Folgen Sie uns

Indizes

Verrückte Welt – Reiche wollen ihr Aktienengagement erhöhen

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Es herrscht derzeit schon ein gewaltiges Durcheinander in den zahlreichen Indikatoren. Sehr viele deuten auf Abschwung, manche auf Stabilisierung und einige wenige bereits auf ein Wiederanziehen der Konjunktur hin. Jetzt gesellt sich ein weiterer rätselhafter Indikator hinzu – Reiche und Superreiche wollen ihr Aktienengagement in nächster Zeit erhöhen.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

Die Ergebnisse einer Umfrage unter den Reichen

Eine Umfrage von UBS Global Wealth Management, der Vermögensverwaltung für wohlhabende Kunden erbrachte Erstaunliches. Diese halten sehr viel Barmittel, haben aber die Absicht diese in nächster Zeit in den Aktienmärkten zu investieren. Die Umfrage bei 3600 wohlhabenden Investoren offenbarte einen Anteil der Barmittel in den Portfolios von weltweit 32 Prozent, so die Schweizer Bank. In Deutschland sind es sogar 41 Prozent – ein weltweiter Höchstwert.

Der allgemeine Tenor bei den Vermögenden lautet: Es spricht im Moment mehr für eine Delle der Weltwirtschaft als für einen Abschwung und nur wenig für eine Rezession. Über die Hälfte äußerte sich optimistisch zur Konjunktur, nur 21 Prozent waren pessimistisch eingestellt. Diese Zuversicht war bei Firmeninhabern mit 62 Prozent besonders ausgeprägt.

Ob dieser Optimismus berechtigt ist? Enttäuschungen liegen in der Luft.

Denn bereits seit 14 Monaten liegen die globalen Wachstumsdaten unter den vorher geäußerten Erwartungen. Dies bedeutet die längste Periode seit der Finanzkrise, genau wie das Volumen des Welthandels, welches auf dem niedrigsten Niveau seit 2009 notiert.

Nichtsdestotrotz:

In Deutschland planen laut Umfrage 33 Prozent der Anleger, ihre Investitionen in den nächsten sechs Monaten zu erhöhen. Weitaus stärker fällt die Zahl in Lateinamerika (66 Prozent) und Asien (54 Prozent) aus. Vorsichtiger als die Deutschen sind allerdings Schweizer und Amerikaner.

 

Fazit

Eigentlich kann man sich nur wundern über das Ergebnis der Umfrage. Markteinstieg nach einer Vervierfachung des Kursniveaus für Investoren, die eigentlich keinen Handelszwang haben. Vielleicht ein Indiz dafür, dass aufgrund der Minizinsen und teurer Immobilienmärkte doch ein Anlagenotstand herrscht, allen realitätsnahen Befürchtungen einer kommenden Rezession zum Trotze.

Aber vielleicht kommt es durch eine Eskalation im Handelsstreit auch zu einer 180-Grad-Wende der Investitionslust der reichen Investoren, was aber nichts daran ändert, dass viel Geld an der Seitenlinie wartet.

 

Von Jochen „Otto“ Pfeiffer – Selbst fotografiert, GFDL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23784772

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Koch

    10. Mai 2019 14:36 at 14:36

    „Anlagenotstand“bei Reichen und Superreichen?Da bestätigt sich doch eine meiner Lebensweisheiten:Haste Geld,haste Sorgen!Zum Glück bin ich sorgenfrei.Es ist halt vieles eine Standpunkts und Ansichtssache.

  2. Avatar

    Normalreicher

    10. Mai 2019 14:43 at 14:43

    Ob die Superreichen mit 4 Ferraris u.5 Wohnsitzen an besten Lagen überhaupt noch wissen wie es im normalen Leben zugeht ? Die Firmenbesitzer haben sowieso kein Problem, wenn es nicht läuft kauft man eigene Aktien zurück oder man entlässt Leute.Zudem haben doch viele einen Vermögensverwallter u.die sind ja die meisten im „ Permabullenclub“
    Auch eine Altersvorsorge mit Schwindsucht macht diesen Leuten keine Sorgen.Im Notfall können sie immer noch von Ferrari auf einen Ausverkaufs- Diesel Porsche wechseln.

  3. Avatar

    Marko

    10. Mai 2019 16:08 at 16:08

    „Fazit
    Eigentlich kann man sich nur wundern über das Ergebnis der Umfrage. Markteinstieg nach einer Vervierfachung des Kursniveaus für Investoren, die eigentlich keinen Handelszwang haben. Vielleicht ein Indiz dafür, dass aufgrund der Minizinsen und teurer Immobilienmärkte doch ein Anlagenotstand herrscht, allen realitätsnahen Befürchtungen einer kommenden Rezession zum Trotze.“

    Wie langweilig, soll ich Schäfchen zählen.. ?

  4. Avatar

    trollversteher

    10. Mai 2019 18:44 at 18:44

    @Marko, du solltest eher Bären zählen, von denen gibt es immer mehr, oder wenn du Aktienanlagen hättest,
    vielleicht verkaufen oder absichern. Diejenigen, die wirklich Vermögen in Aktien haben, haben eher hektische Tage ,u denen ist sicher nicht langweilig.
    Nach deiner Fehleinschätzung der letzten Tage könntest du die interessanten Kommentare von Wolfgang M.auch einmal unkritisiert lassen, könntest dafür die Einschleimungsversuche weglassen.

  5. Avatar

    mamit

    10. Mai 2019 20:02 at 20:02

    Heutzutage wundere ich mich nicht mehr. Kann sich noch jemand an das letzte Jahr mit dem Bitcoin Hype erinnern?
    Von 50 auf 20000 in wenigen Jahren für eine angebliche Währung. Und bei 20000 gab es noch Durchgecknallte die der Meinung waren, dass der Bitcoin noch auf 50000 steigen könnte.
    Alter, was rauchen die alle?
    Die Welt ist zum Casino geworden.

    Gruß

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Bitcoin

Goldpreis: Gestern Bitcoin-Absturz, heute Gold! Marktgeflüster (Video)

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar. Was ist da los?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Gestern stürzte Bitcoin ab, heute fällt der Goldpreis mit einer schnellen Bewegung unter die Unterstützung bei 1800 Dollar (und das im buchstäblich selben Moment, als auch der VIX deutlich fiel). Was ist da los? Wiederholt sich das Geschehen aus dem März, als ein heftiger Abverkauf von Bitcoin das Vorspiel für den Absturz der Aktienmärkte im März-Crash war? Auffallend ist die Schwäche im Goldpreis und gestern die Schwäche bei Bitcoin) vor allem deshalb, weil der Dollar alles andere als Stärke zeigt – normalerweise unterstützt ein schwacher Dollar das gelbe Edelmetall. Die heute in den USA verkürzt handelnden US-Aktienmärkte nun immer mehr im „Gier-Modus“ – wie lange geht das noch?

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Die aktuelle Lage am verkürzten US-Handelstag

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Ich melde mich im folgenden Video mit einem kurzen Überblick zur aktuellen Marktlage. Denken Sie an den heute verkürzten Handelstag in den USA!

Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

BORN-4-Trading – Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Indizes

Nikkei 225: Das Comeback des japanischen Leitindex

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Nikkei 225 – trotz explodierender Schulden

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Hatte es der Großinvestor Warren Buffett geahnt, oder war er sogar ein kleiner Auslöser dafür: Nämlich die Stärke des japanischen Sammelindex Nikkei 225, inmitten der Corona-Krise und bei explodierenden Staatsschulden. Dieser bemüht sich nach Kräften, endlich das Trauma des Immobilien-Crashs von 1989 zu neutralisieren, der Index kletterte jüngst auf ein fast 30-Jahreshoch.

Der japanische Index – auf dem Weg zu alten Höhen?

Immer wieder wird von Aktienpessimisten Japan als Negativbeispiel angeführt. Der unheimliche Aktien-Boom in den 1980-er-Jahren, verbunden mit der Immobilienblase (Hans-Werner Sinn: Für Tokyo hätte man ganz Kanada kaufen können!) führte zu abstrusen Börsenbewertungen:

 

Die Mutter aller Index-Fahnenstangencharts (bis zur Corona-Krise):

Die Aktienmärkte - hier der Nikkei

Der Höchststand des Nikkei 225 vom 29. Dezember 1989 lag auf Schlusskursbasis bei 38.913 Punkten, dann erfolgte ein Absturz ohnegleichen mit vielen erratischen Schwankungen und einem Tief am Ende der Finanzkrise von 7054 Punkten.

Aber wer hat im Jahr 1989 all sein Geld in den Nikkei 225 investiert und nicht vorher und danach? Im Übrigen hätte ein monatlicher Sparplan auf den Index über viele Jahre eine gewaltige Rendite gebracht, durch den Cost-Average-Effekt, nur muss der Index irgendwann einmal kräftig anziehen, dann schießt der Wert mit all den billig erworbenen Anteilen kräftig in die Höhe. So wie es beim Nikkei 225 schon seit geraumer Zeit aufwärts geht.

Ein Vergleich der Marktperformance:

Seit dem Corona-Tief:

S&P 500: plus 60 Prozent
Dax: plus 52 Prozent
Nikkei: plus 50 Prozent

Seit dem Tief in der Finanzkrise 2009:

S&P 500: plus 436 Prozent
Dax: plus 362 Prozent
Nikkei: plus 364 Prozent
Jetzt ist der Index noch weiter gestiegen und erreichte gestern 26.537 Punkte.

Wobei hier wieder einmal festzustellen ist, dass bei unserem Dax als Performanceindex die ausgeschütteten Dividenden mit eingerechnet wurden, anders als bei den international üblichen Kursindizes. Was im Jahresvergleich nicht viel ausmacht, verzerrt das Bild bei einem 11-Jahreszeitraum durch den Zinseszinseffekt doch sehr deutlich.

Was also fast nach einem Gleichlauf aussieht, wird im 3-Monatsvergleich nach dem Einstieg von Warren Buffett deutlicher, Japan fiel im Oktober nicht mehr so stark und erholte sich stärker.

S&P 500: plus 4 Prozent
Dax: plus 1 Prozent
Nikkei: plus 13 Prozent

Die Entwicklung der Wirtschaft

Dass die Börse in Japan so stark gestiegen ist, liegt zum einen natürlich an der Bank of Japan, die bereits 53 Prozent der japanischen Staatsanleihen in ihren Büchern hält und immer wieder ETFs auf den Aktienmarkt erwirbt.

Der Nikkei 225 mit seinen über 12 Billionen Euro Marktkapitalisierung hat natürlich noch andere Investoren.

Aber vonseiten der Wirtschaft gibt es auch einige Signale der Hoffnung.

Doch zunächst zum Einstieg von Warren Buffett. Seine Gesellschaft Berkshire Hathaway kaufte im Herbst etwas mehr als fünf Prozent der Aktien der fünf großen japanischen Handelshäuser, die jahrzehntelang Japans Außenhandel bestimmt haben. Für uns relativ unbekannte Namen wie Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui und Sumitomo. Und seine Gesellschaft sei bereit, den Einsatz auf bis zu 9,9 Prozent zu erhöhen.

Japan ist verglichen mit den USA erheblich preiswerter. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des Dow Jones liegt bei 2,9, jenes des Nikkei 225 hingegen nur mit bei 1,1.

Japans Wirtschaft erholt sich derzeit von einer Rezession, die schon im vierten Quartal 2019 begonnen hatte. Japans Konsumenten erhöhten ihre Ausgaben im Sommer um 4,7 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im dritten Quartal auf Jahresbasis um 21,4 Prozent, 2,5 Prozent stärker als von Analysten erwartet wurde.

Hinzu kommt, dass die XXVII. Olympischen Sommerspiele in Tokyo doch vom 23. Juli bis zum 8. August 2021 stattfinden sollen, wie IOC-Präsident Dr. Thomas Bach bei seinem letzen Besuch in Japan angekündigt hat.

Ein Schub durch das Freihandelsabkommen RCEP

Das vor knapp zwei Wochen abgeschlossene Freihandelsabkommen RCEP, abgekürzt für Regional Comprehensive Economic Partnership, zwischen 15 Ländern Ostasiens und Ozeaniens, gab der Börse einen weiteren Kick. Japan erhält dadurch erstmals bevorzugten Zugang zu China und Südkorea. Die Annäherung der drei Länder gilt als historischer Vorgang. Das Abkommen wird als Wegbereiter für ein künftiges asiatisches Wirtschaftswachstum gesehen, auch zu einer Zeit, in der sich die Region ohnehin aufgrund der Eindämmung der Pandemie konjunkturell besser als der Rest der Welt entwickelt.

Fazit

Was kann man aus der diesjährigen Entwicklung des Nikkei für Lehren ziehen? Staatsschulden, selbst in astronomischer Höhe (über 250 % zum Bruttoinlandsprodukt), führen nicht zwangsläufig zum Einbruch. Nämlich dann, wenn die Bürger an die Stabilität der eigenen Währung glauben und genügend Sparvermögen bilden und natürlich von der Funktionsfähigkeit der eigenen Notenbank überzeugt sind, die viele der Staatssschulden in ihren Büchern hält. Das Vertrauen in das Geld ist Grundvoraussetzung für die Schuldentragfähigkeit.

Dann sollte die eigene Währung eine gewisse Stabilität aufweisen, damit die Exportwirtschaft nicht unter die Räder gerät, aber auch ausländische Produkte für die Bürger erschwinglich bleiben. Ganz besonders wichtig ist natürlich die Stabilität des Geldes im Hinblick auf die Inflation. In Japan lag die Teuerungsrate über 20 Jahre gerade mal bei 0,5 Prozent per annum. Aber aus dieser Argumentation könnte man auch schlussfolgern, dass es dann krachen wird, wenn auch nur einer der drei Faktor nicht mehr gegeben ist, insbesondere wenn die Inflation zu galoppieren beginnt. Inflation, das Thema der nächsten Jahre nach der epochalen Geldschwemme des Corona-Jahres 2020?

 

Der Nikkei in Japan mit zuletzt starker Entwicklung

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage