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Welches Depot für welche Investmentstrategie?

Immer mehr Menschen entscheiden sich für die Investition in Wertpapiere. Dies scheint während des anhaltenden Niedrigzinsphase die lukrativste Option auf Kapitalzuwachs zu sein. Dass ein Depot nötig ist, wenn man Aktien kaufen möchte, ist bekannt. Unter den Depots gibt es jedoch Unterschiede.

Bei diesen Unterschieden handelt es sich nicht nur um Kosten und Gebühren, sondern auch um Leistungsstärke und Flexibilität – diese Dinge sollten Anleger bei der Wahl des Depots beachten, um die passende Option für ihre Anlagestrategie zu finden:

Direktbank, Neo-Broker oder Filialbank – gibt es Unterschiede?

Alle drei Arten von Anbietern haben Depots für ihre Kunden im Dienstleistungsportfolio. Filialbanken bieten die direkte Kundenbetreuung vor Ort und sind damit die klassischsten Depot-Anbieter. Im Gegensatz zu Banken mit Filialen gibt es aber auch Anbieter, die genau darauf verzichten.

Direktbanken haben keine Filialen und betreuen ihre Kunden aus der Ferne – meist digital. So kann neben der Verwaltung des Depots auch das Eröffnen online stattfinden. Häufig fallen die Gebühren dabei sogar geringer aus, weil die Direktbank eingesparte Kosten für Räumlichkeiten und Person an ihre Kunden weitergibt.

Auch Neo-Broker agieren online. Aus diesem Grund nennt man sie auch Online-Broker. Meist sind es innovative Fintechs, deren digitales Banking-System überragend gut ausgebaut ist, die Anleger online betreuen. Dabei gilt ein ähnliches Prinzip wie bei Direktbanken, welches zu geringeren Kosten und Gebühren sowie zu einer höheren Flexibilität führt.

Die Wahl des richtigen Depots

Nur, wer ein passendes Depot wählt, kann das Beste aus seiner Investition herausholen. Ein Vergleich mit den Depot Anbietern lohnt sich daher immer.

Bei langfristiger und passiver Investition

Viele Anleger möchten Aktien kaufen und diese dann so lange wie möglich ruhen lassen. Dieses Verfahren nennt man Buy-and-Hold, also Kaufen und Halten. Derartige Anlagetypen sollten ein ETF-Depot eröffnen, welches sich automatisch selbst verwaltet und einen Querschnitt durch den Börsenindex darstellt. So winken für passive Anleger langfristig die besten Renditen.

Bei aktiven Investitionen

Während bei passiven Anlagestrategien in Form von ETFs die gesamte Markt-Performance über den Erfolg der Investition entscheidet, ist es bei aktiven Investitionen das Geschick des Anlegers. Wer selbst Aktien auswählen, kaufen und bei Kurshochs wiederverkaufen möchte, sollte daher ein leistungsstarkes Aktiendepot wählen.

Dabei sollte das Depot den Zugriff auf unterschiedliche Märkte und Börsen bieten, so dass der Anleger die Möglichkeit hat, das Optimum herauszuholen. Weil aktive Investoren regelmäßig kaufen und verkaufen, sollten sie außerdem darauf achten, dass die Transaktionskosten pauschal und nicht proportional abgerechnet werden.

Bei Tradern

Trader agieren ähnlich wie aktive Investoren, handeln aber deutlich schneller und konzentrieren sich dabei auf derivative Wertpapiere wie CDFs (Differenzenkontrakte), Optionsscheine, Zertifikate und Devisen. Spezielle Trader-Depots ermöglichen ein schnelles und übersichtliches Handeln, so dass die Anforderungen des Traders getroffen werden. Die Transaktionskosten sollten möglichst gering sein, weil durch die Transaktionshäufigkeit sonst hohe Beträge fällig werden. Zudem sollte das Depot technisch einwandfrei laufen, um genaues Timing sicherzustellen.

Bei Investitionen im Ausland

Wertpapiere aus dem Ausland können nicht direkt gekauft werden, sondern erfordern sogenannte Platzhalter für die Aktien – für die USA sind das die ADRs, für Europa die GDRs. Anleger sollten sich für den internationalen Börsenhandel um Interactive Brokers bemühen – da der Anbieter im Ausland sitzt, müssen Steuern jedoch selbstständig abgeführt werden.

Für Unternehmen

Möchte ein Unternehmen Wertpapiere kaufen, ist dazu ein spezielles Depot nötig. Es gilt also zu prüfen, welcher Anbieter ein Firmendepot für die jeweilige Rechtsform anbietet. Wer ein Firmendepot eröffnen möchte, muss dabei allerdings mit mehr Bürokratie rechnen als bei einem herkömmlichen Privatdepot.

Diese Kosten werden fällig

Depotführungsgebühren

Das ist der monatliche Basisbetrag, der unabhängig vom Investitionsvolumen anfällt. Es gibt auch Anbieter, die ein kostenloses Aktiendepot anbieten.

Ordergebühren

Diese Transaktionskosten unterteilt man in prozentuale Gebühren und Fixed Fees oder Flat Fees (pauschale Gebühren). Je öfter man ordert, desto eher sollte man auf eine Pauschale achten, da die Kosten sonst schnell überhandnehmen.

Börsenplatzgebühren

Diese Art der Gebühren nennt man auch Fremdspesen oder Handelsplatzgebühren. Sie variieren von Börsenplatz zu Börsenplatz und umfassen Handelsentgelte und Clearing-Gebühren.

Negativzinsen

Anleger sollen investieren und ihr Geld nicht „parken“. Deshalb fallen auf Einlagen im Verrechnungskonto meist prozentuale Strafzinsen an.

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