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Märkte

Wette auf drastisch steigenden Ölpreis gefällig? Sie läuft bis zum 12. Mai

Bis zum 12. Mai läuft eine Wette auf einen plötzlich drastisch steigenden Ölpreis. Nur die Stimmung am Ölmarkt wirkt auf den ersten Blick total friedlich.

Claudio Kummerfeld

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am

Bis zum 12. Mai läuft eine Wette auf einen plötzlich drastisch steigenden Ölpreis. Nur die Stimmung am Ölmarkt wirkt auf den ersten Blick total friedlich. Es geht um folgendes: Bleibt der Ölpreis grob gesagt da wo er jetzt ist – oder explodiert er förmlich? Alles hängt von einem Mann ab, Donald Trump. Jüngst hat er sich mit extrem konservativ und rückwärts gewandt denkenden Menschen umgeben, die seine Meinung noch stärker gegen den Iran beeinflussen.

Netanjahu und Trump gegen den Iran

Hinzu kommt noch die große Medienshow, die Israels Premier Netanjahu vorgestern abgeliefert hat. Auf einer Bühne präsentierte er angebliche Beweise, dass der Iran heimlich auch während des seit 2015 gültigen Atom-Abkommens weiter Uran angereichert habe. Wie Donald Trump gestern selbst sagte, sei er von dieser Präsentation beeindruckt. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die USA aus dem Atomdeal mit dem Iran aussteigen. Seit Tagen und Wochen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario immer weiter.

Der Iran hatte bereits klar gemacht, dass er den Atomdeal nicht nachverhandeln wolle. Somit gibt es für Trump nur ein Weiter-So beim Atomdeal oder eine Kündigung. Die Folge wäre: Sanktionen der USA gegen den Iran treten wieder in Kraft. Schlagartig würde das globale Angebot an Öl womöglich um ca. 1 Million Barrel pro Tag fallen. Der Iran könnte zwar versuchen, andere Abnehmer zu suchen als bisher. Aber die Sache mit den US-Sanktionen ist immer viel umfangreicher als man zunächst denken könnte. Denn US-Sanktionen gegen ein Land bedeuten auch immer, dass Drittländer ebenfalls Probleme mit den USA bekommen, die mit dem sanktionierten Land weiterhin Handel betreiben. Also werden auch andere Länder zügig kein Öl mehr aus dem Iran kaufen wollen.

Warum der Ölpreis sprunghaft steigen könnte

Wie gesagt: Die globale Angebotsmenge für Rohöl könnte und würde wahrscheinlich spürbar sinken, und das zügig. Der Terminmarkt für Rohöl (egal ob Brent oder WTI) würde dies wohl umgehend einpreisen wollen. Deutlich weniger Angebot (und das ganz plötzlich) bedeutet egal worum es an der Börse geht steigende Preise! Das ist keine hunderprozentige Gewissheit, aber zunächst mal könnte es ruckartig bergauf gehen mit dem Ölpreis.

Wenn man annimmt, dass die Wahrscheinlichkeit für die Aufkündigung des Atomabkommens relativ groß ist, könnte man auf einen steigenden Ölpreis spekulieren. Eine Frage ist: Verkündet Trump diese Aufkündigung erst am 12. Mai, oder schon vorher? Und ob es letztlich dazu kommt, und wie der Ölpreis dann wirklich reagiert – das wissen auch wir nicht! Wir können nur von grundlegenden Marktmechanismen sprechen. Man unterschätze das nicht! Der Iran ist zusammen mit den Saudis und dem Irak das Schwergewicht in der OPEC – von der geostrategischen Lage des Iran am Golf mal ganz zu schweigen!

Neben dem Ölpreis könnte auch der Goldpreis möglicherweise schlagartig profitieren. Und wer weiß – auch Bitcoin als neue „Fluchtwährung“ könnte steigen? Aber da wollen wir jetzt nicht zu viel hinein interpretieren. Man weiß ja nie bei Donald Trump. Kommt am Ende doch alles ganz anders? So zügig, wie er seine Meinungen ändert, ist natürlich immer alles möglich. Wir wollen an dieser Stelle nur eine Handlungsmöglichkeit für Öl-Trader aufzeigen. Man kann sich diese Trade-Idee überlegen, muss man aber nicht! Kurzfristig stehen heute um 16:30 Uhr deutscher Zeit die US-Lagerbestände für Rohöl an. Wir berichten dann so zügig wie möglich.

Der WTI-Ölpreis seit 2006
Der WTI-Ölpreis seit dem Jahr 2006. Charttechnisch ist jedenfalls einiger Platz nach oben vorhanden.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    2. Mai 2018 21:06 at 21:06

    Wie schlecht muss der Zustand dieser Welt sein ,wenn schon ein Nullwert eines Bitcoin als Fluchtwährung gesehen wird !!!!!! Das ist ein Zeichen,dass es blald einen Klapf gibt.Jeffrey Gundlach hat sich auch in diesem Sinn geäussert.

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Finanznews

Aktienmärkte: Warum fallen sie denn? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Ja warum fallen sie denn, die Aktienmärkte? Dass die so verwöhnte Wall Street (und auch der Dax) heute unter Druck kommt, hat mehrere Gründe: erstens Zweifel, ob Biden wirklich sein Stimulus-Programm verwirklichen kann. Dann, zweitens, wieder schwache US-Einzelhandelsumsätze – und schließlich die Nachricht, dass Pfizer deutlich weniger Impfstoff in den nächsten Wochen für die EU liefern wird. Im Grunde sind angesichts der absehbaren Verschärfungen der Lockdowns in Europa die Prognosen für ein starkes wirtschaftliches Jahr 2021 schon jetzt obsolet. Aber ein Rücksetzer der Aktienmärkte war ohnehin überfällig, zuletzt fehlte es deutlich an Dynamik auf der Oberseite. Vielleicht spielt auch die Unruhe vor der Amtsübernahme von Biden schon eine Rolle, man fürchtet erneute Ausschreitungen..

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

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Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Anleihen

Goldpreis vs Anleiherenditen: Eindeutiger Langfristvergleich

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Gold-Barren

Der Goldpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst. Da wäre zum Beispiel der US-Dollar, und natürlich das allgemeine Risk On/Risk Off-Szenario. Sind die Anleger bereit aufgrund diverser Faktoren mehr Risiko einzugehen, verkaufen sie Gold und kaufen Aktien, und umgekehrt. Je mehr die Notenbanken Geld drucken und je mehr die Staaten sich verschulden, desto wichtiger erscheint vielen Anlegern auf lange Sicht auch Gold als sicherer Fluchthafen vor Inflation, und der Goldpreis steigt.

Aber vor allem werden auch die Anleiherenditen als wichtiger Beeinflussungsfaktor für den Goldpreis herangezogen. Je mehr Rendite man für Staatsanleihen erhält, desto weniger attraktiv ist das zinslose Gold bei Anlegern. Schauen wir daher mal auf den folgenden Chart, ob man langfristig eine echte Verbindung zwischen Gold und Anleiherenditen erkennen kann. Hier sehen wir seit Anfang 2016 in blau den steigenden Goldpreis, der seitdem 69 Prozent zulegen konnte. Die in orange verlaufende Anleiherendite (für zehnjährige US-Staatsanleihen) ist seitdem um 46 Prozent gesunken (langfristig gesunkenes Zinsniveau). Man sieht eine klare negative Korrelation. Je tiefer die Anleiherenditen, desto besser für den Goldpreis. Das jüngste Ansteigen in der Rendite hat dem Goldpreis einige Schwierigkeiten bereitet, und seinen weiteren Anstieg erst einmal ausgebremst.

Chart zeigt Goldpreis gegen Anleiherenditen seit dem Jahr 2016

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