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Volkswagen: jetzt beginnt die globale Entschuldigungs-Orgie

FMW-Redaktion

Wenn Sie zu der leider aussterbenden Spezies der Zeitungsleser gehören, müssen Sie mit folgendem rechnen: auf Ganzseiten-Anzeigen wird sich der Konzern entschuldigen für sein Verhalten – und hoch und heilig geloben, dass das nie, wirklich nie wieder vorkommen wird.

Offenkundig hat die globale Kampagne (Name: Mea culpa?) nun im vergleichsweise überschaubaren Schweden begonnen. Dort hat der Konzern in den führenden Print-Medien des Landes (so etwa Svenska Dagbaldet, Dagens Nyheter and Dagens Industri) eine ganzseitige Anzeige geschaltet mit dem Text:

„Wir haben einen großen Fehler gemacht. Wir haben uns in den letzten 60 Jahren als verantwortungsvolles Unternehmen gezeigt. Sie haben uns vertraut, als Sie Ihr Auto kauften. Aber wir haben Sie betrogen“.

Da kommen einem ja glatt die Tränen! Ob der Gang nach Canossa etwas helfen wird? Volkswagen hat in Schweden nach eigenen Angaben 225.000 Fahrzeuge mit der Manipulations-Software verkauft.

Unterdessen wird an den Märkten die stetig steigende Wahrscheinlichkeit einer Kapitalerhöhung bei Volkswagen gespielt. Ein Indikator, dass das bald kommen wird, dürfte der massive Abstand zwischen der „normalen“ Aktie und der Vorzugsaktien des Konzerns sein (letztere ist im Dax notiert): seit 2009 war der Abstand zwischen beiden nicht mehr so groß aktuell. So notieren die Vorzugsaktien, die von einer Kapitalerhöhung in erster Linie betroffen wären, mit einem Abschlag von 25 Euro zu den Nicht-Vorzügen. Vielleicht könnte sich Volkswagen ja schon im Vorfeld bei den Haltern der Vorzugsaktien entschudligen, wenn es so kommt – auch ohne ganzseitige Anzeigen, ie sowieso niemand lesen will, sondern nur Werbeagenturen nützen..



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2 Kommentare

  1. es ist natürlich quatsch, dass der Spread zw. Vz. und St von der bevorstehenden Kapitalerhöhung herrühren kann.

    Eine kapitalerhöhung, auch wenn sie nur in den Vz. erfolgt, verwässert den Gewinn für alle Aktiengattungen gleichermaßen!

  2. @Jan, da muß ich leider widersprechen – die Vermutung des Marktes ist, dass die Kapitalerhöhung über die Vorzugsaktien laufen wird – daher der Bewertungsabstand zu den normalen Stücken..

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