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Unser Abschiedsgruß an Obama: 20 Billionen-Grenze bei Staatsverschuldung locker geschafft

Amerikaner lieben großen Zahlen. Auch wir lieben große runde Zahlen. Wenn der noch 15 Tage im Amt befindliche Präsident Obama nicht viel bis fast gar nichts geschafft hat, dann doch dies. Er geht als Präsident in die Geschichte…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Amerikaner lieben großen Zahlen. Auch wir lieben große runde Zahlen. Wenn der noch 15 Tage im Amt befindliche Präsident Obama nicht viel bis fast gar nichts geschafft hat, dann doch dies. Er geht als Präsident in die Geschichte ein, der für die USA die gigantische Summe von 20 Billionen Dollar Staatsverschuldung geknackt hat. Zum Stichtag 30. Dezember lag sie bei exakt 19,976 Billionen Dollar. Da sie täglich vermeldet wird, kann man hochrechnen, dass sie bis zum 20. Januar (offizielles Amtsende) ganz locker die 20 Billionen-Grenze überschreitet. Denn nur binnen eines Tages vom 29. auf den 30. Dezember kamen weitere 98 Milliarden Dollar auf den Schuldenberg oben drauf.

us-staatsschulden

Jetzt werden Sie fragen: Na gut, aber wo hat denn Obama übernommen? Entscheidend ist doch die Relation, auf welchem Schuldenstand er angefangen hat. Vielleicht bei 14,16 oder 18 Billionen Dollar Staatsschulden? Sind nicht seine Vorgänger für dieses Schulden-Desaster verantwortlich? Nein, Obama begann seine Amtszeit vor 8 Jahren bei 10,6 Billionen Dollar – kein Witz! Das ist mal eine Leistung, oder? Da kann man nach acht Jahren nicht mehr darauf verweisen, dass der böse George Bush Junior ihm das alles vererbt hat. Die Steigerung seit Obamas Amtseinführung beträgt somit satte 9,34 Billionen Dollar auf jetzt fast exakt 20 Billionen Dollar, und vielleicht jetzt gerade schon mehr als 20.

Wie man in der Grafik sehr gut sehen kann, benötigten seine Vorgänger für die selbe Dollar-Summe gut 30 Jahre, Obama reichten 8. Und nein, wir wollen hier ja kein plumpes Obama-Bashing betreiben. Donald Trump wird, wenn denn seine massiven Infrastrukturmaßnahmen durchgeführt werden, das Tempo der Verschuldung nochmal kräftig erhöhen. Denn es gibt nur eine Geldquelle für seine großen Ausgabenpläne: Neue Staatsanleihen ausgeben! Obama hat in 2016 ganz entspannt ohne große Ausgaben die Staatsschulden um fast 1 Billion Dollar steigen lassen. Obwohl die Zinsen in Obamas Amtszeit ziemlich niedrig waren, sind die größten Verursacher für das Schuldendesaster die Bereiche Militärausgaben, Schuldzinsen und Soziales.

Man kann es aber auch anders sehen: Die USA als Volkswirtschaft geben einfach mehr aus, als sie einnehmen – und das konstant. Monat für Monat produziert das Land ein Handelsbilanzdefizit von um die 40 Milliarden Dollar, also knapp 500 Milliarden Dollar im Jahr – das sind zwar nicht automatisch neue Staatsschulden, aber dennoch: Deftiger Konsum und hohe Ausgaben von Staat, Wirtschaft und Konsumenten müssen aus dem Ausland mit frischem Kapitalzufluss finanziert werden. Donald Trump will das Defizit so kräftig wie möglich absenken durch seinen Protektionismus. Man darf gespannt sein, ob das auch nur annähernd funktioniert.

Man kann aber getrost davon ausgehen, das Trump in seiner vielleicht nur vierjährigen Präsidentschaft die Gesamtsumme der Staatschulden locker rauftreibt auf 26, 28 oder vielleicht sogar 30 Billionen Dollar? Was soll´s, egal, spielt eh keine Rolle. Denn solange der US-Dollar immer noch der zentrale Eckpfeiler (lustiges Wortspiel) im globalen Finanzsystem ist, kann man immer weiter Schulden machen. Solange „die da draußen“ daran glauben, dass der Dollar noch was wert ist, ist er auch was wert.

Und die Federal Reserve kann immer weiter Geld drucken und nach dem Prinzip „Linke Tasche Rechte Tasche“ Schulden der Bundesregierung aufkaufen, wenn sich eines Tages keine echten Käufer mehr finden sollten. Die aktuelle Dimension von US-Staatsschulden, die von „staatlichen Institutionen in den USA“ gehalten werden, ist bereits jetzt schon mehr als beachtlich. Die Summe beläuft sich aktuell laut US-Finanzministerium auf 5,5 Billionen Dollar von insgesamt 19,976 Billionen Dollar. Also, alles gut, alles sind gut drauf, weitermachen!

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    leser

    4. Januar 2017 17:55 at 17:55

    Dazu ein hier http://www.haushaltssteuerung.de/schuldenuhr-staatsverschuldung-usa.html entliehenes Zitat, leicht abgewandelt:

    Wenn man 50 Dollar Schulden hat, so ist man ein Schnorrer. Hat jemand 50.000 Dollar Schulden, so ist er ein Geschäftsmann. Wer 50 Millionen Dollar Schulden hat, ist ein Finanzgenie. (50 Milliarden) 20 Billionen Dollar Schulden haben – das kann nur der Staat.

  2. Avatar

    Marcus

    4. Januar 2017 17:55 at 17:55

    Machen Sie sich keine Sorgen werte Redaktion! Notfalls schmeißt die Fed einfach die Druckerpresse an, dann wird das schon. Oder sie kauft gleich alle Staatsanleihen auf so wie die BoJ.

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    Feldmaen

    4. Januar 2017 19:17 at 19:17

    Man hätte den Chart logarithmisch darstellen müssen! Wenn ein President aus 4 Billionen 8 Billionen macht ist das das Gleiche als wenn man aus 10 Billionen 20 macht. So ist das nunmal im exponentiellen Zinssystem! Also darf Trump 40 Billionen anpeilen…

    • Avatar

      Gixxer

      5. Januar 2017 10:35 at 10:35

      Vielleicht kann der ein oder andere hier sich noch an die Parabel aus dem Mathematik-Unterricht erinnern.
      Bei mir ist es schon eine Weile her, aber eines weiß ich noch, lange geht das nicht mehr gut.

  4. Avatar

    Ulrich

    4. Januar 2017 23:55 at 23:55

    http://www.usdebtclock.org/

    hier sind die Zahlen etwas niedriger – wie kommts?

    • Avatar

      Gixxer

      5. Januar 2017 10:30 at 10:30

      Würde mich auch interessieren.

  5. Avatar

    Aufgewachter

    5. Januar 2017 06:44 at 06:44

    Interstellare US-Verschuldung bei 11,41 Lichtjahren

    Wenn man die Summe aller öffentlichen und privaten Schulden allein von den USA zusammen nimmt und davon ein Taxi bezahlt (pro gefahrenen Kilometer 0,50 Dollar) – wißt Ihr, wo Ihr dann hinkommt?

    Ihr kommt bis zum Sternsystem 61 Cygni***

    Gesamtschuld = Öffentliche Schulden + Private Schulden
    Gesamtschuld = 17.0000 Milliarden Dollar + 37.000 Milliarden Dollar
    Gesamtschuld = 54.000 Milliarden Dollar
    Gesamtschuld = 54 Billionen Dollar **

    Mögliche Fahrtstrecke = 54 Billionen Dollar / (0,50 Dollar je Kilometer)
    Mögliche Fahrtstrecke = 1,08 * 10 ^ 14 Kilometer
    entspricht einer Entfernung von 11,41 Lichtjahren*

    Das traurige bei dieser interstellaren Verschuldung ist ja, daß die NASA noch nicht einmal bis zum Mond (384.400 Kilometer) kommt. Für die Enterprise mit Captain Picard ist „61 Cygni“ nur einen Katzensprung bei WARP 9 entfernt.

    Aber, wenn ich dabei an die „Weltraumkrücken“ denke, welche sich die NASA immer zusammenschraubt … Zur Erinnerung : Vor gar nicht allzulanger Zeit hatten sie sich mit einem qualmenden und stinkenden Ungetüm überwiegend aus Wasser- und Sauerstoff empor gewagt die Verrückten und die Mondlandung erhofft. Aus einem 24/7 Shuttle Service zum Mond ist gar nichts geworden.

    https://aufgewachter.wordpress.com/2013/12/02/interstellare-us-verschuldung-bei-1141-lichtjahren/

  6. Avatar

    Denker

    5. Januar 2017 12:36 at 12:36

    Die Welt ertrinkt in billigen Schulden die nie zurückgezahlt werden sollen oder systemisch gesehen können. Die Enteignung der Mittelschicht der ganzen Welt schreitet mit Riesenschritten vorran. Am Ende wird dieses wahnsinnigen Geldexperiments gewollt scheitern um der einen angestrebten Weltwährung Platz zu machen. Die Folgen werden für die Zivilbevölkerung in einem unfaßbaren Desaster enden. Noch ahnt die Wohlstandsgesellschaft nichts davon. Trump, der Spezialist für Insolvenzen wird dies managen.
    …alles läuft nach Plan

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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