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US-Daten bremsen den Dax, Trump schwächt den Ölpreis

Der Dax war heute im Höhenrausch. Eigentlich gute US-Daten von gestern, dann über Nacht ein toller Nikkei in Japan, der schön nach oben läuft auf Höchststände seit zwei Jahren. Man lief im Dax heute endlich mal raus aus seiner...

FMW-Redaktion

Der Dax war heute im Höhenrausch. Eigentlich gute US-Daten von gestern, dann über Nacht ein toller Nikkei in Japan, der schön nach oben läuft auf Höchststände seit zwei Jahren. Man lief im Dax heute endlich mal raus aus seiner Lethargie, und dann gleich noch so schön nach oben. Von 12.690 Punkten gestern Abend ging es heute rauf auf bis zu 12.880 Punkte um 13 Uhr, also ein Anstieg von 190 Punkten.

Die eigentlich guten ADP-Arbeitsmarktdaten von gestern wurden dann heute durch die offiziellen staatlichen Arbeitsmarktdaten um 14:30 Uhr abgelöst. Die waren deutlich schlechter als erwartet mit nur 138.000 neu geschaffenen Stellen (Erwartung 180.000). Das bedeutet, dass die US-Konjunktur noch schlechter läuft als allgemein gedacht. Dementsprechend wird der Druck auf die Fed sinken in diesem Jahr kräftig die Zinsen anzuheben. Wir reden nicht von einer Absage der Zinserhöhungen in 2017 – nur wird der Druck auf eine große Zinsanhebungswelle abgemildert.

Das macht den US-Dollar weniger attraktiv. Sofort haben die Devisenhändler ab 14:30 Uhr diese Annahme im Kurs von Euro vs US-Dollar (EURUSD) eingepreist. Der Euro wertete gegen den Dollar zügig auf von 1,1210 auf 1,1280. Und was bedeutet ein stärkerer Euro? Tendenziell schlechtere Verkäufe von deutschen Produkten im Ausland. Daher haben die Börsianer den exportlastigen Dax sofort nach unten angepasst.

Und damit sind wir dann wieder bei der heutigen Dax-Rally. Durch die US-Arbeitsmarktdaten und den schlagartig aufgewerteten Euro wurde die Rally sofort abgebremst. Von 12.863 Punkten um 14:29 ging es bergab auf 12.785 Punkte. Im Augenblick liegt der Dax mit 12.830 Punkten noch 50 Punkte unter dem Tageshoch. Wie gesagt, die heutigen US-Daten haben die Rally im Dax erst mal abgebremst!


Im Chart zu sehen der Dax (orange) gegen EURUSD (schwarz) seite heute früh um 10 Uhr.

Öl

Gestern gab es eigentlich erfreuliche Daten für Öl-Bullen. Die US-Lagerbestände gingen um 6,4 Millionen Barrels kräftig zurück, und damit die 8. Woche in Folge. Für den Ölpreis war das aber offenbar immer noch zu wenig, denn er konnte gestern nur drei Stunden lang nach den Daten ein paar Cents im Plus bleiben. Danach ging es wieder abwärts von Niveaus um die 49 Dollar herum.

Denn danach setzte zusätzlich zu der OPEC/Födermengen-Story auch die Angst ein Donald Trump würde aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen. Und so kam es ja auch. Der Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutz-Abkommen signalisiert den Frackern in den USA grundsätzlich: Hey, demnächst haben wir noch weniger Regularien und Einschränkungen, wir können wohl noch mehr fördern. Vermeintlich wird daher die Fördermenge in den USA noch stärker zunehmen können! Der Chart unten zeigt den Abwärtstrend im Ölpreis seit letzter Nacht. Von 49 Dollar im WTI-Öl ging es heute früh sogar unter die 47 Dollar-Marke. Aktuell liegt der Preis bei 47,50 Dollar.

Rosneft

Der Chef des russischen Öl-Giganten Rosneft Igor Sechin sagte heute die OPEC-Mitglieder würden sich vergeblich darum bemühen zu einer Ausbalancierung am Ölmarkt zu kommen. Die US-Fracker würden nächstes Jahr eine Welle neuen Angebots auf den Markt bringen. Alleine die US-Anbieter könnten nächstes Jahr bis zu 1,5 Millionen zusätzliche Barrels pro Tag auf den globalen Ölmarkt werfen. Das Fazit daraus sei laut Sechin, dass die Fördermengenkürzungen von OPEC und Nicht OPEC-Staaten im Volumen von 1,8 Millionen Barrels pro Tag ab Mitte 2018 durch das Wachstum der Fracker neutralisiert sein könnten.

Auch sagte er die Anstrengungen von OPEC und Nicht OPEC-Staaten würden dem Markt nur einen temporären Aufschub geben. Wir meinen: Unser Reden… denn jede Art von Verzerrung wird irgendwann auch wieder abgestellt, auf welche Art und Weise auch immer. Und so eine selbst auferlegte Mengenbegrenzung durch so viele Teilnehmerländer ist unmöglich ewig lange durchzuhalten. Irgendwann wird die gekürzte Menge wieder hochgefahren, und Zusatzangebot kommt schlagartig auf den Markt. Aber falls sich nichts mehr ändert, bleiben die Kürzungen ja erst einmal bis März 2018 bestehen. Wie gesagt, falls sich nichts ändert bei der neuen Gruppierung aus OPEC und Nicht OPEC-Staaten.


Der WTI-Ölpreis seit gestern früh. Blau eingekreist der Zeitpunkt der gestrigen Veröffentlichung der US-Lagerbestände.



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