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Ungarn erhöht die Zinsen massiv von 5,9 auf 7,75 Prozent!

Die Zentralbank von Ungarn hat aktuell den Leitzins kräftig angehoben, viel stärker als erwartet. Hier die Details.

Budapest ist die Hauptstadt von Ungarn

Während die EZB weiterhin vor sich hin prüft und bespricht, was zu tun ist, wird woanders gehandelt. In Ungarn hat die Zentralbank heute Nachmittag beschlossen den Leitzins massiv anzuheben von 5,9 auf 7,75 Prozent. 185 Basispunkte auf einen Schlag, das ist eine kräftige Ansage! Am Markt lagen die Erwartungen bei einer Anhebung auf 6,4 Prozent. In der Grafik sieht man den Verlauf des Leitzinses für Ungarn in den letzten zehn Jahren.

Die Aufrechterhaltung der straffen monetären Bedingungen über einen längeren Zeitraum ist laut aktueller Aussage der ungarischen Zentralbank gerechtfertigt, um die zunehmenden Zweitrunden-Inflationsrisiken, die sich aus anhaltend negativen Angebotseffekten ergeben, in den Griff zu bekommen. Die Zentralbank will den Zinserhöhungszyklus so lange fortsetzen, bis sich die Inflationsaussichten nachhaltig in der Nähe des Zentralbankziels stabilisieren und die Inflationsrisiken am geldpolitischen Horizont gleichmäßig verteilt sind.


source: tradingeconomics.com



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8 Kommentare

  1. Es ist doch nicht in erster Linie die Inflation, die die ungarische Notenbank zu dieser Zinsanhebung zwingt, sondern die Abwertung des Forint gegenüber dem Euro. Diese vollzieht sich immer deutlicher und dabei hat auch der Euro massiv gegenüber dem Dollar verloren. Da kann man sich vorstellen, wie teuer in Dollar fakturierte Rohstoffe werden, die Ungarn importieren muss. Da wird auf FMW immer darauf hingewiesen, wie andere Länder die Zinsen anheben im glorreichen Kampf gegen die Inflation. Dabei ist doch der Kampf gegen Abwertung, Explosion der Dollarschulden und der Importpreise auch nicht zu vergessen. Der Fugmann-Spruch: „Bring mir die Inflation runter, whatever it takes“ gilt nicht einmal uneingeschränkt für die USA und noch weniger für kleine Länder.

  2. Ist es irgendwie möglich davon als Österreicher zu profitieren, einfach ein Konto eröffnen und dann seine 7,75% Zinsen kassieren wirds wohl nicht spielen oder?

    1. Kannst ja ungarische Staatsanleihen kaufen. Bsp: WKN: A28V6Q ISIN: HU0000404280, der Forint ist seit der Erhöhung der Zinsen um ca. 1,5% gestiegen und diese Papier hat sich kaum bewegt, d.h. vor der Erhöhung war die Rendite noch höher.

  3. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Die EZB erhöht gar nicht. Im Gegenteil es wird ein neues QE Süd iniziert. Speziell für Italien, Griechenland, Spanien, Portugal.

    Im Gegenzug werden deutsche Staatsanleihen aktiv am Markt verkauft, mit dem eingenommenen Geld werden dann gezielt italienische Staatsanleihen gekauft.
    Das Bundesverfassungsgericht hat dem Bevorzugen einzelner Länder ganz klar widersprochen. Es dürfe nur flächendeckend über alle Laufzeiten und Länder nach festem Kapitalschlüssel gekauft werden.
    Für uns wird dadurch die Refinanzierung teurer, für Italien billiger. Das heißt im Umkehrschluss, weniger Geld für Arbeit und Soziales, weniger Geld für Schulen und Kindergärten usw.
    Promp sanken die Renditen im Süden und stiegen für Deutschland.

  4. Ungarn und die Türkei sind unsere beiden Superhelden.
    Die einen als Putins vorderste Dauerblockade-Front in der EU, die anderen bei der NATO.

    Es ist höchste Zeit für Reformen hin zu qualifizierten Mehrheiten. Es kann nicht länger sein, dass jeder nationalistische Volldepp mit seinen kleinstaatlerischen Eigeninteressen absahnt, profitiert und blockiert.

    1. Sie haben recht, marschieren Sie ein und zeigen den „kleinstaatlichen, nationalistischen Volldeppen“ mal wie Demokratie geht.

      1. Nicht gleich immer sarkastisch werden und sinnlos übertreiben! Eine höchst demokratische qualifizierte Mehrheit würde ausreichen, wem das nicht passt, der soll aus den Bündnissen austreten.

      2. @Stephan
        Also die Standard-Vorgehensweise von Putin, dem Zwergenzar?!

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