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Wirecard-Aktie: Erste Anlegerklage eingereicht – morgen großer Showdown

Die Wirecard-Aktie erlebte am 28. April ein Debakel. Dabei sollte dieser Tag doch eigentlich die große Erleichterung bringen. Und auf den allersten Blick sah es doch gar nicht mal so schlecht aus? Denn im Großen und Ganzen sei alles halb so wild, um mal die Worte des KPMP-Prüfberichts aus der Sicht von Wirecard vereinfacht zusammenzufassen. Aber wer den Bericht genauer las (hier mehr Details), der bekam mehr und mehr Zweifel. Die Vermutungen bezüglich möglicher dubioser Buchungen und Geschäfte in Asien wurden nicht konsequent und transparent ausgeräumt. Und so stürzte die Wirecard-Aktie ab dem 28. April von 132 Euro bis heute auf gerade mal 84 Euro ab! Was für ein Debakel. Und dann heute noch das, bevor es morgen richtig zur Sache geht.

Klage gegen Wirecard

Heute hat eine Anwaltskanzlei (hier die Originalveröffentlichung) bekanntgegeben, dass sie ein Musterverfahren gegen Wirecard eingeleitet. Man habe gestern für die von ihr vertretene Effecten-Spiegel AG die erste deutsche Anlegerklage gegen die Wirecard AG vor dem Landgericht München I eingereicht. Gleichzeitig hat man einen Antrag nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) gestellt, um ein Musterverfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG) München einzuleiten. Hier Auszüge aus dem Text der Kanzlei:

Wirecard steht seit Jahren in der Kritik wegen angeblicher Bilanzunregelmäßigkeiten. Mehrfach hatte es in diesem Zusammenhang nach der Veröffentlichung von Dossiers und Presseartikeln, insbesondere der britischen Zeitung Financial Times, in der Vergangenheit Kurseinbrüche im zweistelligen Prozentbereich gegeben. Im Oktober 2019 hatte Wirecard daher selbst eine unabhängige Sonderuntersuchung durch die renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zu den Vorwürfen in Auftrag gegeben. Nachdem mehrfach angekündigte Termine zu dessen Vorlage verschoben wurden, wurde der Bericht am 28. April 2020 der Öffentlichkeit vorgelegt. Darin sprach KPMG unter anderem von Mängeln in der internen Organisation von Wirecard sowie von einem Untersuchungshemmnis. Aufgrund dessen konnte KPMG beispielsweise zu der Existenz und der Höhe von Umsatzerlösen aus bestimmten Geschäftsbeziehungen mit Wirecard keine konkreten Aussagen treffen. Der Kurs der Wirecard-Aktie brach daraufhin zeitweise um rund 40% ein. Allein dadurch wurden zeitweise über 5 Mrd. EUR an Marktkapitalisierung vernichtet.

„Nach dem KPMG-Bericht sehen wir unsere feste Überzeugung bestätigt, dass Wirecard ein massives Compliance-Problem hatte und hat – und darüber hätte Wirecard den Kapitalmarkt rechtzeitig in Kenntnis setzen müssen“, sagt Maximilian Weiss, Rechtsanwalt der TILP-Gruppe. „Das Maß ist jetzt voll. Wir haben nunmehr alle rechtlich erforderlichen Fakten beieinander und können diese belegen – daher messen wir der von uns eingereichten Klage hohe Erfolgschancen bei“, erläutert Weiss.

Morgen großer Showdown für die Wirecard-Aktie

Morgen veröffentlicht Wirecard seine Quartalszahlen. Wie werden sie ausfallen? Eine große Wundertüte, möchte man da sagen! Und wird das Unternehmen etwas zum Geschäftsausblick für das restliche Jahr sagen? Viele andere Konzerne haben davon im Zuge der Coronakrise Abstand genommen. Und gibt es morgen auch offizielle Aussagen zu dieser ganz frischen Klage? Wie aktuell durch Berichte bekannt geworden ist, weist Wirecard (ohhh Wunder) die Vorwürfe zurück. Man werde sich zur Wehr setzen. Aber mal schauen, ob es morgen neue offizielle Aussagen gibt. Die Wirecard-Aktie dürfte morgen womöglich kräftig ausschlagen? Die letzten Tage gab es nach dem Absturz von Ende April eine Seitwärtsphase. Im Chart sieht man den Kursverlauf seit dem Jahr 2010.

Wirecard-Aktie im Verlauf der letzten zehn Jahre

Die Wirecard-Zentrale in München
Die Wirecard-Zentrale in München. Foto: Kaethe17 CC BY-SA 4.0



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