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Über Allzeithochs! Marktgeflüster (Video)

Alles ist auf Allzeithoch..

Die Vergangenheit zeigt: kauft man Allzeithochs, liegt die Wahrscheinlichkeit bei knapp über 80% in den nächsten drei Monaten bei höheren Kursen verkaufen zu können. Auch heute erreichen der S&P 500 und der Dow Jones wieder neue Allzeithochs – das wird ein zentrales Wahlkampfargument von Donald Trump vor den US-Zwischenwahlen. Aber es gibt auch weniger schöne Allzeithochs: eine gigantischer Anstieg von Bewertungen (das Verhältnis von Marktkapitalisierung zu Umsätzen bei US-Aktien ist jetzt so hoch wie in der Dotcom-Blase) – und Schulden. Der Dax kann am heutigen großen Verfall weiter zulegen und bricht den seit Ende Juli bestehenden Abwärtstrend. Ein wichtiger Faktor dürften nun die Indexumstellungen in den USA und in Deutschland werden..



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6 Kommentare

  1. Die vergangene Börsenwoche brachte aus meiner Sicht einige Ereignisse, die für die hiesige Börsenentwicklung, zumindest auf kurze Aussicht, einige Veränderungen zeitigen könnten – oder haben Sie das bereits getan? Was meine ich damit?
    US-Präsident Trump erweiterte die Zölle auf chinesische Einfuhren auf weitere 200 Mrd.$, allerdings „zu nur“ 10% und auch nur bis Ende des Jahres. Jedoch versehen mit seiner üblichen Drohung bei Gegenmaßnahmen in die Vollen zu gehen. China antwortete maßvoll (60 Mrd.$) und ohne zusätzliches Öl in Zollfeuer zu gießen. Gleichzeitig wurde bekannt, dass man die Konjunktur durch ein Infrastrukturprogramm (mit weiterer Verschuldung) und die Senkung der Einkommenssteuer zum 1.Oktober ankurbeln wolle und man empfahl den Unternehmen eigene Aktien zurückzukaufen.
    Damit sprang nicht nur die Börse in Shanghai an. Am Montag war der Shanghai-Composite-Index auf den niedrigsten Stand seit 4 Jahren gefallen.
    Seit dem Hoch vor 3 Jahren ist dieser immerhin um 30% abgestürzt, während der MSCI World um 24% gestiegen ist.
    Seit der Ankündigung dieser Maßnahmen haben sich sowohl der chinesische Index, als auch viele Schwellenländerbörsen stabilisiert. Auch ging es mit dem exportlastigen Dax ganz plötzlich nach oben – für mich nachvollziehbar, schließlich verlief die Daxschwäche seit Juni auffällig synchron mit der Börse Chinas.
    Das ist für mich die plausibelste Erklärung und keine technischen Überlegungen nach 100 „gefühlten“ Doppeltops.
    Langfristig stimme ich Markus Fugmann völlig zu. Donald Trump wird nicht Ruhe geben mit seinen altertümlichen finanztechnischen Instrumenten, man sieht das ja auch seinem Festhalten am Mauerbau zu Mexiko – im Zeitalter von Drohnen und anderer Fluggeräte, Tunnelbau, selbstgebauten U-Boote u.ä.
    Hat sich das Gesamtbild, also mein Vergleich zwischen Rückenwind und Gegenwind entscheidend verändert? Hier mein persönliches Update:
    Rückenwind: Steuerreform, Aktienrückkäufe, Deregulierung plus Chinas neues Konjunkturprogramm
    versus, neue Rekordstände an der Wall Street
    Gegenwind: Dollarkurs im Hinblick auf die Verschuldung der Emerging Markets ($/€ von 1,13 auf 1,17 gefallen – Entspannung), Bärenmärkte in verschiedenen Ländern, Zinsanstieg (US 10yr 3,08%) und Zinserwartungen, Bilanzreduzierung der Notenbanken, leicht rückläufige Frühindikatoren, Welthandelsindex seit Mai von 82 auf 77,7 Punkte gefallen und natürlich die Entwicklung der Zölle. Problematische Jahreszeit, alles in allem aber noch keine extreme Verschärfung.
    Über die Wirkung der Zölle auf die Teuerung der Produkte (Consumer Stapels ) habe ich schon vor Wochen geschrieben, die Wirkung kommt aber erst so nach und nach.
    Die nächste Woche sollte sehr spannend werden.
    Hat China unter Umständen mit dem neuen Konjunkturprogramm das Abgleiten in den Bärenmarkt gestoppt? Wie verhält es sich in vielen Emerging Markets sowie in manchen Developed Countries, wo sich ein zarter Abwärtstrend bereits etabliert hat, dreht sich dies noch einmal?
    Ich habe bereits am Mittwoch letzter Woche geschrieben, dass wir unter bestimmten Umständen (Ruhe an der Zollfront plus moderate, dovishe Töne Jerome Powells) sogar noch einmal einen Kursaufschwung in Deutschland sehen könnten.
    Vorschau auf die nächste Woche
    – Von enormer Bedeutung dürfte die Veröffentlichung des Ifo-Index am 24. September sein. Zur Erinnerung: Dieser Frühindikator der deutschen Wirtschaft (Befragung von 9000 dt. Unternehmen) war von November 2017 bis Juli 2018 – 7 Monate gefallen. Der Dax hatte sein Hoch im Januar bei 13590 Punkten erreicht und ist seither auf unter 12000 Punkte gefallen – somit bewies der Indikator wieder seine oft sehr ausgeprägte Korrelation zum deutschen Leitindex. Im August hingegen sprang das Konjunkturbarometer um 2,1 Punkte von 101,7 auf 103,8 auf den Stand des Februars. Fällt er jetzt wieder oder steigt er trotz des Handelsstreits? Eine hohe Trendaussage besitzt der Index allerdings erst bei drei Monaten in Folge in einer Richtung. Man sollte zwar einem Einzelindex nicht allzuviel Bedeutung beimessen, aber in diesem speziellen Fall könnte es doch einen Fingerzeig geben. Wenn die 9000 deutschen Unternehmenslenker im Auge eine Handels-Taifuns auch in der 6-Monatssicht optimistisch sind, wäre das schon ein starkes Signal. Schließlich wissen die CEOs besser und früher als jeder Analyst, wie die Auftragseingänge aussehen.
    – Global betrachtet dürfte sich aus der Notenbanksitzung der Fed am 26. September das größere Momentum ergeben. Zwar ist eine Erhöhung der Leitzinsen auf 2,25% schon eingepreist, aber wie sieht er nach dieser 8. Zinsanhebung mit dem Ausblick aus? Die Verteuerung der Zinskosten in den USA sind das eine, aber was machen die Investoren mit den Emerging Markets? Laut aktuellem Interview mit BuBa-Chef Jens Weidmann sind die Probleme der EM das dringlichste derzeitige Problem.
    – Die 10-jährige Staatsanleihe ist aktuell auf 3,063% gesprungen, gefolgt von der 2-Jährigen mit 2,804 %. Das erinnert mich spontan an einen Wall Street-Veteran, der schon Anfang 2017 behauptete, große Adressen würden bei 3,50% im Bereich der 10-Jährigen in großem Stile mit der Umschichtung Aktien – Anleihen beginnen.
    Langfristige Überlegung
    – Trump mag sich eine zeitlang als Sieger im Handelsstreit fühlen, er bewirkt jedoch ungewollt langfristig die Ablösung des Dollars als unangefochtene Leitwährung, die Entwicklung neuer Lieferketten um die USA herum und die Bildung neuer Freihandelszonen, weil sich die USA als unsicherer Partner erweisen. Aktuelle Beispiele: Laut Handelsblatt kann sich Malaysia vor Produktionsanfragen kaum retten (Verlagerung aus China), Vietnam und Indien wollen in die Bresche springen, so dass sich relativ schnell neue Lieferketten etablieren könnten. Gerade China wird mit aller Macht seine US-Beziehungen reduzieren, hatte nicht erst jüngst Alibabas CEO Ma seine Zusage an Trump 1 Mio. Arbeitsplätze in den USA schaffen zu wollen, wieder zurückgenommen. (Investitionen Afrika, Seidenstraße)
    – Wirtschaft braucht Vertrauen, Zuverlässigkeit und Vertragstreue, ansonsten keine Investitionen. Ein Punkt, den Trump in seinem Immobilen-Verhandlungsstil, von „Face to Face“ wahrscheinlich ausblendet.
    Die Börsenhausse wird so oder so ein Ende finden, es stellt sich für mich nur die Frage wer sie beendet? Donald Trump mit seinem Kampf gegen all die bösen Handelspartner, die die USA „über den Tisch ziehen“ oder ein steigendes Zinsniveau, welches historisch nahezu jeden Aufschwung zu Ende brachte.
    Sorry, dass es so lange geworden ist, aber die Großwetterlage lässt sich m.E. nicht mit einem einfachen wenn/dann darstellen.
    Ein schönes Wochenende

    1. @Wolfgang, sehr gute Zusammenfassung!
      Das Hauptthema zu Wochenanfang aber dürfte wieder der Handelskrieg sein, nachdem China die Gespräche mit den USA abgesagt haben (laut Wall Street Journal)..

      1. @Markus F. Danke für die aktuelle Info. Passt gut zur Annahme eines ständigen Hin-und-Hers und daraus resultierend sehr viel Stoff für einen Analysten. Börsentechnisch könnten wir Aprilwetter bekommen.
        Erholsames Wochenende

        1. Danke Ihnen beiden!

  2. DASS ALLZEITHOCHS mit 80 % er Wahrscheinlich innert 3 Monaten wieder übertroffen werden ist die Statistik der Vergangenheit u. kann zu falschen Schlüssen führen.Je länger die Hausse dauert u.je höher die Hochs , desto grösser die Wahrscheinlichkeit ,dass das nächste Hoch sich entfernt.
    Dies ist vor allem dann der Fall wenn eine grössere Korrektur dazwischenkommt.Auch die Januarhochs von 2018 ( DJ u.S&P 500 ) haben einiges länger gebraucht bis sie wieder erreicht wurden u.der DAX hat es m.Wissens noch gar nicht geschafft.
    Nach der Korrektur von 2008 brauchten die US- Börsen über 5 Jahre für neue Hochs.
    Ich glaube nicht, dass der Realist M. Fugmann ,der zu Unrecht von den Permas als Vollblutbär verschrien wird, uns sagen will ,dass es weiterhin alle 3 Monate mit 80%er Sicherheit neue Hochs gibt.
    Zudem hat es in letzter Zeit mehrere Falschausbrüche gegeben.Ich teile die Vermutung von Wolfgang M.,
    dass letzte Woche Chinas u.Japans Notenbanken wegen des Handelskrieges die Börsen gepusht haben.
    Kurz vor einem grossen Verfall bekommen sie dann Hilfe von den Bären ( Short- Squeeze )
    Übrigens gab es 1960 bis 1980 Quertrends wo es fast 10 Jahre keine neuen Hochs gab.
    Man sollte vielleicht die letzten 10 Jahre nicht als Normalität des Börsengeschehens betrachten. Die Zukunft wird zeigen was gedrucktes Geld ohne Hinterlegung von realen Werten für Folgen hat.

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