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Wikileaks-Enthüllung räumt letzte Zweifel aus: Obamas Wahlkampf war vorsätzliche Täuschung der US-Öffentlichkeit

Das Politik-Magazin New Republic hat am 14. Oktober eine von WikiLeaks enthüllte Email veröffentlicht, deren Inhalt auch den letzten Zweifel daran beseitigt, um was für eine Farce...

Gastkommentar von Ernst Wolff

Das Politik-Magazin New Republic hat am 14. Oktober eine von WikiLeaks enthüllte Email veröffentlicht, deren Inhalt auch den letzten Zweifel daran beseitigt, um was für eine Farce es sich bei amerikanischen Wahlen handelt und wer das Land in Wahrheit regiert. Die Email wurde am 6. Oktober 2008 – also ca. einen Monat vor der Wahl am 04. November 2008 – von Michael Froman verfasst. Froman, zurzeit US-Handelsbeauftragter und Verhandlungsführer der USA bei der Vorbereitung des Transatlantischen Handelsabkommens TTIP, arbeitete damals in leitender Funktion für Citigroup, eines der größten und einflussreichsten Bankenkonsortien an der Wall Street.

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Ernst Wolff ist freier Journalist und Autor des Buches „Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“, erschienen im Tectum-Verlag, Marburg.

Die Email war an John Podesta gerichtet, von 1998 bis 2001 unter Bill Clinton Stabschef des Weißen Hauses und im Oktober 2008 als Leiter des „Transition Teams“ („Übergangsteams“) zuständig für die Vorbereitung von Barack Obamas Amtsübernahme im Januar 2009 und die damit zusammenhängende Personalauswahl.

Unter dem Betreff „Listen“ enthält Fromans Email folgenden Wortlaut:

„John – anbei drei Dokumente – eine Liste afro-amerikanischer, hispanischer und asiatisch-amerikanischer Kandidaten, aufgeführt nach Kabinetts- oder Stellvertreterrang oder auf Staatssekretärsebene, plus einer Liste von indianischen, arabisch / muslimischen Kandidaten und solchen mit Behinderungen. Für die meisten Gruppen haben wir noch wesentlich ausführlichere Listen, und sie werden noch länger werden, wenn wir weiter und öffentlicher suchen, aber das sind bis jetzt die Namen, die immer wieder von verschiedenen Quellen für Führungspositionen vorgeschlagen werden. (Ich habe versucht, Namen aus Baracks Wahlkampfteam und seinem Senats-Politikstab mit einzufügen, außerdem angemessener Weise auch solche aus dem Übergangsprojekt.)“

„Zwar hast du nicht danach gefragt, aber ich habe auch eine entsprechende Liste über Frauen vorbereitet und angehängt.“

„Auf die Gefahr hin, anmaßend zu klingen, hab ich mich auch mal etwas gründlicher damit befasst, wie die Ernennungen auf Kabinettsebene aussehen könnten und wie die Chancen für diesen oder jenen Kandidaten auf die verschiedenen Posten stehen (mit einem Blick auf die kurze Liste)… (Offensichtlich sind verschiedene Kombinationen denkbar. Dies soll nur ein Beispiel sein, um zu zeigen, wie sich die Sache entwickeln könnte.)“

„Lass mich wissen, wann wir darüber diskutieren können. Ich bin heute früh bis um 11:30 Uhr erreichbar. Mike“

Die Dreistigkeit und der Zynismus, die sich hier offenbaren, dürfte selbst hartgesottene Politikkenner überraschen: Während Barack Obama noch vier Wochen damit beschäftigt sein wird, dem amerikanischen Wahlvolk vorzugaukeln, dass er als erster afro-amerikanischer Präsident einen Politikwechsel herbeiführen und als Main-Street-Präsident (Volkspräsident) ein für die unteren Bevölkerungsschichten neues Zeitalter einläuten wird, schickt ein hoher Vertreter der Wall Street seinem Personalchef eine Liste mit Namensvorschlägen für dessen Kabinett und achtet dabei darauf, dass diese Liste – entsprechend Obamas Strategie – mit Angehörigen von ethnischen Minderheiten und Behinderten gespickt wird.

Und das mit vollem Erfolg: Anfang 2009 ernennt Obama diverse der ihm vorgeschlagenen Kandidaten: Timothy Geithner wird Finanzminister, Eric Holder Justizminister, Janet Napolitano Heimatschutzministerin, Robert Gates Verteidigungsminister, Arne Duncan Erziehungsminister, Arne Duncan wird Minister für Bildung, Erziehung und Wissenschaft, Eric Shinseki wird Kriegsveteranenminister, Kathleen Sebelius ersetzt Robert Daschle als Gesundheitsministerin und der vorgeschlagene Rahm Emanuel wird Stabschef im Weißen Haus.

Fast das gesamte Kabinett von Barack Obama wurde auf diese Weise im Januar 2009 nach den expliziten Wünschen der Wall Street zusammengestellt. Und das nach einem Wahlkampf, der im Zeichen des „kleinen Mannes“, der Abkehr vom Großen Geld und des Einsatzes für ethnische Minderheiten gestanden hatte. Kein Wunder also, dass der Öffentlichkeit damals unterschlagen wurde, wer diesen Wahlkampf hinter ihrem Rücken finanziert hatte: Unter anderen waren das Goldman Sachs, JP Morgan Chase, Citigroup, UBS, Google und Microsoft (in der Reihenfolge des Umfangs ihrer Spenden).

Wundert sich vor diesem Hintergrund noch jemand, dass Obama im Zuge des drohenden Finanzkollapses von 2008 alles getan hat, um die, die ihn bezahlt und ihm ihre Anweisungen in Personalfragen mit auf den Weg gegeben haben, zu retten? Dass er die Kosten der Rettung der arbeitenden Bevölkerung aufgebürdet und während seiner gesamten Amtszeit nicht einen einzigen kriminellen Banker für die angerichteten Schäden zur Rechenschaft hat ziehen lassen? Und wundert es vielleicht noch irgend jemanden, dass ausgerechnet Citigroup, aus deren Reihen die Personalvorschläge kamen, beim Bail-out 2008 mit $ 476,2 Mrd. von allen US-Banken die höchste Summe erhielt?

Auch der gegenwärtige Wahlkampf in den USA ist nichts als ein für die Medien inszeniertes Scheingefecht, bei dem der Sieger bereits feststeht: Die US-Finanzindustrie. Hillary Clinton ist die von ihr in schamloser Weise direkt bezahlte Marionette, Donald Trump dient ihr als Rückversicherung für den Fall, dass das parlamentarische System zusammenbricht, ein totalitäres Regime errichtet werden soll und jemand aus den Reihen des Big Money die Kontrolle über die Massen behalten muss. Auch hier ist alles bereits beschlossene Sache – lange, bevor das amerikanische Volk ahnungslos zu den Urnen schreitet.



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12 Kommentare

  1. Nun, das ist seit Jahren ja ein offenes Geheimnis das die Politik von der Wall Street aus gemacht wird. Alleine schon deswegen weil man immer sieht wie Personen von der Wall Street in die Politik und umgekehrt wechseln.

    Wer zahlt, schafft an! Ist im Privaten so und wird auch in der Politik niemals anders sein. Auch wenn Herr Trump gern Gegenteiliges von sich behauptet.

    1. „Wer zahlt, schafft an!“
      Schön wär’s! Es zahlt nämlich das Volk. Anschaffen tuns aber die Räuber!

  2. Schmutzig, schmutziger, Amerika.

    Wobei – vielleicht müssen wir gar so weit weg über den großen Teich zu schauen, um unsaubere Machenschaften zu erahnen.

  3. Herr Wolff nervt mit seinen wilden Verschwörungstheorien. Ansonsten finde ich http://finanzmarktwelt.de/ sehr gut.

    1. Theorien? Er zitiert ein Email, Tatsachen also. Aber auch Tatsachen sind Verschwörungstheorien! Hihihi.
      Oder „sein Beitrag ist nicht politisch korrekt“, wollten sie vielleicht sagen und haben sich nur in der Wortwahl vergriffen.
      Ob er auch Nazi ist?

  4. ich verstehe den „Skandal“ nicht. Ein Banker hat Vorschläge für das Obama-Kabinett gemacht. Was ist so schlimm daran?

  5. Zu den Wahlen der heutigen „Demokratien“:
    1.)“Mouseland“ – http://www.informationclearinghouse.info/article23132.htm
    und
    2.) aus Douglas Adams‘ „Per Anhalter druch die Galaxis:
    https://pbs.twimg.com/media/CufJj1NWYAEymGg.jpg

    1. Nachtrag:
      Übrigens: In unserer BRD ist es doch kein Stück anders!
      Merkel ist „Frau“ und kommt aus „Ostdeutschland“ bzw. der DDR. Und sie steckte schon zu Ackermanns Zeiten in der Tasche der Banker. Und die Wallstreet-Zerstörungskriege macht sie auch alle mit (sie wollte schon 2004, daß die Bundeswehr in den Irak einmarschiert!). Auch Syrien läßt Merkel von der Bundeswehr zerstören (der Bundeswehreinmarsch in Syrien – gegen den Protest der syrischen Regierung! – stellt einen von der Verfassung verbotenen „Angriffskrieg“ dar). Gabriel-Steinmeier sind Für Merkel das, was für Obama die Außenministerin Clinton war.
      Auch hier ist doch alles wie USA – nur daß Wikileaks die BRD für ein „leaken“ einfach zu unbedeutend hält.

  6. Mir fällt dazu nur Kostolany ein:
    Wenn Sie wissen wollen, warum auf der Erde etwas geschieht oder nicht, verfolgen Sie den Weg des Geldes und wer davon profitiert.
    Die Empörung des „normalen“ Bürgers ist heutzutage vergleichbar mit der eines Kindes welches die Information erfährt das der Weihnachtsmann nicht existiert.
    Wilkommen im Informationszeitalter.

    1. Ihr Kommentar klingt so, als hätten Sie und Kostolany schon längst alles begriffen, und der Rest der Welt wäre dämlich, naiv und vor allem nicht demokratisch berechtigt, gegen Missstände zu opponieren.

    2. (@ollfried)
      Ich sehe das ähnlich wie @Lars:
      Nur, weil wir heute einiges mehr an internen Informationen erfahren, ist also alles gut? Wenn man gegen die Lumpereien und Betrügereien protestiert, die nun endlich in Erfahrung gebracht und veröffentlicht werden, ist man ein naives Kind?
      Kennen Sie oder der zitierte Kostolany eigentlich noch so etwas wie ein Wertesystem, Moral, Verantwortung, soziales Verhalten? Oder definiert das „Informationszeitalter“ diese Begriffe wissenschaftlich neutral nur noch als ein Relikt aus längst vergangenen Äonen?

      Für mich hören sich Kommentare wie die Ihren immer so an, als sollte unter dem Deckmäntelchen der Wissenschaft, der Information und der „Objektivität“ eine realistische Sichtweise kommuniziert werden:
      So ist es halt nun mal, so war es schon immer, so wird es immer sein, das ist nicht pessimistisch, kein Fatalistismus, nur realistisch…
      Zugrunde liegt dieser pathologisch langweiligen Denkweise immer die wissenschaftlich äußerst umstrittene evolutionäre Theorie von Darwin, die inzwischen über 160 Jahre auf dem Buckel hat. Die an allen Ecken und Enden umstritten ist und widerlegt wird und die opportunistischerweise noch nicht einmal Berücksichtigung in den sozialen oder politischen Wissenschaftszweigen gefunden hat. In der Biologie bei Sauriern, Bienen und Ameisen zwar schon, wieso aber nicht bei humanwisenschaftlichen, ökonomischen Anwendungsgebieten?
      Sind wir kein Kollektiv, verdammt uns die Wirbelsäule zum Raubtier?
      Oder ist es das sensationell weiterentwickelte Gehirn??
      Oder ist letzteres an der Wallstreet kurz nach der Geburt von den superkapitalistischen Eltern gleich weiterverkauft worden???

      Ein selbständig denkender und verantwortungsvoller Mensch muss heute Informationsfreiheit und die daraus gewonnen Erkenntnisse nutzen, um das Überleben seiner eigenen und der künftigen Generationen zu sichern.
      Nicht egoistisch und im typischen Narzissmus der heutigen Börsen, sondern im Sinne von Vilfredo Pareto, einem Ökonomen und Zeitgenossen von Darwin.

      Dass eine Handvoll größenwahnsinniger Nimmersatte (egal, ob Amis, Russen, ölfördernder Wüsten-Stammeshäuptlinge oder kommunistischer Superkapitalisten aus der Arbeiterklasse) die Welt regiert, und nebenbei 95% des Wohlstandes und der Machtbeeinflussung abschöpft, muss jedem Kind in der Schule klargemacht werden, damit irgendwann eine Generation erwächst, die selbständig denkt, selber über ihr Schicksal entscheidet und den (@ollfried) elenden Fatalismus Ihrer Generation endlich hinter sich lässt.

  7. Wie ich schon hier schon mal geschrieben habe **und jetzt kommt die Wallstreet-Clinton**

    Ich frage mich wieso die überhaupt noch wählen?

    Ein Hoch auf das **Kriegsverbrecher-Land**

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