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Volkswagen: Schlechte Absatzzahlen in Europa, Desaster in den USA

FMW-Redaktion

Mal wieder Neues von Volkswagen. Aus Sicht der Mitarbeiter erfreulich, für Volkswagen ein peinliches PR-Desaster in den USA – wo man dort doch gerade jetzt alles tun wollte um gute Stimmung in der Öffentlichkeit zu machen. Im US-Werk in Chattanooga dürfen Teile der Belegschaft eine Gewerkschaft gründen – das hat dort das „National Labor Relations Board“ entschieden, nachdem VW alles versucht hatte dies zu verhindern. Peinlich, wirklich peinlich für VW, und dann noch bevor die großen Strafzahlungslawinen in den USA anstehen. Wie kann man sich nur so dilettantisch anstellen, mag man sich als PR-Berater fragen. Aus menschlicher Sicht mag man sich fragen, wieso VW sogar in seinen chinesischen Werken Betriebsräte zulässt, nur im US-Werk nicht, dem einzigen Standort weltweit ohne Betriebsrat.

Dazu kommen nun heute noch schlechte Absatzzahlen aus Europa. Laut Herstellerverband ACEA stiegen im März die Pkw-Neuzulassungen in der EU um 6% auf 1,7 Millionen Fahrzeuge. Grund dafür seien die niedrigen Benzinpreise und niedrige Zinsen – daher mehr Neuzulassungen, die jetzt den 31. Monat nacheinander ansteigen. Jetzt hat man wieder fast das Niveau vor der Finanzkrise erreicht. VW aber schneidet nicht so gut ab. Neben insg. 6% beim Gesamtabsatz aller Hersteller legte VW als Konzern nur um 2,6% zu. Die Marke VW selbst, die imagemäßig ja mit Abstand am stärksten unter der Abgasaffäre leidet, verkaufte sogar real weniger Autos als letztes Jahr! Der Marktanteil des Konzerns bei Neuzulassungen sank von 24,4% im März 2015 Vorjahr auf jetzt 23,4% – das ist der schlechteste Wert seit 5 Jahren. Die Verkäufe der Marke VW gingen in Deutschland im März um 6,3% zurück. Stark zulegen können z.B. europaweit BMW mit +15% im März und Daimler mit +11%. FiatChrysler legt satte 13% zu.

Abgesehen von den Verbandszahlen meldet VW selbst vor wenigen Augenblicken eigene Absatzzahlen. Die Marke VW selbst habe im März in Deutschland 8,2% weniger Autos verkauft, im 1. Quartal sei es ein Rückgang von 3,8%. In China gab es erfreulicherweise ein Plus von 3,6% im März.

Die Volkswagen-Aktie ist auf lange Sicht gesehen derzeit in einer Art Niemandsland. Wer sich den Chart anguckt, kann irgendwie seit dem großen Absturz im September eine gewisse Bodenbildung an 3 Punkten erkennen, alle unter 100 Euro. Will VW vor allem in den USA überleben, sollte man sich nicht so anstellen wie bei dieser Betriebsratsgeschichte. Wer hat in dieser Sache das Management beraten? Gerade in dieser Lage darauf zu bestehen eine Betriebsratsgründung zu blocken, desaströser geht es nicht.

Volkswagen
Die Volkswagen-Aktie seit August 2015.



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3 Kommentare

  1. Hallo Herr Fugmann,

    es ist ja löblich, dass sie in ihrem Guten Menschen denken verinnerlicht haben: Gewerkschaften sind etwas Gutes.

    Leider ist das gerade in USA nicht so, wie mir ein Bekannter, der jahrelang für Mercedes in USA gerarbeitet hat, berichtet hat. In Tuscaloosa haben die Mitarbeiter absichtlich dagegen gestimmt, dass die Gewerkschaft sie vertritt, da nach den Erfahrungen mit Gewerkschaften in den USA dies erheblich negativ für die Firma und die Mitarbeiter ist, wenn eine Gewerkschaft drin ist. Die Gewerkschaft mischt sich in absolut jeden Handgriff ein, verhindert Flexibilität in den Arbeitsprozessen und bremst so das Unternehmen und die Mitarbeiter massiv ein. Der Bekannte erzählte mir von anderen Automobilunternehmen und anhand von Beispielen wo aufgrund der Gewerkschaftsbeteiligung (ursächlich!) massive Produktivitätsverluste und massive Qualitätsprobleme aufgetreten sind. Deshalb sehr schlecht für VW, aber auch für deren Mitarbeiter, die das auch irgendwann kapieren werden.

    Von daher bitte kein Gut (Gewerkschaft) – Böse (Unternehmen) -Bild verbreiten. Die Welt ist komplexer als dass man sie derart simplifizieren könnte.

    VG,
    V

    1. @V, das will ich gar nicht bestreiten, was Sie sagen – der Artikel stammt nicht von mir..

      1. Hi danke fürs feedback..
        Wäre es nicht sinnvoll jeden Artikel zu kennzeichnen von wem der Artikel ist?

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