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Märkte

Warum der Ölpreis derzeit anfällig für Rückschläge sein könnte

Claudio Kummerfeld

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am

Eine Öl-Bohrstelle in der Wüste

Der Ölpreis kann sich mit aktuell 40,16 Dollar (WTI-Öl) noch relativ gut halten. Die weltweit immer weiter zunehmenden Corona-Restriktionen drücken aufs Gemüt, und sie dämpfen womöglich die globale Nachfrage nach Öl. Aber gestern, da gab es doch einen kleinen Lichtblick? Wir berichteten um 16:30 Uhr über die Öl-Lagerbestände in den USA, die einmal wöchentlich von der Energy Information Administration veröffentlicht werden. Und siehe da, die Lagerbestände für Rohöl sanken um 1 Million Barrels im Wochenvergleich, was auch so erwartet wurde. Also alles gut? Denn weniger Lagerbestände bedeutet, dass die Nachfrage ansteigt, dass das Angebot sinkt, oder beides.

Aber halt. Wohl aufgrund der seit Tagen und Wochen immer mehr zunehmenden Corona-Restriktionen haben viele Terminhändler wohl genauer hingeschaut auf die sonstigen mit veröffentlichten Daten gestern Nachmittag. Und siehe da, die Lagerbestände für Benzin stiegen in den USA um 1,9 Millionen Barrels, bei einer Erwartung von -1,8 Millionen Barrels. Dies kann man interpretieren als Indiz für Nachfrageschwäche nach Benzin in den USA.

Experte mit Gründen für mögliche Anfälligkeit im Ölpreis

Eugen Weinberg von der Commerzbank, Deutschlands vielleicht bester Rohstoff-Experte, hat heute einen Research-Text veröffentlicht mit dem Titel “ Zu viel des Schlechten am Ölmarkt“. Man erinnere sich… da war zum Beispiel letzte Woche das kräftige Hochfahren der Förderung von mehreren hunderttausende Barrels Öl pro Tag in Libyen, was die globale Fördermenge ausdehnt. Das ist schon mal schlecht für die Bullen, die auf einen steigenden Ölpreis hoffen. Eugen Weinberg hatte diesen Fakt schon letzte Woche angesprochen.

Aber heute nennt er weitere Gründe, die auf dem Ölpreis wie ein Betonklotz liegen, und nach meiner Meinung zu Preisrückschlägen führen könnten. So nennt Weinberg die anhaltend schwache Nachfrage, die Gefahr von weiteren Mobilitätseinschränkungen, Probleme in und Spannungen zwischen den Ländern, die das Kürzungsabkommen unterzeichnet haben (OPEC und Partner), und die steigende Produktion in denen, die dies nicht getan haben (Libyen). Viele Ölmarktteilnehmer hätten alldem angesichts der ausgelassenen Stimmung an den Finanzmärkten lange wenig Beachtung geschenkt. Doch irgendwann werde die Quantität zu Qualität, sprich die Probleme zu groß, um sie zu ignorieren, so Eugen Weinberg. Hier weitere Aussagen von ihm im Wortlaut:

Das ist offensichtlich jetzt der Fall. Der gestrige Lagerbericht aus den USA brachte bereits einige Probleme zum Vorschein. Zwar waren die Schlagzeilen nicht besorgniserregend. Lediglich die Lagerbestände für Benzin sind laut DOE in der letzten Woche um 1,9 Mio. Barrel gestiegen, im Gegensatz zum erwarteten Rückgang um 1,5 Mio. Barrel. Dafür war der Lagerabbau bei Destillaten mit 3,8 Mio. Barrel fast doppelt so stark wie erwartet. Auf den zweiten Blick offenbart sich aber auch das größte Problem, nämlich die anhaltende Nachfrageschwäche. So ist die Benzinnachfrage mit rund 8,3 Mio. Barrel täglich auf den niedrigsten Stand seit Mitte Juni gefallen. Es bleibt abzuwarten, ob dies ein Ausrutscher nach unten ist und mit den Wartungsarbeiten der Raffinerien oder den hurrikanbedingten Unterbrechungen zu tun hat.

Zumindest hat dies gestern ausgereicht, den Brentölpreis erstmals seit einer Woche unter 42 USD je Barrel zu drücken. Der WTI-Ölpreis fiel unter 40 USD. Während es viele belastende Faktoren und Risiken gibt, fallen uns nur wenige Ereignisse und Faktoren ein, die einen weiteren Ölpreisrückgang verhindern dürften. Das könnte passieren, wenn z.B. die OPEC und ihre Verbündeten (OPEC+) kurzfristig einen Strategiewechsel verkünden und die Möglichkeit weiterer Produktionskürzungen in Aussicht stellen würden. Doch diese Chance hat die OPEC+ am Montag eigentlich vertan.

Chart zeigt Ölpreis im Verlauf der letzten vier Monate
Verlauf im WTI-Ölreis in den letzten vier Monaten.

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Märkte

Aktuell: OPEC-Meeting, wichtig für Ölpreis – LIVE-Blog

Claudio Kummerfeld

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Öl-Pumpe in der Wüste

Zwei Mal im Jahr veranstaltet die OPEC in ihrer Zentrale in Wien ihre Treffen. Dieses Mal findet es wegen der Coronakrise nur virtuell statt. Morgen dann folgt die Absprache mit den externen Partnern im Rahmen der „OPEC+“-Vereinbarungen (wichtig hier ist vor allem Russland). Für den Ölpreis ist sehr interessant, worauf man sich heute im Kartell einigt. Wird man wie bisher angedacht ab Januar die Fördermengen für Öl wieder ansteigen lassen, oder die Kürzungen erst einmal weiter aufrecht erhalten? Für die Erholung im Ölpreis könnte die Beibehaltung der bisherigen Fördermengenkürzungen durchaus wichtig sein. Denn die derzeitige zweite Corona-Welle schwächt weltweit die Öl-Nachfrage. Hier zeigen wir fortlaufend aktualisiert die wichtigsten Aussagen vom aktuellen OPEC-Meeting.

14:33 Uhr:

Nach Eröffnungsrede geht man jetzt in die geschlossene Sitzung.

14:24 Uhr:

Das OPEC-Meeting beginnt. Es könnte aber möglicherweise stundenlang dauern bis Tendenzen über eine mögliche Einigung erkennbar werden. Erstmal wird eine Rede verlesen.

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Aktien

Performance-Check: Das sind die härtesten Aktien der Welt – Werbung

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Lieber Börsianer,

wir alle wissen, wenn der Aktienmarkt einmal ins Rutschen gerät, bleibt kein Auge trocken. Selbst die Aktien anerkannter Qualitätsunternehmen fallen dann unisono mit dem Gesamtmarkt. Man ist dann als Anleger schon zufrieden, wenn sich das eigene Depot der Korrekturbewegung zumindest teilweise entzieht.

Genauso wissen wir, wenn die Weltkonjunktur einmal lahmt, sinken die Unternehmensgewinne durch die Bank. So ist nun einmal die Börse.

Aber ich bohre tiefer. Gibt es wirklich keine Unternehmen, die sich einem negativen Markttrend entziehen? Gibt es wirklich keine Ausnahme, die die Regel bestätigt?

Doch, die gibt es! Tatsächlich existiert in den USA eine Aktiengattung, die sich bereits seit Jahrzehnten durch eine ganz ungewöhnliche Stabilität auszeichnet. Diese ausgesuchten Unternehmen erwirtschaften nicht selten sogar in der tiefsten Rezession, z.B. zuletzt 2008/9, beste Gewinne. Mehr noch: Sie erhöhen selbst in diesen Phasen, wo die „normalen“ Unternehmen versagen, regelmäßig die Dividenden.

Börsianer bezeichnen solche unverwüstlichen Unternehmen als „Dividendenaristokraten“. Diese Dauerbrenner zeichnen sich vor allem durch zwei Merkmale aus:

1)
Naturgemäß verfügen die Dividendenaristokraten über langjährig bewährte und unantastbare Geschäftsmodelle.

2)
Deshalb erhöhen diese Unternehmen die Dividende seit mindestens 25 Jahren, und zwar jährlich.

Und das Regelwerk für Dividendenaristokraten ist knallhart. Wenn ein Unternehmen, sagen wir, im 43. Jahr die Dividende einmal nicht mehr jährlich erhöht, dann wird ihm der Aristokraten-Titel sofort entzogen. Folglich verlässt das Unternehmen dann auch den entsprechenden Index und muss sich nun wieder aufs Neue beweisen. Mit anderen Worten: Hier ist wirklich kein Platz für Verlierer oder

Nicht nur mehr Stabilität, sondern einfach auch mehr Rendite

Wie bereits angedeutet schaffen nur eine Handvoll Unternehmen diese Kriterien. Gegenwärtig gelten rund 10 % der Unternehmen des marktbreiten S&P 500 als Dividendenaristokraten. Die anderen 90 % des S&P 500 sind eben ganz normale Unternehmen, deren Gewinne im Einklang mit der Konjunktur mal fallen und mal steigen.

Gegenwärtig finden Sie im Dividendenaristokraten-Index zahlreiche Unternehmen aus traditionellen Industriesparten. Namhaft sind hier etwa Caterpillar, 3M oder etwa der Maschinenbauer Illinois Tool Works. Natürlich bringt auch die nicht-zyklische Konsumgüter-Branche…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Aktien

4. Impfstoff-Montag in Folge: Moderna beantrag Zulassung, Aktie +11 Prozent

Claudio Kummerfeld

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Arzt mit Spritze

Die letzten drei Montage gab es immer Mittags zu deutscher Zeit von Pharmafirmen Erfolgsmeldungen zum jeweils eigenen Corona-Impfstoff. Jedes Mal gab es einen positiven Effekt auf die Aktienmärkte. Am 16. November war das US-Pharmaunternehmen Moderna an der Reihe mit eine positiven Meldung über den eigenen Wirkstoff. Heute zwei Wochen später hat Moderna vor wenigen Minuten eine weitere Meldung veröffentlicht, welche die Aktie vorbörslich in New York um 11 Prozent in die Gewinnzone befördert.

Man will eine Notfall-Zulassung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA beantragen. Und noch wichtiger, als erstes Pharmaunternehmen will Moderna jetzt die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU beantragen. Der Moderna-Antrag auf eine „bedingte Zulassung“ solle noch heute bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur „EMA“ gestellt werden. Hier auch soeben veröffentlichte Detailaussagen von Moderna zum eigenen Corona-Impfstoff, im Wortlaut:

The Phase 3 study, known as the COVE study, enrolled more than 30,000 participants in the U.S. and is being conducted in collaboration with the National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), part of the National Institutes of Health (NIH), and the Biomedical Advanced Research and Development Authority (BARDA), part of the Office of the Assistant Secretary for Preparedness and Response at the U.S. Department of Health and Human Services.

The primary endpoint of the Phase 3 COVE study is based on the analysis of COVID-19 cases confirmed and adjudicated starting two weeks following the second dose of vaccine. Vaccine efficacy has been demonstrated at the first interim analysis with a total of 95 cases based on the pre-specified success criterion on efficacy. Today’s primary analysis was based on 196 cases, of which 185 cases of COVID-19 were observed in the placebo group versus 11 cases observed in the mRNA-1273 group, resulting in a point estimate of vaccine efficacy of 94.1%. A secondary endpoint analyzed severe cases of COVID-19 and included 30 severe cases (as defined in the study protocol) in this analysis. All 30 cases occurred in the placebo group and none in the mRNA-1273 vaccinated group. There was one COVID-19-related death in the study to date, which occurred in the placebo group.

Efficacy was consistent across age, race and ethnicity, and gender demographics. The 196 COVID-19 cases included 33 older adults (ages 65+) and 42 participants identifying as being from diverse communities (including 29 Hispanic or LatinX, 6 Black or African Americans, 4 Asian Americans and 3 multiracial participants).

The safety profile of the Phase 3 study of mRNA-1273 was previously described on November 16. A continuous review of safety data is ongoing and no new serious safety concerns have been identified by the Company. Based on prior analysis, the most common solicited adverse reactions included injection site pain, fatigue, myalgia, arthralgia, headache, and erythema/redness at the injection site. Solicited adverse reactions increased in frequency and severity in the mRNA-1273 group after the second dose.

The Company will submit data from the Phase 3 COVE study to a peer-reviewed publication.

“This positive primary analysis confirms the ability of our vaccine to prevent COVID-19 disease with 94.1% efficacy and importantly, the ability to prevent severe COVID-19 disease. We believe that our vaccine will provide a new and powerful tool that may change the course of this pandemic and help prevent severe disease, hospitalizations and death,” said Stéphane Bancel, Chief Executive Officer of Moderna. “I want to thank the thousands of participants in our Phase 1, Phase 2 and Phase 3 studies, as well as the staff at clinical trial sites who have been on the front lines of the fight against the virus. I would again like to thank our partners at NIH, NIAID, BARDA and Operation Warp Speed who have helped us advance the clinical development of mRNA-1273. Finally, I want to thank the Moderna team and our suppliers and partners for their tireless work on the research, development and manufacturing of our vaccine. We will file today for an Emergency Use Authorization from the FDA and continue forging ahead with the rolling reviews that have already been initiated with several regulatory agencies around the globe.”

Chart zeigt Verlauf der Moderna-Aktie seit Ende 2019

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