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Wirft Erdogan den türkischen Notenbankchef ins Gefängnis?

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Man ist ja einiges gewohnt vom türkischen Präsidenten Erdogan, aber das übertrifft dann doch alles bisher Erlebte: laut einem Bericht des Newsportals „Trend“ erhebt Serif Aydin, ein Staatsanwalt in Ankara, Anklage gegen den türkischen Notenbankpräsidenten Erdem Basci. Der Vorwurf: Basci würde durch seine erratische Geldpolitik den türkischen Bürgern schwere materielle Schäden zufügen. Sollte Basci verurteilt werden, drohen ihm bis zu zwei Jahre Haft. Es ist kaum vorstellbar, dass der Staatsanwalt nicht auf Direktive Erdogans handelt.

Basci steht seit langem unter Druck: Erdogan wirft ihm vor, die Zinsen zu hoch zu halten – und damit die Inflation anzuheizen. Mit dieser seltsamen Logik aber steht Erdogan allein auf weiter Flur: in der Türkei lag die durchschnittliche Inflation bei 8,31%. Dem versucht Basci nachvollziehbarerweise entgegen zu steuern durch eine moderate Zinspolitik, die die stetig anziehende Inflation eindämmen soll. Wohl auf Druck Erdogans hatte Basci am 20.Januar die Leitzinsen um 0,5% auf nun 7,75% gesenkt – zu wenig in den Augen des allmächtigen Erdogan.

Die Türkei war Profiteur der ultralaxen Geldpolitik der Fed, die zu erheblichen Investitionen des „easy money“ in der Türkei wie auch in anderen Schwellenländern geführt hatte. Der Boom in der Türkei ist hochgradig kreditfinanziert, die türkischen Verbraucher sind stark verschuldet. Mit der Abschwächung der türkischen Lira – eine Folge vor allem der Verbalinterventionen Erdogans – steigt aber die Inflation weiter an, weil die Importe teurer werden. Gleichzeitig steigt das ohnehin schon hohe Handelsbilanzdefizit der Türkei weiter. Salopp formuliert: die Türken leben über ihre Verhältnisse.

Und genau diesen Zustand des Überkonsums will Erdogan beibehalten. Seine Popularität und Macht basiert wesentlich auf dem ökonomischen Aufschwung, dem die Türken fälschlicherweise ihm persönlich zuschreiben. Dass Erdogan nun versucht, den Notenbankchef juristisch zu attackieren, ist die nächste Stufe eines Machtkampfs. Die Folge werden weitere Kapitalabflüsse aus der Türkei sein, weil die Investoren verunsichert sind über den weiteren Verlauf der Geldpolitik. Um sein Handelsbilanzdefizit refinanzieren zu können, ist die Türkei aber dringend auf Kapitalzuflüsse aus dem Ausland angewiesen.

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Devisen

Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Aktuell: Türkische Lira fällt schnell und kräftig auf Rekordtief – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt seit einigen Minuten schnell und kräftig in den Keller gegen US-Dollar und Euro. US-Dollar gegen Lira steigt seit 13 Uhr von 7,80 auf aktuell 7,97 – ein neues Rekordtief für die Lira. Und der Euro steigt aktuell gegen die türkische Lira von 9,22 auf 9,43 – das ist ebenfalls ein neues Rekordtief für die türkische Währung.

Grund dafür ist die ganz frische Verkündung der türkischen Zentralbank, dass man den Leitzins unverändert bei 10,25 Prozent belässt. Rückblick: Am 24. September hatte die türkische Zentralbank überraschend den Leitzins um 200 Basispunkte angehoben, von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent. Für heute lagen die Markterwartungen bei einer weiteren Anhebung von 175 Basispunkten auf 12 Prozent. Nötig wäre das, um endlich die ständige Abwertung zu stoppen, der sich die türkische Lira seit geraumer Zeit ausgesetzt sieht.

Und dieser erste Zinsschritt vom 24. September schien nicht auszureichen, um am Devisenmarkt eine Kehrtwende für die Lira einzuläuten. Die jetzige Enttäuschung am Devisenmarkt über die ausgebliebene Zinserhöhung bringt die türkische Lira zu diesem schnellen Absturz (im Chart sehen wir den steigenden US-Dollar gegen die Lira in den letzten 30 Tagen – der letzte Aufwärtsbalken zeigt die ganz aktuelle Bewegung).

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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