahrscheinlich prognostiziert hatte und als eher „Trump-affin“ gilt: die Rede ist von Rasmussen Reports. Das Institut ist inzwischen das Einzige in den USA, das täglich die Zufriedenheitswerte für Trump ermittelt (Gallup hat sich kürzlich davon zurück gezogen).

Trump selbst lobte Rasmussen Reports ausdrücklich in einem Tweet, weil es in der Regel die höchsten Zufriedenheitswerte für den amtierenden US-Präsidenten ermittelt (im Vergleich zu den anderen Umfragen) – daher steht Rasmussen auch bei gläubigen Trump-Anhängern mit dem ihnen eigenen Hang zu alternativen Fakten nicht im Rufe, durch Umfragen „Fake News“ zu verbreiten.

Laut Stand gestern ermittelt Rasmussen Reports Zustimmung für den US-Präsidenten von 46%, während 52% der Amerikaner mit seiner Amtsführung unzufrieden sind – wobei 33% seiner Amstführung stark zustimmen („strongly approve“), während 42% starke Abneigung gegen seine Politik empfinden („strongly disapprove“). Daran sieht man, dass Trump die amerikanische Gesellschaft stark polarisiert bzw. die vorhandenen Gegensätze innerhalb der amerikanischen Gesellschaft durch die charismatische Figur „The Donald“ auf den Punkt gebracht werden (hier der Trend der letzten Tage, Wochen und Monate).

Vergleicht man die Werte des Amtsinhabers mit denen seines Amtsvorgängers Obama, zeigt sich ein geadezu verblüffendes, gleichlaufendes saisonales Muster:

(Grafik: Rasmussen Reports)

Neben der täglichen Befragung zu Trump veröffentlicht Rasmussen Reports auch eine wöchentliche Umfrage mit der Frage, ob das Land (also die USA) in die richtige oder in die falsche Richtung geführt werde. Und hier zeigt sich, dass derzeit nur 36% meinen, das Land werde in die richtige Richtung geführt – das ist der niedrigste Wert seit Januar!
Es herrscht also im Umfeld der „Impeachment-Diskussion“ in den USA derzeit eine gewisse Unzufriedenheit – diese Impeachment-Debatte und die damit verbundene Verfassungkrise scheint dem US-Präsidenten also durchaus zu schaden.

Was Trump jetzt braucht ist vor allem eine Erholung der US-Konkunktur nach den zuletzt schwachen Daten (ISM-Indizes, US-Arbeitsmarktdaten, US-Verbraucherstimmung)), die erste negative Auswirkungen der mit dem Handelskrieg verbundenen Unsicherheit zeigt (Investitionszurückhaltung; geringerer Konsum etc.). In Sachen Wirtschaft braucht übrigens Obama den Vergleich mit Trump nicht zu scheuen!

Damit die Stimmung sich wieder aufhellt, braucht Trump also jetzt eigentlich einen Ruhe stiftenden Deal mit China – aber ob das so kommt, ist fraglich: denn dem US-Präsidenten geht es zwar auch um das Thema Handel, vor allem aber um die Durchsetzung des Supremats der USA gegenüber China. Und das macht Deals schwierig bis unmöglich..

 

In den Umfragen steht Trump derzeit ähnlich da wie seinerzeit Obama

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    10. Oktober 2019 13:43 at 13:43

    Die Börse kann er vielleicht noch hochhalten, aber die Konjunktur nicht.Die ist träge wie ein grosser Frachter.
    Der Bremsweg ist lange, der Anschubweg auch.Das Timing der Steuersenkung hat den fälligen Abschwung verzögert. Die von ihm verzögerte Rezession fällt jetzt genau auf das Wahljahr. WAR VIELLEICHT DOCH NICHT GANZ SO WEISE!

  2. Avatar

    Marko

    10. Oktober 2019 14:04 at 14:04

    Es wird langsam eng mit seiner Wiederwahl..?

    Markus, schau Dir mal den EUR/USD an und dass obwohl die Amis dem Markt höhere Zinsen anbieten, kaufen die den EUR, das sagt doch alles.. ?

    Diese Präsidenten Koryphäe kriegt alles hin, lässt sich vom Staat sein eigenes Büro aufrüsten usw…

    Der lacht die Amis aus ! Wer den aber nur ansatzweise wiederwählt, da kann man nur sagen : selbst dran Schuld..

    Und dieser Präsident ist der schlechteste Präsident der USA aller Zeiten (vielleicht ist das ein Sinnbild für die USA)! – Super hinbekommen, USA !

    Wie sieht´s den aus mit dem Mauerbau zu Mexiko.. ? Let´s make America great again, wer´s glaubt…

  3. Avatar

    Marko

    10. Oktober 2019 15:17 at 15:17

    Und das da,

    https://www.onvista.de/news/ezb-hat-der-rat-wichtige-einwaende-einfach-ueberhoert-nimmt-christine-lagarde-direkt-einen-richtungswechsel-vor-283872801

    würde ich von Seiten der EZB defintiv unterlassen, keine QE-Programme mehr, Lehman muss raus aus den Köpfen der Menschen.Es ist höchste Zeit, Lehman zu beenden. Wir alle sind noch im Lehman-Modus !

    Das würde die Immobilenfuzzies nicht gerade erfreuen, ein Ende der Nullzinspoltik, ein QE-Programm ist aber was es ist : eine Marktmanipulation. Punkt aus, fertig !

    Ja und die nächste Frage wäre, sollte die EZB reagieren, wird es dann zum Immobiliencrash kommen..?

    Die Antwort sollte doch klar sein : Nein !

    warum ? Tja, … ;)

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Rüdiger Born: S&P 500 noch nicht willig für einen Rücksetzer?

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GameStop: Symptom für Entgleisung der Märkte – wie war das möglich?

Wie war ein Phänomen wie bei der Aktie von GameStop möglich? Eine Spurensuche nach den Ursachen eines erstaunlichen Exzesses!

Wolfgang Müller

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Die Anlegerwelt blickt bestürzt und fasziniert in die USA, auf die Kapriolen von Aktie wie GameStop – dazu auf Small Caps, auf exorbitante Call-Spekulation, auf Schieflagen von Leerverkäufern und Brokern. Ausgelöst nicht durch Big Money, sondern durch viele junge Anleger, die eine unregulierte Seite der Aktienmärkte ausnutzen. Eine Spurensuche nach den Ursachen, was Entwicklungen wie bei der Aktie von GameStop möglich gemacht hat..

Wie war GameStop möglich?

Die Notenbanken

Klar ist die Entwicklung an den Aktienmärkten zunächst einmal den Notenbanken geschuldet. Mit der Eliminierung der Anlageklasse Anleihen, der Verlängerung der Aktienhausse, weil mit sinkenden Zinsen Aktienbewertungen immer mehr relativiert wurden. Vor allem aber durch die besondere Situation einer Pandemie, in der alle Notenbanken an einem Strang ziehen, um eine wirtschaftliche Katastrophe zu verhindern.

Dabei ist doch Fed-Chef Jerome Powell noch einer der Vernünftigeren. Hatte er nicht 2018 viermal die Zinsen angehoben, um Exzesse zu unterbinden – und wie ist er für seinen Kommunikationsgau gemaßregelt worden, als er für 2019 von weiteren Zinsanhebungen und Bilanzreduzierung gesprochen hatte? Wurde er nicht von Donald Trump monatelang in der Öffentlichkeit vorgeführt, als „Dummkopf“ beschimpft, weil er partout nicht die Zinsen stärker senken wollte. Der Ex-Präsident hatte stets ins Felde geführt, dass Deutschland sich verschulden könne und dabei noch Geld verdienen würde. Kurzum: Die Marktteilnehmer haben die Ausnahmesituation an den Kapitalmärkten erkannt und den Aktienboom immer weiter befördert. Es gibt einen „Ocean of Liquidity“. Das ist die erste Voraussetzung für das Phänomen GameStop!

Die kostenlosen Neobroker

Eine sehr wesentliche Ursache für den verstärkten Boom an den Aktienmärkten, speziell durch neue Anlegergruppen, war der Preiskampf der Broker um die Kunden, der schließlich zur Abschaffung der Gebühren geführt hat. Es war die Meldung im Oktober 2019, die die Gebührenschmelze brachte: Charles Schwab hatte als Branchenführer angekündigt, in Zukunft auf Kommissionen für das Geschäft mit US-Aktien, börsengehandelten Fonds (ETFs) und Optionsscheinen zu verzichten. Es folgten weitere Broker wie TD Ameritrade und E-Trade und selbst Fidelity zog für seine 22 Millionen Konten nach. Eine Reaktion auf den Aufstieg von RobinHood, der Boden für das grenzenlose Zocken war bereitet. Wenn ich für kleine Trades keine Gebühren bezahlen muss, kann ich das x-mal am Tag wiederholen.

Einen weiteren Schub gab es für die Retail Investors durch die Möglichkeit, Bruchstücke von Aktien zu kaufen – also die Möglichkeit durch den Broker, Teile einer Amazon-Aktie zu handeln, weil ich keine 3000 Dollar für eine einzelne Aktie aufbringen kann. Dazu noch das Angebot der Depotbeleihung, um auf Kredit zu spekulieren. Ein brutaler Preiskrieg um jeden Kunden hat die Situation eskalieren lassen – die Entwicklung um GameStop ist die Folge solcher Entwicklungen!

Die Pandemie und der Teillockdown

Ich habe bereits am 7. Juli 2020 in einem Artikel geschrieben: Der Lockdown und die damit verbundene häusliche Quarantäne hat eine zweifelhafte Entwicklung losgetreten: Die pandemiebedingte Unterbrechung des US-Profisports und der Ausfall an Sportwetten hat viele Sportzocker zur Börse gebracht. Dazu jene, die früher mit Kryptowährungen gehandelt haben. Man spricht daher von einer „Gamification“ der Geldanlage. Die Börse wurde als Ersatz für Fußball-Wetten oder das Glücksspiel in den geschlossenen Casino ansehen. Das beste Beispiel dafür ist der aus der Sportwettenbranche kommende David Portnoy, der „Anführer“ der RobinHooder. Nun ruft auch er zum „Sturm auf das Kapital“ auf – GameStop sei nur der Auftakt gewesen, so Portnoy.

Ein Teil dieser Entwicklung war auch der staatlichen Unterstützung in der Pandemie geschuldet. Die vielen Schecks, die eigentlich für die Versorgung während der Arbeitslosigkeit gedacht war, wurden von nicht wenigen teilweise zum Zocken genutzt. Unterstützungen von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden, aber der Gesamtbetrag konnte bis über 4000 Dollar pro Monat ausmachen und damit höher, als es mancher mit seiner reellen Arbeit bringen konnte. Zuletzt waren es die 600 Dollar Schecks, die im Februar noch auf 2000 Dollar aufgestockt werden sollen. Es ist dieses Helikoptergeld, das in Aktien oder Optionen von GameStop fließt.

Die Plattform der sozialen Medien

Wer hätte das gedacht? Dass soziale Medien einmal genutzt werden, um die Großen an der Wall Street zu attackieren.

Wallstreetbets ist so ein Subreddit, auf dem sich Marktteilnehmer austauschen und sich auch zu gemeinsamen Wetten am Kapitalmarkt organisieren. Es laufen auch viele Fehlinformationen, wie eine mehr oder weniger koordinierte Aktion von Trollen auf der Social-Media-Plattform Reddit, die durch ihre Spekulation den direkten Angriff auf die Hedgefonds der Wall Street zum Ziel haben. GameStop war vermutlich erst der Anfang!

Das ist auch ein großer Unterschied zur Dotcom-Blase im Jahr 1999/2000: Die Verfügbarkeit von Informationen und die Vernetzung auf Millionen Geräten, wo sich blitzschnell ein Finanzmob organisieren lässt. Das Smartphone mit all seinen Möglichkeiten war damals noch nicht auf dem Markt. Wenn die Geschichte mit GameStop erledigt ist, kommen dann weitere Angriffe auf Aktien, die sehr „leerverkauft“ sind? Diese Frage hat sich nach den letzten Short Squeezes schon erübrigt. Auch wenn mit einer Firma richtig etwas faul ist und man den Kurs trotzdem nach oben treiben kann. Hatten wir denn in Deutschland nicht eine Firma, die im Visier der Leerverkäufer war und zunächst von der BaFin noch geschützt wurde (Wirecard)?

Die De-Regulierung

Ganz im Gegensatz zur Obama-Regierung, der nach der Finanzkrise eine Reform zur Regulierung der Finanzmärkte veranlasst hatte, wurden die Regularien in der Trump-Ära schrittweise wieder gelockert. Trump sprach ständig von vier Prozent Wachstum, dafür wurden die Steuern radikal gesenkt, Auslandskapital repatriiert, Aktienrückkäufe in großem Maße toleriert und alles gefördert, faktisch und verbal, was die Aktienmärkte befeuerte. So wurde der Boden bereitet für eine Aktienrally, an deren Ende immer Gier einzieht, jeder versucht an der wundersamen Geldvermehrung zu partizipieren, eine Phase für die es viele Namen gibt: Hausfrauenrally, Milchmädchenhausse und weitere.

Ein Thema an den Märkten ist beim Short Selling auch der nackte Leerverkauf, der dazu führen kann, dass die Short Quote auch über 100 Prozent der frei verfügbaren Aktien hinausgehen kann – so wie bei GameStop. Man hatte diese gefährliche Variante der Kurssicherung/Spekulation im Zuge der Finanzkrise zwar verboten, aber nie richtig überwacht, wie es sich in den jetzigen Fällen als Falle erweist.

Fazit

Es ist zweifelsohne ein ganzes Bündel von Ursachen, die zu dieser Spekulationsorgie geführt haben. Auch wenn die Notenbanken mit ihrer Marginalisierung der Zinslandschaft erst die Grundlage für eine lange Börsenphase steigender Notierungen gesorgt haben, wurde die Situation erst dadurch möglich, dass Broker und Marktteilnehmer das Laissez-Faire der Behörden ausgenutzt haben, um Geld zu scheffeln.

Wie kann es sein, dass sich Tausende von Kleinanlegern in Foren verabreden können, um Attacken an den Märkten durch Zocks mit Aktien wie GameStop zu organisieren? Man stelle sich vor JP Morgan, Bank of America und Goldman Sachs würden sich zu konzertierten Aktionen und zu einem bestimmten Zeitpunkt verabreden. Mit ihrer Finanzkraft könnte die Giganten reihenweise Aktien mit niedrigen Nominalwerten zu Pennystocks machen, was extreme Folgen zeitigen würde: Auschluss bei Kapitalsammelstellen, die nicht in Pennystocks investieren dürfen, Abstufungen im Kredit-Rating, kein Zugang zum Kapitalmarkt, Entlassungen, Pleite. Verbotene Marktmanipulationen stehen stark unter Strafe.

Ist es bei Privaten „uncharted territory“? Nicht mehr lange, denn das dürfte Schule machen, sich die Volumen erhöhen und auch im Ausland probiert werden. Auch wenn sich zunächst einige darüber freuen, wenn es der Hedgefonds-Branche etwas ans Leder geht, sie mit gleichen Waffen geschlagen werden. Aber es ist organisiertes Frontrunning, Pump&Dump – und damit Marktmanipulation. Ein Fall für die Regulierungsbehörden, für die SEC. Diese hat mit Gary Gensler einen neuen Chef, anscheinend ein „harter Hund“. It’s your job, Mister Gensler!

Wie war ein Phänomen wie bei der Aktie von GameStop möglich?

By BentleyMall – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25399096

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